Johann Heinrich Pestalozzi
(1746-1827)
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Inhaltsverzeichnis:
0. Einleitung 4
1. Biographie von J.-H. Pestalozzi 5
1.1. Kindheit und Jugend in Zürich (1746-1768) 5
1.2. Neuhofjahre (1769-1798) 6
1.3. Erziehen in Stans (1798-1799) 7
1.4. Burgdorf und Münchenbuchsee (1799-1804) 7
1.5. Yverdon (1804-1825) 8
1.6. Letzte Lebensjahre (1825-1827) 9
2. Ausgewählte Werke Pestalozzis 10
2.1. „Die Abendstunde eines Einsiedlers“ (1780) 10
2.2. „Lienhard und Gertrud“ (1781-1787) 12
2.3. „Meine Nachforschungen über den Gang der Natur in der Entwicklung des
Menschengeschlechts “ (1797) 14
2.4. „Stanser Brief“ (1799) 16
3. Grundgedanken zur Erziehung und Bildung 17
4. Theorie de r formalen Bildung (die „Methode“) 17
5. Der sozialpädagogischer Auftrag der Schule 19
6. Fazit 20
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0. Einleitung
Das Mittelseminar „Zur Geschichte des pädagogischen Denkens“ b efasst sich mit dem Gedankengut berühmter Wissenschaftler, die einen großen Beitrag für die Entwicklung der Pädagogik als Wissenschaft geleistet haben. Diese Veranstaltung dient nicht zuletzt der Aneignung von Wissen über einzelne Epochen, von der Antike bis zur Neuzeit, sowie der Vermittlung eines gewissen Überblicks über einzelne allbekannte Persönlichkeiten. Eine der Sitzungen behandelt die pädagogischen Grundgedanken von Johann Heinrich Pestalozzi. Gegenstand der vorliegenden Hausarbeit sind die Biographie, Werke und vor allem das pädagogische Konzept von diesem berühmten Erzieher, Lehrer und Reformator.
Das Werk des Schweizers Johann Heinrich Pestalozzi gehört zur Pädagogik der Deutsche n Klassik. Die deutsche Volksschule wurde im 19. Jahrhundert maßgeblich von Pestalozzis Pädagogik beeinflusst. Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurde auch die Sozialpädagogik durch sein Denken weitgehend bestimmt. „Johann Heinrich Pestalozzi galt über Jahrzehnte als Begründer der Pädagogik und als Propagandist einer allgemeinen Bildung für alle Menschen“ (http://www.heinrich-pestalozzi.info/).
Im ersten Teil meiner Hausarbeit stelle ich die Biographie Pestalozzis vor. Die umfangreiche Darstellung seines Lebens erachte ich für wichtig, denn nur so lässt sich die Entwicklung seiner Persönlichkeit und somit seiner Denkweise nachvollziehen. Im zweiten Teil thematisiere ich vier ausgewählte Schriften Pestalozzis: „Die Abendstunde eines Einsiedlers“, „Lienhard und Gertrud“, „Die Nachforschungen“ und der „Stanser Brief“. Dabei lege ich den Schwerpunkt auf die pädagogische Auffassung Pestalozzis. Dieser Teil der Hausarbeit enthält seine wichtigsten Konzepte wie die Theorie der Lebenskreise und die drei Zustände des Menschen. Im dritten Teil thematisiere ich seine Grundgedanken zur Erziehung und Bildung allgemein und erläutere anschließend die Theorie der formalen Bildung - Pestalozzis „Methode“. Im fünften Teil gehe ich auf den sozialpädagogischen Auftrag der Schule ein. Am Schluss fasse ich die wichtigsten Ergebnisse dieser Hausarbeit zusammen.
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1. Biographie
1.1. Kindheit und Jugend in Zürich (1746-1768)
Johann Heinrich Pestalozzi wurde am 12. Januar 1746 am oberen Hirschgraben in Zürich geboren. Aufgrund des frühen Todes seines Vaters wurde er von seiner Mutter Susanne Holz und einer treuen Magd der Familie erzogen. Außerdem verlor Pestalozzi bereits während seiner Kindheit mehrere Geschwister.
„Die ersten Lebensjahre Pestalozzis waren von großen familiären Turbulenzen geprägt: Sieben Kinder wurden in etwas mehr als acht Ehejahren der Eltern geboren, wovon vier auch in diesen Jahren starben, und Pestalozzi war erst fünf Jahre alt, als der Vater Johann Baptist Pestalozzi (1718-1751) starb“ (http://www.heinrich-pestalozzi.info/).
Diese seelische Verletzung führte dazu, dass die Mutter in ihrer Erziehung ängstlich war. Pestalozzi beschrieb später in seinen Briefen, dass er die frühen Jahre seines Lebens als langweilig empfunden und sich in seiner Erfahrung und Entwicklung sehr eingeschränkt gefühlt habe.
