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Selbstökonomisierung und Flexibilisierung der Arbeitnehmer

Phänomene einer neuen Management-Strategie oder Zeichen eines tiefergreifenden Wandels der Arbeits- und Sozialbeziehungen?

Title: Selbstökonomisierung und Flexibilisierung der Arbeitnehmer

Seminar Paper , 2005 , 15 Pages , Grade: 2.3

Autor:in: Bernhard Nitschke (Author)

Politics - Miscellaneous
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[...] Allerdings wird auch 1986 bereits anerkannt, dass die Ausweitung der individuelle Autonomie untrennbar mit der Autonomie in der Erwerbsarbeit verbunden ist. Diese Verflechtung soll im Rahmen dieser Arbeit noch näher untersucht werden. Es soll nicht nur aufgezeigt werden, was „Maßlosigkeit“ in der Arbeit meint und bewirkt sondern auch der Frage nachgegangen werden, ob Selbstvermarktung und Selbstökonomisierung ausschließlich aus der Arbeitswelt zerstörerisch ins Private hineinwirken oder ob nicht die Ökonomisierung der Lebensgewohnheiten und die Ökonomisierung der Arbeitsgewohnheiten zwei Seiten einer Medaille sind und das Fühlen, Denken und Handeln einer neuen Epoche kennzeichnen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Fragestellung

3. Rückblick: Fordismus – vor der Beschleunigung

4. Phänomene der neuen Selbständigkeit

4.1 „Selbständige Unselbständigkeit“

4.2 Die Dynamik der Selbstökonomisierung der Ressource „Ich“

4.3 Die Konfrontation mit dem Markt und neue Anforderungen an das Arbeitnehmer- Profil

5. Das System der „Indirekten Steuerung“ und dessen Wirkung auf Die Beschäftigten

5.1. Kolonisierung des Willens

5.2. Emotional Engineering

6. Gewerkschaftliche Reaktionen auf „Indirekte Steuerung“ und Selbstökonomisierung

6.1. Gewerkschaften, Arbeitgeber und Gesellschaft – die Standortfrage

6.2. Gewerkschaften und Beschäftigte

7. Parallele gesellschaftliche Veränderungen – denkt und fühlt eine Epoche neu ?

8. Bibliographie

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht den Paradigmenwechsel in der modernen Arbeitswelt, insbesondere die Phänomene der Selbstökonomisierung und Flexibilisierung. Dabei wird analysiert, wie sich die Anforderungen an Arbeitnehmer durch neue Managementstrategien wie die „indirekte Steuerung“ verändert haben und welche Reaktionen die Gewerkschaften auf diesen Wandel zeigen, um eine menschengerechte Arbeitsgestaltung zu fördern.

  • Wandel der Arbeitsbeziehungen vom Fordismus zur neuen Selbständigkeit
  • Mechanismen der „indirekten Steuerung“ und Instrumentalisierung der Subjektivität
  • Psychische Belastungen und Entfremdung durch „Selbstökonomisierung“
  • Gewerkschaftliche Ansätze wie das Projekt „Gute Arbeit“ als gegentendenzielles Projekt
  • Gesellschaftliche Auswirkungen von Beschleunigung und globalem Wettbewerb

Auszug aus dem Buch

4.1 „Selbständige Unselbständigkeit“

Anders als in der alten „fordistischen“ Arbeitsorganisation mit seinem command and control gilt in vielen Betrieben mit modernen Management – Methoden: „Tut was ihr wollt, aber seid profitabel“. Der Arbeitgeber konfrontiert den Beschäftigten unmittelbar mit den Handlungsbedingungen seiner Einheit; der betriebshierarchische Zwang entfällt, an seine Stelle treten sogenannte „Sach-Zwänge“. Die Handlungsbedingungen sind die Konfrontation mit den Kunden und Kooperationspartnern, den Marktsegmenten und Markt- und Unternehmensdaten. Die betriebswirtschaftlichen Aspekte (Marketing, Vertrieb und Kosten-Nutzen-Analysen) werden nicht mehr von einem „fernen“ Management übernommen, vielmehr wird die alte Arbeitsteilung zugunsten „ganzheitlicher Tätigkeiten und multifunktionaler Teams“ aufgehoben.

Der Mitarbeiter muß also das unternehmerisch Richtige selbst erkennen und danach handeln; die Verantwortung für all sein Tun liegt bei ihm selbst, er ist sein „Selbst-Manager“ und wird bei Mißerfolg nicht durch den Chef, sondern durch die vermeintlich „objektiven Folgen“ seines Tuns bestraft, z.B. durch „Desinvestment“. Um dies zu vermeiden wendet er unternehmerisches Rentabilitätsdenken gegen sich selber: „Bin ich noch profitabel?“ und setzt damit die bei Glißmann und Siemens beschriebenen „von selbst ablaufenden Prozesse“ der Selbstökonomisierung in Gang.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtet die Zunahme von Arbeitsdruck und Selbstökonomisierung bei modernen Beschäftigten als Abkehr von fordistischen Arbeitszeitmodellen.

