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INHALTSÜBERSICHT
Seite
Einleitung 3
1. Begriff und Bedeutung der akustisch Umwelt (a U ) 3
2. Historische Perspektive der a .U 6
3. Lautsphäre und Analyse der a .U 7
4. Ansätze zur besseren Gestaltung der a .U 10
Schluss 12
Literaturverzeichnis 13
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Einleitung
Im Rahmen des Seminars „Musikpsychologische und musiksoziologische Grundlagen der Vermittlung und Aneignung von Musik“ unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Hörmann stand zu Beginn des Semesters der Themenpunkt „Akustische Umwelt“ (a.U.) auf dem Programm. Hierbei handelt es sich um ein vielschichtiges und vor allem sehr umfangreiches Themengebiet. So kann in dieser Seminararbeit nur ein grober Überblick über a.U. gegeben werden. Die Arbeit gliedert sich nach folgenden Gesichtspunkten:
1. Begriff und Bedeutung
2. Historische Perspektive
3. Lautsphäre und Analyse
4. Ansätze zur besseren Gestaltung
Die meisten und wertvollsten Informationen für diese Arbeit stammen aus R. Murray Schafer`s Buch „Klang und Krach“, welches mir schon im Rahmen meines Ethnomusikologiestudiums von großem Wert war. Fast alle Autoren, die ich zur Recherche heranzog, beziehen sich auf Schafer.
Der Bereich Musik spielt für die a.U. nur eine untergeordnete Rolle, jedoch kann die Beschäftigung mit dem Gebiet der a.U. von unschätzbarem Wert für das Studium der Musik sein, da man m.E. sehr stark für eigene Hörfähigkeiten und Hörgewohnheiten sensibilisiert wird. Man beginnt, seine Umwelt mit offeneren Ohren wahrzunehmen und ihr mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
1. Begriff und Bedeutung der a.U.
Was meint der Begriff a.U. eigentlich?
Akustisch: All das, was hörbar ist.
Umwelt: Die Umgebung, das Milieu, die Summe aller äußeren Lebens- und Entwicklungsbedingungen, die ein Lebewesen prägen. (Vgl. Helms/ Schneider/ Weber 1994, S. 282)
Forschungsgegenstand der a. U. sind jegliche Formen von Geräuschen und Klängen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch häufig von der Erforschung der globalen Lautsphäre.
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Die a.U. ist ein Teilbereich des sozialen Umfelds eines Lebewesens, der durchaus eine Rolle in der Persönlichkeitsentwicklung spielt und für die Prägung eines Lebewesens mitverantwortlich ist. Ein großer Teil der a.U. besteht aus Naturgeräuschen, Menschenlauten, Schall von Werkzeugen, Maschinen, Verkehrsmitteln u.v.m.(Vgl. Helms/Schneider/Weber 1994, S. 282)
Für ein Individuum haben alle Geräusche irgendeine Bedeutungsqualität. So können Geräusche z.B. Erinnerungen hervorrufen, Warnsignale darstellen oder Störungen verursachen. Sie können beruhigende oder stimulierende Wirkung haben u.v.m. (Vgl. Helms/Schneider/Weber 1994, S. 282)
Diese Geräusche oder Sounds sind aber nicht nur gehörter Schall, nicht nur Klangmaterial, sondern auch Umwelterfahrung und deren Interpretation.(Vgl. Werner 1995, S. 3) Schafer bezeichnet die Welt sogar als eine „makrokosmische musikalische Komposition“.(Schafer 1988, S. 9)
Sabine Breitsamer nennt u.a. folgende drei Gründe, warum es wichtig geworden ist, sich mit dieser „Komposition“ näher zu befassen:
Allgemeiner Verlust der Hörwelt, Hörerfahrungen und Hörenswürdigkeiten. N
Der moderne Mensch hat oft das Gehör der Einseitigkeit visueller Reize geopfert. N
Unsere akustische Realität besteht fast nur noch aus dem, was sich in der Nähe N
abspielt (Verlust des Fernhörens). (Vgl. Breitsamer 1991, S. 9)
Aber die soziale und kulturelle Entwicklung des Menschen ist entscheidend von den „Fernsinnen“ Sehen und Hören abhängig. Die restlichen drei der fünf Sinne, nämlich das Riechen, Schmecken und Tasten, sind „Nahsinne“ und für
die vitale Entwicklung sowie für die Fortpflanzung wichtig. (Vgl. Faust 1995, S. 13) Bei der Beschäftigung mit a.U. stößt man früher oder später auf den Namen R. Murray Schafer. Der Kanadier ist einer der bekanntesten Fachleute auf dem Gebiet der a.U. Er ist Komponist, Klangökologe, Schriftsteller und Pädagoge in einem. Berühmt geworden ist er vor allem durch seine Schule des Hörens in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts und das World Soundscape Project (WSP) in
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den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Schafer hat ein Klavierstudium absolviert und sich autodidaktisch großes Wissen in Bereichen der Philosophie, Literatur und Journalistik angeeignet.
