Inhaltsverzeichnis
1 Einführung - Allgemeine Informationen zur Thematik Spiel
2 Ziele des Einsatzes von Spielen in der Sporttherapie
2.1 Physische Ziele
2.2 Psychische Ziele
2.3 Soziale Ziele
3 Belastungsdosierung und -Gestaltung von Spielen in der Bewegungsther a-
pie
4 Didaktisch methodische Aspekte
5 Die richtige Auswahl des Spieles
6 Besonderheiten bei bestimmten Erkrankungen
6.1 Diabetes
6.2 Adipositas
6.3 Asthma bronchiale
6.4 Nierenerkrankungen (Dialysepatienten)
7 Einführung eines großen Sportspieles bei Herzpatienten am Beispiel von
Unihockey
7.1 Erklärung Unihockey
7.2 Inhaltliche Umgestaltung für den Einsatz in der Bewegungstherapie bei
Herzpatienten
7.3 Methodische Schwerpunkte für die Durchführung
8 Beispiele der vielfältigen Abwandlungsmöglichkeiten des Sportspieles Bas-
ketball anhand von Herzpatienten, Diabetikern, Nierenerkrankten und Asth-
matikern
8.1 Grundlegende Gedanken zum Spiel
8.2 Mögliche Spielvariationen bei Herzpatienten
8.2.1 Zusammenfassung Herzpatienten
8.3 Spielvariationen bei Adipositas
8.3.1 Abschließende Gedanken
8.4 Spielvarianten bei Diabetes mellitus
8.4.1 Abschließende Gedanken
8.5 Spielvarianten bei Asthma bronchiale
8.5. 1 Abschließende Gedanken
8.6 Spielvarianten bei Nierenpatienten
8.6.1 Abschließende Gedanken
9 Reflexion
10 Literatur
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1 Einleitung - Allgemeine Informationen zur Thematik Spiel
„Spiele zählen zu den Konstanten des menschlichen Zusammenlebens. Das Spielen, vor allem
in der Form der Bewegungsspiele scheint für den Menschen ein mitgebrachtes Grundbedürfnis zu sein, welches sich durch sein gesamtes Leben zieht.“ (Matlik; Rösch. In: Handbuch der
Herzgruppenbetreuung 2002, S. 259).
Die Bedeutung der Spiele liegt in seinem großen Repertoire, wodurch man das Spielen an sich für eine ganzheitliche Vorgehensweise in der Bewegungstherapie nutzten kann. Besonders durch das Spielen werden Herzpatienten, sowie Patienten mit anderen Krankheitsbildern motivationale u nd gruppendynamische Angebote gemacht. Des Weiteren können Spiele, wenn methodisch gezielt eingesetzt, einen Erhalt bzw. eine Verbesserung der konditionellen Grundeigenschaften und eine Schulung vielfältiger motorischer Ferti gkeiten bewirken. Wie bereits erwähnt helfen die Spiele ganzheitlich in der Rehabilitation vor zugehen. Dadurch können die Patienten befähigt werden eine neue Balance zwischen den Anforderungen des Lebens und den eigenen Möglichkeiten zu finden. Für die Patienten stellen Spiele grundsätzlich Erfahrungsräume dar, welche ihnen den Blick für neue Handlungsspielräume eröffnen.
„So beinhalten Spiele genaue Beziehungsformen (wie z.B. Fliehen oder Standhalten, angreifen oder sich zurücknehmen, dominieren oder sich anpassen, Nehmen oder Geben, sich vertrauen bzw. Distanzhalten) und laufen innerhalb klar definierter Grenzen ab. Darüber kann es den Teilnehmern ermöglicht werden eine andere Sichtweise auf sich selbst und die Umwelt zu gewinnen und diese variabel in ihr individuelles Alltagsgeschehen zu übertragen. (Kolb 2004, S. 32).“
In der Bewegungstherapie nutzt man die Veränderung von Regeln um das Spiel an die Bedürfnisse und den Könnensstand der Teilnehmer anzupassen. Über dieses Aufstellen von Regeln wird eine Spielwelt aufgebaut, in der die Spielenden unter bestimmten Vorgaben handeln und auf die gegenseitigen Aktionen und Handlungsabsichten achten müssen, sowie die Möglichkeiten, welche die Regeln eröffnen, austesten können. Die Teilnehmer agieren und erhalten sofort Rückmeldung über ihre Handlung. Spiele sind so zu sagen kleine Modelle der sozialen Welt, in welchen vielfältige Interaktionen stattfinden. Spiele bieten den Tei lnehmern die Möglichkeit gemeinsam etwas zu entwickeln und zu erarbeiten, wobei sie sich am Gruppenverband orientieren und gegenseitig Rücksicht nehmen mü ssen.
