2
I N H A L T
Vorwort.
3
1. Stilistische und narrative Besonderheiten. 3
1.1 Personifizierungen.
3
1.2 Parallelen zur heutigen und zur historischen Realität. 4
1.3 Einbezug des Lesers.
5
1.4 Bruch zwischen Textproduktionsebene und Textinhalt. 7
1.5 Fußnoten und Nebenhandlungen.
7
1.6 Das Szenario der Scheibenwelt.
7
2.
Tod.
8
2.1 Personifizierung eines mittelalterlichen Symbols.
8
2.2 Verharmlosung des
Todes. 8
2.2.1 Die Aufgaben
Tods. 8
2.2.2 Tods
Charakter. 9
2.2.3 Wirkung auf den
Leser. 10
2.3 Vermeidung einer Jenseitsbeschreibung.
11
3.
Mort.
11
3.1
Identifikationsfigur............................................................................................ 11
3
3.2 Parallelen zum
Bildungsroman. 12
3.3
Spannungsb ögen. 13
Schlu ßbemerkung.
14
Literaturverzeichnis.
15
V O R W O R T
Terry Pratchett hat seit 1983 über zwanzig Scheibenweltromane geschrieben und mehrmals die britischen Bestsellerlisten angeführt. Das in der vorliegenden Arbeit behandelte Werk “Gevatter Tod” erschien 1987 und stellt den dritten Teil der Romanreihe dar. Ziel der Untersuchung ist es herauszufinden, welche Besonderheiten Pratchetts Romane von anderen unterscheiden. Dabei steht im Vordergrund, wie diese auf die Leser wirken, und somit den Erfolg von Pratchetts Romanen erklären können. Der behandelte Roman kann als exemplarisches Beispiel dieser Besonderheiten dienen. Da bisher kaum Sekundärliteratur zu Pratchetts Werk erschienen ist, ist die Arbeit fast ausschließlich auf textanalytischer Basis entstanden.
Leider war es durch den begrenzten Umfang der Arbeit nicht möglich, alle interessanten Aspekte von Terry Pratchetts Romanen zu beleuchten. So konnte die romanübergreifende Entwicklung der Charaktere, das Arbeiten mit visuellen Reizen (wie das Reden von Tod in Großbuchstaben) oder das Zurückgreifen auf Darstellungsformen aus bekannten Filmen leider nicht eingehender untersucht werden. Außerdem möchte ich darauf hinweisen, daß die unter 1.3 behandelten Formen des Einbeziehens des Lesers mit den Parallelen zur Realität unter 1.2 auch in kombinierter Form auftreten (u.a. S.53). Die eingeklammerten Seitenangaben im Text sind Verweise auf den untersuchten Roman zum Beleg meiner Argumentation. Ich beziehe mich auf die im Literaturverzeichnis aufgeführte Ausgabe.
1. STILISTISCHE UND NARRATIVE BESONDERHEITEN
1.1 Personifizierungen
Pratchett verwendet in seinem Roman eine Vielzahl von Personifizierungen. Dabei muß zwischen zwei Arten unterschieden werden:
1. Am häufigsten werden alltägliche Gegenstände und Erscheinungen wie das Tageslicht (S.139) oder Ysabells Frisierkomode (S.209) personifiziert, aber auch abstrakte Begrifflichkeiten wie die Historie (S.155) oder die Logik (S.169). Allerdings wird ihr Handeln nur aus der Sicht eines Beobachters geschildert. Niemals wird die Innensicht dieser Akteure beschrieben. Außerdem treten sie nie in einen Dialog ein. 2. Weitreichender ist die zweite Art der Personifizierung, die im Vergleich zu den oben genannten seltener auftritt. Dafür wird den personifizierten Akteuren hier ein eigenes Bewußtsein verliehen. Sie führen auch Dialoge mit den Hauptcharakteren. Als Beispiele seien hier Schneidguts Türklopfer zu nennen (S.128 ff). Es handelt sich also
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wieder um einen Alltagsgegenstand. Aber auch Morts Unterbewußtsein (S.175 f, 179, 313) wird auf diese Weise eingebunden. Es tritt zwar nur in einen inneren Dialog mit Mort, setzt sich dadurch jedoch gegen die oben genannten dialogunfähigen Personifizierungen ab.
Die so unterschiedenen Arten der Personifizierung dienen verschiedenen Zwecken. Erstere ist nur eine Art der bizarren Beschreibung und soll den Leser amüsieren. Für den Handlungsverlauf bleibt sie unerheblich.
Die Personifizierungen der zweiten Kategorie beeinflussen zwa r ebensowenig die Handlung wie die der ersten, sie liefern dem Leser jedoch zusätzliche Informationen über die Hauptfiguren. So wird z.B. im Dialog mit dem Türklopfer Kelis Temperament veranschaulicht (S.127). Morts Unterbewußtsein gibt Aufschluß über dessen Zuneigung zu Keli, die bis dahin noch keine direkte Erwähnung fand. Es ließe sich zwar anführen, daß Morts Unterbewußtsein das Geschehen erheblich beeinflußt, da es seine Beweggründe für Kelis Rettung darstellt und damit den Hauptkonflikt des Romans verursacht. Letztendlich überschreitet es aber die Schwelle zum eigenständigen Akteur nicht, da es ein Teil des Protagonisten bleibt.
1.2 Parallelen zur heutigen und zur historischen Realität
Ein weiteres Charakteristikum von Pratchetts Schreibstil stellt das Einfügen von Brüchen zwischen den Ebenen der phantastischen Realität und der tatsächlichen Realität dar. Auch hier lassen sich wieder zwei verschiedene Arten unterscheiden:
1. Durch das Einfügen von realen Elementen, wie in folgender Textstelle: “Die Reaktion des Magiers entsprach dem Drehbuch” 1 , wird ein Bruch zwischen fiktiver- und realer Wirklichkeit erzeugt. Häufig geschieht dies auch in Form von Vergleichen (u.a. S.73). Auffällig ist, daß Pratchett hierzu oft Elemente aus der Filmbranche und der modernen Technik nutzt. Die so erzeugten Brüche sind sehr kurz und beschränken sich meist auf einzelne Wörter.
2. Die zweite Art des Realitätsbruchs ist in die Beschreibung impliziert und erzeugt ein Zerrbild von realen Begebenheiten. Dabei arbeitet der Autor sowohl mit historischen als auch mit heutigen Begebenheiten. Als exemplarisches Beispiel kann hier die Beschreibung des Kaiserhofs von Bes Pelargic (S.263-268) dienen. Pratchett streut dabei dermaßen viele Motive aus dem heutigen und historischen China ein, daß sich der Leser unweigerlich an dieses Land erinnert fühlen muß. Zum einen übernimmt er Elemente der
1 Pratchett, Terry: Gevatter Tod. 15. Aufl. München: Wilhelm Heyne Verlag, 1998. S. 36
Arbeit zitieren:
Jesse Nies, 2001, Die literarischen Techniken in Terry Pratchetts Scheibenweltromanen exemplarisch untersucht an Terry Pratchetts 'Gevatter Tod', München, GRIN Verlag GmbH
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am Friday, November 12, 2010-