(Bildnachweis: http://argosy.ca/argosy01-02/01.17.02/29.html, Stand 20.07.03)
Ein Blick in die Inhaltsangabe seines Buches „Klang und Krach“ von 1977 gibt Aufschluss darüber, welche Themengebiete bei der Erforschung der a.U. eine Schlüsselrolle einnehmen. Der Originaltitel des Buches lautet „The tuning of the world“ bzw. in einer späteren Ausgabe „The soundscape; our sonic environment and the tuning of the world”.
Einleitend stellt Schafer in seinem Buch fest dass sich die globale Lautsphäre ständig verändert und dass der moderne Mensch heute in einem völlig anderen akustischen Raum lebt
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als alle früheren. In der heutigen Zeit wird in allen Teilen der Welt daran gearbeitet, unsere Lautsphäre zu erforschen.(Vgl. Schafer 1988, S. 7) „Akustik, Psychoakustik, Otologie, Praxis und Verfahrenstechnik internationaler Lärmbekämpfung, Kommunikations- und Tonaufnahmetechnik (Elektroakustik und elektronische Musik), Gehörmusterwahrnehmung und die Strukturanalyse von Sprache und Musik. Diese Forschungen sind miteinander verwandt, behandeln sie doch Aspekte der globalen Lautsphäre. Auf die eine oder andere Weise stellen alle mit diesen unterschiedlichen Themen befassten Forscher dieselbe Frage: Welche Beziehung besteht zwischen den Menschen und den Lauten seiner Umwelt und was geschieht, wenn diese Laute sich verändern?“ (Schafer 1988, S. 7)
2. Historische Perspektive der a.U.
Da alles Leben im Wasser seinen Ursprung hatte, sind die ersten Laute, die je von Lebewesen wahrgenommen wurden, die „STIMMEN DES MEERES“(Schafer 1988, S. 23). Der erste Sinn, den ein Säugling ausprägt, ist sein Gehörsinn. Deshalb nimmt ein Mensch von seiner Umwelt zuallererst Unterwassergeräusche wahr, nämlich pränatal im Bauch der Mutter. Schall breitet sich im Wasser wesentlich schneller aus als im Medium Luft. Aus diesem Grund schlagen Sporttaucher in Gefahrensituationen mit einem Metallgegenstand gegen ihren Sauerstofftank, um möglichst schnell andere Taucher warnen zu können. Schafer geht im Teil Eins seines Buches zunächst auf die Lautsphäre der Tierwelt und die Klänge der Natur ein. Der Mensch versucht seit jeher, diese Klänge zu imitieren, sei es durch Musikinstrumente aller Art oder durch seine Stimme. Häufig trifft man in der Sprache auf lautmalerische Begriffe. Im Deutschen lassen Verben wie z.B. knurren, knarren, meckern, plätschern oder grunzen den individuellen Sound des bezeichneten Hörereignisses allein durch ihre Aussprache wiedererklingen.(Vgl. Schafer 1988, S. 55ff) Ebenso wurde in allen Zeiten daran gearbeitet, Naturklänge kompositorisch zu verwenden oder mit Musikinstrumenten nachzuahmen.(Vgl. Helms/Schneider/Weber 1994, S. 282f) Einen starken Einschnitt in der geschichtlichen Entwicklung der a.U. stellte die Entdeckung des elektrischen Stroms dar. A.U. wurde bis dato nur aus natürlich oder mechanisch erzeugten Klängen geformt. Nun war es möglich, Klang aus Raum und Zeit herauszulösen, Schall zu übertragen und zu reproduzieren. Sound begann sich von seiner Natur zu entfremden.(Vgl. Schafer 1988 S. 119ff)
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Peter Lissner, 2003, Akustische Umwelt, Munich, GRIN Publishing GmbH
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