Wichtig ist also, Spiele in der Bewegungstherapie methodische besonders aufzubereiten und vielfältige Variationsmöglichkeiten zu schaffen, um sie dann im Sinne von bestimmten rehabilitativen Zielsetzungen akzentuiert einzusetzen. (Vgl. Kolb 2004, Spiele für den Herz- und Alterssport, S. 32f).
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2 Zieles des Einsatzes von Spielen in der Sporttherapie
2.1 Physische Ziele
-Auslösen von Anpassungsprozessen um alltägliche Aufgaben und berufliche Anforderungen besser bewältigen zu können
-Erhalt bzw. Verbesserung der konditionellen Grundeigenschaften (Kraft, Ausdauer, Koordination, Beweglichkeit)
-Entgegenwirken somatischer Risikofaktoren
-Verbesserung des Krankheitsverlaufes
2.2 Psychische Ziele
-Entwicklung von Selbstbewusstsein
-Steigerung des Selbstvertrauens in den eigenen Körper, das eigen Können
-Entwicklung einer variabler Wahrnehmungsfähigkeit für den eigenen Körper und das eigene Verhalten
-erlernen einer realistische Einschätzung der Umweltanforderungen
-Motivation zur Bewegung erlangen
-Schaffen einer gelockerten Atmosphäre
-Vermittlung von Freude und Spaß an der Bewegung
-Förderung von Kreativität und Phantasie
2.3 Soziale Ziele
-Unterstützung der Fähigkeit zur Gestaltung menschlicher Beziehungen
-erlernen der variablen der Gestaltung eigener Verhaltensweisen (der Situation angemessen)
-Verbesserung der Bewältigung schwieriger Lebenssituationen
-Mobilisierung individueller Gesundheitsressourcen
-Verbesserung der Kommunikation, Kooperation und Integration
Neben den eigentlichen Hauptzielen gilt es auch Kontraindikationen bei falsch an-gewanden Spielen zu verhindern. Diese können nach Meyer (2004) z.B. sein:
-zu starker Herzfrequenzanstieg
Zu starker Anstieg von Stresshormonen
(Vgl. Meyer, 2004, Körperliche Bewegung - dem Herzen zu liebe. Ein Ratgeber für Herzpatienten, S.62ff.)
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3 Belastungsdosierung und -Gestaltung von Spielen in der B ewegungstherapie
Die Nutzung von Spielen in der Bewegungstherapie von Herzpatienten und Patienten anderer Krankheitsbilder nimmt eine Sonderstellung ein. Diese wird hervorgerufen, weil insbesondere bei Spielen mit Wettkampfcharakter ein hoher Gruppendruck entstehen kann. Die Teilnehmer versuchen alles zu tun um zum Gelingen des Spiels, dem Sieg der eigenen Mannschaft beizutragen und vergessen sich im Spiel selber. Die Folge ist die Gefahr der Überschreitung der eigenen Leistung-und Belastungsgrenzen und dadurch eine persönliche Überbelastung.
„Besonders Typ - A Patienten neigen dazu den Freiraum, der ihnen durch die offenen Spielsituationen eingeräumt wird, über das Maß hinaus auszuschöpfen. Sie geraten in die Gefahr ihr tatsächliches Krankheitsbild zu verleugnen und wollen wieder, wie vielleicht früher, ihre volle Leistungsfähigkeit zeigen.“ (Hanke, 2000, S.163).
Das Problem bei der Anwendung von Spielen in der Bewegungstherapie, vor allem bei Herzpatienten, ist also die genaue Belastungsdosierung. Daher sollten die An-forderungen an das Herz-Kreislauf-System und den Bewegungsapparat insgesamt gesehen unterhalb des Ausdauertrainingsniveaus liegen. (Vgl. Matlik; Rösch. In: Handbuch der Herzgruppenbetreuung 2002, S.261).
Kontrollgrößen, welche dafür genutzt werden Können sind:
Die Interpretation des Pulsfrequenzverhaltens ist jedoch bei Spielen sehr e rschwert, da die emotionale Spannung zur körperlichen noch hinzu kommt und beide die Pulsfrequenz in schwankendem Maße beeinflussen. Zusätzlich wirkt sich auch noch der Grad der Spielfertigkeit auf die Pulsfrequenz aus. Denn umso niedriger er ist um so mehr wird er die Pulsfrequenz beeinflussen bzw. ansteigen lassen. (Vgl. Matlik; Rösch. In: Handbuch der Herzgruppenbetreuung 2002, S.261).
