Wirtschaftliches Umfeld für eine Kleinunternehmung in Peru Thomas Küng
I Inhaltsverzeichnis
II Abkürzungsverzeichnis 2
III Abbildungsverzeichnis. 2
1 Einleitung. 3
2 Peru: Ein Überblick. 4
2.1 Die Geschichte Perus 4
2.2 Die Wirtschaft Perus 5
2.2.1 Makroökonomische Daten und Graphiken. 6
3 Das Problem der Armut 8
4 Faktoren zur wirtschaftlichen Entwicklung 9
5 Der Aufbau einer Kleinunternehmung in Peru 10
5.1 Formalität. 10
5.1.1 Zugangskosten 10
5.1.2 Verbleibkosten. 11
5.2 Informalität. 11
5.2.1 Kosten der Informalität. 11
5.2.2 Modell der Informalität 13
5.3 Inflation und politische Instabilität. 15
5.4 Aussenhandel. 15
6 Die Makroökonomische Ebene 16
6.1 Auswirkungen der fehlenden Eigentumsrechte 16
6.2 Auswirkungen der Informalität 16
6.3 Auswirkungen der Korruption. 17
7 Fallbeispiel einer Bauunternehmung in Peru 17
7.1 Das politische und wirtschaftliche Umfeld 17
7.2 Gespräch mit Herrn Steinegger vom 10.01.2004. 18
7.3 Bemerkungen zum Fallsbeispiel. 21
8 Schlusswort 22
IV Literaturverzeichnis 23
Anhang A 24
Anhang B. 25
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Wirtschaftliches Umfeld für eine Kleinunternehmung in Peru Thomas Küng
II Abkürzungsverzeichnis
AP Acción Popular
APRA Alianza Popular Revolucionaria Americana
BCR Banco Central de Reserva del Perú
BIP Bruttoinlandprodukt
CIA Central Intelligence Agency
CONITE Comisión Nacional de Inversiones y Tecnologías Extranjeras
DEZA Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit
ha Hektare
INEI Instituto Nacional de Estadística e Informática
MRTA Movimiento Revolucionario Tupac Amaru
USD US-Dollars
III Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Inflationsraten des Nuevo Soles .......................................................................6
Abbildung 2: Verlauf des BIP und der Bevölkerungsgrösse ...................................................7
Abbildung 3: Verlauf des BIP pro Kopf (in Nuevo Soles zu Preisen von 1994) .....................7
Abbildung 4: Private und öffentliche Investitionen 1970-1998 in % des BIP ........................ 25
Abbildung 5: Verlauf des Realen Wechselkurses zwischen 1970 und 2000 (1990 = 100)
berechnet mit durchschnittlichen Wechselkursen............................................. 26
Abbildung 6: Handelsbilanz (Exporte abzüglich Importe) 1970-2000................................... 26
Abbildung 7: Ausländische Direktinvestitionen 1970-2000 in Mio. Dollars.......................... 27
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Wirtschaftliches Umfeld für eine Kleinunternehmung in Peru Thomas Küng
1 Einleitung
In der Peruanischen Wirtschaft haben sich in den letzten Jahren grosse Veränderungen vollzogen, es gab wie in fast allen Entwicklungsländern eine grosse Landflucht und der Industrie- und Dienstleistungssektor bekamen mehr Gewicht. Diese grossen und raschen Veränderungen in der Peruanischen Wirtschaft und der Bevölkerungsverteilung haben den merkantilistischen Staat vor sehr grosse Probleme gestellt, gegen die er sich mit immer neuen Regelungen zu wehren versuchte. Diese jedoch verkomplizierten und erschwerten den Aufbau neuer Unternehmungen und die Entwicklung der Wirtschaft immer mehr. Das Land stürzte in eine jahrelange politische und wirtschaftliche Krise die bis in die 90er Jahre anhielt. In dieser Arbeit gehe ich auf die wirtschaftliche und politische Entwicklung der letzten 50 Jahre ein und versuche die Rahmenbedingungen für Kleinunternehmungen in Peru aufzuzeigen. Die Informalität stellt dabei einen Themenschwerpunkt dar. Mit einem mathematischen Modell sollen die Entscheidungen der Unternehmer betreffend Informalität verdeutlicht werden. Zudem soll gezeigt werden, welche Faktoren die Gründung von Unternehmen im allgemeinen fördert. Ich versuche zudem, den Zusammenhang zwischen der Gründung von Unternehmungen und der makroökonomischen Entwicklung von Peru herzustellen. Das Problem der Armut und Unterbeschäftigung wird in diesem Zusammenhang kurz aufgegriffen. Ein Fallbeispiel einer Bauunternehmung soll den theoretischen Teil abrunden und verdeutlichen, welchen Problemen ein Unternehmer in einem Entwicklungsland wie Peru gegenüber stehen kann.
