1 Das Prinzip der Wiederverwendung .................................................................1
2 Die Framework-Technologie ............................................................................2
2.1 Die Framework-Idee .........................................................................................2
2.2 Aufbau und Ent wicklung ..................................................................................3
3 Business Frameworks........................................................................................5
3.1 Allgemeine Einteilung und Architektur ............................................................5
3.2 Microsoft Business Framework ........................................................................7
4 Vorteile der Framework-Technologie ...............................................................7
Quellenverzeichnis ......................................................................................................10
1 Das Prinzip der Wiederverwendung
Bereits im Jahre 1968 wurde auf der „NATO Working Conference on Software Engineering“ festgestellt, dass es mit der damaligen Art der Software-Entwicklung mehrere Probleme gab. Eine Analyse hatte ergeben, dass es nicht genug Anwendungen für die geforderten Problemstellungen gab, die vorhandenen qualitativ zu schlecht und gleichzeitig zu teuer waren, während die Entwicklungsprojekte zu la nge dauerten („Software-Krise“). Einen Ausweg sah man darin, sich bestimmte Sachen im Bereich des Maschinenbaus oder der Elektrotechnik abzuschauen, wo die Wiederverwendung von standardisierten Teilen erfolgreich eingesetzt wurde [STÜT02, S. 29]. McIllroy regte dies auf der Konferenz an [SPEC00, S. 15]: „Software engineers should take a look at the hardware industry and establish a software component subindustry. The produced software components should be tailored to specific needs but be reusable in many software systems.” Als man sich später mit dem Thema intensiver auseinander setzte, stellte man die Folgerung auf, dass die niedrige Produktivität und Qualität der Anwendungen im wesentlichen darauf zurückzuführen sei, dass nur sehr wenig im Bereich der Software-Entwicklung erneut verwendet wurde [STÜT02, S. 29]. Meistens werden he ute Anwendungen komplett neu entwickelt, obwohl sich die Anforderungen an diese oft ähneln [BIRR95, S. 1]. Der Wiederverwendungsgedanke dagegen besagt, dass man bereits vorhandene Anwendungen bei der Entwicklung miteinbezieht, anstatt alles neu zu planen [STÜT02, S. 11]. Dies bedeutet, dass nun nicht mehr darauf abgezielt wird, große Programme aus einem Guss zu fertigen, sondern der Fokus eher auf die Erstellung kleinerer wiederverwendbarer Bausteine liegen sollte, die anschließend zusammengesetzt werden können [RÜPI97, S. 30]. Dies wird vor allem durch ob-jektorientierte Methoden und die Framework-Technologie unterstützt [SPEC00, S. 15].
1 Hauptseminar Wirtschaftsinformatik
Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wird nun insbesondere auf die Softwareentwicklung mit Frameworks und ihrer Vorteile eingegangen. Dazu wird zunächst der Gedanke erläutert, der dahinter steht, und anschließend auf den Bereich der Business Frameworks Bezug genommen, wobei hier das Microsoft Business Framework (MBF) näher betrachtet wird. Zum Schluss werden dann einige Gründe genannt, warum es für die Unternehmen lohnend sein kann, auf diese Technologie zu setzen.
