Inhaltsverzeichnis
Vorwort.................................................................................................................. 4
1. Was ist das Rating und der Kapitalmarkt? 5
1.1 Rating 5
1.2 Kapitalmarkt 6
2. Status quo am Deutschen und Gesamteuropäischen Kapitalmarkt 7
2.1 Die Verbriefte Verschuldung im internationalen Vergleich 7
2.2 Die Ratingkultur an internationalen Kapitalmärkten 9
3. Nutzen und Grenzen des Ratings für die Kapitalmarktteilnehmer 11
3.1 Marktakzeptanz des Ratings 11
3.2 Was bedeutet ein Rating für den Emittenten? 12
3.2.1 Informationsgewinn für den Emittenten 12
3.2.2 Das Rating als Instrument in der Emissionspolitik 14
3.2.3 Rating als Kommunikationsinstrument für das Image 15
3.3 Was bedeutet ein Rating für den Investor? 16
3.3.1 Informationsfunktion für die Anleger 16
3.3.2 Instrument für ein aktives Portfoliomanagement 19
3.4 Was bringt ein Rating den Banken und der Finanzmarktaufsicht? 19
3.4.1 Was bedeutet das externe Rating für die Banken? 19
3.4.2 Was bedeutet das Rating für die Finanzmarktaufsicht? 20
4. Was bewirkt das Rating auf dem Finanzmarkt? 21
Literatur- und Quellenverzeichnis 22
2
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Rating-Verteilung in den USA und Europa 1997 Seite 11
Abbildung 2: Verteilung der Ratings von Industrieunternehmen
1980 und 1999 Seite 12
Abbildung 3: Kumulierte Ausfallraten von Unternehmensanleihen Seite 14
Abbildung 4: Credit Spreads in Abhängigkeit vom Rating Seite 15
Abbildung 5: Kursreaktionen nach Up- und Downgrades Seite 17
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Verbriefte Verschuldung im Vergleich Deutschland - USA Seite 8
Tabelle 2: Externe Ratings 1997 Seite 10
3
Vorwort
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
das Thema dieser Arbeit lautet „Rating und Kapitalmarkt“. Die inhaltliche Ausarbeitung erfolgt unter dem Fokus einer marktbeherrschenden Ratingkultur, ohne die sich das Rating am Kapitalmarkt nicht etablieren kann.
Zunächst werden im ersten Kapitel die Begriffe Rating und Kapitalmarkt erläutert. Im zweiten Kapitel wird die Situation der Verbriefung von Fremdkapital und die aktuelle Entwicklung der Ratingkultur im Vergleich zwischen Europa und USA analysiert. Das dritte Kapitel bezieht sich auf die Voraussetzungen zur Akzeptanz eines Ratings am Markt und beschreibt die Nutzen aber auch Grenzen des Ratings aus Sicht der Kapitalmarktteilnehmer. Last but not least beschäftigt sich das vierte Kapitel mit dem Einfluss des Ratings auf den Finanzmarkt.
Zirndorf, im Juni 2001 Matthias Schindler
4
1. Was ist das Rating und der Kapitalmarkt?
1.1 Rating
Generell ist ein Rating eine Bewertung mit dem Ergebnis eines spezifisch definierten Symbols innerhalb einer ordinalen Skala. Rating findet in allen Lebensbereichen statt, z.B. in der Bewertung von Hotels, Restaurants, Produkten, etc. Am Kapitalmarkt 1 versteht man unter Rating 2 die Bewertung der Bonität von z.B. Län-
dern, Banken, Industrieunternehmen, Geldmarkt- und/oder Kapitalmarkttiteln. Bonität 3 ist die Fähigkeit und Bereitschaft eines Schuldners, seinen Zahlungsverbind-
lichkeiten in voller Höhe und rechtzeitig nachkommen zu können. Genauer gesagt, drücken Ratings am Kapitalmarkt Meinungen über Ausfallwahrscheinlichkeiten von z.B. Schuldverschreibungen aus. Einem Ratingsymbol wird aber nicht genau eine Wahrscheinlichkeit, sondern ein bestimmtes Intervall von mehreren statistisch nachgewiesenen Wahrscheinlichkeiten zugeordnet.