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Wirtschaftliches Umfeld für eine Kleinunternehmung in Peru Thomas Küng
2 Peru: Ein Überblick
Peru liegt im Westen Südamerikas und umfasst eine Fläche von 1'285'216 Quadratkilometer 1 . Das Land wird entlang der Pazifikküste von Norden nach Süden von der Bergkette der Anden durchzogen und in drei geographisch und klimatisch sehr unterschiedliche Zonen geteilt:
• Im Westen die flache, schmale Küstenzone mit sehr trockenem Wüstenklima und intensiver Landwirtschaft in den Flussoasen der Andentäler
• Im Zentrum die bis über 5'000m Höhe hinaus besiedelte Bergregion der Anden
• Im Osten Tropischen Gebiete des Amazonasbeckens, flächenmässig der Hauptteil des Landes 2
Im Juli 2003 hatte Peru 28’409’897 Einwohner 3 . Sie setzten sich aus rund 45 % Indianern (meist Ketschua), rund 37 % Mestizen, 15 % Weißen sowie rund 3 % aus Schwarzen, Mulatten und Ostasiaten zusammen. 4 72.3 % der Bevölkerung leben in den Städten. Allein in der Hauptstadt Lima leben 7.5 Mio. Menschen was einem Anteil von 29.2 % an der Gesamtbevölkerung entspricht. 89 % der Bevölkerung gehören der katholischen Kirche an. Landessprache ist Spanisch, das von 79 % der Bevölkerung gesprochen wird. 5 Ferner wird Ketschua und Aimará sowie Ashaninka, Aguaruna und Shipibo gesprochen 6 .
2.1 Die Geschichte Perus
Die neuere Geschichte Perus beginnt mit dem Putsch von General G. J. Velasco Alvarado 1968. Er führte als Präsident eine umfangreiche Strukturreform durch und verstaatlichte unter anderem einen Teil der Industrie und der ausländischen Banken. Sein Nachfolger F. Morales Bermúdez, der 1975 ebenfalls durch einen Putsch an die Macht gekommen war, machte viele dieser Maßnahmen rückgängig. 1980 fanden Wahlen statt, die erneut Belaúnde Terry gewann. 1985 wird er vom 35 Jahre alten Alan Garcia Perez abgelöst. Mit einem populistischprotektionistischen Regierungsprogramm schneidet Garcia Peru den Zugang zu internationalen Krediten ab und stürzt das Land in eine wirtschaftliche Krise. Ende der achtziger Jahre wird Peru durch die zunehmend wachsenden Guerillaorganisationen Sendero Luminoso und MRTA gegeisselt, d ie 1990 rund 60 % des Territoriums kontrollierten. Der ein Jahrzehnt andauernde Bürgerkrieg forderte 30'000 Tote. 7 1990 gewann A. Fujimori die Wahlen, löste im April 1992 mit einem Staatsstreich das Parlament auf, setzte die Verfassung ausser Kraft und unterdrückte jede politische Opposition. Mit starker Hand leitet Fujimori die Modernisierung des maroden und überdimensionierten Staatsapparates ein und brachte mit einer Schocktherapie die Inflation unter Kontrolle. Die begonnenen Reformen führten zu einer bedeutenden Stabilisierung der peruanischen Wirtschaft. Mit der kompromisslosen Bekämpfung der subversiven Gruppen gelingt dessen nahezu vollständige Beseitigung der staatsbedrohenden Kraft. Aufgrund der neuen, 1993 durch Referendum bestätigten Verfassung w urde Fujimori im April 1995 wieder gewählt. Die Vorbereitung der Wahl für eine in der Verfassung nicht vorgesehene dritte Amtszeit Fujimoris waren von massiven Protesten begleitet. Nachdem er im
1 Der Fischer Weltalmanach (2004), S. 661
2 CIA, http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/pe.html
3 CIA, http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/pe.html
4 Eine Welt Nr. 3/September 2002, S. 19
5 DEZA, Landesprogramm 2002-2007, S. 1
6 Der Fischer Weltalmanach (2004), S. 661
7 DEZA Landesprogra mm 2002-2007 S. 1-3
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Wirtschaftliches Umfeld für eine Kleinunternehmung in Peru Thomas Küng
ersten Wahlgang knapp die erforderliche Mehrheit verfehlt hatte, wurde er in der Stichwahl am 28.5. 2000 zum Sieger erklärt, obwohl der Kandidat der Opposition, Alejandro Toledo Manrique, wegen Manipulationen und Behinderungen nicht teilnahm. Die Proteste gegen die erneute Amtsübernahme Fujimoris eskalierten schnell zu einer Massenbewegung, die nach Aufdeckung eines Korruptionsskandals in einer Staatskrise endete. Fujimori kehrte von einem Staatsbesuch in Japan im November 2000 nicht nach Peru zurück und wurde vom Parlament für abgesetzt erklärt. Eine Übergangsregierung führte das Land im April 2001 zu geordneten Wahlen und damit zu formal demokratischen Verhältnissen zurück. Im Juni 2001 konnte A. Toledo d ie Stichwahl für sich entscheiden. 8 Aufgrund des Spar- und Privatisierungsprogramms sowie privater Affären und nicht eingehaltenen Wahlversprechen von A. Toledo kam es 2002/03 zu Protesten und gewaltsamen Unruhen die am 27. März 2003 mit der Verhängung eines 30-tägigen landesweiten Ausnahmezustandes gipfelten. 9 Die andauernden sozialen und politischen Turbulenzen hatten ihre Ursache vor allem darin, dass es der Regierung Toledo nicht gelang, die positiven Effekte des von ihr gesteuerten makroökonomischen Konsolidierungskurses in Wohlstand für die gesamte Bevölkerung umzusetzen. 10 Die Lage hat sich nach dem Auslaufen des Ausnahmezustandes wieder merklich beruhigt, politisch bleibt sie jedoch mit häufigen Kabinettswechseln weiterhin instabil.
