Inhaltsverzeichnis:
1 Einleitung 1
2 Einführung in das Thema Gesundheit und Gesundheitsförderung 2
2.1 Begriffserklärung von Gesundheit und Gesundheitsförderung 2
2.2 Bedeutung des Begriffs Setting in der Gesundheitsförderung 3
2.3 Daten zur Be treuungssituation von Kindern 4
3 Gesundheitsprobleme im Kindesalter 4
3.1 Primäre Handlungsfelder zur Gesundheitsförderung im Kindergarten 6
3.2 Ziele der Gesundheitsförderung im Kindergarten 7
4 Gesundheitsförderung am Beispiel bei Kindern mit Adipositas 7
4.1 Allgemeines zu Kindern mit Übergewicht und Adipositas 7
4.2 Entstehung des Übergewichtes bei Kindern 8
4.3 Ernährungsverhalten von Kindern 9
4.4 Gesundheitsfördernde Ernährung für Kinder 10
4.5 Projekte zur Gesundheitsförderung übergewichtiger Kinder 13
5 Gesundheitsförderung sozial benachteiligter Kinder 15
5.1 Soziale Benachteiligung von Kindern 16
5.2 Physische Auswirkungen sozialer Benachteiligung bei Kindern 16
5.3 Psychische Auswirkungen von sozialer Benachteiligung bei Kindern 17
5.4 Interventionsansätze 18
6 Schlussbetrachtung 19
Literaturverzeichnis 1
1 Einleitung
Die Erkrankungen an so genannten Zivilisationskrankheiten sind in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen. Hierunter verstehen wir eine Bezeichnung für funktione lle und organische Gesundheitsstörungen und Krankheitszustände, bei denen materielle Einflüsse der Zivilisation auf den Menschen von auslösender, begünstigender oder auch ursächlicher Bedeutung sind. Die Einflüsse sind vielfältig und betreffen unter anderem die Lebensbedingungen der Wohnung, Kleidung, Ernährung sowie der Hygiene und gehen bis zu den nachteiligen Seiten der Technisierung wie z. B. unphysiologisch einseitige Belastungen, Lärmeinfluss, Luftverunreinigung oder den Genussmittelmissbrauch. Zu den Zivilisationskrankheiten gehören unter anderem Verdauungs- und Stoffwechselstörungen, der Verfall des Gebisses durch Karies, zahlreiche Erkältungskrankheiten, Neurosen und Kreislaufstörungen. 1 Inzwischen bleibt selbst ein großer Teil unserer Kinder vor solchen schädlichen Einflüssen nicht verschont. Heutzutage lassen sich Krankheiten wie zum Beispiel Ad ipositas, Haltungsschäden und Organschäden schon im Kindesalter diagnostizieren. Gerade in der Altersgruppe der Kindergartenkinder findet ein wesentlicher Teil der Sozialisation statt, hierbei besonders in den Tageseinrichtungen. ErzieherInnen bzw. KindergärtnerInnen begleiten die Kinder im Kindergarten, als erste Stufe des Bildungssystems in einer zentralen Alters, - und Entwicklungsphase in der die Grundlagen des Gesundheitsverhaltens gelegt werden und somit erhebliche Chancen der Ge-sundheitsförderung bestehen.
Wir sind der Meinung, dass nur eine frühzeitige Gesundheitserziehung zu einer bewussten und gesunden Lebensweise führen kann, deshalb wollen wir uns in dieser Hausarbeit mit der Situation der Kinder beschäftigen und die wichtigsten Ansatzpunkte und Interventionsmöglichkeiten aufzeigen, die der Kindergarten als Ort der Gesundheitsförderung bietet. Exemplarisch werden wir dies anhand der Diagnose Adipositas bei Kindern sowie den gesundheitlichen Auswirkungen von sozialer Benachteiligung tun.
1 Vgl. http://www.wissen.de/xt/default.do?MENUNAME=Suche&SEARCHTYPE=topic&query= zivilsationskrankheiten, Stand 02.06.2004
1
2 Einführung in das Thema Gesundheit und Gesundheitsförde-rung
Wenn man sich mit dem Thema Gesundheitsförderung und Gesundheit im Setting Kindergarten beschäftigt, sollte zunächst einmal eindeutig geklärt werden was diese Begriffe genau bedeuten, um Missverständnissen im weiteren Verlauf der Hausarbeit vorzubeugen.
