Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
2. Die Konzeption von Ulrich Beck 3
3. Zentrale Begriffe der Individualisierungstheorie nach Beck 5
3.1. Reflexive Modernisierung 5
3.2. Risikogesellschaft 6
3.3. Individualisierungsschub 7
4. Auswirkungen der Individualisierung auf verschiedene Lebensbereiche 7
4.1. Geschlechtsrollen 8
4.2. Familie 9
4.3. Jugend 9
5. Kritik an der Beckschen Theorie 10
5.1. Klaus-Jürgen Tillmann 10
5.2. Guenter Burkart 10
6. Schlussteil 11
2
1. Einleitung
Die Behandlung von Individualisierungstheorie nach Ulrich Beck präsentierte im Seminar ein eineinzigartiges Konzept einer Vielzahl von Sozialisationstheorien. Diese ziemlich junge Theorie geht ganz genau auf die Beschreibung der h eutigen Gesellschaft ein und versucht dabei, neue Erscheinungsformen und Veränderungen zu erklären. Das Thema der Hausarbeit sprach mich erstmals darum an, weil sie ganz neue und außergewöhnliche Ansätze enthält. Außerdem ergibt sich die Möglichkeit, aufgrund ihrer Aktualität die Situation mitzuverfolgen und zu beurteilen. In dieser Hausarbeit versuche ich mich mit dieser Individualisierungstheorie
auseinanderzusetzen und sie plausibel darzustellen. Zunächst präsentiere ich die Konzeption von Ulrich Beck und erkläre anschließend die wichtigsten Formulierungen seiner Theorie. Danach erläutere ich die Auswirkungen des Individualisierungsprozesses auf verschiedene Lebensbereiche. Dabei habe ich mich auf drei, meiner Meinung nach, wichtigsten Aspekte begrenzt. Im nächsten Teil meiner Hausarbeit stelle ich die Kritik an der Bekschen Theorie dar, indem ich mich auf die Beurteilung von Klaus-Jürgen Tillmann und Guenter Burkart beziehe. Im Schlussteil fasse ich das Ergebnis dieser Arbeit zusammen und nehme Stellung zur Beckschen Theorie.
Bei der Beschäftigung mit diesem Thema habe ich festgestellt, dass es sehr viel Literatur über diese Theorie zur Verfügung steht. In dieser Hausarbeit stütze ich mich hauptsächlich auf seinen Aufsatz „Das eigene Leben in die eigene Hand nehmen“ aus der Zeitschrift „Pädagogik“. Zusätzlich benutze ich auch Sekundärliteratur von Klaus-Jürgen Tillmann und Guenter Burkart - beiden Autoren gelingt es, die Becksche Individualisierungstheorie ganz deutlich zu erläutern.
2. Die Konzeption von Ulrich Beck
Die deutsche Diskussionslawine der achtziger Jahre wurde vor allem durch die Veröffentlichungen von Ulrich Beck losgetreten. Spätestens seit dem Erscheinen der „Risikogesellschaft“(1986) hat sich das Stichwort „Individualisierung“ zu einer Leitformel der öffentlichen Diskussion innerhalb und außerhalb der Soziologie entwickelt. Immer mehr Menschen in der westlichen Welt streben nach eigenem Leben. „Selbst Liebe, Ehe, Elternschaft, die mit dem Verfinstern der Zukunft mehr denn je ersehnt werden, stehen
3
unter dem Vorbehalt, eigene, das heißt zentrifugale Biographien zusammenzubinden und zusammenzuhalten. (…) Das alltägliche Ringen um das eigene Leben ist zur Kollektiverfahrung der westlichen Welt geworden“ (Beck 1996, S.41). Ulrich Beck stellt sich in seinem Aufsatz „Das ,eigene Leben’ in die eigene Hand nehmen“ die Frage nach der Ursache dieser Sehnsucht nach dem eigenen Leben. Die Antwort liegt bei den Menschen selbst: „(…) ihr Wille, ihre Anspruchsinflation, ihr überschäumender Erlebnishunger, die abnehmende Bereitschaft, auszuführen, sich einzuordnen, zu verzichten - das steckt dahinter“ (Beck 1996, S.41).
Trotz dieser Antwort bleibt offen, wie es zu diesem Massenaufbruch kommt, wie sich die Gleichzeitigkeit, mit der die Menschen in vielen Ländern der Erde ihr Leben selbst in die Hand nehmen wollen, erklärt. Ulrich Beck stellt seine eigene Gesellschaftstheorie auf und versucht somit diesen evolutionären Wandel zu erklären.