Um eine angepasste Belastung bei der Durchführung von Spielen erreichen zu können ist es wichtig eine Zielgruppe adäquate Spielweise in Bezug auf den Bewegungsapparat und die kardiale Beanspruchung zu gestalten. Dazu müssen unbe-
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dingt die Leistungsfähigkeit der einzelnen Teilnehmer in Watt (Übungs- oder Trainingsgruppe) und Belastungsbeeinflussenden Faktoren berücksichtigt werden. Diese sind (neben dem Könnensstand / Wirkungsgrad) nach Matlik und Rösch (2002):
Äußere Faktoren: -Spielcharakter
-Spielregeln
Innere Faktoren: -Körperbaumerkmale
-Alter
Spielmotorische Erfahrungen, z.B. Reaktionsvermögen, Steuerungsvermögen
Auch die Ausrüstung ist entscheidend für die Belastungsdosierung der Spiele. Unbedingt notwendig sind geeignete Räumlichkeiten oder Anlagen sowie ein eventueller Austausch der Originalgeräte, durch für das Ziel besser geeigneter Geräte. Beide Faktoren sind besonders in Hinsicht auf die Verletzungsprophylaxe wichtig um z.B. die durch die Blutgerinnungshemmungsmittel leicht verursachbaren Hämatombildungen zu verhindern.
Damit die Belastungsgestaltung so genau wie möglich erfolgen kann, können folgende Modifikationsprinzipien nach Hanke (2000) als Anhaltspunkte genutzt werden.
1. Spielfeldgröße (kleines bis hin zu normal großem Spielfeld)
2. Relation der Spielfeldgröße zur Spielerzahl
-allgemein sollte die Spielfeldgröße mit der Anzahl der Tei l-
aber: einige Teilnehmer werden auch dann noch versuchen „jeden Ball zu bekommen“
es bietet sich an eine Mannschaft nochmals zu halbieren
1. Teil spielt im hinteren Bereich (Verteidiger) , 2. Teil spielt in vordern Bereich (Angriff) der eigenen Spielfeldhälfte (nach bestimmter Zeit wechseln)
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-Vorsicht: ein zu kleines Spielfeld ist nicht gleich zusetzten
mit wenig Belastung, da die Interaktiondichte steigt und die Teilnehmer dadurch ständig in das Spielgeschehen integriert sind und keine Pausen mehr erhalten das Spielfeld nur so groß wählen, dass jeder Mi tspieler nur 2-4 Schritte gehen muss
3. Laufweg
-Einteilung des Spielfeldes in Spielzonen (z.B. in
zusätzlich Regeln aufstellen um Laufbelastung zu Reduzieren (z.B. wenn sie den Ball erhalten müssen sie stehen bleiben und abspielen, nur wer keinen Ball hat darf sich
Schulung der Einsicht in eine gelassenes Spielen
4. Geräteauswahl
-Zieladäquat auswählen
Gewicht reduzieren bzw. erhöhen
5. Regeländerungen
-Regeln dem technischen Könnenstand und den
körperliche Verfassungen der Teilnehmer anpassen Einführung von Auswechselspielern um allen Teilnehmern die Möglichkeit zu geben sich eine Auszeit nehmen zu
Pressatmungsgefahr ausschalten (z.B. bei Angriffsschlägen)
4 Didaktisch methodische Aspekte
Das Spiel sollte erst allmählich mit Hilfe von Spiel- und Übungsformen entwickelt werden, um dann später einen zentralen Platz in der Übungseinheit sowie der Gruppe einzunehmen (Vgl. Lagerstrøm, 2002, S.233). Dabei kann mit Wahrnehmungsübungen/-spielen begonnen werden an welche sich die Schulung der Grundfertigkeiten anschließt. Dadurch werden die Teilnehmer befähigt ihren Körper und dessen Reaktionen besser wahrzunehmen und über eine differenziertere Selbsteinschätzung besser zu kontrollieren. In Anlehnung an das „Kölner Modell“ sollten danach in der Aufbauphase erste Übungsformen für die Erarbeitung technischer Grundfertigkeiten und Geschicklichkeitsspi ele mit in das Programm aufgenommen werden. Im Anschluss (ca. in der Mitte der Aufbauphase) können dann erste modi-
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Arbeit zitieren:
Dipl. Sportlehrer, stud. med. Mario Heinrichs, 2005, Belastungsgestaltung im Spiel im Prozeß der Sporttherapie, München, GRIN Verlag GmbH
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