Alkohol am Arbeitsplatz
von Thomas Albrecht
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 3
2. DIE SCHMALBACH-LUBECA AG 4
2.1 Der Getränkedosenbereich Continental Can Europe 6
2.2 Das Werk 11 in Braunschweig 6
3. ALKOHOLISMUS - DEFINITIONEN UND RECHTLICHE ANERKENNUNG 7
4. ANBAHNUNG DES ARBEITSVERHÄLTNISSES 9
4.1 Ärztliche Untersuchung von Bewerbern 11
4.2 Anfechtung des Arbeitsvertrages wegen arglistiger Täuschung oder wegen Irrtums bei Alkoholismus 11
4.3 Alkoholkontrollen des Arbeitgebers im Betrieb 12
5. MÖGLICHKEITEN DES ARBEITGEBERS AUFGRUND GESETZLICHER, TARIFVERTRAGLICHER UND BETRIEBSBEDINGTER REGELUNGEN 13
5.1 Verstoß gegen ein Alkoholverbot 13
5.2 Arbeitsrechtliche Konsequenzen von Alkoholkonsum am Arbeitsplatz 15
5.2.1 Lohnminderung bei mangelhafter Arbeitsleistung infolge Alkoholmißbrauchs 16
5.2.2 Abmahnung wegen Alkoholmißbrauchs des Arbeitnehmers 16
5.2.3 Beschäftigungsverbot aufgrund Alkoholgenusses 17
5.2.4 Kündigung wegen Alkoholkonsums bzw. Alkoholsucht 18
6. BESCHREIBUNG DER GENERELLEN VORGEHENSWEISE BEI ALKOHOLKONSUM IN DER FERTIGUNG DER SCHMALBACH-LUBECA AG IN BRAUNSCHWEIG 19
7. BESCHREIBUNG DER GENERELLEN VORGEHENSWEISE DES BETRIEBSRATES BEI ALKOHOLKONSUM BEI DER SCHMALBACH-LUBECA AG IN BRAUNSCHWEIG 24
8. BESCHREIBUNG EINES KONKRETEN FALLS VON ALKOHOLSUCHT IM WERK BRAUNSCHWEIG 26
9. AUSBLICK / SCHLUßBETRACHTUNG 30
10. LITERATURVERZEICHNIS UND ANHANG IV
11. ERKLÄRUNG ZUR HAUSARBEIT GEMÄß § 26 ABS. 6 DIPLPRÜFO V
ABBILDUNGEN
Abbildung 1: Unternehmensstruktur der Schmalbach-Lubeca AG
Abbildung 2: Umsatzerlöse der Schmalbach-Lubeca AG
Abbildung 3: Hierarchie Werk 11 Braunschweig
Abbildung 4: Kosten durch Alkoholmißbrauch
1. Einleitung
Nach Angaben der Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren e.V. hat sich der Alkohol-verbrauch pro Kopf seit 1950 fast vervierfacht, von 3,3 Liter auf 12,2 Liter im Jahre 1994.
Der Alkoholismus ist nicht nur ein Problem von gesellschaftlicher Bedeutung, vielmehr sind auch Unternehmen und Verwaltungen in zunehmendem Maße davon betroffen. Verschiedene Untersuchungen belegen, dass die volkswirtschaftlichen Kosten der Alkoholkrankheit immens sind. Modellrechnungen weisen darüber hinaus nach, dass verminderte Arbeitsleistungen und Arbeitsausfälle einen meist unterschätzten Kostenfaktor darstellen.
Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, dass ein Betroffener ebenso wie ein Raucher in der Lage ist, sein Suchtverhalten bewusst und kontrolliert zu steuern. Tatsächlich sind Betroffene nicht in der Lage, ihr Trinkverhalten willentlich zu beeinflussen. Versprechen seitens der Betroffenen bezüglich einer positiven Verhaltensänderung sind durchaus mit ernsthaften Vorsätzen ver-bunden, sie scheitern jedoch am Krankheitsbild, bei dem die bewusste und zielgerichtete Um-setzung von Ansätzen zur Reduzierung der Abhängigkeit durch den medizinisch nachgewie-senen Verlust der Selbstkontrolle überlagert wird.
Das Ignorieren der Realitäten führt vielfach zu erheblichen Störungen in Organisationsabläu-fen.
Wohl kaum ein Bereich ist, was die Folgen des Alkoholkonsums betrifft, derart sensibel wie der des Arbeitsplatzes (neben dem des Straßenverkehrs). Außer der erhöhten Gefahr von Ar-beitsunfällen entstehen den Betrieben immense Schäden durch alkoholbedingte Fehlzeiten und Krankheiten sowie durch die eingeschränkte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit von alkoholisierten Mitarbeitern. Deshalb bestehen in den meisten Betrieben Regelungen, ob und in welchem Umfang der Konsum von alkoholhaltigen Getränken im Betrieb bzw. während der Arbeitszeit gestattet ist.
