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Inhaltsverzeichnis :
1. Einleitung 2
2. Der Tod des Yazid und das Ende der Sufyanidenlinie 5
3. Die Konsolidierung der Macht der Marwaniden in Syrien und
Ägypten 7
4. Die Rückeroberung des Irak und familiäre Zwistigkeiten 9
5. Das Ende des zweiten Bürgerkriegs und die langsame
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Imperialisierung des Umayyadenreiches 12
6. Schlüsse 15
7. Literatur 17
Abdalmalik Ibn Marwan gilt als einer der bedeutendsten Kalifen der Umayyaden, deutlich übertroffen nur vom Gründer der Dynastie selbst, Mu’awiya. Er lebte von 646 bis 705 und trat die Nachfolge seines Vaters Marwan im Jahr 685 an. Von den zwanzig Jahren seiner Herrschaft erlebte er nur seine beiden letzten in Frieden. Seine Regentschaft war zwar hauptsächlich vom zweiten islamischen Bürgerkrieg geprägt, aber eben auch von zahlreichen Stammesfehden und Revolten, einer großen byzantinischen Gegenoffensive und einer verheerenden Seuche samt einer Hungersnot. Es sagt viel aus über ´Abdalmaliks politisches, militärisches und administratives Können, alle diese Hindernisse überwunden, und am Ende das Reich sogar ausgeweitet und gefestigt zu haben.
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Die Umayyaden mit ihrem Stammvater Abd Shams waren zur Zeit des Propheten der mächtigste Clan i nnerhalb des Stammes der Qurais und führten unter Abu Sufyan das heidnische Mekka gegen den Propheten an 1 . Nach ihrer Niederlage verloren sie offensichtlich nur wenig an Einfluß, denn schon der dritte Kalif, der dem ermordeten ´Umar nachfolgende ´Uthman, gehörte wieder ihren Reihen an. ´Uthman setzte den späteren Kalifen Mu'awiya als Gouverneur von Syrien ein, was zu einigem Streit mit dem späteren vierten Kalifen Ali führte. Nach Alis Tod 661 machte sich Mu'awiya selbst zum Kalifen. Dieser verschaffte Marwan und dessen Sohn ´Abdalmalik hohe Posten unter anderem in Medina, genauso wie dem Rest seines Clans.
Der 646 in Medina geborene ´Abdalmalik, nur ´Abd al- Dixo n nennt hier 643 als ein weiteres mögliches Geburtsdatum 2 , wurde in die chaotischen Thronfolgestreitigkeiten praktisch hineingeboren, denn schon im Alter von zehn war er nach der Überlieferung
1 vgl. Hawting, G.R. : The First Dynasty of Islam .The Umayyad Caliphate 661-750, London
2000 , S. 21-22
2 siehe Dixon, A.A. :The Umayyad Caliphate 65-86/684-705(A political study), London 1971,
S. 15
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Auge nzeuge des gewaltsamen Todes des Kalifen ´Uthman. Früh übernahm er politische
und militärische Ämter, wobei allerdings spätere Geschichtsschreiber einiges hinzugedichtet haben dürften. So ist es reichlich unwahrscheinlich, das er bereits als zehnjähriger Sekretär im Diwan oder gar Gouverneur war 3 . Eine wirklich prominente Rolle nahm er erstmals nach der Machtübernahme Abdallah b. Zubairs an. Nach der Verbannung aus Mekka und Medina durch diesen, schlossen sich Marwan und seine Leute dem syrische n Expeditionsheer unter Muslim Ibn´Uqba al-Murri an. Nicht zuletzt durch die intimen Kenntnisse Abdalmaliks über die feindlichen Kräfte, war es ibn´Uqba möglich, die Rebellen 683 in der Harra vernichtend zu schlagen. Der Tod Yazids machte diesen Erfolg zwar bald irrelevant, doch auf die genauen Umstände des Aufstie gs der Linie der Marwaniden wird später noch näher eingegangen werden.
