Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Rahmenbedingungen zur Durchführung des Interviews 4
2.1 Auswahl der Umfragetechnik 4
2.2 Auswahl der befragten Personen 5
2.3 Aufbau des Fragebogens 5
3 Darstellung von zehn Einzelfällen 5
4 Zusammenfassung und Ergebnisinterpretation S.13
5 Verbesserungsvorschläge S.15
6 Literaturverzeichnis 18
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1 Einleitung
Wir schreiben das Jahr 1800. Es gibt weder Industrie noch Weltwirtschaft, weder Ma ssenverkehrsmittel noch Massenmedien, weder Technik noch Bürokratie, weder Nationalstaaten noch politische Parteien. Und es gibt noch keinen Sport. Erst im Jahr 1811 eröffnet ein deutscher Erzieher namens Friedrich Ludwig Jahn in der Hasenheide bei Berlin den ersten Turnplatz. Seiner Auffassung nach sollte das Turnen zum Gemeinschaftsbewußtsein und zu deutschem Volkstum erziehen (vgl. Preuß 1984, 281). Dank Fr. L. Jahn, dem späteren „Turnvater“, beginnt sich der organisierte Sport in Deutschland zu entwickeln.
Wenige Jahre später (1816) werden die ersten Turnvereine gegründet. Nachdem nun auch Sportvereine und Spitzensportverbände entstehen, beginnt mit den olympischen Spielen um die Jahrhundertwende der eigentliche Aufschwung des Sports. Im Bereich des Spitzensports werden dann 1965 - unter Anleitung des deutschen Sport-bundes (DSB) - neue Wege eingeschlagen. Auch „Maßnahmen, um bereits in der Schule mit einer gezielten Auslese sportlicher Talente zu beginnen“ (Digel 1988, 44) werden ergriffen. Erst jetzt beginnt das schulische Sporttreiben richtig Fuß zu fassen. Geschichtlich betrachtet ist der außerschulische Sport dem Schulsport also weit voraus. So sah man erst genannten in seinen überlieferten Formen und festgelegten Bedeutu ngen als dem Sportunterricht modellhaft vorgegeben. Was also als Sport in der Schule stattfand, hatte die Aufgabe, das nachschulische Sporttreiben möglichst unverändert an die Schüler zu vermitteln, und sie damit zur Beteiligung an diesem Sport zu befähigen. Ist es auch heute noch so, daß der Schulsport auf das Vereinsleben bzw. das nachschulische Sporttreiben vorbereitet, oder ist es dem Sport zumindest in der Bildungsanstalt noch gegönnt, seiner ursprünglichen Bedeutung gerecht zu bleiben? Diese stammt nä mlich aus dem Lateinischen (disportare = zerstreuen) und bedeutet nichts anderes, als jede planmäßige körperliche Betätigung, die aus Freude an der Sache betrieben wird (vgl. Preuß 1984, 561).
Aufgrund der Schulordnung des Kultusministeriums, welches den Sport als Pflichtfach vorschreibt, muß sich dieser formal-organisatorische und inhaltliche Veränderungen „gefallen lassen“.
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Die Unterrichtszeit richtet sich nach der der Schule, also Stunden- und Ferienplänen. Der Sport wird 45 Minuten lang unterrichtet, und in den Ferien findet kein Sport statt. Der Unterrichtsort ist die Schule mit Vorgaben administratorischer, architektonischer und institutionellen Art, mit ihrer individuellen Geräteausstattung. Die Schüler in diesen Sportstunden sind gleichaltrig und gleichgeschlechtlich. Es besteht Anw esenheitspflicht der Schüler, Aufsichts-, Unterrichts- und Bewertungspflicht der Lehrer (vgl. Brodtmann 1979, 65ff.).
Über eine weitere Problematik des Schulsports berichtet die Augsburger Allgemeine Zeitung. Deren Ausgabe vom 07.11.97 zufolge sind allein an Bayerns Schulen „im vergangenen Schuljahr nach SPD-Angaben 1,4 Millionen Sportstunden ausgefallen“. Kritischen Beobachtungen des schulischen Sportunterrichts zufolge, unterscheidet er sich somit sichtbar vom freiwilligen außerschulischen Sport bzw. vereinsbetriebenen Sport.
