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Entwicklung des öffentlichen Steuer- und Abgabensystems der Einnahmenseite Indiens

Titel: Entwicklung des öffentlichen Steuer- und Abgabensystems der Einnahmenseite Indiens

Seminararbeit , 2004 , 24 Seiten , Note: 2

Autor:in: Christian Lorberg (Autor:in)

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Indiens Situation hat sich mit 350 Millionen Analphabeten und mindestens genauso vielen Menschen, die unter der Armutsgrenze leben, trotz jahrelangem Wachstum und enormen Anstiegs des BIP nicht verbessert. Die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt in den letzten zwei Jahrzehnten waren beunruhigend, da der offizielle Anteil Beschäftigter im Verhältnis zum rasanten Bevölkerungswachstum immer kleiner wird und auch die Arbeitslosigkeit bis heute nicht entscheidend verringert werden konnte. Liberalisierung und Durchführung von Reformen in den 1980er und 1990er Jahren sollten den Markt für den internationalen Handel und Kapitalmarkt öffnen, wobei eine grundsätzliche protektionistische Handlungsweise des Staates nicht abgelegt wurde. Die Finanzierung der fiskalpolitischen Expansion durch Inlandsverschuldung ermöglichte es Indien einerseits zwar unabhängiger von den direkten Auswirkungen internationaler Wirtschafts- und Währungskrisen zu sein, andererseits hat dies jedoch unvorhersehbare Folgen auf die innere Entwicklung, auf Investitionsentscheidungen („crowding-out“) und die allgemeine Steuerpolitik. Der Anteil direkter Steuern an den Gesamtsteuereinnahmen sank von 1950 von 37% auf 15% in 1985, wohingegen der Anteil indirekter Steuern in diesem Zeit raum von 63% auf 85% stieg. Insbesondere die Besteuerung von importierten Waren und die Steuern auf Güter und Dienstleistungen waren Hauptursache für das starke Wachstum der Steuereinnahmen bis in die Gegenwart. Insgesamt konnte eine progressive Inzidenz der direkten Steuern durch unterschiedliche Maßnahmen erhalten bleiben, so dass auch diese Steuerart bis „heute“ ein starkes Wachstum verzeichnen konnte. Durch die Einführung einer Mehrwertsteuer auf Ebene der Föderationen konnten 2004 die Steuereinnahmen aus indirekter Steuererhebung auf Rekordniveau gebracht werden. Die Ressourcen und Entwicklungsunterstützung durch Ausländische Direkt- und Portfolioinvestitionen wurden erst Anfang der 1990er Jahre genutzt, um die eigenen Fiskalpolitischen Zielsetzungen zu unterstützen, wobei diese Investitionen anfangs sehr reglementiert waren und erst im Laufe der Zeit gelockert wurden. Indien ist auf einem Weg der Besserung und versucht langsam aus dem Schatten seines großen „Wirtschaftswunder-Nachbarn“ Chinas heraus zu treten.

„Public debts have a lot in common with
unwanted pregnancies. They are usually
the undesired and delayed consequence of
actions undertaken with other intents by
more than one person.”

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Indien: Keyfacts

3. Polit-ökonomische Analyse der öffentlichen Finanzstruktur der Einnahmenseite seit den 1980er Jahren

3.1 Deregulierung der Industrie und Liberalisierung des Handels

3.2 Steuereinahmen und Nicht-steuerliche Einnahmen

3.3 Öffentliche Verschuldung und Mittel vom Internationalen Währungsfond

3.4 Ausländische Direktinvestitionen und Portfolioinvestitionen

4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung des öffentlichen Steuer- und Abgabensystems Indiens auf der Einnahmenseite seit den 1980er Jahren. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, welche Folgen makroökonomische Reformen und eine protektionistische Finanzpolitik auf die staatlichen Einnahmen sowie die gesamtwirtschaftliche Entwicklung hatten.

  • Analyse der Deregulierungs- und Liberalisierungsmaßnahmen in Industrie und Handel
  • Untersuchung der Struktur der Steuereinnahmen und nicht-steuerlicher Einnahmen
  • Evaluation der Auswirkungen öffentlicher Verschuldung und der Rolle des Internationalen Währungsfonds
  • Betrachtung ausländischer Direktinvestitionen und deren Bedeutung für das Wirtschaftswachstum
  • Diskussion des Einflusses politischer Rahmenbedingungen auf das Investitionsklima

Auszug aus dem Buch

3.1 Deregulierung der Industrie und Liberalisierung des Handels

Eingeleitet durch „kleinere“ staatliche ad hoc Deregulierungen der Industrie und Liberalisierung des Handels in den 1970ern, griffen die Reformen 1985 signifikant durch. Zwischen 1985 und 1988 verhalf die Liberalisierung zu enormen Wachstums- und Exportsteigerungen.