Die Gesellschaftsanalyse von Beck ist als eine „historisch-soziolo gische“ und nicht als „gesellschaftsgeschichtliche“ zu verstehen, weil er dabei nicht in Kategorien innerpsychischer Zustände argumentiert und auch keine subjektive Entwicklungsprozesse beschreibt. Bei dieser Analyse betrachtet er die Gegenwartsgesellschaft der Bundesrepublik, konzentriert sich auf den Wandel dieser Gesellschaft seit den fünfziger Jahren und beschreibt ihn als Übergang von der Industriegesellschaft zur „Risikogesellschaft“. Die traditionelle „gesellschaftliche Milieus“ und damit verbundene „klassenkulturelle“ Normen lösen sich seit Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts immer mehr auf. Dadurch wird die
Verhaltenssicherheit immer schwächer, da nicht nur der Zwang zu diesen Traditionen, sondern auch die Sicherheit dieser Einbindung nicht mehr vorhanden ist. Wir erleben somit eine gesellschaftliche Entwicklung, in der das überkommene Hierarchiemodell sozialer Klassen und Schichten „unterlaufen und in seinem Realitätsgehalt zunehmend in Frage“ (Beck 1983, S.36, zit. bei Tillmann 2000, S.261) gestellt wird.
In der modernen Gesellschaft ist der Mensch mit unterschiedlichen Rollen aus verschiedenen Funktionsbereichen konfrontiert, die teilweise unvereinbar sind. Die Menschen werden nicht als ganze Personen in die Funktionssysteme der Gesellschaft integr iert, sondern müssen ständig ihre verschiedenen Rollen aufeinander abstimmen. „Die Sozialform des eigenen Lebens ist also zunächst nur die Leerstelle, welche die sich immer weiter ausdifferenzierende Gesellschaft öffnet“ (Beck 1996, S.41).
„Das eigene Leben ist gar kein eigenes Leben!“ (Beck 1996, S.41). Individualisierung meint nicht nur Freisetzung, sondern auch die damit verbundenen neue Abhängigkeiten. Es ist nicht möglich, nur nach seinen eigenen Bestimmungen und Vorlieben zu leben. Im
4
Arbeit zitieren:
Alena Scherer, 2002, Die Individualisierungstheorie nach Ulrich Beck - Darstellung und Kritik, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Ulrich Becks Individualisierungstheorem
Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Sozialisation des Jugendalters - Verbindung von Eisenstadts soziologis...
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Vordiplomarbeit, 19 Seiten
Caryl Phillips’ The Final Passage zwischen Postkolonialismus und Postm...
Hausarbeit, 23 Seiten
Jenseits von Stand und Klasse? Thesen von Ulrich Beck zur Individualis...
Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Rezension / Literaturbericht, 15 Seiten
Soziale Ungleichheit im Spiegel der Theorien Ulrich Becks und Pierre B...
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Seminararbeit, 14 Seiten
Die Sozialdemokratie unter dem Sozialistengesetz - Die Gründe für da...
Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Rene Descartes - Die Methode und der Wert des Zweifelns
Philosophie - Philosophie der Neuzeit (ca. 1350 - 1600)
Hausarbeit, 15 Seiten
Das Kurzwort im Deutschen - eine empirische Untersuchung in der deutsc...
Zwischenprüfungsarbeit, 30 Seiten
Das 4CID Modell in der Anwendung für komplexes Lernen zum Referieren u...
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Hausarbeit, 21 Seiten
Die Entwicklung des Jugendlichen in der Adoleszenz am Beispiel der Ent...
Pädagogik - Pädagogische Soziologie
Hausarbeit, 17 Seiten
Handlungsorientierung als didaktisches und theoretisches Leitprinzip z...
Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Hausarbeit (Hauptseminar), 14 Seiten
David Foster Wallace - Eine Einführung zu Autor und Werk
Ausarbeitung, 29 Seiten
Das literarische Feld aus Sicht der Bourdieuschen Feldtheorie
Seminararbeit, 13 Seiten
Performanz der Bild-Assoziation im Poetry Slam
Ansätze zu einer intermedialen...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Magisterarbeit, 90 Seiten
Die Sozialarbeitstheorien von Wendt und Böhnisch und ein Vergleich ihr...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 25 Seiten
Alena Scherer's Text Die Individualisierungstheorie nach Ulrich Beck - Darstellung und Kritik ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Alena Scherer hat den Text Die Individualisierungstheorie nach Ulrich Beck - Darstellung und Kritik veröffentlicht
Alena Scherer hat einen neuen Text hochgeladen
Nationales Strafrecht in rechtsvergleichender Darstellung
Allgemeiner Teil. Band 2: Gese...
Ulrich Sieber, Karin Cornils
Nationales Strafrecht in rechtsvergleichender Darstellung.
Allgemeiner Teil. Band 3: Obje...
Ulrich Sieber, Karin Cornils
0 Kommentare