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Die Gründung der europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl unter Berücksichtigung des Neorealismus

Title: Die Gründung der europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl unter Berücksichtigung des Neorealismus

Seminar Paper , 2001 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Jesse Nies (Author)

Politics - Topic: European Union
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Bereits fünf Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kommt es zum ersten Schritt der europäischen Einigung, der Montanunion. Erstmalig in der europäischen Geschichte traten die beteiligten Nationalstaaten Teile ihrer Souveränität ab, um eine supranationale Institution zu schaffen. Hinzu kommt, daß die Initiative für diese Integration von Frankreich ausging, das sich bis zu diesem Zeitpunkt fast 80 Jahre lang erbittert mit Deutschland bekämpft hatte.

Wie ist es aber zu erklären, daß die europäischen Kontinentalmächte nach so langer Feindschaft bereit waren, eine europäische Integration einzugehen? Was waren ihre Motive? War es der Idealismus, ein vereintes Europa zu schaffen, nachdem das mörderische Potential der Nationalismen im Zweiten Weltkrieg offensichtlich wurde? Waren es wirtschaftliche Interessen? Oder war es etwa die Notwendigkeit in der Zeit des aufkeimenden Ost-West-Konflikts ein starkes Gegengewicht zur Sowjetunion zu formieren?

Unter zur Hilfenahme der neorealistischen Denkschule versucht die vorliegende Hausarbeit den oben genannten Fragen auf den Grund zu gehen. Um die Überschaubarkeit zu gewährleisten, beschränkt sich die Untersuchung auf die Frage nach den Beweggründen Frankreichs und Deutschlands. Die Situation im internationalen, politischen System und dessen Einfluß auf die Entstehung der Montanunion wird in Anlehnung an den neorealistischen Ansatz ebenfalls in der Untersuchung berücksichtigt.

Im ersten Teil der Untersuchung wird der Neorealismus in knapper Form dargestellt. Der zweite Teil soll dem Leser einen Überblick über den Untersuchungsgegenstand, der Entstehung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) und dessen Hintergründe, verschaffen. Das dritte Kapitel entwickelt aus dem im zweiten Teil dargestellten Neorealismus zwei Argumente bezüglich der Motive, Frankreichs und Deutschlands die EGKS zu bilden. Das letzte Kapitel überprüft diese Argumente anhand der historischen Wirklichkeit. Hierbei wird zugrunde gelegt, daß Staaten auf militärischer, wirtschaftlicher und politischer Ebene Macht gewinnen können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Die EGKS

1.1 Die internationale Situation vor dem 9.5.1950

1.2 Die Deutschlandpolitik Frankreichs

1.3 Die Reaktion der Bundesrepublik Deutschland

1.4 Inhalt des EGKS-Vertrags

2. Der Neorealismus

3. Argumentation

4. Überprüfung

4.1 Auswirkungen der EGKS auf Deutschland

4.2 Auswirkungen der EGKS auf Frankreich

Schlußwort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Beweggründe für die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) unter der Perspektive des Neorealismus, um zu hinterfragen, ob diese Integration primär idealistisch motiviert war oder machtpolitischen Interessen folgte.

  • Analyse der internationalen Ausgangslage und der Blockbildung nach 1945.
  • Darstellung der neorealistischen Theorie zur Erklärung staatlichen Verhaltens.
  • Untersuchung der nationalen Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen Frankreichs und Deutschlands.
  • Bewertung der Auswirkungen der EGKS auf das Machtgefüge der beteiligten Staaten.
  • Diskussion der Integrationsschritte im Kontext des Ost-West-Konflikts.

Auszug aus dem Buch

Die Deutschlandpolitik Frankreichs

Wie oben angesprochen, stellte sich Frankreich gegen die Potsdamer Beschlüsse. Es forderte am 14.9.1945 eine Abtrennung des Rhein-Ruhr-Gebietes von Deutschland. Die übrigen Siegermächte stimmten dieser Forderung nicht zu. Deshalb ließ Frankreich die geplante Bildung einer zentralen Regierung in Deutschland an seinem Veto im Alliierten Kontrollrat scheitern. Weiterhin versuchte Frankreich, das Saarland schrittweise zu annektieren. Insgesamt läßt sich sagen, daß die französische Deutschlandpolitik „in der ersten Nachkriegszeit eine Wiederauflage der Politik nach dem ersten Weltkrieg darstellte“1. Frankreich strebte die Zerstückelung Deutschlands an und forderte Demontagen und Reparationen. Den Plänen des wirtschaftlichen Wiederaufbaus Deutschlands stand Frankreich ablehnend gegenüber.

