Inhaltsverzeichnis
Literaturverzeichnis 2
Einleitung
Die „Natur“ bei Marx 3
Hauptteil
1. Die Bedeutung des Wortes „Natur“ bei Marx 4
2. Wert der Natur 6
3. Stoffwechsel 7
4. Doppelcharakter
4.1 Doppelcharakter der Arbeit 9
4.2 Doppelcharakter der Industrie und der Naturwissenschaft 9
5. Entfremdung 11
6. Natur in der negativen Theorie 12
7. Ökologischer Marxismus 14
Schluss
Schlussbemerkung 15
1
Literaturverzeichnis
Alfred Schmidt, Der Begriff der Natur in der Lehre von Marx, Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt a.M. (überarbeitete und ergänzte Neuausgabe) 1971
Elmar Altvater/Erika Hickel/Jürgen Hoffmann, Markt, Mensch, Natur, VSA -Verlag, Hamburg 1986
Elmar Altvater, Die Zukunft des Marktes, Westfäl. Dampfboot, Münster 1991
Hans Immler, Wolfdietrich Schmied-Kowarzik, Marx und die Naturfrage, VSA -Verlag, Hamburg 1984
Hans Immler, Welche Wirtschaft braucht die Natur? S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a. M. 1993
Hilmar Westholm, Stoffwechsel des Menschen mit der Natur, BIS Universität Oldenburg, 1986
Hofgeismarer Protokolle, Tagungsbeiträge aus der Arbeit der Evangelischen Akademie Ho fgeismar, 284, Vom Wert der Natur,
Marx Karl:
-Nationalökonomie und Philosophie, Sammlung der Pariser Manuskripte, Hg. von E. Thier, Köln und Berlin 1950
- Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Rohentwurf zum ersten Band des Kapitals und zur Kritik der politischen Ökonomie, Berlin 1953
- Das Kapital erster Band, MEW, Band 23, Berlin 1968
- Das Kapital dritter Band, MEW, Band 25
Philosophisches Wörterbuch, Hg von G. Klaus und M. Buhr, 10. Aufl., Berlin 1974
Rostocker Philosophische Manuskripte Heft 18, Zum marxistischen Naturbegriff - 100 Jahre „Anti-Düring“, Wilhelm-Pieck-Universität Rostock, 1979
Richard Faber Hg., Sozialismus in Geschichte und Gegenwart, Königshausen & Neumann GmbH, Würzburg 1994
2
Einleitung
Die „Natur“ bei Marx
Das Verhältnis der Menschen zur sie umgebenden Natur, ihrer Lebensgrundlage , ist bereits als überlebensnotwendiges Problem erkannt worden. Es wird immer deutlicher, dass die Industriegesellschaft an den Rand des ökologischen Ruins treibt. „Der Krieg gegen die Natur ist nicht zu gewinnen. Wollen sie aber ihren Umgang mit der Natur neu bestimmen, um ihre physischen Lebenschance weiter wahrnehmen zu können, dann müssen sie jene Entscheidungsstrukturen zur Disposition stellen, die seit Jahrhunderten Gültigkeit haben.“ 1 Einen neuen Weg könnte eine ökosoziale Politik bieten.
Nach Aussage von Friedrich Otto Wolf ist der Kern- und Angelpunkt einer ökosozialen Politik die Forderung des ökosozialen Übergangs, d.h. der Transformation der herrschenden Produktionsweise in Richtung auf eine langfristige , ökologisch nachhaltige, reproduktionsfähige und die Reproduktion eines eigenständigen Komplexes nicht menschlich vermittelter ökologischer Systeme ermöglichende, zu den bestehenden Verhältnissen alternative Weise des „Arbeitens und Lebens“, in der die tätigen Subjekte selbstverantwortlich imme r wieder die Kontrolle über ihre gesellschaftlichen Reproduktionsprozesse gewinnen. 2 In wie weit hat nun Marx in seinen Werken Ökologie oder die Rolle der Natur überhaupt be-handelt? Mit dieser Arbeit soll untersucht werden, welche Bedeutung der Natur im Marxschen Denken zukommt und ob sich daraus Lösungen ergeben für den Übergang in ein ökologischeres und nachhaltigeres Gesellschaftssystem.
