INHALTSVERZEICHNIS
Abbildungsverzeichnis 3
1. Einleitung 4
2. Hintergrundinformationen zu den Problemen auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland 5
2.1. Sozialer Wandel in Deutschland 5
2.1.1. Rentenalter in Deutschland 6
2.1.2. Demographische Lücke 6
2.2. Arbeitslosigkeit in Deutschland 9
2.2.1. Rückblick auf die Entwicklung der Arbeitslosigkeit 10
2.2.2. Besonderheit der strukturellen Arbeitslosigkeit 11
2.3. Mögliche Auswirkungen des sozialen Wandels und der Arbeitslosigkeit 12
2.4. Immigration nach Deutschland 12
2.5. Freizügigkeit für Arbeitnehmer innerhalb der EU 16
2.6. Folgerungen aus den Hintergrundinformationen 16
3. Immigration ausländischer Arbeitskräfte zur Sicherung der Leistungsfähigkeit 17
3.1. Möglichkeiten für Unternehmen durch Immigration 17
3.1.1. Der Einfluss von Kultur auf das Verhalten am Arbeitsplatz 17
3.1.2. Möglichkeiten und Herausforderungen an multikulturelle Unternehmen 19
3.2. Grenzen für Unternehmen durch Immigration 22
3.2.1. Grundsätzliche Hindernisse in multikulturellen Teams 22
1
3.2.2. Grundlage der kulturellen Dimensionen 22
3.2.2.1. Hofstedes 5 Dimensionen 23
3.2.2.2. Dimensionen nach Trompenaars 25
3.2.2.3. Dimensionen nach Hall 26
3.2.3. Ein Unternehmen als multikultureller Arbeitgeber 26
3.2.3.1. Analyse der deutschen Kultur anhand von Fatehis Einteilungen 27
3.2.3.2. Analyse der deutschen Kultur anhand der Dimensionen von
Hofstede 28
3.2.3.3. Vergleich der deutschen Kultur mit bereits immigrierten Kulturen 29
3.2.3.4. Vergleich der deutschen Kultur mit potenziellen Ländern
f ür eine Immigration 31
3.3. Mögliche Ansatzpunkte für Unternehmen zur Sicherung der Leistungsfähigkeit 33
3.3.1. Valuing Diversity: Wertschätzung der kulturellen Vielfalt 33
3.3.2. Cultural Awareness: Kulturelles Bewusstsein innerhalb des Unternehmens. 34
3.3.3. Realisation des short-comings des Managements. 35
3.3.4. Wettbewerbsvorteil durch Diversity Management. 36
3.3.5. Veränderungen in der Unternehmenskultur 36
3.3.6. Die Adaption von Führungsverhalten und der Aufgabe des Managements. 37
3.3.7. Unternehmerische und individuelle Anpassung 38
3.3.8. Strukturelle Veränderungen 38
2
4. Zusammenfassung und Ausblick 41
Literaturverzeichnis 43
3
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abb. 1:Geburten- vs. Sterberate, eigene Berechnungen, Daten: Worldbank (2002)
Abb. 2: Altersaufbau in Deutschland im zeitlichen Wandel, Statistisches Bundesamt.
Abb. 3: Fertilität in beiden Teilen Deutschlands 1950-1998, Bundesministerium des Inneren
Abb. 4: Szenarien zur Bevölkerungsentwicklung, Bundesministerium des Inneren
Abb. 5: Bevölkerungsentwicklung in Deutschland 1991-2003, Statistisches Bundesamt
Abb. 6: Zuzüge und Fortzüge von Ausländern 1954-1999, Statistisches Bundesamt
Abb. 7: Ausländische Bevölkerung nach Geburtsland, eigene Berechnung
Abb. 8: Hofstede’s Cultural Dimensions for Germany, ITIM
Abb. 9: Vergleich zwischen Deutschland und der Türkei bzw. Italien, ITMS
Abb. 10: Vergleich zwischen Deutschland und Indien bzw. China, ITMS
4
1 . E i n l e i t u n g
SICHERUNG DER LEISTUNGSFÄHIGKEIT VON UNTERNEHMEN IN
DEUTSCHLAND: MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN DER
LEISTUNGSERSTELLUNG DURCH IMMIGRATION AUSLÄNDISCHER
ARBEITSKRÄFTE
Deutschland wird schon im Jahr 2010 mit dem Problem konfrontiert werden, nicht mehr genügend Arbeitskräfte zu haben. Die großen Generationen nach dem 2. Weltkrieg erreichen bereits das Rentenalter und die geringe Geburtenrate der letzten Jahrzehnte führt zu einer jährlichen Lücke von mehreren tausend Arbeitnehmern. Deshalb werden auch die Unternehmen in Deutschland in den nächsten Jahren mit einen weitläufigem Problem konfrontiert werden: sie müssen ihre Leistungsfähigkeit sichern. Doch warum ist dies erforderlich? Augrund diverser Aspekte, die zum Schrumpfen der Bevölkerung führen, wird auch die Anzahl der Menschen sinken, die zum einen Arbeiten können und zum anderen auch die Qualifikationen und Fähigkeiten zum vorhandenen Arbeitsangebot haben. Besonders im Bereich der Servicedienstleistungen und der Arbeiterschaft wird mit erhöhter Nachfrage bei Arbeitskräften gerechnet, obwohl auf der anderen Seite die Arbeitslosenzahlen weiter steigen. Als Möglichkeit zur Milderung des Bevölkerungsrückganges wird verstärkt auf die Immigration ausländischer Arbeitskräfte gesetzt. Diese gilt es, in die Unternehmen zu integrieren und auf der anderen Seite die bereits bestehenden Arbeitnehmer auf die Konfrontation mit einer neuen, verschiedenen Kultur vorzubereiten. Somit bietet die Erhöhung der Zuwanderer sowohl viele Möglichkeiten, allerdings werden Unternehmen auch an ihre Grenzen kommen.
