EMOTIONALE INTELLIGENZ ALS SCHLÜSSELQUALIFIKATIO N
INHALTSVERZEICHNIS
EMOTIONALE INTELLIGENZ ALS SCHLÜSSELQUALIFIKATION 3
EINLEITUNG 3
1 DEFINITION UND EINFÜHRUNG IN DIE THEMATIK 3
1.1 Definition Emotion 3
1.2 Einblick in die Neurobiologie der Emotionen 4
1.3 Definition Intelligenz 5
1.3.1 Die rationale oder kognitive Intelligenz und der IQ 5
1.3.2 Intelligenztheorie nach THORNDIKE 6
1.3.3 Intelligenztheorie nach GARDNER 6
1.4 Emotionale Intelligenz 7
1.4.1 Definition 7
1.4.2 Abriss der Entwicklungsgeschichte der emotionalen Intelligenz 8
2 DIE FÜNF KOMPONENTEN DER EMOTIONALEN INTELLIGENZ NACH PETER SALOVEY JOHN
MAYER 9
2.1 Selbstwahrnehmung 9
2.2 Selbstregulierung 9
2.3 Motivation 9
2.4 Empathie 10
2.5 Soziale Kompetenz 10
3 FACETTEN UND BEREICHE DER EMOTIONALEN INTELLIGENZ AM ARBEITSPLATZ 11
3.1 Emotionale Intelligenz in der Personalauswahl 11
3.2 Die vier Verhaltenstypen bei Konfliktsituationen nach DAEUBNER 13
3.3 Die Bedeutung der emotionalen Intelligenz für Teams 14
3.4 Nutzen der emotionalen Intelligenz für den Arbeitsalltag 16
3.5 Die vier Führungskompetenzen nach GOLEMAN 16
3.5.1 Selbstwahrnehmung 16
3.5.2 Selbstmanagement 17
3.5.3 Soziales Bewusstsein 17
3.5.4 Beziehungsmanagement 17
SCHLUSSBETRACHTUNG 18
LITERATURVERZEICHNIS 19
2
Emotionale Intelligenz als Schlüsselqualifikation
EINLEITUNG
Die Regeln der Arbeitswelt sind im Wandel. Wir werden an einem neuen Maßstab gemessen, der nicht nur misst, wie klug und ausgebildet wir sind , sondern auch wie geschickt wir mit uns selbst und mit anderen umgehen. Dieser Maßstab kommt immer öfter zur Anwendung, wenn darüber entschieden wird, wer eingestellt wird und wer nicht. Dieser neue Maßstab setzt voraus, dass wir ausreichende intellektuelle Fähigkeiten und technisches Wissen mitbringen, aber der Fokus der Betrachtung liegt an einem anderen Punkt. Er liegt bei den persönliche n Qualitäten wie I nitiative und Empathie, Anpassungsfähigkeit und Überzeugungskraft. In einer Zeit, in der es keine Arbeitsplatzsiche rheit mehr gibt, sind dies die vorrangigen Fähigkeiten, die uns Beschäftigung verscha ffen und erhalten. Für diese Fähigkeiten gibt es einen Namen: Emotionale Intelligenz. 1 Was meint dieser Begriff? Was nützt dem Mitarbeiter, was nützt dem Unternehmen emotionale Intelligenz? Jeder kennt es, jeder hat es schon mal gehört, aber was bedeutet es genau? Diese und weitere Fragen sollen in dieser Ausarbeitung geklärt we rden.
1 Definition und Einführung in die Thematik
Zorn, Furcht, Glück, Liebe, Überraschung, Abscheu, Trauer, Freude, Ärger, Mitleid, Scham, Neid…. Sämtliche Emotionen, die empfunden werden, lassen uns etwas tun. Wir lassen und durch das Empfinden der Emotionen zu Handlungen hinreißen. Welche Reaktionen dies sind, wird im Kapitel 1.2 näher erlä utert.
1.1 Definition Emotion
Der Stamm des Wortes „Emotion“ lässt sich vom lateinischen Verb „movere“ (bewegen) herleiten, es wird heute oft von einer Gemütsbewegung gesprochen. Die lateinische Vorsilbe „e“ ergänzt das Wort mit der Bedeutung „hin, her, weg, aus, heraus “, sodass das Wort Emotion zwar Gemütsbewegung bzw. -regung bedeutet, aber zusätzlich noch eine Handlung zur Folge hat. „Jede Emotion weckt eine spezifische Handlungsbereitschaft, die uns in eine Richtung weist […]“ 2
In der Umgangssprache werden Emotionen oft mit Gefühlen gleichgesetzt , der Unte rschied besteht jedoch darin, dass eine Emotion eine automatische Reaktion des Körpers auf eine bestimmte Situation darstellt, wobei ein Gefühl dann erlebt wird, we nn
1 VGL. GOLEMAN 2000, S. 11F
2 GOLEMAN 2001, S. 20
3
diese Emotion bewusst wahrgenommen wird. 3 Um den Unterschied noch deutlicher zu machen: Ein Gefühl wird bewusst erlebt, eine Emotion unbewusst.