2. Fragestellung: Skizziert die Untersuchung der engen Verflechtung von individueller Autonomie und Anforderungen der Erwerbsarbeit.

3. Rückblick: Fordismus – vor der Beschleunigung: Analysiert den fordistischen Rahmen, der durch klare Hierarchien, Fremdbestimmung und Trennung von Arbeit und Freizeit geprägt war.

4. Phänomene der neuen Selbständigkeit: Untersucht, wie moderne Managementmethoden zur Selbstökonomisierung führen, in denen Mitarbeiter als „Selbst-Manager“ agieren.

5. Das System der „Indirekten Steuerung“ und dessen Wirkung auf Die Beschäftigten: Beschreibt die Kolonisierung des Willens durch Instrumente wie „Emotional Engineering“ zur gezielten Leistungssteigerung.

6. Gewerkschaftliche Reaktionen auf „Indirekte Steuerung“ und Selbstökonomisierung: Diskutiert die gewerkschaftliche Position im Spannungsfeld zwischen Standortwettbewerb und der Notwendigkeit neuer Schutzkonzepte.

7. Parallele gesellschaftliche Veränderungen – denkt und fühlt eine Epoche neu ?: Reflektiert über den breiteren gesellschaftlichen Wandel und die Notwendigkeit, Begriffe wie „Ganzheitlichkeit“ positiv für Arbeitnehmerinteressen zu besetzen.

8. Bibliographie: Listet die verwendeten Quellen und weiterführende Literatur auf.

Schlüsselwörter

Selbstökonomisierung, Flexibilisierung, Indirekte Steuerung, Gewerkschaften, Arbeitswelt, Fordismus, Selbständigkeit, Emotional Engineering, Arbeitskraftunternehmer, Leistungsdruck, Gute Arbeit, Subjektivität, Standortfrage, Arbeitsbeziehungen, Humankapital.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die tiefgreifenden Veränderungen der Arbeits- und Sozialbeziehungen, die durch moderne Managementstrategien wie Flexibilisierung und Selbstökonomisierung ausgelöst wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen der Wandel vom Fordismus zur neuen Arbeitswelt, die Mechanismen der indirekten Steuerung, die psychischen Anforderungen an die Beschäftigten sowie die Rolle der Gewerkschaften bei der Bewältigung dieser Herausforderungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Selbstökonomisierung wirkt und inwiefern Gewerkschaften durch „gegentendenzielle Projekte“ wie „Gute Arbeit“ den negativen Auswirkungen des Wandels begegnen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse der modernen Arbeitssoziologie, ergänzt durch die Auswertung gewerkschaftlicher Positionspapiere und arbeitswissenschaftlicher Studien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Phänomene der „neuen Selbständigkeit“, das System der „indirekten Steuerung“ sowie die gewerkschaftlichen Strategien im Spannungsfeld von Standortwettbewerb und Mitbestimmung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Selbstökonomisierung, Indirekte Steuerung, Flexibilisierung, Gewerkschaften und das Projekt „Gute Arbeit“.

Was versteht der Autor unter „Selbstökonomisierung“?

Es bezeichnet einen Prozess, bei dem der Arbeitnehmer zum „Selbst-Manager“ seiner eigenen Arbeitskraft wird und unternehmerisches Rentabilitätsdenken auf das eigene Tun und die eigene Person anwendet.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Betriebsräten bei der indirekten Steuerung?

Die Arbeit stellt fest, dass Betriebsräte in eine schwierige Lage geraten, da sie bei der Durchsetzung von Arbeitsschutz gegen einen Prozess kämpfen, den die Beschäftigten aufgrund ihrer Instrumentalisierung oft selbst mittragen.

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Details

Title
Selbstökonomisierung und Flexibilisierung der Arbeitnehmer
Subtitle
Phänomene einer neuen Management-Strategie oder Zeichen eines tiefergreifenden Wandels der Arbeits- und Sozialbeziehungen?
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut Berlin)
Course
Proseminar: Arbeit und Entgrenzung
Grade
2.3
Author
Bernhard Nitschke (Author)
Publication Year
2005
Pages
15
Catalog Number
V34044
ISBN (eBook)
9783638343695
ISBN (Book)
9783638789905
Language
German
Tags
Selbstökonomisierung Flexibilisierung Arbeitnehmer Proseminar Arbeit Entgrenzung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bernhard Nitschke (Author), 2005, Selbstökonomisierung und Flexibilisierung der Arbeitnehmer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34044
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