Inhaltsverzeichnis Seite
1. Einleitung 2
2. Bedeutung der biografischen Fall- und Milieurekonstruktion 4
im Kontext der Sozialen Arbeit
2.1 Rekonstruktive Sozialpädagogik 4
2.2 Bedeutung für die Soziale Arbeit 5
2.2.1 Bedeutung in der sozialpädagogischen Praxis 5
2.2.2 Bedeutung für die Theoriebildung 7
3. Das methodische Konzept des biografisch-narrativen Interviews 7
3.1 Biografisch-narratives Interview 7
3.1.1 Biografische Arbeit 8
3.1.2 Grundlagen zum biografisch-narrativen 9
Interview
3.1.3 Der Auswertungsprozess biografisch-narrativer 10
Interviews
3.1.4 Das Konzept der Gesprächstechnik biografisch- 14
narrativer Interviews
3.1.5 Zusammenfassung 17
4. Kritische Würdigung und Fazit 19
5. Literaturverzeichnis 21
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1. Einleitung
Einleitend zu meiner Arbeit erscheint es mir sinnvoll zunächst kurz zu klären, was ein „Fall“ ist bzw. wie dieser Begriff in der Sozialpädagogik definiert wird. Des Weiteren möchte ich an dieser Stelle ebenfalls relevante Begriffe, wie z.B. Fallmaterial, Fallbericht, Fallanalyse bestimmen. Im Seminar „Kasuistik - Diagnose und Fallverstehen in der Sozialpädagogik“ erarbeiteten die Studenten unter Leitung von Frau Dr. Ingrid Wichert folgende Definition:
„Ein Fall ist das Konstrukt eines Beobachters, der mit der Darstellung des Falles ein bestimmtes Interesse verfolgt.“
D.h. durch ein Gespräch (Beratung, etc.), eine Szene oder ein Ereignis nimmt ein Beobachter (Professioneller) einen „Fall“ wahr. So wird z.B. eine Person indem Moment, indem sie einen Arzt konsultiert, ein „medizinischer Fall“. Aus Perspektive der Sozialen Arbeit ist diese Person jedoch noch kein „Fall“. Ein Wandel vollzieht sich hier erst, wenn die betreffende Person eine sozialpädagogische Institution z.B. eine Frauenberatungsstelle, etc. aufsucht. Ein „Fall“ entsteht also erst durch das „In-Beziehung-Setzen“ zwischen Professionellen und Adressaten. Hierdurch wird im weiteren Verlauf die Fallperspektive, die Fallformung sowie die Art der Fallbearbeitung beeinflusst bzw. bestimmt. In einer Institution (z.B. Frauenberatungsstelle) dokumentiert ein Beobachter (Professioneller) das Fallgeschehen z.B. auf Tonband, auf Video oder in Akten. Durch die anschließende Präsentation dieses Fallmaterials durch den Professionellen, der damit eine bestimmte Intention bzw. ein bestimmtes Interesse verfolgt, entsteht ein Fallbericht. Während des Prozesses der Fallanalyse steht die Hypothesenbildung für Erklärungsansätze im Vordergrund.
Im Folgenden habe ich meine Arbeit in drei Abschnitte unterteilt. Im ersten Abschnitt werde ich zunächst den Begriff der Rekonstruktiven Sozialpädagogik anhand der mir vorliegenden Literatur erläutern. Darauf aufbauend nehme ich unter Punkt 2.2 näheren Bezug auf die Bedeutung der Rekonstruktiven Sozialpädagogik bzw. r ekonstruktiver Verfahren, speziell Fall-und
Milieurekonstruktion, im Kontext der Sozialen Arbeit. Hierzu stelle ich in den
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Unterpunkten 2.2.1 sowie 2.2.2 die Bedeutung für die sozialpädagogische Praxis und die Bedeutung für die Theoriebildung gegenüber.
Während des zweiten Abschnittes meiner Arbeit stelle ich unter Punkt 3 das methodische Konzept des biografisch-narrativen Interviews ausführlich vor. Hierzu leite ich unter Punkt 3.1 das Thema mit einem kleinen Exkurs über Biografische Arbeit ein. Anschließend werde ich die Grundlagen, den Auswertungsprozess sowie das Konzept der Gesprächstechnik biografisch-narrativer Interviews unter den Punkten 3.1.2 ff. anhand der mir vorliegenden Literatur darstellen. Ein deutlicher Schwerpunkt liegt hierbei auf den Aus führungen der Autoren Loch und Schulze (2002). Ich begründe dies damit, dass das von ihnen vorgestellte Kombinationsverfahren zur Auswertung biografisch-narrativer Interviews (vgl. 3.1.3) die von den anderen Autoren der mir vorliegenden Literatur vorgestellten Formen, Verfahren und Theorien in einer sinnvollen und gut verständlichen Weise verbindet. Zudem ist ebenso die umfassende Darstellung des Ablaufes eines biografisch-narrativen Interviews bei Loch und Schulze (2002) in einer sehr übersichtlichen und gut strukturierten Vorgehensweise vorgegeben. Nicht zuletzt hat mich die Aktualität der Literaturvorlage von Loch und Schulz (2002) dazu veranlasst mich vornehmlich auf sie zu berufen. Den Abschluss des zweiten Abschnittes bildet eine prägnante Zusammenfassung des zuvor dargestellten Sachverhaltes. Am Ende meiner Arbeit wage ich noch einen kurzen Exkurs hinsichtlich einer kritischen Würdigung des vorgestellten Verfahrens auf Basis der Literatur von Nölke (2002) und Galuske (1998).
