Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Das Urchristentum 3
3. Die erste Gemeinde in Rom. 6
4. Paulus: Der Apostel. 7
5. Der letzte Brief des Paulus: Der Römerbrief. 9
1. Einleitung
Im Rahmen des Seminars „Roma Christiana“ haben wir uns intensiv mit dem Apostel
Paulus und dessen Briefe auseinander gesetzt. Während der Besprechung einiger
Passagen aus diesen Briefen haben wir uns die Frage nach dem Hintergrund der
Entstehung der Briefe gestellt. Ebenso wollten wir mehr über die Entstehung der
Gemeinde wissen, an die sich Paulus in seinen Briefen wendet. Diese Hausarbeit ist
der Versuch, die damaligen Umstände, unter denen Paulus lebte und wirkte, näher
zu beleuchten. Auch soll der Römerbrief, ebenso wie die erste Gemeinde in Rom in
unsere Betrachtung mit eingebunden werden.
2. Das Urchristentum
Unter Urchristentum versteht man die ersten Jahrzehnte des Christentums, als die
Christen noch eine kleine Minderheit waren und auch als jüdische Sekte betrachtet,
im Römischen Reich, lebten. Wie kam es aber zu ihrer Entstehung?
Wahrscheinlich im Jahr 30 wurde Jesus von Nazareth in Jerusalem gekreuzigt. Seine
Anh änger, die kaum mit diesem Ende gerechnet hatten, zogen sich voller
Entt äuschung nach Galiläa zurück und verteilten sich. Nun aber, und hier beginnt die
Geschichte des Glaubens , soll Jesus von den Toten auferstanden sein.
Der auferstandene Jesus erschien erst Petrus, der die Anhänger wieder
zusammenrief , und dann den zwölf Jüngern zusammen (1 Kor 15, 5f.) Schließlich
soll einer ganzen Schar - Paulus spricht von 500 Brüdern- diese Vision zuteil
geworden sein.
Mit der Erfahrung der Auferstehung aber wurde den Anhängern nun auferlegt, dieses
Geschehen zu deuten. So entwickelte sich aus der dem Kreuzestod folgenden
Auferstehung eine erste Deutung. War der Tod Jesu zuerst als Ende der Bewegung
begriffen worden, eröffnete der Glauben an Auferstehung und Erhöhung seinen
Anh ängern nun eine Perspektive unter der das Kreuz den Anfa ng darstellte.
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Die Aufgabe der Jünger und Apostel wurde es nun, diese frohe Botschaft (Evangelium) zu verkünden.
Die erste Gemeinde, die sich nun diesem Auftrag verpflichtet sah, war die in Jerusalem. Hier begründeten Petrus, Jakobus und Johannes (vgl. Gal 2,9; Mk 5,37 u.a.) das Zentrum des jungen Glaubens. Ihr erster Sprecher wurde Petrus, der dann aber rasch von Jakobus abgelöst worden zu sein scheint. Zu den neuen Mitgliedern gehörten von nun an nicht nur palästinische Juden aus den unterschiedlichsten Gruppen (Pharisäer, Apokalyptiker, Essener, Zeloten), sondern auch Juden aus allen Teilen der Diaspora.
Anders als sich viele Christen heute vorstellen, fühlte sich die Urgemeinde zu diesem Zeitpunkt noch ganz innerhalb des Judentums. Die ersten Christen waren also Juden, die regelmäßig zum Gebet in den Tempel gingen, die sich am Sabbat in ihren Synagogen versammelten und die in den heiligen Schriften ihres Volkes lasen. Von den anderen jüdischen Gruppen unterschieden sie sich am Anfang vor allem dadurch, dass sie Jesus von Nazareth als den Auferstandenen verkündigten und seine Wiederkunft als Menschensohn erwarteten. Wer in diese neue Gemeinschaft aufgenommen werden wollte, ließ sich zur Vergebung der Sünden taufen. Doch nicht die Taufe war die wichtigste Institution der ersten Christen, sondern das gemeinsame Mahl. Dieses Mahl fand nicht für alle gemeinsam statt, sondern wurde aufgrund von Raumproblemen in verschiedenen Häusern gehalten.
Petrus selbst gelangte über Syrien nach Kleinasien, wo in Antiochien eine zweite Gemeinde entstanden war und schließlich, als dort der Einfluss des Paulus und des Johannes zunahm, nach Rom.