1.2 Einblick in die Neurobiologie der Emotionen
"Ein Freund erzählte mir von seinem Urlaub in England. In einem Café […] hatte er
gefrühstückt und war anschließend auf der Treppe entlang spaziert, die zum Kanal
hinunter führte. Plötzlich sah er ein Mädchen, das, starr vor Angst, ins Wasser
schaute. Ehe er recht wusste, warum, sprang er - mit Anzug und Krawatte - ins
Wasser. Erst im Wasser wurde ihm bewusst, dass das Mädchen verängstigt nach
einem Kleinkind starrte, das hineingefallen war; er konnte es retten. Was ließ ihn ins
Wasser springen, ehe er wusste, warum? Es war wahrscheinlich sein Mandelkern.“ 4 Der Mandelkern ist der „Sitz unserer Leidenschaft“ 5 Der medizinische Begriff des Mandelkerns kommt von dem griechischen Wort Amygdala, das Mandel bedeutet. Der Mandelkern ist der Spezialist für emotional e Angelegenheiten, er ist ein Speicher für primitive emotionale Erinnerungen. Die folgende Abbildung zeigt, stark vereinfacht, den Ablauf im Gehirn bei einer emotionalen Reaktion:
Abb. 1: Quelle: Goleman 2001
zum Mandelkern. Diese Transmission erfolgt schneller und erlaubt eine raschere (wenn auch weniger genaue) Reaktion. Auf diese Weise kann der Mandelkern eine Reaktion auslösen, noch bevor die kortika-
6 len Zentren ganz verstanden haben, was vor sich geht.
Emotionen führen unweigerlich zu Handlungen. Hier einige Beispiele, welche Reaktionen beim Empfinden bestimmter Emotionen hervorgerufen werden: ∼ Zorn: Blut strömt in die Hände (man kann schneller zur Waffe greifen oder den Feind
schlagen) , der Puls nimmt zu, Adrenalin wird ausgestoßen; dies erzeugt einen Ene rgieschub wodurch eine energischere Reaktion ermöglicht wird.
3 Vgl. KLEIN 2003, S. 35
4 GOLEMAN 2001, S. 35
5 GOLEMAN 2001, S. 32
6 VGL. IBD. S. 37
4
∼
Überraschung: Man hebt unbewusst automatisch die Augenbrauen an, um das Blick-
feld zu erweitern und mehr Licht auf die Netzhaut zu lenken.
∼ Furcht. Blut fließt aus dem Gesicht ab, sodass es bleich wird und fließt in die Bein-
muskeln, und sorgt so dafür, dass man leichter fliehen kann. Zugleich erstarrt der Körper kurz, um abzuwägen, ob Flucht oder Ausharren die bessere Alternative ist. Es werden Hormone ausgeschieden, sodass der Körper in einem allgemeinen Alarmzustand ist. Auf diese Weise ist er gereizt und handlungsbereit, kann sich auf die Gefahr konzentrieren.
∼ Trauer: Die Trauer lässt die Energie und Begeisterung für das normale Leben sinken,
sie verlangsamt den Stoffwechsel des Körpers. Durch diesen inneren Rückzug wird die Gelegenheit geschaffen, den Verlust zu betrauern. 7
1.3 Definition Intelligenz
Das Wort Intelligenz leitet sich aus dem Lateinischen „intellegere“ (wahrnehmen, merken, erkennen, verstehen, begreifen, Einsicht haben) ab. Im alltäglichen Sprachgebrauch wird unter Intelligenz Klugheit, schnelle Denkfähigkeit und Denk - und Urteilsvermögen versta nden.
Festzuhalten ist, dass grundsätzlich alle Menschen intelligent sind, sie sich jedoch in
der Höhe der Intelligenz unterscheiden. Die Höhe […] bemisst sich nach zwei Krite-rien: der Geschwindigkeit in der Erfassung und Lösung von Aufgaben einerseits und
der Komplexität der Aufgaben andererseits […]. 8
1.3.1 Die rationale oder kognitive Intelligenz und der IQ
Der erste Intelligenztest ist um 1900 von Alfred Binet als Schulreifetest entwickelt wo rden. Es sind dann im Laufe der Jahre verschiedene Test entwickelt worden, die alle ihren eigenen Namen haben und keinesfalls miteinander vergleichbar sind. Diese Tests können aber nur ganz bestimmte intellektuelle Leistungen erfassen und haben somit eingeschränkte Aussagekraft. Das Ausmaß von Wissen und Bildung, der Charakter, die Zuverlässigkeit, musische Begabungen, das Geschick im Umgang mit Menschen, können z.B. nicht getestet werden. Aus diesem Grund sind solche herkömmlichen Intelligenztest nicht geeignet, Voraussagen über Lebens - und Berufserfolg zu treffen.
7 VGL. IBD. S. 22F
8 SCHELER 1999, S. 32
5
1.3.2 Intelligenztheorie nach THORNDIKE
∼
die abstrakte Intelligenz: Diese Intelligenz ist der akademischen, rationalen Intelli-
genz gleichzusetzen. ∼ die mechanische oder praktische Intelligenz: Die Fähigkeit, physikalische Objekte zu verstehen und zu benutzen.
∼ die soziale Intelligenz: Diese definiert er als „The ability to understand and manage men and woman, boys and girls - to act wisely in human relations“ 10 - (Die Fähigkeit Männer und Frauen, Jungen und Mädchen zu verstehen und zu leiten - weise in menschlichen Beziehungen zu handeln).
1.3.3 Intelligenztheorie nach GARDNER
1983 erschien Howard Gardners (*1943) Buch „Frames of mind - the theory of the mul-
ben Intelligenzen nach GARDNER sind im Einze lnen:
∼ die linguistische Intelligenz: die Fähigkeit, Sprachen zu erlernen, zu gebrauchen, eine gewisse Sensibilität für Sprache n zu besitzen.
∼ die musische Intelligenz: die Begabung zum Musizieren, Komponieren, Emotionen in Musikstücken zu erkennen und den Sinn für musikalische Prinzipien wie z.B. Taktgefühl, Tongefühl zu haben.
9 VGL. SCHEIBEL 2004, S 8
10 IBD. S. 8F
11 VGL. GARDNER 1983
6
Arbeit zitieren:
Betriebswirtin Yvonne Flerlage, 2005, Emotionale Intelligenz als Schlüsselqualifikation, München, GRIN Verlag GmbH
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