Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 2
1. Das Ziel der Arbeit 2
2. Die Herangehensweise an das Thema 3
3. Erläuterung zur Gliederung 3
II. Hauptteil 3
1. Rahmenbedingungen für das Entstehen des Neuen Denkens 3
2. Das Konzept des Neuen Denkens 5
3. Das Neue Denken in der sowjetischen Deutschlandpolitik 7
4. Der Wandel der sowjetischen Deutschlandpolitik bis zur 8
deutschen Einheit
III. Schluss 13
1. Zusammenfassung der Ergebnisse 13
2. Persönliche Stellungsnahme 14
IV. Literaturverzeichnis 15
1
I. Einleitung
1. Das Ziel der Arbeit
„Wir sind nun an einem Punkt angelangt, an dem sich die Frage stellt: Wie weiter? Ist es nicht an der Zeit, innezuhalten und über Lösungen nachzudenken, die den Interessen der Völker entsprechen und verhindern, dass die Welt einem atomaren Inferno mit unabsehbaren Folgen entgegengeht?“ 1 Dies sage Gorbatschow bei einem Gespräch mit dem französischen Präsidenten Francois Mitterrand. Gorbatschow dachte also daran, dass ein grundsätzlicher Wandel in der Weltpolitik vollzogen werden müsse. Deshalb soll es in dieser Arbeit um die Auswirkungen des „Neuen Denkens“ auf die Deutschlandpolitik gehen. Im Mittelpunkt steht die Frage, inwieweit hat das Neue Denken zur Wiedervereinigung Deutschlands geführt? Mit dem neuen Denken kamen gewaltige Veränderungen auf und diese wirkten sich nicht nur auf die Sowjetunion, sondern auch auf Deutschland aus. Die Deutschlandpoli tik der Sowjetunion ist zwar lediglich ein Teilaspekt der sowjetischen Außenpolitik, aber besonders wesentlich, da er am Ende des Kalten Krieges die Rahmenbedingungen für einen grundsätzlichen Wandel des internationalen Systems schuf. Auf Grund der Erkenntnisse über das Konzept des Neuen Denkens soll die Veränderung der sowjetischen Deutschlandpolitik aufgezeigt werden, die dann letztlich die Wiedervereinigung Deutschlands erlaubte. Wie im Folgenden gezeigt werden soll, ist die Wiedervereinigung nicht auf ein geplantes Konzept rückzuführen, sondern zum Teil auf eine veränderte sowjetische Deutschlandpolitik, die auf den Ideen des Neuen Denkens beruhte und zum anderen Teil auf die inneren Veränderungen der DDR, die so schnell keiner erwartet hatte. Dabei werden folgende Zusatzfragen eine wichtige Rolle spielen: Wie änderte sich die Deutschlandpoli tik? Und was waren die Gründe? Welche Rolle spielte dabei M. Gorbatschow? Welche Rolle die persönliche Beziehung zwischen Gorbatschow und Kohl? Hat das Neue Denken die Europapolitik grundlegend geändert? Oder nur teilweise? In welche historischen Etappen kann man den Prozess einteilen? Gibt es persönliche Aufzeichnungen der Hauptakteure? Oder von persönlichen Beratern, die die jeweilige Sichtweise aufzeigen?
1 Michail Gorbatschow 1997: S. 28
2. Die Herangehensweise an das Thema
Um auch solche Zusatzfragen beantworten zu können, wurde sich dem Thema zunächst mit Hilfe von Sekundärliteratur genähert. So konnte ich einen guten Überblick über den Forschungsstand erhalten. Zudem brauchte ich zunächst ein Vorwissen, um mich mit der Thematik vertraut zu machen. Danach wurde auch nach Quellen gesucht, um einen direkten Eindruck der Geschehnisse zu erhalten und Belege für eventuelle Thesen zu erlangen. Dabei gab es eine Fülle von Literatur, wobei sich nicht alles explizit auf die Thematik der Wiedervereinigung stützte. Die meiste Literatur war zunächst sehr allgemein gehalten, d.h. auf die Außenpolitik der Sowjetunion ausgerichtet. Zunächst gaben die „Berichte des Bundesinstituts für ostwissenschaftliche und internationale Studien: Sowjetische Außenpolitik 1985-1991“ einen guten Überblick, ebenso das Buch von Michail Gorbatschow „Das Neue Denken“. Literatur, die bereits 1989 veröffentlicht wurde, habe ich fast außer Acht gelassen, da diese aus heutiger Sicht nicht mehr den aktuellen Ereignissen entspricht.