Sowohl in der Jerusalemer Urgemeinde, als auch in den hinzukommenden Gemeinden und Zirkeln war die Erwartung der Wiederkunft Jesu bestimmend, den seine Anhänger jetzt im jüdischen Sinne als Messias sahen. Auch dürften alle frühen Gemeinden sich als Teil des Judentums betrachtet haben, wie die Übernahme des mosaischen Gesetzes und der Tempeldienst der Jerusalemer veranschaulichen. Lediglich die Naherwartung, die aber in jener Zeit allgemeiner Endzeitstimmung keine absolute Ausnahmestellung beanspruchen konnte, grenzte vom etablierten Judentum ab.
Paulus dürfte als erster die Gefahr erkannt haben, die darin lag, sich als Sekte innerhalb des Judentums zu festigen. Bereits auf dem Aposteltreffen 43/44 setzte er gegen den anfänglichen Widerstand der Jerusalemer durch, auf die Beschneidung der neu hinzukommenden Christen zu verzichten (vgl. Apg 15,1-35; Gal 2, 1-10).
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Damit aber war die Abkehr von den Gesetzen Moses und somit die Abgrenzung gelungen.
Während die Jerusalemer Urgemeinde selbst, die weiterhin judenchristlich bestimmt blieb, nun an Bedeutung verlor, eröffnete sich Paulus den Zugang zur römischhellenistischen Welt. Von Antiochien aus begann die so genannte Heidenmission (Gal 2,9), die der neuen Lehre den gesamten Mittelmeerraum eröffnen und Paulus selbst zur einer der wichtigsten Figuren des jungen Christentums machen sollte. Mit dem Tod des Johannes um etwa 100 endet dann die Phase des Urchristentums. Die so genannte Nachapostolische Zeit des 2. Jahrhunderts, die nun in den Bereich der Geschichte der Alten Kirche gerechnet wird, sollte dann bestimmt sein durch die Frage der Stellung des Sohnes, mit der sich Ignatius von Antiochien auseinander setzte, von der Auseinandersetzung mit dem Gnostizismus, dem Marcionitismus und dem Montanismus und von der Konsolidierung der allmählich über die Gemeindegrenzen hinaus wachsenden und sich darüber hinaus auch als solche begreifenden Kirche.
Doch herrschten auch in der Urgemeinde nicht nur Eintracht und Friede; durch die unterschiedliche Herkunft und Sprache beider Gruppen wurde die Jerusalemer Urgemeinde faktisch getrennt in Hebräer und Hellenisten. Zwischen den Hellenisten und den Hebräern gab es aber nicht nur sprachliche, sondern auch gravierende theologische Unterschiede. Anders als die Hebräer stellten die Hellenisten schon bald den Tempel und den Tempelkult in Jerusalem in Frage. Für sie war der Tempel immer weniger Ort der Gegenwart Gottes, durch ihn konnte auch keine Erlösung geschehen. Das alles erwarteten sie allein von Kreuz und Auferstehung Jesu. Diese Kritik am Tempel führte letztlich zur Vertreibung der Hellenisten aus Jerusalem. Sie wurden zum Kern einer neuen Missionsbewegung, die in den hellenistischen Städten Palästinas, in Samaria, in Phönixkien und sogar in Zypern und Antiochien das Evangelium von Jesus Christus verkündete. Inwieweit die in Jerusalem verbliebenen Mitglieder der Urgemeinde, von denen viele die Tempelkritik der Hellenisten nicht teilten, unter der Situation zu leiden hatten, wissen wir nicht. Sie mussten seitdem aber immer wieder mit Ausschreitungen gegen sie als Christusanhänger rechnen. Petrus erwartete dasselbe Schicksal, kam aber frei und verließ bald darauf Jerusalem.
Zu Beginn des Jüdischen Krieges 66 n.Chr. verließ dann die gesamte Urgemeinde Jerusalem. Damit endet nicht nur ihre Geschichte, sondern auch das erste Kapitel des frühen Christentums.
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Arbeit zitieren:
Kathrin Jackobs, 2005, Der Apostel Paulus, die Urgemeinde und die erste christliche Gemeinde Roms, München, GRIN Verlag GmbH
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