Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis. II
1. Einleitung. 1
1.1 Aktuelle Entwicklungen in der Tourismusbranche. 1
1.2 Verbund und touristische Leistung - Abgrenzung
und Fragestellung. 2
2. Verbundbeziehungen - eine Systematisierung. 4
2.1 Arten von Verbundbeziehungen. 4
2.1.1 Bedarfsverbund. 5
2.1.2 Nachfrageverbund. 5
2.1.3 Kaufverbund. 6
2.2 Wirkungen von Verbundbeziehungen. 7
3. Touristische Dienstleistungen. 9
3.1 Begriffliche Abgrenzung. 9
3.2 Besonderheiten von touristischen Dienstleistungen. 11
3.3 Arten touristischer Produkte. 12
4. Verbundbeziehungen in touristischen Dienstleistungen. 14
4.1 Pauschalreise. 14
4.2 Individualreise. 16
5. Zusammenfassung. 19
Literaturverzeichnis 21
1
1. Einleitung
1.1 Aktuelle Entwicklungen in der Tourismusbranche
Die Bereiche Reisen und Tourismus sind im Laufe der Jahre zu einem weltweit bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden. Es gibt viele Anzeichen dafür, dass die Bedeutung vom Tourismus noch weiter steigen wird. Laut einer Prognose des WTO soll sich die Zahl der internationalen
Gästeankünfte bis zum Jahre 2020 verdreifachen. 1 Die Globalisierung der Märkte und das Zusammenwachsen von Europa haben dazu beigetragen, dass auch in der Touristik - Branche zu einer Beschleunigung der Konsolidierung gekommen ist. „ Ob Airlines, Hotelketten, Reisebüros oder - veranstalter - überall wird fusioniert, teils
horizontal, aber auch vertikal.“ 2 Horizontal um durch Kooperationen, Kettenbildung und Franchisesysteme die Einkaufsmacht zu erhöhen und vertikal durch Verbinden von Vertrieb, Hotels und Fluggesellschaften unter einem Dach, die Wertschöpfungsketten lückenlos zu knüpfen. Dadurch erhofft man sich eine bessere Position den Wettbewerbern gegenüber, aber auch gleichzeitig Steigerung der Margen. Auf diesem Wege entstanden große Touristik - Konzerne wie zum Bespiel Preussag mit TUI Group, ReWe mit LTU Touristik, Thomas Cook (ehem. C&N Touristic) mit Condor und Neckermannreisen oder FTI. Nicht nur das Gesicht der Branche, sondern auch die Produkte unterliegen einer Veränderung. Zu einem ist hier anzusprechen, die steigende Bedeutung der Geschäfteabwicklung über die elektronischen Informations-und Buchungswege d.h. über das Internet oder Fernsehen. Was sich noch verändert, sind die Reisegewohnheiten. Es entwickelt sich ein Trend zu
1 Vgl. Zinn, E. (2000): Tourismus - Aktien unterbewertet. Zukunft an der Börse, in: Touristik
R.E.P.O.R.T., 20. Jg., Jubiläumsausgabe, S. 12.
2 o.A. (2000): Reifezeugnis für Reisebranche. Fusionsfieber bei Touristik - Konzernen hält weiter
an, in: Touristik R.E.P.O.R.T., 20. Jg., Heft 22, S. 20.
2
mehr Erlebnisorientierung, mehr Action und mehr Genuss und das zu einem angemessenen Preis. Nicht zu vergessen ist auch der Wandel der Altersstruktur der Bevölkerung und der steigende Anteil älterer Menschen. Die Veranstalter werden dazu „gezwungen“, den neuen Anforderungen mit ihrer Angebotspalette stand zu halten. Sie werden ihre Produkte anpassen müssen und über völlig neue Alternativen nachzudenken. Die bestimmten Altersgruppen werden nicht über Ziele oder Unterkunftsformen angesprochen, sondern über die thematische und inhaltliche Ausrichtung der Reise. Jede einzelne Reise wird ein umfangreiches Bündel von verschiedenen Motiven, Wünschen und Erwartungen bedienen müssen und über einen gelungenen Urlaub werden schöne und positive Erlebnisse