Marx hat nie eine systematische Theorie der Natur entworfen, dass liegt offensichtlich an der damalig geringen Bedeutung von ökologischen Problemen, wie die Verknappung von Ressourcen, Verschmutzung der Umwelt, Bodendegradation und weiteren , heute aktuellen Umweltproblemen. Jedoch findet man bei Marx bereits ein ausgeprägtes Gespür für Umweltschäden, die als Folge des Umganges von Menschen mit ihrer Gesellschaft und die sie umgebende Natur entstehen. So ist Wolfdietrich Schmied-Kowarzik davon überzeugt, dass Marx, nun bereits vor 160 Jahren, „die Problematik der Entfremdung der kapitalistisch b estimmten industriellen Produktionsweise gegenüber der lebendigen Natur sowie ihre revolutionäre Überwindung grundlegend durchdacht hat“. 3
1 Hans Immler, Welche Wirtschaft braucht die Natur? S. 10
2 vgl. Frieder Otto Wolf aus Sozialismus in Geschichte und Gegenwart S. 253
3 Schmied-Kowarzik, Marx und die Naturfrage, S. 10
3
Hauptteil
1. Der Bedeutung des Wortes „Natur“ bei Marx
Marx spricht sich in polemisierender Weise gegen jedes glorifizierende oder mystifizier ende Naturverständnis aus, so z.B. gegen Daumer oder das Gedicht von Stolberg „An die Natur“. 4 Denn die Natur interessiert Marx in erster Linie als Moment menschlicher Praxis. So heben schon die Pariser Manuskripte mit aller Entschiedenheit hervor:
„…die Natur, abstrakt genommen, für sich, in der Trennung vom Menschen fixiert, ist für den Menschen nichts.“ 5 und aus dem Rohentwurf des Kapitals
„Solange die Natur nicht bearbeitet ist, ist sie ökonomisch wertlos, genauer gesprochen, bloßes Naturmaterial, soweit keine menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht ist, soweit es daher bloße Materie ist, unabhängig von der menschlichen Arbeit existiert, hat keinen Wert, da Wert nur vergegenständlichte Arbeit ist…“ 6
Hier versucht Marx deutlich zu machen, solange der Mensch keinen Nutzen von der Natur hat ist sie für ihn wertlos.
Die Natur muss erst bearbeitet werden, um einen Nutzen für den Menschen zu liefern.
Aber dennoch zieht sich durch sein gesamtes Werk der Versuch, immer wieder die wechselseitige Verschränkung der Natur und Gesellschaft deutlich zu machen. Hierbei wird das Wort „Natur“ in den Marxschen Schriften nicht einheitlich verwendet. In den „Ökonomisch-philosophischen Manuskripten“ schreibt Marx: „Physisch lebt der Mensch von diesen Naturprodukten, mögen sie nun in Form der Nahrung, Heizung, Kleidung, Wohnung etc. erscheinen. Die Universalität des Menschen erscheint praktisch in der Unive rsalität, die die ganze Natur zu seinem unorganischen Körper macht, sowohl insofern sie :
1. ein unmittelbares Lebensmittel, als inwiefern sie
2. die Materie, der Gegenstand und das Werkzeug seiner Lebenstätigkeit ist. Die Natur ist der unorganische Leib des Menschen, nämlich die Natur, soweit sie nicht selbst menschlicher Körper ist. Der Mensch lebt von der Natur, heißt: Die Natur ist sein Leib, mit dem er in beständigem Prozeß bleiben muß, um nicht zu sterben. Daß das physische und geis-
4 MEGW,10, S. 244
5 Nationalöko nomie und Philosophie, S. 246.
6 Rohentwurf, S. 271
4
Arbeit zitieren:
Harm Sönksen, 2002, Die "Natur" im Marxschen Denken, München, GRIN Verlag GmbH
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