Alkohol ist jedoch nicht nur ein Genussmittel mit berauschender Wirkung, sondern gleichzei-tig auch eine Droge, von der die Gefahr der Abhängigkeit ausgeht, sofern man sie regelmäßig über einen längeren Zeitraum konsumiert. Deshalb ist es erforderlich, zwischen Alkohol-mißbrauch und Alkoholabhängigkeit zu unterscheiden, da Alkoholabhängigkeit zwar Alko-holmißbrauch voraussetzt, in ihrer Dimension bezüglich der Auswirkungen auf Körper, Psy-che und Umfeld des Betroffenen jedoch erheblich schwerer wiegt.
Ziel dieser Hausarbeit soll das Untersuchen der Frage sein, welche Optionen für den Arbeit-geber bestehen, mit dem Thema "Alkohol am Arbeitsplatz" umzugehen.
Dabei sollen zum einen die arbeitsrechtliche Fragen untersucht, zum anderen die Frage be-antwortet werden, inwieweit es dem Arbeitgeber (bzw. der Führungsebene und dem Betriebs-rat) möglich ist, geeignete Präventionsmaßnahmen zu ergreifen.
Der Hauptteil dieser Hausarbeit soll das Beschreiben eines konkreten Falles von Alkoholsucht bei Schmalbach-Lubeca in Braunschweig sein. Es soll dargestellt werden, was wann getan wurde, um dem betreffenden Mitarbeiter zu helfen. Dabei soll jedoch vor allem herausgear-beitet werden, was außerdem aufgrund der gesetzlichen, tarifvertraglichen und betrieblichen Rahmenbedingungen hätte getan werden können.
2. Die Schmalbach-Lubeca AG
Das Unternehmen Schmalbach-Lubeca AG wurde ursprünglich unter dem Namen Blechwa-renfabrik Becker & Schmalbauch am 7.Januar 1898 in Braunschweig gegründet, wo es bis zum Umzug nach Ratingen im Jahr 1996 auch seinen Firmensitz hatte.
Die Schmalbach-Lubeca AG ist heute ein weltweit operierender Hersteller von Verpa-ckungsmitteln, der sich, wie Abbildung 1 zu entnehmen ist, in drei Geschäftsbereiche aufteilt: PET-Verpackungen, White-Cap-Verschlüsse und Getränkedosen.
[Abbildungen in dieser Vorschau nicht enthalten]
Abbildung 1: Unternehmensstruktur der Schmalbach-Lubeca AG
Die regionale Umsatzverteilung dokumentiert die internationale Ausrichtung des Konzerns. So realisiert die Schmalbach-Lubeca AG heute etwa 85 % ihres Umsatzes in internationalen Märkten. Hierzu tragen die außereuropäischen Aktivitäten insbesondere in Nordamerika, aber auch in Lateinamerika und Asien bei. Der wichtigste Markt ist jedoch zurzeit noch der euro-päische Kontinent mit einem Umsatzanteil von rund 49 % (ohne Deutschland). Folgende Abbildung soll die Herkunft der Umsatzerlöse nach Regionen zeigen:
Abbildung 2: Umsatzerlöse der Schmalbach-Lubeca AG
Insgesamt erzielen heute über 9.000 Mitarbeiter in 20 Ländern und 70 Werken einen Umsatz von mehr als vier Milliarden DM. Schmalbach-Lubeca beschäftigt rund 79 % der Belegschaft außerhalb Deutschlands, davon 35 % in den USA, 6 % in Lateinamerika und 2 % in Asien.
Das Werk 11 in Braunschweig ist dem Getränkedosenbereich (Continental Can Europe /
Asia) zugeordnet. Dieser macht mit 38% etwas mehr als ein Drittel der Umsatzerlöse der Schmalbach-Lubeca AG aus, auf die PET-Verpackungen entfallen 43% und die White-Cap-Verschlüsse tragen mit 19% zum Gesamtumsatz von 4,1 Milliarden DM bei.
Der heutige Firmenname ergab sich aus einer Änderung der Firmenbezeichnung von Blech-warenfabrik Becker & Schmalbauch in J. A. Schmalbach Blechwarenwerke im Jahr 1913. Des weiteren ist die Beteiligung des amerikanischen Unternehmens Continental Can Compa-ny (CCC) im Jahr 1935 zu erwähnen, die 20% am Grundkapital von Schmalbach übernahm. Durch die Fusion mit der Lubeca-Werke GmbH wurde im Jahr 1967 die Schmalbach-Lubeca-Werke AG gegründet. Mit 51% wurde 1969 die Aktienmehrheit durch die amerikanische Continental Can Group übernommen. Dies spiegelt sich heute noch in der Bezeichnung Con-tinental Can Europe wieder. Als letzter Schritt ist die Übernahme der Aktienmehrheit durch die VIAG AG im Jahr 1991 zu erwähnen, die im Jahr 1993 ihren Anteil auf 61,4% aufstockte.
[...]
Arbeit zitieren:
Thomas Albrecht, 2000, Alkohol am Arbeitsplatz, München, GRIN Verlag GmbH
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