Diese Arbeit, welche größtenteils auf Umfragen basiert, soll aufzeigen, inwiefern der Schulsport das Ziel lebenslanges Sporttreiben anzuregen erreicht bzw. nicht erreicht (hat). Weiterhin werden Möglichkeiten und Wünsche, den Sportunterricht zu verbessern, u.a in Form von Umfrageergebnissen, dargelegt.
2 Rahmenbedingungen zur Durchführung des Interviews
2.1 Auswahl der Umfragetechnik
Von meiner ursprünglichen Idee, Leute mit Hilfe eines Diktiergeräts in der Innenstadt zu interviewen, kam ich bereits nach kurzer Zeit wieder ab. Es war bis auf meinen ersten Interviewpartner fast unmöglich, den wahllos Angesprochenen interessante und vollständige Antworten abzugewinnen. Dies lag, wie einige auch eingestanden, haup tsächlich an ihrer Streßsituation, so daß es ihnen schwer fiel, ohne genaueres Nachdenken spontane Antworten zu geben.
Auf Vorschlag eines Dozenten versuchte ich mein Glück bei der Zugfahrt. Und siehe da, die Leute hatten Zeit und waren gerne bereit, ja fast dankbar, zur Unterhalt ung sich meinen Fragen anzunehmen.
Dies war auch der Grund für die Fülle der auswertbaren Antworten, die meine Erwa r- tungen bei weitem übertraf.
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2.2 Auswahl der befragten Personen
Um ein möglichst aussagekräftiges Ergebnis zu erlangen, wählte ich unter den zehn befragten Personen jeweils fünf weiblichen und männlichen Geschlechts aus. Drei Interviews führte ich bewußt bei aktiven Vereinssportlern aus meinem Fußballclub durch. Als restliche Interviewpartner suchte ich Personen im Alter zwischen etwa 25 und 35 Jahren aus. Ich denke, daß es dieser Altersgruppe am ehesten möglich ist, zu diesem Thema Stellungnahme zu beziehen, da einerseits die Schulzeit noch nicht zu lange zurückliegt, andererseits Aussagen über persönliche Auswirkungen des Schulsports mö glich sind.
2.3 Aufbau des Fragebogens
Der Fragebogen wurde nach folgenden Kriterien aufgebaut. Die am Anfang stehenden demographischen Daten sollen Aufschluß über eventuelle Zusammenhänge einzelner Personengruppen geben. Die Schulsporterlebnisse und deren Analyse als zweiter Hauptpunkt, sowie der daraus resultierende Einfluß des Schulsports auf die befragte Person, dienen dazu, die Qualität des Unterrichts und dessen Auswirkungen in Erfa hrung zu bringen. Die persönliche Meinung kommt in den abschließenden Verbess e-rungsvorschlägen zum Ausdruck. Sie könnten bei Überlegungen zur Neugestaltung des Sportunterrichts Eingang finden.
3 Darstellung von zehn Einzelfällen
„In der Tat scheinen Schüler den Sportunterricht - zumindest im Vergleich zu anderen Fächern - zu begrüßen“ (Voigt D./ Messing M. 1983, H.2, 163ff.). Ob die Aussagen der befragten Personen im nachschulischen Reflektieren dieses Zitat bestätigen, und wie sie zu den in Punkt 2.3 genannten Themen Stellung nehmen, soll nun eine Einzelfallau swertung darstellen.
Hierbei werden die Personen mit ihren Angaben und Ansichten vorgestellt und anonym mit den Buchstaben A-J bezeichnet. Das Geschlecht zeigt der Index w bzw. m nach dem Buchstaben an.
Arbeit zitieren:
Thomas Geisler, 1998, Ist der Schulsport geeignet, das nachschulische Sporttreiben vorzubereiten bzw. anzuregen?, München, GRIN Verlag GmbH
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