Universität Augsburg
Philosophische – Sozialwissenschaftliche Fakultät
Lehrstuhl für Psychologie, Seminar: Dyskalkulie
5. Semester
Dyskalkulie
von: Melanie Öd
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Dyskalkulie- Therapie
1. Dyskalkulie – Was ist das?
2. Aktuelle Forschungsbefunde
3. Diagnose
3.1 Ursachen
3.2 Symptome und Erscheinungsbild
3.2.1 Mengen- und Zahlenvorstellung
3.2.2 Zahlen schreiben und Zahlen lesen
3.2.3 Zahlenreihe
3.2.4 Stellenwertsysteme
3.2.5 Schwierigkeiten im Umgang mit Rechenoperationen
3.2.6 Schwierigkeiten beim Einmaleins
3.2.7 Schwierigkeiten beim Lösen von Sachaufgaben
3.2.8 Weiter Schwierigkeiten
3.2.9 Die häufigsten Sekundärsymptome der Dyskalkulie nach Erfahrung von Ramacher-Faasen
3.3 Dyskalkulie Diagnostik
4. Therapie
4.1 Präventive Maßnahmen
4.2 Wie Eltern helfen können
4.3 Pädagogische Hilfen
4.4 Dyskalkulietherapie
4.4.1 Die Beschäftigung mit Mathematik kann Spaß machen
4.4.2 Die Hausaufgaben kann man selbständig bewältigen
4.4.3 Ablauf der Therapiestunde
4.5 Therapeutische Materialien
4.6 Körperarbeit zur Förderung von Dyskalkulenikern
III. Schluß
Literaturverzeichnis
I. Einleitung
„Was ist denn Dyskalkulie?“ So oder so ähnlich lauteten die Kommentare, wenn ich Freunden, Verwandten oder Bekannten erzählt habe, dass ich eine Hausarbeit über Dyskalkulie schreibe. Bei meinen Erklärungen viel dann auch schnell das Wort Legasthenie. Mit diesem Begriff hatten die wenigsten Probleme, damit konnten sie etwas anfangen. Mit Dyskalkulie dagegen nicht. Kein Wunder. Über Legasthenie gibt es einer Reihe von Büchern und auch in den Medien ist es immer wieder Thema. Dyskalkulie dagegen ist noch weitgehend unbekannt. Es gibt kaum Forschung und die Veröffentlichungen dazu sind spärlich. Doch was ist nun Dyskalkulie? In dieser Arbeit möchte ich zunächst einen groben Überblick über Dyskalkulie geben, was versteht man darunter, wie sind die Symptome und wie lässt es sich diagnostizieren. Meinen Schwerpunkt richte ich dann auf Therapiemöglichkeiten.
II. Dyskalkulie - Therapie
1. Dyskalkulie - Was ist das?
Wie ich bereits in der Einleitung erwähnt habe, hat Dyskalkulie noch nicht den Bekanntheitsgrad den Legasthenie hat. Trotzdem ist Dyskalkulie eine international diagnostisch anerkannte Entwicklungsstörung, die im Katalog der Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation aufgenommen ist: „Rechenstörung: Beeinträchtigung von grundlegenden Rechenfertigkeiten. Diese Störung beinhaltet eine umschriebene Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine eindeutig unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Deffizit betrifft die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division, weniger die höheren mathematischen Fertigkeiten, die für Algebra, Trigonometrie, Geometrie und Differential- sowie Integralrechnung benötigt werden.“ (Steeg, 2002)
Für Dyskalkulie gibt es viele Synonyme. Häufig werden auch die Begriffe Rechenstörung oder Rechenschwäche gebraucht. Das Wort Dyskalkulie dagegen bildet das sprachliche Gegenstück zur Legasthenie. Die Vorsilbe „dys“ bedeutet eine Störung der normalen Funktionen. Akalkulie weist auf eine Unfähigkeit zum Rechnen mit Zahlen hin (vgl. file://temp/wordview.IL4CVJ.htm, 2003, S.66)
Es gibt zahlreiche Definitionen von Dyskalkulie, die mir aber nicht alle geeignet erscheinen, da viele Definitionen von einer Intelligenzabhängigkeit der Rechenschwäche ausgehen. Es wurde aber nachgewiesen, dass dies nicht der Fall ist. Kinder die an Rechenschwäche leiden bringen häufig in anderen Fächern durchschnittliche bis gute Leistungen. Die Definition von Ortner (2000) verdeutlicht dies: „ Rechenschwäche ist gekennzeichnet durch anhaltende Schwierigkeiten im Erfassen rechnerischer Sachverhalte, im Umgang mit Zahlen und in der Bewältigung von Rechentechniken. Dabei kann man unterscheiden zwischen einer Rechenschwäche im Rahmen einer vorhandenen allgemeinen Schulleistungsschwäche und einer - isolierten - bzw. speziellen Rechenschwäche (Dyskalkulie) bei sonst durchschnittlicher bis überdurchschnittlicher Begabung und entsprechenden Leistungen“ (Ortner & Ortner, 2000, S.385) Eine Definition, die von Wolfensberger stammt, beinhaltet, dass es „soviele verschiedenen Rechenschwächen“ gibt „als es Rechenschwache Kinder gibt. Keine gleicht exakt der anderen. Die Rechenschwäche ist ein abstrakter Sammelbegriff. Im konkreten Fall haben wir es mit individuellen Rechenschwäche eines bestimmten Schülers zu tun“ (http:home.t-online.de/home/fred.steeg/resi.htm, 2003, S.10)