entscheiden. 1
1.2 Verbund und touristische Leistung - Abgrenzung und Fragestellung.
Der Verbundbegriff wird in der Literatur mit unterschiedlicher Akzentuierung im Rahmen der Produkt- und Programmpolitik verwendet. Verbund bezeichnet in diesem Falle einen sachlichen Zusammenhang
zwischen Produkten. 2 Gemeint ist dabei in der Regel die Frage der Substitution und der Komplementarität der Nachfrage und des Kaufes von
Produkten bzw. Produktgruppen. 3
Als Verbund werden auch „alle einseitigen und gegenseitigen Ausstrahlungseffekte zwischen einzelnen Leistungseinheiten definiert, wobei die Dependenzen bzw. Interdependenzen sowohl aus Gegebenheiten der
1 Vgl. o.A. (2000): Baustein - Supermarkt. „Die Zeit“ hat die Zukunft der Urlaubsreise untersucht,
in: Touristik R.E.P.O.R.T., 20. Jg., Heft 24, S. 110.
2 Vgl. Benkenstein, M. (2001): Entscheidungsorientiertes Marketing, Wiesbaden: Gabler, S. 139.
3 Vgl. Hippner, H., Küsters, U., Meyer, M., Wilde K.D. (Hrsg.) (2001): Handbuch Data Mining,
in: Marketing. Knowledge in Marketing Database, Wiesbaden: Vieweg Verlag, S. 951.
3
Nachfrage als auch des Angebotes bedingt sein und positiv oder negativ
auf andere Leistungsteile einwirken können“ 1 Die touristische Leistung definiert man oft als ein Leistungsbündel von Produkten und Dienstleistungen, die von dem Touristen sowohl für seine Reise, Ortsveränderung als auch während seines Aufenthaltes am Reiseziel nachgefragt und in Anspruch genommen werden. „Das „Gesamtprodukt“ besteht aus allem, was für Touristen hergestellt wird oder was
Touristen kaufen“. 2 In dieser Arbeit erfolgt die Konzentration auf touristische Dienstleistungen, die den Kern der touristischen Leistung bilden.
Es stellt sich natürlich die Frage, ob man die Verbundbeziehungen von der typischen Konsumgüterproduktebene auf das touristische Produkt bzw. die touristischen Dienstleistungen übertragen kann. Es wird versucht diese Frage zu beantworten.
Zu diesem Zwecke werden im Kapitel 2 die Typen, Merkmale und Wirkungen von Verbundbeziehungen angesprochen. Im Kapitel 3 folgt die Beschreibung von touristischen Dienstleistungen mit ihren Besonderheiten und die Abgrenzung der touristischen Produkte. Letztlich im Kapitel 4 wird der Versuch unternommen, die Möglichkeit der Übertragbarkeit von Verbundbeziehungen auf die touristischen Dienstleistungen festzustellen.
1 Müller, H. (1999): Dienstleistungsqualität im touristischen Leistungsverbund. Ansatz zur
Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit touristischer Destinationen, Dissertation, Zürich, S. 52.
2 Vgl. Frey, W. (2001): Einführung in die Fremdenverkehrsökonomie, 7.Auflage, München,
Wien: Oldenbourg, S. 113
4
2. Verbundbeziehungen - eine Systematisierung
2.1 Arten von Verbundbeziehungen
In der Literatur erfolgt am häufigsten die Unterscheidung der Ver-bundbeziehungen in Bedarfsverbund, Nachfrageverbund und Kaufver-bund.(siehe Abb.1)
Abbildung 1:Typen von Verbundeffekten
Quelle: Meffert, H. (2000): Marketing. Grundlagen marktorientierter Unternehmensfüh-
rung. Konzepte - Instrumente - Praxisbeispiele, 9. Auflage, Wiesbaden: Gabler, S. 468.