2.1 Begriffserklärung von Gesundheit und Gesundheitsförderung
Für den Begriff Gesundheit legen wir im Folgenden die Definition der WHO aus dem Jahre 1948 zugrunde: „Gesundheit ist der Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur des Freiseins von Krankheit und Gebrechen. Sich des bestmöglichen Gesundheitszustandes zu erfreuen, ist eines der Grundrechte jedes Menschen, ohne Unterschied der Rasse, der Religion, der politischen Überzeugung, der wirtschaftlichen oder sozialen Stellung. “ 2 Wir möchten aber anmerken, dass wir uns des utopischen Charakters bewusst sind und wir diese Definition als ein wünschenswertes Ziel erachten, dem wir uns möglichst weit nähern wollen.
Für den Begriff Gesundheitsförderung legen wir die Definition der Ottawa-Cha rta zur Gesundheitsförderung, ebenfalls von der WHO zugrunde: „Gesundheitsförderung zielt auf einen Prozess, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Lebensumstände und ihre Umwelt zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen. “ 3 In diesem Sinne ist Gesundheit als ein wesentlicher Bestandteil des alltäglichen Lebens zu verstehen und nicht als vorrangiges Lebensziel. Gesundheit steht für ein positives Konzept, das in jeglicher Weise die Bedeutung sozialer und individueller Ressourcen für die Gesundheit ebenso betont wie die körperlichen Fähigkeiten. Gesundheit i st ein flexibles, dynamisches System mit komplexen Wechselwirkungen. Jeder Mensch muss für sich seine eigene Balance in seinem System, seiner Le- 2 Hurrelmann/ Franzkowiak 2003, S. 53
3 Kaba-Schönstein 2003, S. 73
2
benswelt finden und zwar ständig neu. So entwickelt jeder Mensch eigene Verha ltensweisen, die er oder sie für sich als bekömmlich oder schädlich empfindet. Ge-sundheit ist also etwas sehr individuelles und persönliches. Gesundheitsförderung bedeutet die Stärkung der Selbstsicherheit, die Befähigung im Leben zurechtzukommen, das frühe Begreifen, für sich und seinen Körper verantwortlich zu sein und zwar nicht moralisierend unter Betonung der Risiken und Gefahren sondern positiv und handlungsorientiert. Gesundheitsförderung zeigt sich in alltäglichen Kleinigkeiten, beim Essen, beim Spielen, beim Erzählen, oder beim toben.
2.2 Bedeutung des Begriffs Setting in der Gesundheitsförderung
Unter dem Begriff Setting wird ein soziales System verstanden, in dem verschiedene relevante Umwelteinflüsse auf eine bestimmte Personengruppe, die Mitglieder des Settings, wirken. Ergänzend beinhaltet die Betrachtung von Umwelten als Settings die Chance, Einfluss auf die relevanten Umwelten nehmen zu können, sie im Fokus der Gesundheitsförderung so zu gestalten, dass sie den Mitgliedern des Settings Ge-sundheit ermöglichen. 4 Eine weitere Möglichkeit den Begriff Setting zu definieren, leitet sich aus seiner wörtlichen Übersetzung ab. Danach ist ein Setting ein Rahmen oder Schauplatz. Gesundheitsfördernde Maßnahmen nach dem Setting Ansatz sind danach auf Lebensbereiche, auf die Schauplätze des Zusammenlebens ausgerichtet, in denen Menschen die meiste Zeit verbringen und die durch ihre Struktur die Ge-sundheit von Menschen am meisten beeinflussen. 5 Der Fokus des Setting- Ansatzes liegt auf den Rahmenbedingungen unter denen Menschen leben, lernen, arbeiten und konsumieren. Maßnahmen und Interventionen richten sich damit nicht allein an homogene Zielgruppen wie zum Beispiel alte Menschen, Kinder oder Jugendliche und ihre spezifischen (Gesundheits-) Probleme, vielmehr wirken sie auf die jeweiligen Lebensräume/ Settings in denen unterschiedliche soziale Gruppen leben können. Im Rahmen der Gesundheitsförderung wird der Begriff Setting jedoch nicht allein zur räumlichen Abgrenzung gebraucht, mit ihm wird vielmehr eine soziale Einheit
4 Vgl. Grossmann / Scala, 1999
5 Vgl. WHO, 1997
3
bezeichnet, die sich besonders gut für Interventionen eignet. 6 Solche Settings sind in erster Linie Kommunen, Schulen, Betriebe und Krankenhäuser, also Settings in denen ein großer Querschnitt der Bevölkerung erreicht wird. Bei der Planung und Gestaltung gesundheitsfördernder Interventionen im Rahmen des Setting-Ansatzes, werden solche Settings stärker differenziert, so dass im Rahmen eines „Gesunde Stadt“ -Projektes weitere Settings stärker differenziert werden können. Das können z.B. Stadtteile, kommunale Einrichtungen, oder Kindergärten sein, in denen Maßnahmen geplant werden können.