2 Die Framework-Technologie
2.1 Die Framework-Idee
Zunächst einmal bleibt zu sagen, dass es in der Literatur keine allgemein akzeptierte Definition des Framework-Begriffs gibt. Generell gilt jedoch, dass ein Framework eine wiederverwendbare Entwurfsmöglichkeit für ähnliche Anwendungen bietet [MAIE98, S. 2]. Dabei handelt es sich um eine Ansammlung zusammenarbeitender Klassen, durch die verschiedene Softwarelösungen mit ähnlicher Funktionalität dargestellt werden können. Darüber hinaus legt ein Framework auch die Architektur bzw. das Design dieser Anwendungen fest [GAMM04, S. 37]. Bei dieser handelt es sich um die Komposition der einzelnen vorgefertigten oder halbfertigen Software-Komponente und deren Interaktion untereinander. Durch die Anpassung dieser Komponente kann man schließlich spezielle Anwendungen bzw. Teilausschnitte entwickeln [SPEC00, S. 15]. Dies wird dadurch ermöglicht, dass einige dieser Komponente so angelegt sind, dass man sie austauschen kann [PREE97, S. 7]. Frameworks bieten also somit eine Art Standart für Anwendungen eines speziellen Funktionsbereichs, da sie aus gebrauchsfertigen Komponenten, die jedoch teilweise noch vervollständigt werden müssen, bestehen und eine bestimmte Architektur vorgeben. Dabei spielt die Wiederverwendung in Form von wiederholter Zusammenstellung und Anpassung der Komponente für jeweils ähnliche Anwendungsprobleme eine große Rolle [PREE97, S. 39]. Dafür werden die Stellen definiert, an denen das Framework angepasst bzw. erweitert werden kann [BIRR95, S. 1]. PREE hält den Aspekt, dass alle aus einem Framework heraus entwickelten Lösungen den gleiche n vorgegebenen Architekturentwurf verwenden, für die wichtigste Charakteristik von Frameworks überhaupt [PREE97, S. 8].
2 Hauptseminar Wirtschaftsinformatik
2.2 Aufbau und Entwicklung
Wie man im vorangegangenen Abschnitt erkennen konnte, beinhalten Frameworks Komponente, die für die Anpassung bzw. Erweiterung vorgesehen sind. Diese Stellen, die man Hot Spots nennt, bilden also den flexiblen Teil des Frameworks. Die Komponente des Frameworks, die dagegen nicht veränderbar sind, nennt man Frozen Spots. Im Gegensatz zu den Hot Spots sollten diese einen größeren Anteil im Framework darstellen, da sie die Komponenten sind, die für die Wiederverwendung vorgesehen sind [PREE97, S. 7, SPEC00, S. 17]. In Abbildung 1(a) sieht man an einem Beispiel die Abgrenzung zwischen den beiden Spots am Beispiel der Einbindung einer anwendungsspezifischen Klasse („User Class“) in das Framework.
Die Klassen des unveränderlichen Teils werden durch den Frozen Spot repräsentiert. Der Hot Spot besteht aus einem Subsystem mit verschiedenen Arten von Klassen. Den Übergang zum Frozen Spot bildet die Schablonenklasse (Template). Sie definiert somit die Stelle im Framework, an welcher der Hot Spot liegt, und enthält eine sogenannte Schablonenmethode (Template Method), welche die Hot Spot Klassen aufruft. Eine Einschubklasse (Hook), bildet die Schnittstelle zwischen dem Frame-work selber und der Klassen, die vom Anwender geschrieben wurde. In diesem Fall ha ndelt es sich um die vom Anwender geschriebene Klasse „User Class“, die speziell für die zu erstellende Anwendung geschrieben wurde. Die Anpassung oder Erweiterung des Frameworks geschieht nun durch Überschreibung der Methoden der Einschubklasse (Hook Method), welche speziell dafür vorgesehen sind, durch diese anwendungsspezifische Klasse. Diese Art der Anpassung, bei der die Schablonen- und die Einschubklasse getrennte Klassen darstellen, nennt man „Anpassung durch Komposition“. Somit wird der Code, den der Anwender geschrieben hat, von dem Rest des Frameworks getrennt. Es existiert aber auch noch eine andere Art der Flexibilisierung („Anpassung durch Vererbung“). Bei dieser sind die beiden zu einer einzigen Klasse zusammengefasst (vgl. Abb. 1(b)), wobei auch hier die Anpassung 3 Hauptseminar Wirtschaftsinformatik
Arbeit zitieren:
Oliver Polke, 2004, Vorteile der Softwareentwicklung mit Framework-Technologie, München, GRIN Verlag GmbH
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