Abdalmalik wird von den Quellen stark überzeichnet, wahlweise positiv oder negativ, meistens aber negativ. So wird er einerseits als überaus frommer, friedliebender Mann illustriert 4 , um dann wiederum als mörderischer Tyrann, der den Islam mit Füßen tritt zu erscheinen, z.b. wenn er die Ka´ba beschießen läßt oder seinen Vetter Asdaq ermordet. Dies erklärt sich dadurch, daß die arabischen Chronisten der Abbasidenzeit generell
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eine prononciert anti- umayyadische Haltung einne hmen. Allerdings sind deren Quellen wiederum gelehrte Zeitzeugen, die ihr Wissen oft mündlich über mehrere Generationen weitergaben 5 . Das Ergebnis sind mehrfach veränderte, sich oft widersprechende, umayyaden-freundliche, - feindliche, oder im Falle der Schi´iten sogar äußerst feindlich gesinnte Berichte, die erst im 9. Jahrhundert von Chronisten wie Tabari oder Baladhuri verbindlich niedergeschrieben wurden. Beide genannten Autoren waren allerdings religiöse Gelehrte, die sich an die anti- umayyadische Grundhaltung der Abbasiden halten mußten. Darüber hinaus sind die meisten arabischen Quellen aus dem Irak oder Higaz, so daß man sich in Sachen Syrien mit byzantinischen Quellen behelfen muß 6 .
3 ibd. S. 17 und vgl. Rotter, Gernot, : Die Umayyaden und der zweite Bürgerkrieg, Wiesbaden 1982, S.
165
4 Dixon, Abd al-Malik, S. 16-24
5 Hawting, First Dynasty, S. 16
6 siehe Rotter, Umayyaden, Vorwort
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Der moderne Historiker hat nun die undankbare Aufgabe aus der Vielzahl von Primärliteratur einigermaßen objektiv auszuwählen, was entweder zu einem voluminösen, sperrigen Werk wie dem Rotters führt, oder aber zu einer relativ leicht lesbaren aber unkritischen Nacherzählung wie der Dixon´s.
Ein Wort noch zur Sekundärliteratur; Die in dieser Arbeit hauptsächlich verwendeten Autoren sind Rotter und das als Einführung zu verstehende Buch von Hawting. Das Werk von Abd al- Dixon ist sehr detailreich, hat aber einige Tendenzen die seine Verwendung nur mit einer Prise Skeptizismus erlauben. So betrachtet der Konvertit Dixon vieles durch eine ziemlich fundamentalistische Brille, was unter anderem zu einer recht Shi´a- feindliche n Position führt. So ist Abdalmalik schon deshalb ein frommer Muslim, weil er den Dschihad gegen die ungläubigen Christen führt und versucht die Johannikirche in Damaskus zur Moschee zu machen 7 . Er versteigt sich gar zu der Behauptung, sein General Al-Haggag hätte bei der Belagerung Mekkas, mit seinen Katapulten nur auf Ibn Zubairs Aufbauten an der Ka´ba geschossen 8 . Generell bevorzugt er Quellen, bei denen die Umayyaden gut und die Shi´ iten schlecht wegkommen.
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Ganz abgesehen von diesen Schwierigkeiten bestreitet niemand ernsthaft Abdalmaliks Fähigkeit als Herrscher; nicht nur hat er die zweite Spaltung der islamischen Welt beendet, er hat auch eines der größten Heiligtümer der Religion erbaut, den Felsendom, auch wenn streitig ist zu welchem Zweck. Darüber hinaus hat er die Grundlagen für ein straff arabisch geführtes Imperium gelegt, indem er professionelle syrische Garnisonstruppen im Irak stationierte, um die dauernden Aufstände der lokalen Machthaber zu unterdrücken und indem er den griechischen Einfluß zurückdrängte, durch die Prägung neuer eigener Münzen und den mühsamen Aufbau einer arabisch- sprachigen Verwaltung. Allerdings hatte er in Ibn Zubair einen dankbaren Gegner, da dieser aufgrund seiner militärischen Schwäche nie in der Lage war Syrien anzugreifen, wogegen er im Krieg gegen die Byzantiner schlicht weg Glück hatte.
7 Dixon, Abd al-Malik, S. 20-25
8 ibd. , S. 138
Arbeit zitieren:
Philipp-Henning v.Bruchhausen, 2004, Abdalmalik ein Umayyadenkalif, München, GRIN Verlag GmbH
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