2.3 Daten zur Betreuungssituation von Kindern
1999 lebten in der Bundesrepublik Deutschland 2.374.553 Kinder unter 3 Jahren, davon 297.053 mit nichtdeutscher Staatsbürgerschaft, 3.170.472 Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren, davon 395.259 mit nichtdeutscher Staatsbürgerschaft. Kinder haben nach §24 des Kinder und Jugendhilfegesetzes vom vollendeten dritten Lebensjahr bis zum Schuleintritt ein Recht auf den Besuch eines Kindergartens. Dieser Paragraph verpflichtet die Träger der öffentlichen Jugendhilfe entsprechende Plätze zur Verfügung zu stellen und das familienergänzende Betreuungsangebot bedarfsgerecht auszubauen. In Deutschland existieren ca. 48000 Tageseinrichtungen für Kinder unter verschiedenen Trägerschaften. 3 Millionen Kinder werden von rund 373.000 ErzieherInnen betreut. 7
3 Gesundheitsprobleme im Kindesalter
Trotz eines weit entwickelten Sozialsystems in Deutschland und eines Erziehungssystems, dass fast alle Kinder und Jugendlichen erreicht und das zusätzlich Kindern ein Recht auf Betreuung in Kindergärten einräumt, zeigen Forschungsergebnisse dennoch gravierende Gesundheitsprobleme bei Kindern.
Im Rahmen der Grundlagenarbeit hat die Bundeszentrale vorhandene Ergebnisse aus unterschiedlichsten Untersuchungen, wie zum Beispiel der Früherkennungsuntersu- 6 Vgl.Grossmann / Scala 1994
7 Vgl. BZgA 2001, S. 7
4
chung, Schuleingangsuntersuchung, sowie speziellen Forschungsarbeiten zusammengetragen und im Hinblick auf häufig auftretende, folgenreiche und präventiv beeinflussbare Gesundheitsprobleme von Kindern im Kindergartenalter analysiert. So werden im Vorschulalter häufig Probleme bezüglich der motorischen Entwicklung und Koordinationsstörungen festgestellt, häufig bedingt durch mangelnde Bewegung, sowie Defizite bei körperlichen Ausdauerleistungen, altersgerechter Körperkraft und Koordinationsfähigkeit. Hinzu kommen immer häufiger diagnostizierte Haltungsschäden. 8
Weitere Probleme treten in den Bereichen Sprache und Spracherwerb, sowie Hör -und Sehvermögen auf. Störungen in diesem Bereich sind bei Kindern im Kindergartena lter häufig zu verzeichnen und stellen ein erhebliches Problem hinsichtlich sich daraus able itender Entwicklungsstörungen dar.
Übergewicht gehört ebenfalls zu den häufig festgestellten Defiziten. Ausprägungen von Formen des problematischen Ernährungsverhaltens und der Fehlernährung ne hmen mit steigendem Alter zu. 9 Mit der speziellen Problematik zum Thema Übergewicht bei Kindern werden wir uns im späteren Verlauf der Arbeit ausführlicher beschäftigen.
Darüber hinaus stellt der Themenkomplex Konzentrationsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten, Aggressivität - wenngleich schwer zu beurteilen und zu diagnostizierenein offensichtliches Problem dar, dass die adäquate Bewältigung von Entwicklungsaufgaben erschwert, beziehungsweise spätere problematische Verhaltensweisen begünstigt. 10
Insgesamt zeigt sich zudem die Inanspruchnahme der Leistungen des Gesundheitssystems als in einigen Bereichen unzulänglich. Die Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen im Kindergartenalter verzeichnet eine vergleichsweise geringe Teilnahme im Gegensatz zu der hohen Teilnahme an den ersten Früherkennungsuntersuchungen. Hinzu kommt eine nicht ausreichende Impfbereitschaft in Bezug auf die Wahrnehmung der erforderlichen Auffrischungen, die zeitlich teils auch in das vorschulische Alter fallen. 11
8 Vgl. Pott 2002, S. 22-23
9 Vgl. Pott 2002, S. 23
10 Vgl. Pott 2002, S. 23
11 Vgl. Pott 2002, S. 23
5
Quote paper:
Dipl. Pflegewirt Daniel Fischer, Manuel Greune, 2004, Gesundheitsförderung im Kindergarten unter besonderer Berücksichtigung von übergewichtigen und sozial benachteiligten Kindern, Munich, GRIN Publishing GmbH
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