Diese Thesis beschäftigt sich mit diesem Thema und es wurden zuerst relevante Informationen und Daten untersucht, ob in Deutschland überhaupt bedarf nach mehr Zuwanderern ist. Falls dies der Fall ist, soll herausgestellt werden, welche Vorteile Unternehmen in Deutschland daraus ziehen können und welche Grenzen auch damit erreicht werden. Am Ende werden Ansatzpunkte gegeben, in wie weit sie ihre Leistungserstellungskraft sichern können und welche Methoden und Mittel sie dafür verwenden können.
5
2 . H i n t e r g r u n d i n f o r m a t i o n e n z u d e n P r o b l e m e n a u f d e m
A r b e i t s m a r k t i n D e u t s c h l a n d
Deutschland muss sich für das 21. Jahrhundert auf eine alternde Gesellschaft und Bevölkerung einstellen. Verschiedene Untersuchungen und Berechnungen zeigen das Schrumpfen der Bevölkerungszahl bis zum Jahre 2050. In welchem Umfang sich die schrumpfende Zahl von Menschen in unserem Land entwickelt hängt allerdings auch in hohem Maße davon ab, wie wir Migration zulassen und den Prozess der Zuwanderung politisch gestalten. Nachfolgend sollen die Probleme auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland dargestellt werden und wie Immigration nach Deutschland diese Probleme beeinflussen und eventuell verbessern kann.
2.1. SOZIALER WANDEL IN DEUTSCHLAND
Die Bevölkerung ist das Grundelement der Sozialstruktur in Deutschland. Unter ihr wird die Gesamtzahl der Einwohner innerhalb eines abgrenzbaren Gebietes verstanden. Derzeit hat Deutschland rund 82 Millionen Einwohner, die zukünftige Tendenz dürfte allerdings fallend aussehen. Drei Prozesse haben großen Einfluss auf die Größe einer Bevölkerung: Geburten und Sterbefälle sowie Außenwanderungen. Die Geburtenrate in Deutschland ist seit Jahrzehnten sehr niedrig, wie aus Abbildung 1 mit Zahlen der Worldbank ersichtlich wird. Es kam bisher nicht zu einem deutlichen Bevölkerungsrückgang, da erstens die Lebenserwartung der Einwohner gestiegen ist und zweitens regelmäßig mehr Menschen nach Deutschland einals auswandern. Für die Zukunft ist in Deutschland allerdings eine deutliche quantitative Abnahme der Bevölkerung zu erwarten. Gleichzeitig ist ebenfalls eine massive Verschiebung der Alterstruktur zu erwarten, da der Anteil der Alten in der Gesamtbevölkerung weiter steigt, wo hingegen immer weniger Junge nachrücken. 1 Im weiteren Verlauf der Arbeit werden die wichtigsten Aspekte des sozialen Wandels aufgegriffen und im Besonderen die Auswirkungen auf die Leistungserstellung in Deutschland aufgezeigt.
1 Vgl. Worldbank: http://devdata.worldbank.org/hnpstats/query/series.htm
6
2.1.1. RENTENALTER IN DEUTSCHLAND
Das offizielle Rentenalter in Deutschland, festgelegt durch eine gesetzliche Grenze, liegt bei 65 Jahren. Das tatsächliche durchschnittliche Renteneintrittsalter, z.B. verursacht durch Frühverrentung, liegt bei 60 Jahren. In einigen speziellen Branchen wie beispielsweise dem Militär oder Beamten im öffentlichen Dienst werden frühere Renten angeboten, der grossteil der deutschen Industrie hält sich jedoch an das offizielle Rentenalter. Die Altersrente wurde bisher staatlich finanziert und erfolgte im so genannten Umlageverfahren, bei dem die aktuell arbeitende Bevölkerung mit ihren Zahlungen in die Rentenkasse die Renten der aktuellen Pensionäre finanziert. Jedoch kommt es aufgrund von demographischen Problemen derzeit zu einem finanziellen Ungleichgewicht, da es immer mehr ältere Menschen mit Rentenanspruch gibt und immer weniger arbeitende Menschen, welche in die Rentenkasse einzahlen.