Die Ratingsymbole 4 werden als eine Buchstaben- und Zahlen-/ Zeichenkombina-
tion ausgedrückt. Bei Standard & Poors, einer wirtschaftlich selbständigen US Ratingagentur, geht das Ranking von AAA bis D, wobei AAA höchste und D (default) niedrigste Bonität bedeutet. Das einzelne Ratingergebnis kann zusätzlich noch mit einer Tendenz (+/-) versehen werden. Zwischen BBB- und BB+ erfolgt zusätzlich eine Trennung in Investment (rel. sicher) und Speculative Grade (riskant). Um im „Wilden Westen“ die damals erheblichen, für den Eisenbahnbau benötigten Finanzmittel bewerten zu können, wurde 1909 von John Moody (Moody`s Investors Service, New York) die ursprüngliche Ratingsymbolik und -struktur entwickelt.
Rating wird in letzter Zeit immer im Zusammenhang mit dem zweiten Baseler Konsultationspapier zur Revision der internationalen Eigenkapitalregeln für das Kreditgewerbe (Basel II) erwähnt. Hierbei werden öfters die Begriffe „Internes“ und „Externes“ Rating verwendet. Externes Rating wird von wirtschaftlich selbständig und unabhängig am Markt stehenden Agenturen durchgeführt, wobei ein
1 Siehe Kap. 1.2
2 Vgl. Bestmann, Uwe (2000): Finanz- und Börsenlexikon, S. 709
3 Vgl. Betsch/Groh/Lohmann: Corporate Finance, S. 29
4 Vgl. Betsch: a.a.O. (Fn. 3), S. 258
5
internes Rating von den Banken für den eigenen Hausgebrauch angewendet wird. Am Kapitalmarkt wird wohl das Interne Rating kaum Anklang finden, da sein Verfahren und meist auch das Ergebnis von den Banken zu wenig publiziert wird. Nach Basel II soll dies zwar geändert werden, jedoch werden gerade international orientierte Investoren u.a. die Objektivität jener monetären Finanzinstitute (MFI) in frage stellen und deshalb ein externes Rating mehr zu schätzen wissen.
Zu unterscheiden wäre ebenfalls noch zwischen Emissions-, Emittentenrating 5 und Equity-Rating 6 . Unter den ersten beiden Begriffen versteht man die bereits vorher erwähnte Bonitätsanalyse, wobei beim Emittentenrating das gesamte Unternehmen, und beim Emissionsrating nur eine einzelne Emission eines Finanztitels (Anleihe) bewertet wird. Das Emissionsrating kann durchaus zu einem differenten Ergebnis gegenüber dem Emittentenrating führen, z.B. kann die Hinterlegung einer Emission mit Sicherheiten die Bonität erhöhen. Unter Equity-Rating versteht man die Bewertung von Eigenkapitaltiteln (Aktien).
Im Folgenden wird weitgehend auf das Emittentenrating und Emissionsrating, beide werden auch als Credit Rating bezeichnet, eingegangen. Der Kapitalmarkt schließt natürlich auch Eigenkapitaltitel (Aktien) mit ein, deshalb wird an gegebener Stelle auch auf die Auswirkungen des Credit Rating auf den Shareholder-Value 7 -Gedanken eingegangen.
1.2 Kapitalmarkt
Unter Kapitalmarkt versteht man im weiteren Sinne: „den Markt für mittel- und langfristig gebundene Ersparnisse einerseits, sowie die Aufnahme von Krediten oder Beteiligungen andererseits 8 .“ Somit ist er für die bestmögliche Kapitalallokation i. S. einer gesamtwirtschaftlichen Wohlfahrtsmaximierung ab einem Anlagebzw. Finanzierungshorizont von einem Jahr verantwortlich. Der Kapitalmarktzins dient hierbei als Maßstab eines potentiellen Gewinn- bzw. Verlustrisikos 9 .
5 Vgl. Betsch: a.a.O. (Fn. 3), S. 257
6 Vgl. Rödl & Partner: Rating für den Mittelstand, S. 12 f.
7 Vgl. Rappaport, Alfred (1999): Shareholder Value, S. 6 ff., zitiert nach: :Betsch: a.a.O. (Fn. 3), S. 236 f., Fn. 959
8 Zitiert nach: Schalek, Erika (1988): Eigenkapitalbeschaffung mittelständischer Unternehmen über den Kapitalmarkt, S. 23
9 Vgl. Schalek, Erika: a.a.O. (Fn. 9), S. 24 f.
6
Arbeit zitieren:
Matthias Schindler, 2001, Rating und Kapitalmarkt, München, GRIN Verlag GmbH
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