Nach dem Scheitern der Londoner Konferenz 1947 und den Beschlüssen der Londoner Sechsmächtekonferenz 1948 mußte Frankreich seine Deutschlandpolitik neu definieren. Denn auf der Sechsmächtekonferenz wurde die Einbeziehung Westdeutschlands in den Marshall-Plan, die Bildung eines eigenständigen westdeutschen Staates und die Internationalisierung des Ruhrgebiets (Ruhrstatut) beschlossen.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Einführung in die historische Ausgangslage und Definition der Forschungsfrage unter Einbeziehung des neorealistischen Ansatzes.

1. Die EGKS: Detaillierte Darstellung der historischen Rahmenbedingungen, der französischen Deutschlandpolitik, der deutschen Reaktion sowie der vertraglichen Grundlagen der Montanunion.

2. Der Neorealismus: Theoretische Grundlegung des Neorealismus mit Fokus auf das Machtstreben von Staaten und die anarchische Struktur des internationalen Systems.

3. Argumentation: Herleitung der Motive Frankreichs und Deutschlands zur EGKS-Bildung unter Anwendung der neorealistischen Systemtheorie.

4. Überprüfung: Analyse der tatsächlichen wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen der EGKS auf die Souveränität und Sicherheit beider Hauptakteure.

Schlußwort: Abschließende Bewertung der Ergebnisse und kritische Reflexion über die Anwendbarkeit der neorealistischen Theorie auf das gewählte Thema.

Schlüsselwörter

EGKS, Montanunion, Neorealismus, Deutschlandpolitik, Frankreich, Internationale Beziehungen, Machtpolitik, Sicherheitspolitik, Westbindung, Kalter Krieg, Souveränität, Machtgleichgewicht, Kohle, Stahl, Integration

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entstehungsgründe der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) und prüft, ob die europäische Integration eher durch Idealismus oder machtpolitische Kalküle der beteiligten Nationalstaaten geprägt war.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der internationalen Politik der Nachkriegszeit, der Rolle des Neorealismus als Erklärungsmodell sowie der spezifischen Deutschlandpolitik von Frankreich.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Narrativ der idealistischen europäischen Einigung kritisch zu hinterfragen und die machtpolitische Logik hinter der Integration unter Zuhilfenahme der neorealistischen Denkschule aufzudecken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer politikwissenschaftlichen Theorieanwendung, konkret der neorealistischen Schule nach Kenneth Waltz, die auf die historischen Ereignisse der späten 1940er Jahre angewendet wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des theoretischen Rahmens (Neorealismus), die historische Kontextualisierung der EGKS-Gründung und die anschließende Überprüfung der theoretischen Argumente anhand der praktischen Auswirkungen für Frankreich und Deutschland.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere EGKS, Neorealismus, Machtpolitik, Deutschlandpolitik und Westbindung.

Warum war Frankreich bereit, trotz der "Erbfeindschaft" mit Deutschland zu kooperieren?

Aus neorealistischer Sicht handelte Frankreich aus Sicherheitsbedürfnis. Die Kooperation ermöglichte die Kontrolle der deutschen Montanindustrie und verhinderte so ein unkontrolliertes Erstarken des Nachbarn, während gleichzeitig die Bindung an den Westen gesichert wurde.

Welche Rolle spielte der Koreakrieg für die europäische Integration?

Der Koreakrieg wurde als Anzeichen einer globalen sowjetischen Bedrohung wahrgenommen, was den Druck auf die westeuropäischen Staaten erhöhte, ihre Sicherheitsressourcen zu bündeln und die Westbindung Deutschlands voranzutreiben.

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Details

Title
Die Gründung der europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl unter Berücksichtigung des Neorealismus
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Seminar - Internationale Beziehungen
Grade
1,7
Author
Jesse Nies (Author)
Publication Year
2001
Pages
15
Catalog Number
V33741
ISBN (eBook)
9783638341417
Language
German
Tags
Gründung Gemeinschaft Kohle Stahl Berücksichtigung Neorealismus Seminar Internationale Beziehungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jesse Nies (Author), 2001, Die Gründung der europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl unter Berücksichtigung des Neorealismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33741
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