Während seiner schulischen Ausbildung besuchte Pestalozzi alle Züricher Schulen, die in der damaligen Zeit einem intelligenten jungen Stadtbürger kostenfrei offen standen. Nach der Schulausbildung fing er mit dem Studium am Collegium Carolinum, das für die schweizerische Aufklärung bestimmend war, an. Zunächst begann er mit dem Studium der Theologie, weil er wie sein Großvater Pfarrer werden wollte. Später entschied er sich für das Studium der Rechte. Während dieser Zeit lernte er berühmte Personen der schweizerischen Aufklärung kennen, darunter Johann Jakob Bodmer, ein schweizerischer Gelehrter und Schriftsteller. „Sein berühmtester Lehrer war der weit über die Grenzen Zürichs und der Schweiz hinaus bekannte Johann Jakob Bodmer (1698 - 1783), der eine Gruppe begabter Studenten um sich scharrte“ (http://www.heinrich-pestalozzi.info/). Mit Bodmer und seinen Anhängern traf sich Pestalozzi wöchentlich unter dem Namen "Helvetische Gesellschaft zur Gerwe" oder kurz "Patrioten" und beschäftigte sich mit Werken und Gedanken von alten und neuen Philosophen. Schriften von Jean Jacques Rousseau standen dabei im Mittelpunkt. In dieser Gemeinschaft lernte der junge Pestalozzi hohe Lebensideale kennen und musste eine große Kluft zwischen den weitsichtigen gesellschaftlichen Entwürfen und den ungleich verteilten Rechten und der stark eingeschränkten Meinungsäußerung in Zürich und Umgebung f eststellen. Die Patrioten übten Kritik auf die selbstherrliche Regierungsweise der herrschenden Klasse aus und strebten eine politische Erneuerung an. In den Jahren 1765-66 wurden Pestalozzis erste Werke „Agis“ und „Wünsche“ veröffentlicht, in denen er diese Problematik ironisch schilderte. Die Werke Rousseaus „Gesellschaftsvertrag“ und „Émile“ beeindruckten ihn sehr und belebten in ihm das Ideal eines natürlichen, tugendhaften und freien Lebens. Laut diesem Ideal lebte ein
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Bauer auf dem Land im Gegensatz zu einem Stadtmenschen zwar ärmlich, dafür aber in enger Verbindung mit der Natur.
1.2. Neuhofjahre (1769-1798)
Sein Studium brach Johann Heinrich Pestalozzi mit 21 Jahren im Jahr 1767 ab und fing mit einer landwirtschaftlichen Lehre bei Tschiffeli im bernischen Kirchberg an, um später selbst auf dem Land zu leben und zu arbeiten. Mit Hilfe dieser Kenntnisse über die Grundzüge der modernen Landwirtschaft wollte er ein Landgut betreiben, sich damit seinen Lebensunterhalt verdienen und somit ein Beispiel für andere Landsleute sein. Doch bereits nach einem guten halben Jahr hielt er seine Lehre für abgeschlossen und kehrte nach Zürich zurück, um dort ein landwirtschaftliches Unternehmen zu bewirtschaften.
Im September 1769 heiratete Pestalozzi trotz Standesunterschiedes und Widerstand seitens ihrer Familie die acht Jahre ältere Anna Schultheß. 1970 gebar Anna ihr einziges Kind, einen Jungen, der zu Ehren Rousseaus Hans Jakob genannt wurde.
Nach seiner Rückkehr aus Kirchberg kaufte Pestalozzi sich ein Grundstück i n einem kleinen Dorf Namens Birr in der Nähe von Zürich und errichtete dort einen Neuhof mit der Hoffnung, ein landwirtschaftliches Unternehmen betreiben zu können. Doch selbst nachdem er es mit Viehwirtschaft und Baumwollverarbeitung probiert hatte, scheiterte dieser Versuch. Folglich wandelte er den Neuhof in den Jahren 1773- 74 allmählich in eine Armenanstalt um. Seine Absicht war die Schaffung eines praktischen Lebensraumes für mittellose Kinder, um sie auf ein Leben vorzubereiten, indem sie ihre Armut aus eigener Kraft bewältigen können. Außerdem wollte Pestalozzi die Herzen dieser Kinder erwärmen und ihnen ein sittliches Leben in Wahrheit und Liebe ermöglichen. Die Erziehung erfolgte durch Garten- und leichte Feldarbeit, Spinnen und Weben. Der Versuch, eine Armenanstalt zu errichten, misslang aber ebenfalls und trieb Pestalozzi in eine finanzielle Notlage, sodass die Schulden nur mit dem Verkauf des Landes und durch die Unterstützung der Familie seiner Ehefrau beglichen werden konnten.
Im Anschluss an diesen Misserfolg orientierte sich Pestalozzi neu und widmete seine Zeit von 1780 bis 1798 dem Schreiben. Der ökonomische Bankrott war also der äußere Anlass zu Pestalozzis pädagogischer Tätigkeit. Während dieses Lebensabschnitts war er ein sehr produktive r Schriftsteller. Es entstanden zahlreiche Werke, wie z. B. „Die Abendstunde eines Einsiedlers“, „Lienhard und Gertrud“, „Über Gesetzgebung und Kindermord“,
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Arbeit zitieren:
Alena Scherer, 2004, Johann Heinrich Pestalozzi - ein Überblick zu Leben und Werk, München, GRIN Verlag GmbH
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Zu: J. H. Pestalozzi - Die Erziehung zur Sittlichkeit
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