Darüber hinaus spricht man auch von einem Informationsverbund oder „Goodwill - Transfer“. Damit haben wir zu tun, wenn der Kunde positive Informationen, die er über ein Produkt besitzt, auf ein anderes Produkt oder auf andere Produkte des gleichen Anbieters bzw. Herstellers überträgt. Dadurch wird auch seine Kaufentscheidung beeinflusst. Bei
5
diesem Verbundeffekt haben wir mit weder technischen, noch zeitlichen
oder personellen Einschränkungen zu tun. 1
2.1.1 Bedarfsverbund
Der Bedarfsverbund beschreibt die Verknüpfung einzelner Produkte hinsichtlich ihres gemeinsamen Gebrauchs bzw. Verbrauchs. Dabei befinden sich die Güter oder Leistungen in einer komplementären Bezie-
hung zueinander 2 , d.h. sie ergänzen sich aus Verbrauchersicht. Durch eine gezielte Zusammenstellung vom Angebot, eine Verbundpräsentation werden bestimmte Bedarfskomplexe des Konsumenten angesprochen, die
dann oft zu einer Erweiterung des Bedarfs führen. 3
2.1.2 Nachfrageverbund
Im Gegensatz zum Bedarfsverbund zeichnet sich der Nachfragever-bund dadurch aus, dass im Rahmen eines Einkaufsvorganges, eines „onestop-shopping“ unterschiedliche Güter oder Leistungen nachgefragt werden. Viele Nachfrager legen Wert drauf eine möglichst große Anzahl von benötigten Produkten in einem Geschäft zu erledigen. Der Nachfrage-verbund wird oft durch einen nachfragewirksamen Bedarfsverbund ausgelöst und muss nicht unbedingt zu einem Kauf führen, falls bestimmte, einzelne Produkte gerade nicht erhältlich sind oder gar nicht im
Angebot geführt werden. 4
1 Vgl. Meffert, H. (2000): Marketing. Grundlagen marktorientierter Unternehmensführung.
Konzepte - Instrumente - Praxisbeispiele, 9. Auflage, Wiesbaden: Gabler, S. 467-468; Benken-
stein, M. (2001): Entscheidungsorientiertes Marketing, Wiesbaden: Gabler, S. 141.
2 Vgl. Meffert, H. (2000): Marketing. Grundlagen marktorientierter Unternehmensführung.
Konzepte - Instrumente - Praxisbeispiele, a.a.O., S. 467; Benkenstein, M. (2001): Entschei-
dungsorientiertes Marketing, a.a.O., S. 140; Nieschlag, R., et al. (1994): Marketing. 17. Auflage,
Berlin: Dunder und Humblot, S. 258.
3 Vgl. Poth, L.G., Poth G.S. (1999): Gabler Marketing - Begriffe von A - Z ( 4000 Begriffe
nachschlagen, verstehen, anwenden), Wiesbaden: Gabler, S. 452 - 453.
4 Vgl. Meffert, H. (2000): Marketing. Grundlagen marktorientierter Unternehmensführung.
Konzepte - Instrumente - Praxisbeispiele, a.a.O., S. 467; Benkenstein, M. (2001): Entschei-
dungsorientiertes Marketing, a.a.O., S. 140; Nieschlag, ret al. (1994): Marketing, a.a.O., S. 258;
Pepels, W. (2000): Marketing: Lehr- und Handbuch, 3. Auflage, München, Wien, S. 425.
Arbeit zitieren:
Adam Lach, 2003, Bedarf-, Nachfrage- und Kaufverbund - eine Systematisierung von Verbundbeziehungen und deren Übertragbarkeit auf touristische Dienstleistungen, München, GRIN Verlag GmbH
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