Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Biographie Kerstin Specht 3
3. Marieluise 4
3.1 Inhaltsangabe 4
3.2 Hintergründe zum Stück 4
3.3 Erläuterungen zur Uraufführung 6
4. Resümee 8
Quellenangaben 9
1. Einleitung
Sind Frauen in der Lage Dramen zu schreiben? Vor einigen Jahrzehnten letztlich wäre dies von der männlichen Seite mit einem klaren „Nein“ beantwortet worden. Das Drama und das weibliche Geschlecht wurde als unvereinbar angesehen. So schreibt bspw. Georg Simmel 1911 „ […] dass die Frau zwar dem Manne, der sozusagen der geschlossene Grenzen-Durchbrecher ist, gegenüber als das geschlossene, von strenger Grenze umzirkte Wesen erscheint – aber mit ihren künstlerischen Leistungen gerade da versagt, wo die strenge Geschlossenheit der Form präveliert: im Drama […].“ 1 Theaterautorin Marieluise Fleißer allerdings war der Meinung, dass gerade Frauen die Veranlagung zu dramatischem Schreiben besitzen: „Wir haben die Sprache, wir haben Szenen, wir haben besonders die Rollen, die Spezialbegabung der Frau, weil sie sehr nah und bis in die Einzelheiten genau sieht, gewissermaßen vollständig um den Menschen herumgeht, den Punkt findet mit einer Witterung für menschliche Eigenheiten, wie sie in dieser Feinheit dem Mann abgeht. Die nächste Leistung die wir bringen müssen, ist – das Stück.“ 2 Marieluise Fleißer war eine Frau, die sich gegen die männliche Meinung durchsetzte. Anlässlich ihres 100. Geburtstags am 23. November 2001 übernahm Theaterautorin Kerstin Specht den Ingolstädter Auftrag ein Stück über die Fleißer zu schreiben. Um was es sich genau bei der Person Kerstin Specht und ihrem Stück „Marieluise“ handelt, möchte in dieser Arbeit erörtern. Nachdem ich im zweiten Kapitel die Biographie Spechts aufgeführt habe, gilt das dritte Kapitel dem Stück, in welchem ich Inhalt, Form und Hintergründe erarbeiten werde, sowie Erläuterungen zur Uraufführung von Anja Witzke vorstelle. In dem darauf folgendem Resümee möchte ich die Intention und Beziehung Spechts zum Stück und zu Marieluise Fleißer beleuchten. Ein von mir geführtes Telefoninterview mit Kerstin Specht soll dazu beitragen.
1 Simmel, Georg: Philosophische Kultur. Über das Abenteuer, die Geschlechter und die Krise der
Moderne. Gesammelte Essays, Berlin 1983, S.234.
2 Fleißer, Marieluise: Das dramatische Empfinden bei den Frauen. In: Die Szene. Blätter für
Bühnenkunst. Nr.1. Berlin 1930, S. 8-9.
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2. Biographie Kerstin Specht
Kerstin Specht ist 1956 in Kronach/Oberfranken geboren. Sie studierte nach ihrem Germanistik-, Philosophie- und Theologiestudium an der Münchener Hochschule für Film- und Fernsehen. So wurde sie Regieassistentin beim Radio und beim Bayerischen Rundfunk. Außerdem nahm sie dramatische Kurse und lebt jetzt momentan in München.
Seit 1988 arbeitet sie als Theaterautorin und hat bis jetzt 12 Theatertücke verfasst, die sie in der Tradition von R. W. Fassbinder, F. X. Kroetz und M. Sperr schrieb. Ihre frühen Stücke stehen in der Tradition des kritischen Volkstheaters, weswegen sie gern als Enkelin der Marieluise Fleißer angesehen wird, da diese auch Volksstücke schrieb. 1990 entsteht ihr erstes Bühnenstück „Das glühende Männla“ – Impressionen aus einem oberfränkischen Dorf. Mit diesem und den beiden nächsten Uraufführungen ihrer drei Volksstücke „Lila“, der Geschichte einer Philippinin, die in einem fränkischen Dorf strandet, und „Amiwiesn“ wurde Specht 1990 Deutschlands erfolgreichste Nachwuchsautorin. So dauert es nicht lang und sie wird 1991 von der ´taz´ zum „Shooting Star des Theaterjahres“ ernannt. Als Auftragsarbeit für das Ulmer Theater schrieb Specht 1993 das Stück “Der Flieger“ nach der Figur des Schneiders von Ulm als Portrait eines Mannes, der seinen Obsessionen Arbeit und Familie opfert. Für ihr fünftes Stück „Mond auf dem Rücken“ (1993) über den Fortbestand der deutsch-deutschen Grenze im Bewusstsein der Menschen, erhielt Kerstin Specht den Lasker-Schüler- Dramatiker-Preis. Des Weiteren verfasste sie „Carceri“ (1996), ein Stück über das Leben des französischen Philosophen und Marxisten L. Althusser, der 1980 seine Frau ermordete, sowie die Königinnendramen: „Die Froschkönigin“, „Die Schneekönigin“ und „Die Herzkönigin“ (1998), „Das goldene Kind“ (2002) und „Solitude“ (2002).
Die Monolog-Fassung „Marieluise“ entstand als Auftragsarbeit der Stadt Ingolstadt anlässlich des 100.Geburtstages am 23. November 2001 von Schriftstellerin und Theaterautorin Marieluise Fleißer. Die Uraufführung hat an demselbigen Tag stattgefunden. Aus der Beschäftigung mit dem Leben der Fleißer und unter Verwendung des Materials dieses Stückes, hat Kerstin Specht den Monolog „Die Rückseite der Rechnungen“ entwickelt.
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Arbeit zitieren:
Magistra Artrium Agnes Bogatzki, 2002, Kerstin Spechts "Marieluise", München, GRIN Verlag GmbH
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