3. Erläuterung zur Gliederung
Zunächst soll ein kurzer Überblick über die politische und wirtschaftliche Situation vor dem Amtsantritt von Gorbatschow gegeben werden. Dadurch soll besser verstanden werden, wie das Neue Denken entstanden ist und was der Inhalt des Neuen Denkens ist. Das Konzept des Neuen Denkens soll dann erklärt werden. Anschließend wird geprüft, was das Neue Denken für Aussagen über die Situation in Deutschland macht. Bis es dann zur Wiedervereinigung kam, hat sich die sowjetische Deutschlandpolitik geändert, dies soll im letzten Abschnitt des Hauptteils dargelegt werden. Schließlich sollen die entscheidenden Verhand lungen zur
Wiedervereinigung kurz skizziert werden.
II. Hauptteil
1. Die Rahmenbedingungen für das Entstehen des Neuen Denkens
Im Folgenden soll kurz die politische und wirtschaftliche Situation vor dem Amtsantritt von Michail Gorbatschow dargestellt werden.
Das Neue Denken entstand in einer Situation, in der sich die Welt in einer Sackgasse befand. Das Wettrüsten war an der Tagesordnung und keiner konnte garantieren,
3
dass es nicht zu einem Atomkrieg kommen würde. Dabei wurde Europa als Aufmarschgebiet genutzt. Zeitgleich war die Sowjetunion auch innenpolitisch in der Krise. Der Generalsekretär Konstantin Tschernenko stand für einen konservativen Kurs, allerdings konnte man bei seiner Wahl davon ausgehen, dass er nicht lange im Amt bleiben wird. Es kam zu einem permanenten Machtkampf um die Nachfolge und den politischen Kurs der Zukunft. 2 Durch diese internen Streitereien war das Land am Ende international isoliert. In den siebziger Jahren kam es zu rückläufigen Wachs tumsraten, so dass das Sozialprodukt von 7,8 % in den Jahren 1965 bis1970 auf 4,3 % im Zeitraum 1976 bis 1980 fiel. Mitte der achtziger Jahre erreichte es dann seinen Tiefpunkt mit nur noch 3,2 % Wachstum des Sozialprodukts. 3 Den Reformern in der Sowjetunion war zu diesem Zeitpunkt klar, dass man die inneren Probleme des Landes nicht ändern könne, wenn es nicht zu einer Verbesserung der internationalen Lage kommen würde. Die Sowjetunion hatte zu allen nicht sozialistischen Ländern ein gespanntes Verhältnis und wollte diesen, vor allem den USA, militärisch überlegen sein. Dadurch stiegen die Ausgaben für das Militär innerhalb weniger Jahre, so dass sie 25 bis 30 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erreichten. Diese Belastung ruinierte das Land. 4 Die Sowjetunion besaß zu diesem Zeitpunkt keine wirtschaftliche und gesellschaftliche Stärke. Sie stützte ihre Macht allein auf ihre militärische Stärke, dadurch konnte sie ihren politischen Einfluss aber nicht für die Ewigkeit sichern. Es handelte sich nicht nur um eine Krise der Wirtschaft, sondern das gesamte politische System und alle seine Subsysteme waren in der Krise. Insgesamt beeinträchtigte die innere Krise die Sowjetunion im internationalen System. Die geltende sowjetische Theorie der internationale n Beziehungen ging von „Klassen“ als dem entscheidenden Akteur aus. Auf Grund der damaligen Situation entstand eine kritische Neubewertung der Theorie der internationalen Beziehungen sowie der Stellung der Sowjetunion in der Welt und ihrer Politik.
Michail Gorbatschow hat diese neue Politik ab 1985 geprägt. Er wollte durch neue, außenpolitische Verhaltensregeln und eine radikale Änderung des internationalen Systems, das Überleben der Sowjetunion und des Sozialismus sichern. Er sah dabei die Außenpolitik ha uptsächlich als Fortsetzung der Innenpolitik. Durch seine Ideen
2 Alexandra Größ 1992: S. 46
3 Alexandra Größ 1992: S. 50
4 Michail Gorbatschow 1997: S. 13
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Arbeit zitieren:
Alice B, 2003, Das 'Neue Denken' und die Auswirkungen auf die Deutschlandpolitik, München, GRIN Verlag GmbH
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