Die durchgeführten Reformen können in 5 Kategorien zusammengefasst werden: 1) Die OGL (Open General List) wurde erweitert, so dass die Anzahl der importierten Kapitalgüter von 79 in 1976 auf 1007 in 1987 angehoben wurden. Dieser Anstieg erfolgte insbesondere bei Zwischenprodukten, jedoch fast ausschließlich Maschinenanlagen und Rohstoffe, für die es im Inland keine Substitute gab. Hintergrund war, durch diese Maßnahme die inländische Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, um ausländische Investoren anzuziehen und somit eigene fiskalpolitische Maßnahmen und Ausgaben zur Wirtschaftsentwicklung zu sparen.

2) Abnahme des Anteils bestimmter kanalisiert importierter Güter, auf die der Staat bis dahin ein Import-Monopolrecht hatte. Zwischen 1980 und 1987 nahm dieser enorme Anteil von 67% auf 27% aller importierten Güter ab, was den Raum für Importe von Unternehmen am Markt und dadurch auch die Einnahmenbasis für Zölle und Importabgaben signifikant erhöhte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Stellt den historischen Kontext und die ökonomische Ausgangslage Indiens im Jahr 2004 dar und definiert das Untersuchungsziel der Arbeit.

2. Indien: Keyfacts: Liefert grundlegende demografische und sozioökonomische Informationen sowie Daten zur Wirtschaftsstruktur Indiens.

3. Polit-ökonomische Analyse der öffentlichen Finanzstruktur der Einnahmenseite seit den 1980er Jahren: Untersucht detailliert die fiskalpolitischen Reformen, Zollanpassungen und Verschuldungstendenzen.

3.1 Deregulierung der Industrie und Liberalisierung des Handels: Analysiert den Abbau von Handelshemmnissen und die Öffnung der Kapitalgütermärkte seit 1985.

3.2 Steuereinahmen und Nicht-steuerliche Einnahmen: Beleuchtet den Wandel der Steuerstruktur und die Verschiebung von direkten hin zu indirekten Steuern.

3.3 Öffentliche Verschuldung und Mittel vom Internationalen Währungsfond: Diskutiert die Auswirkungen der Staatsverschuldung auf die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit.

3.4 Ausländische Direktinvestitionen und Portfolioinvestitionen: Erörtert die Rolle ausländischen Kapitals und die Auswirkungen von Investitionsbeschränkungen.

4. Fazit und Ausblick: Bewertet die Reformerfolge und zieht Schlüsse über Indiens zukünftige Integrationsmöglichkeiten in die Weltwirtschaft.

Schlüsselwörter

Indien, Steuerreform, Fiskalpolitik, Liberalisierung, Deregulierung, öffentliche Verschuldung, Direktinvestitionen, Wirtschaftswachstum, BIP, Zollstruktur, Mehrwertsteuer, Außenhandel, Armut, Strukturwandel, Weltwirtschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entwicklung der Einnahmenseite des indischen Staatshaushalts unter dem Einfluss makroökonomischer Reformen seit den 1980er Jahren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf Handelsliberalisierung, Steuerstrukturänderungen, öffentlicher Verschuldung sowie der Entwicklung ausländischer Direktinvestitionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Auswirkungen der eingeleiteten wirtschaftspolitischen Reformen auf die staatlichen Einnahmen und das Wirtschaftswachstum Indiens zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Untersuchung basiert auf einer polit-ökonomischen Analyse unter Verwendung empirischer Datenreihen, Statistiken und Literaturquellen zur indischen Finanzpolitik.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Im Hauptteil werden die Deregulierungsmaßnahmen der Industrie, der Wandel der Steuererhebung sowie der Einfluss von IMF-Auflagen und Inlandsschulden detailliert untersucht.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit maßgeblich?

Wichtige Begriffe sind Steuerreform, Fiskalpolitik, Liberalisierung, Direktinvestitionen und Staatsverschuldung.

Wie wirkte sich die Einführung der Mehrwertsteuer (MODVAT) aus?

Die Einführung der modifizierten Mehrwertsteuer Anfang der 1990er Jahre ermöglichte eine transparentere Abgabenerhebung und trug zur besseren Bemessung der Steuerinzidenz bei.

Warum spielt die Inlandsverschuldung eine so zentrale Rolle?

Die Inlandsverschuldung ermöglichte zwar eine gewisse Unabhängigkeit von internationalen Währungskrisen, führt jedoch zu „crowding-out“-Effekten privater Investitionen und erschwert die steuerliche Refinanzierung.

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Details

Titel
Entwicklung des öffentlichen Steuer- und Abgabensystems der Einnahmenseite Indiens
Hochschule
Universität Paderborn
Veranstaltung
Finanzwissenschaft
Note
2
Autor
Christian Lorberg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
24
Katalognummer
V33816
ISBN (eBook)
9783638342018
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklung Steuer- Abgabensystems Einnahmenseite Indiens Finanzwissenschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Lorberg (Autor:in), 2004, Entwicklung des öffentlichen Steuer- und Abgabensystems der Einnahmenseite Indiens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33816
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Leseprobe aus  24  Seiten
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