2.1.2. DEMOGRAPHISCHE LÜCKE
Seit langer Zeit ist die demographische Entwicklung Westeuropäischer Länder sichtbar. Neugeborenen wird eine hohe Lebenserwartung zugesprochen und Geburtenzahlen bleiben konstant auf niedrigem Niveau. In den kommenden 50 Jahren wird sich die Bevölkerungspyramide wie in Abbildung 2 ersichtlich zum Bevölkerungspilz verändern.
Abbildung 2: Altersaufbau in Deutschland im zeitlichen Wandel, Statistisches Bundesamt Deutschland, 2003
Seit Anfang der siebziger Jahre wird von vielen einschlägigen Instituten in deutscher Sprache, allen voran das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, von Bevölkerungsrückgang gesprochen. Alle folgenden Zahlen beziehen sich daher auf die 10. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des statistischen Bundesamtes, veröffentlicht im Juni 2003 2 .
2 Vgl. Statistisches Bundesamt Deutschland: Bevölkerungsentwicklung Deutschlands bis zum Jahr 2050. Ergebnisse der 10.
Es wurden in diesen Jahren erstmals mehr Sterbefälle als Geburten registriert und somit reichte die Geborenenzahl zum Generationenersatz nicht mehr aus. Konstante Defizite bei den Geburten führen zu einer Alterung der Gesamtbevölkerung, was demographisches Altern genannt wird. Im europäischen Vergleich ist die Fertilität, d.h. Kinder pro Frau, von Deutschland mit 1,3 am unteren Ende. Nur Spanien und Italien haben mit durchschnittlich 1,2 Kindern niedrigere Kennziffern. Bei diesem Niveau würde die Zahl der in Deutschland geborenen Kinder pro Generation um ein Drittel abnehmen, denn zur Bestandserhaltung müsste jede Frau durchschnittlich 2,1 Kinder bekommen. Bis 2050 wird mit einer Konstanz der Geburtenhäufigkeit von 1,4 Kindern pro Frau gerechnet.
Historisch gesehen liegt die Fertilität seit den siebziger Jahren in Westdeutschland zwischen 1,3 und 1,4. Anfang der neunziger Jahre verzeichneten die neuen Bundesländer einen starken Rückgang auf eine Zahl von 0,8 Kinder je Frau, welche jedoch in der Zwischenzeit wieder zugenommen hat und sich dem Niveau der alten Bundesländer annähert. Mit etwa 1,1 Kindern pro Frau im Jahre 1998 lag die Zahl in Ostdeutschland jedoch noch immer deutlich niedriger als in den alten Bundesländern 3 .
Viele Institute vermuten, dass Zuwanderer das derzeit niedrige Fertilitätsniveau der deutschen Bevölkerung ausgleichen könnten. Leider ist dies nicht ganz richtig, da sich die durchschnittliche Anzahl der Kinder von Zuwanderern jener der deutschen Bevölkerung mit der Zeit anpasst. In Deutschland setzt sich der Alterungsprozess also besonders aus dem seit 1973 vorhandenen Geburtendefizit zusammen. Darüber hinaus tragen auch die steigenden Überlebenschancen in allen Altenjahrgängen zur demographischen Lücke bei. Die
3 vgl. Bundesministerium des Inneren: Modellrechnung zur Bevölkerungsentwicklung der Bundesrepublik Deutschland ( 2004)
8
Lebenserwartung für Neugeborene liegt anhand der Untersuchung im Jahre 2050 rund 6 Jahre über dem durchschnitt von heute, also für Jungen bei 81,1 Jahre und für Mädchen bei 86,6 Jahre. Es wird daher versucht, durch konjunkturelle und technische Mittel die demographische Lücke zu überbrücken, beispielsweise durch gesteigerte Frauenbeschäftigung oder Manipulation der Lebensarbeitszeiten sowie durch Zuwanderung. Eine Geburtenförderung widerspricht sich mit den Prinzipien eines liberalen politischen Systems zur Schließung der Lücke, somit ist meistens von der Einwanderung die Rede. Rein rechnerisch fehlen in Deutschland jährlich rund 200.000 Geburten um die Negativbilanz aus Sterbeüberschüssen substanziell zu beheben. Würde diese Rate des Defizits durch Neusiedler gedeckt, so würde allerdings auch mit dauerhaft 200.000 Zuzügen pro Jahr die Gesamtbevölkerung bis 2040 auf 74 Millionen fallen 4 . Die Alterung der Gesellschaft würde ebenfalls durch diese Zuwanderungsrate langfristig nicht abgewendet werden können, selbst bei einer Steigerung des Zustroms auf 300.000 Menschen würde sich die Einwohnerzahl auf 75 Millionen verringern. 5
4 vgl. Statistisches Bundesamt Deutschland: Statistische Jahrbuch für die BRD ( jährlich)
5 vgl. Geißler: Die Sozialstruktur Deutschlands (2002)
9
Arbeit zitieren:
Tobias Biberger, 2004, SICHERUNG DER LEISTUNGSFÄHIGKEIT DER UNTERNEHMEN IN DEUTSCHLAND: Möglichkeiten und Grenzen der Leistungserstellung durch Immigration ausländischer Arbeitskräfte, München, GRIN Verlag GmbH
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