2. Aktuelle Forschungsbefunde
Erst seit den letzten zwei Jahrzehnten beschäftigt sich die Wissenschaft, d.h. Psychologie, Pädagogik, Medizin, intensiver mit dem Phänomen der Rechenstörung. Demzufolge liegen sehr wenige aktuelle Befunde und Untersuchungen zu diesem Teilgebiet vor. Jüngste Untersuchungen haben gezeigt, dass mehr Kinder von Dyskalkulie betroffen sind als vermutet. Nach Untersuchungen der Charité Berlin muss bei 6.6 % der Grundschüler von einer vorliegenden Rechenschwäche ausgegangen werden. Bemerkenswert dazu ist, dass im Vergleich nur 5% der Grundschüler an Legasthenie leiden (vgl.: http://www.ztr-rechenschwaeche.de download/inforechen.pdf, 1.10.2003) In vielen Fällen wird Dyskalkulie nicht diagnostiziert und bleibt deshalb unbehandelt. Es muss davon ausgegangen werden, dass es eine große Zahl an Betroffenen gibt, die keine Förderung erhalten bzw. erhalten haben. Im März 1999 führte Kristin Krajewski, Dipl.-Psych., an der Universität in Würzburg eine Längsstudie durch, mit dem Ziel, geeignete Vorhersagen zu finden, mit denen man schon bei Kindergartenkindern den Erfolg im Mathematikunterricht der Grundschule hinreichend gut vorhersagen kann. Es wurden die verschiedenen kognitiven, zahlenrelevanten Fähigkeiten untersucht. Der „Deutsche Mathematiktest für erste Klassen“ (DEMAT 1+) war im Jahr 2000 das erste Ergebnis der Untersuchung. Ein Jahr später erschien der DEMAT 2+. Es wurde festgestellt, dass wie gut ein Kind in der ersten und zweiten Klasse den Mathematikstoff beherrscht, maßgeblich durch das mengen- und zahlenbezogene Vorwissen bestimmt wird.
„Folgendes Vorwissen ist von entscheidender Bedeutung:
- Fähigkeit zur Sereation (ein Element in eine vorgegeben Reihe einorden)
- Mengenvergleiche (erkenne, dass die Zahl einer Menge nicht durch deren räumliche Ausdehnung gekennzeichnet ist)
- Zahlenwissen (wie die Kenntnisse der Zahlenbilder bis 10 und das Zuordnen von Zahlbildern zu akustisch vorgegebenen Zahlen im Zahlenraum bis 20)
- Zählfertigkeiten (wie vorwärts und rückwärts zählen, Vorgänger und Nachfolger von Zahlen bestimmen)
- Erste Rechenfertigkeiten im Umgang mit konkreten Material“ (file://tmp/wordview.IL4CVJ.htm, 2003, S.13)
Es zeigte sich, dass diese fünf im Kindergarten erfassten Fertigkeiten, ein bzw.
zwei Jahre später mehr Vorhersagekraft in der Mathematikleistung besaßen, als
die Intelligenz der Kinder. (vgl. file://tmp/wordview.IL4CVJ.htm, 2003, S.12/13)
3. Diagnose
Für die Diagnose von Dyskalkulie muss man wissen, dass es die eine Ursache nicht gibt. Die Ursachen, die zu Dyskalkulie geführt haben sind bei jedem Kind anders. Erst auf diesem Hintergrund kann eine ausführliche Diagnostik durchgeführt werden.
3.1 Ursachen
[...]
Arbeit zitieren:
Melanie Öd, 2003, Dyskalkulie, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Dyskalkulie - Eine Entwicklungsstörung des Kindes- und Jugendalters
Psychologie - Entwicklungspsychologie
Hauptseminararbeit, 28 Seiten
Interreligiöses Lernen - Vorausetzungen, Ziele, Konzepte
Theologie - Didaktik, Religionspädagogik
Hauptseminararbeit, 30 Seiten
Mädchengangs in Deutschland und den USA
Ein Vergleich
Soziologie - Recht, Kriminalität abw. Verhalten
Seminararbeit, 28 Seiten
Portfolios als alternative Form der Leistungsbewertung: Vor – und Nach...
Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
Hausarbeit, 15 Seiten
Eine Erfindung der Medien oder...
Soziologie - Recht, Kriminalität abw. Verhalten
Hausarbeit, 24 Seiten
Eine vergleichende Analyse zweier Kinderbücher zum Thema Sterben und T...
Kilian "Die Mondmutter&qu...
Examensarbeit, 146 Seiten
Die evangelische Kirche und ihr Eheverständnis - Konfessionsverschiede...
Theologie - Praktische Theologie
Seminararbeit, 22 Seiten
Ursachen und Formen des gesellschaftlichen Problems der Jugendkriminal...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 22 Seiten
Wasser als Symbol: Eine Annäherung an die Fülle seiner Bedeutungen
Theologie - Didaktik, Religionspädagogik
Hausarbeit, 24 Seiten
Inwieweit können die aktuellen Theorien und Ansätze des motorischen Le...
Sport - Bewegungs- und Trainingslehre
Hauptseminararbeit, 22 Seiten
Melanie Öd hat den Text Dyskalkulie veröffentlicht
Melanie Öd hat einen neuen Text hochgeladen
Dyskalkulie - wo ist das Problem?
Hilfen für den Unterrichtsallt...
Nicola Raschendorfer, Sabine Zajicek
Lernwege, Schwierigkeiten und ...
Siegbert Schmidt, Annemarie Fritz, Gabi Ricken
0 Kommentare