2.2 Die Wirtschaft Perus
Wirtschaftlich gehört Peru mit einem Bruttosozialprodukt von USD 2131 11 je Einwohner zu den Entwicklungsländern mittleren Einkommens. Der Dienstleistungssektor hat mit 61.7 % den grössten Anteil am BIP, gefolgt vom Industriesektor mit 29.7 % und Landwirtschaftssektor mit 8.5 %. 12 Die Wirtschaft ist in hohem Masse abhängig von metallischen Bergbauprodukten, die rund 50 % der Exporte ausmachen. Dadurch ist das Land relativ verwundbar durch schwankende Rohstoffpreise. Weiter von Bedeutung sind mit einem Anteil von 10 % an den Exporten der Fischfang und der Tourismus. Jährlich besuchen rund eine Million Touristen Peru und bringen Einnahmen in der Höhe von 900 Mio. USD. 13
Obwohl die Inflation wieder unter Kontrolle zu sein scheint, stagnieren seit 1997 die Wachstumszahlen nahe dem Nullpunkt und die lokale Wirtschaft leidet unter rezessiven Bedingungen. Nach beachtlichem Wachstum von 7 % im Mittel zwischen 1993 und 1997, widerfuhren der peruanischen Wirtschaft durch El Niño, der 1997/98 grosse Schäden an Infrastrukturen verursachte und fallende Rohstoffpreise, die die Terms of Trade zwischen 98 und 99 um 20 % verschlechterten, sowie Krisen in Asien, Russland und Brasilien, eine Reihe externer Schocks. Durch die relativ unkontrollierte Öffnung des Landes in den neunziger Jahren wurde die lokale Industrie in wichtigen arbeitsintensiven Bereichen stark beeinträchtigt. Die von der Öffnung erhofften positiven Effekte wurden bisher nicht erzielt. Die Wirtschaft wurde durch die politischen Krisen und Rechtsunsicherheit geschwächt, welche die private Investitionen reduzierten und den Finanzsektor verunsicherte. 14
8 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG (2003), CD-Rom
9 Der Fischer Weltalmanach (2004), S. 663
10 Der Fischer Weltalmanach (2004), S. 664
11 World Bank (2003), Peru at a glance, S. 1
12 World Bank (2003), Peru at a glance, S. 1
13 DEZA (2002), Landesprogramm 2002-2007, S. 1
14 DEZA (2002), Landesprogramm 2002-2007, S. 3
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Abbildung 1: Inflationsraten des Nuevo Soles 19
Betrachtet man Abbildung 1 stellt man bis 1975 eine auf einem relativ konstant hohen Niveau um den Durchschnitt von 9.35 % schwankende Inflationsrate fest. Von 1975 bis 1993 befand sich die peruanische Währung in einer Hyperinflation die ihren Höhepunkt zwischen 1989 und 1991 mit bis zu vierstelligen Inflationsraten erreichte. Sie verlor in dieser Zeit bis zu 2.48 % pro Tag bzw. 18.76 % pro Woche an Wert. 20 Gründe für die Hyperinflation waren die Geldmengenerhöhung zur Schuldentilgung durch die Regierung, falsche Wirtschaftspolitik, politische Unsicherheit und Vertrauensverluste in die Regierung. Erst ab 1996, unter Präsident Fujimori, konnten die Inflationsraten dank einer Schocktherapie wieder unter 10 % gedrückt werden. Im Jahre 2001 befand sich der Nuevo Soles sogar in einer leichten Deflation von 0.13 %.
15 World Bank (2003), Peru at a glance, S. 2
16 World Bank (2003), Peru at a glance, S. 2
17 Friedrich L. Sell (1993), S. 4 f.
18 Hernando de Soto (1992), S. 204
19 Eigene Darstellung, Daten von INEI und BCR
20 Eigene Berechnung, Daten von INEI und BCR
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Arbeit zitieren:
BA Thomas Küng, 2004, Wirtschaftliches Umfeld in Peru für den Aufbau einer Kleinunternehmung, München, GRIN Verlag GmbH
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