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2. Bedeutung der biografischen Fall- und Milieurekonstruktion im Kontext der Sozialen Arbeit
Im ersten Abschnitt meiner Arbeit werde ich zunächst den Begriff der Rekonstruktiven Sozialpädagogik anhand der mir vorliegenden Literatur erläutern. Anschließende nehme ich näheren Bezug auf die Bedeutung der Rekonstruktiven Sozialpädagogik, speziell Fall- und Milieurekonstruktion, im Kontext der Sozialen Arbeit.
2.1 Rekonstruktive Sozialpädagogik
„Der Begriff der Rekonstruktiven Sozialpädagogik zielt auf den Zusammenhang all jener methodischen Bemühungen im Bereich der Sozialen Arbeit, denen es um das Verstehen und die Interpretation der Wirklichkeit als einer von handelnden Subjekten sinnhaft konstruierten und intersubjektiv vermittelten Wirklichkeit geht.“ (vgl. Wensierski/Jakob, 1997, S. 9 zit. n. Galuske, 1998, S. 199).
Nach Galuske (1998) handelt es sich bei der Rekonstruktiven Sozialpädagogik um den Versuch rekonstruktive Verfahren der qualitativen Sozialforschung für den Bereich der Praxis Sozialer Arbeit nutzbar zu machen (vgl. ebd., S. 199). Hierbei handelt es sich vornehmlich um Methoden, die „mittels spezifischer Verfahren die Konstruktion der Biografie durch die Subjekte [Klienten] selbst aufdecken und verstehbar machen“ (vgl. ebd., S. 199). Nölke (2002) schreibt, dass der Professionelle, um die lebenspraktischen Probleme seines Klienten verstehen zu können, sowohl die sichtbaren als auch die latenten Sinnenszusammenhänge der Problemlagen unter maximaler Mitwirkung des Klienten rekonstruieren muss (vgl. ebd., S. 166). Zu diesem Zweck bedient sich die Rekonstruktive Sozialpädagogik der Verfahren der sozialwissenschaftlichen Hermeneutik um nicht zuletzt „die enge Schematik der methodischen Dreifaltigkeit in der Sozialen Arbeit - Einzelfallhilfe, Gruppenarbeit
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und Gemeinwesenarbeit - zu überwinden [...] [und um] lebensweltorientierte Methoden auszubauen“ (vgl. Galuske, 1998, S. 199). Galuske (1998) sowie Nölke (2002) verweisen darauf, dass die Sozialwissenschaften hier methodisch ein breites Spektrum an erprobten Verfahren offerieren (vgl., ebd., S. 199; S. 167). Vorrangig wird jedoch hinsichtlich der Anwendung bzw. Übertragung auf das Gebiet der Praxis bisher die ethnographische (Biografie-)Forschung präferiert (vgl. Galuske, 1998, S. 199). Auch Nölke (2002) manifestiert, dass die Biografieanalyse ein sozialwissenschaftliches Verfahren der Einzelfallrekonstruktion darstellt (vgl. ebd., S. 167). Diese ethnografische Biografieforschung bzw. narrative Interviewstrategien werde ich unter Punkt 3.1 ff ausführlich vorstellen.
2.2 Bedeutung für die Soziale Arbeit (vgl. Galuske; Loch/Schulze 4.ff)
„Rekonstruktive Auswertungsverfahren führen im Forschungsalltag zu analytisch-fundiertem Fallverstehen und empirisch geerdeten Theoriebildungen; sie erschöpfen sich nic ht nur in der Reproduktion der Fallgeschichten.“ (zit. n. Loch und Schulze, 2002, S. 559).
Im Folgenden gehe ich ausführlich auf die Bedeutung rekonstruktiver Verfahren für die Soziale Arbeit ein. Hierzu stelle ich die Bedeutung für die sozialpädagogische Praxis und die Bedeutung für die Theoriebildung gegenüber.
2.2.1 Bedeutung in der sozialpädagogischen Praxis
Nölke (2002) schreibt, dass dem beruflichen Handeln in sozialpädagogischen Arbeitsfeldern bereits eine biographische Perspektive eigen ist (vgl. ebd., S. 167). Eine derartige biografische Perspektive ermöglicht es, die vordergründigen als fremd,
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Arbeit zitieren:
Dipl.-Sozialpäd. Stefan Dannheiser, 2005, Biografische Fall- und Milieurekonstruktion Das Konzept des biografisch-narrativen Interviews, München, GRIN Verlag GmbH
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