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Die Orientdarstellung im Herzog Ernst B

Title: Die Orientdarstellung im Herzog Ernst B

Thesis (M.A.) , 2004 , 76 Pages , Grade: 2.8

Autor:in: Nadia Hamdan (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Nur von wenigen mittelalterlichen Werken kann man sagen, dass sie bis in die Neuzeit beliebt und bekannt blieben und immer wieder neu bearbeitet wurden. Die Geschichte des Herzog Ernst ist bis heute populär und liegt in vier deutschen, noch dem Mittelalter zugehörigen Fassungen ( A,B, D, G) , sowie drei lateinischen (C, Erf. und E, welche eine lateinische Hexameterdichtung Odos von Magdeburg darstellt - dieser ist der einzige namentlich bekannte Dichter eine Herzog Ernst Bearbeitung) und zwei neuhochdeutschen Bearbeitungen von Ludwig Uhland und Peter Hacks vor. Die Beliebtheit des Stoffes ist Resultat der Stoffgeschichte und ergibt sich aus dem Nebeneinander von Reichsgeschichte und orientalischer Märchenwelt.

Trotz der Umgestaltungen, die die Kerngeschichte mit den zahlreichen Bearbeitungen erfahren hat, bleibt der Konsens der Geschichte durch die Jahrhunderte erhalten. Das Nebeneinander von der Empörergeschichte des unschuldig in Not geratenen Herzog Ernst, und den Abenteuern desselben in einem geheimnisvollen Orient sprechen das Publikum bis heute an, was die neuzeitlichen Bearbeitungen Ludwig Uhlands, oder in neuester Zeit Peter Hacks´, zeigen.

Die allgemeine Beliebtheit des Stoffes, der über die Literatur hinausgeht, beweist der Zeichentrickfilm „Herzog Ernst“ von Lutz Dammbeck aus dem Jahre 1999. Die germanistische Forschung richtet ihr Interesse bis heute auf die zahlreichen Gestaltungen der Herzog - Ernst - Geschichte.

Frühere Forschungen seit dem 19. Jahrhundert fokussierten ihren Gegenstand nur auf den reichsgeschichtlichen Teil des Werkes, während der – auch zeilenmässig überwiegende – Orientteil nahezu unberücksichtigt blieb.

Noch 1941 bearbeitet Max Wetter in „Quellen und Werk des Ernstdichters“ nur den reichsgeschichtlichen Teil und lässt den Orientteil vollständig aus.
Erst in den sechziger Jahren unterzieht Hans Szklenar auch dem Orientteil einer Interpretation, weitere Werke unter diesem Gesichtspunkt folgen.

In der jüngeren Forschung wird der Orientteil bevorzugt analysiert, während der reichsgeschichtliche Teil meist der Legitimierung Ernsts für seine Reise in den Orient dient. Jasmin Scharam-Rühl fasst die Bedeutung des reichsgeschichtlichen Teils zusammen: „Die erschlossene `Kernfabel` bildet […] einen Rahmen um die Abenteuergeschichte.“

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Einführung

II Die literargeschichtliche Rezeption des Herzog Ernst

III Überlieferung und Entstehung

IV Vorgehensweise

Teil I Die Vorgeschichte - Herzog Ernst im deutschen Reich

1.1. Der Kampf gegen Kaiser und Reich

1.2 Die Gründe für den Kreuzzug

1.3 Der Kreuzzugsorient und die unbekannten Länder

1.3.1 Die Ebstorfer Weltkarte

1.3.2 Visualisierung des Weges anhand der Ebstorfer Weltkarte

1.3.3 Die Bedeutung des Kreuzzugsweges im Handlungsverlauf

Teil II Herzog Ernst im Orient

2.1 Zur Darstellung des Orients im Mittelalter

2.2 Der unbekannte Orient

2.2.1 Zur Tradition der Wunderwesen

2.3 Herzog Ernst in Grippîa

2.3.1 Die Grippîaner – Mischwesen aus der Phantasie des Dichters?

2.3.2 Herzog Ernsts Bewährung in Grippîa

2.3.2.1 Zur Bestrafung der Sünden in Grippîa

2.3.2.2 Ernsts Versagen in Grippîa

2.4 Der Magnetberg

2.5 Der Kampf gegen die Wesen im fabulösen Orient

2.5.1. Das Land der `Einsterne` - die Arimaspi

2.5.2 Der Kampf gegen die `Plathüeve`

2.5.3 Der Kampf gegen die `Ôren`

2.5.4 Der Kampf der Pygmäen gegen Kraniche

2.5.5 Die Riesen von Cânâan

2.5.6. Erneute Flucht – Ernst verlässt die Arimaspi

2.6 Bewährung oder Ehrbeweis? – Das Ende der Orientfahrt

Teil III - Der Weg zurück ins Reich – Môrlant und Jerusalem

3.1 Zurück in der realen Welt – der König von Babylon

3.2 Das Ziel der Reise – Jerusalem

3.3 Die Rückkehr ins Reich

4. Schlussbemerkung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht die Darstellung des Orients im mittelhochdeutschen Epos "Herzog Ernst B" sowie die Rolle der darin vorkommenden Wunderwesen und des Protagonisten selbst. Dabei steht die Frage im Zentrum, inwiefern der Orient als fabulöser Raum und Herzog Ernst als agierender Held im Handlungsverlauf konstruiert sind.

  • Analyse der reichsgeschichtlichen Vorgeschichte und ihrer Bedeutung für die Orientfahrt.
  • Untersuchung des mittelalterlichen Orientbildes und dessen Reflexion in der literarischen Darstellung.
  • Aufschlüsselung der Funktion und der literarischen Herkunft der im Werk auftretenden Wunderwesen.
  • Erörterung von Herzog Ernsts Rolle, insbesondere unter dem Aspekt der ritterlichen Ehre und des Büßer-Motivs.
  • Interpretation des Versöhnungsschlusses im Kontext zeitgenössischer Vorstellungen von Herrschaft und Gerechtigkeit.

Auszug aus dem Buch

2.3.2 Herzog Ernsts Bewährung in Grippîa

Die Abenteuer in Grippîa haben, nicht nur was die Eigentümlichkeit der Grippianer angeht, eine besondere Stellung im Handlungsverlauf.

Ernst und seine Truppe sind der offenen Stadtpforte wegen den Grippîanern gegenüber misstrauisch eingestellt. Dies ist nicht verwunderlich, da sie sich in einem unbekannten und fernen Land befinden. So wissen sie auch nicht, ob sich in der prächtigen Stadt Christen oder Heiden befinden. Ernst muss also mit feindlichen Gegnern rechnen.

Die Ermahnung Ernsts, nichts als wichtige Nahrung von Grippîa mitzunehmen, versteht sich als Ritterehre und entspricht dem (literarischen) Bild des vorbildlichen und vor allem ehrenvollen Ritters – denn ein solcher raubt nicht. Herzog Ernst verhält sich hier also ehrenhaft und seinem Stand entsprechend. Trotz seiner Vertreibung aus dem Reich hat Ernst nichts von seiner Ehre verloren, wie sich hier zeigt.

Ernst sieht die Versuchung, die von dem Reichtum Grippîas ausgeht, als Prüfung Gottes an – „ got will uns lîhte versuochen“ - was dem Bild des höfischen Ritters entspricht, dessen Aufgabe es war, zwischen den weltlichen Aufgaben und den göttlichen Geboten eine Balance zu finden. Ernst erweist sich hier als vorbildlicher Ritter und Christ.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einführung: Hinführung zum Thema des Werkes und Überblick über den Forschungsstand zur Herzog-Ernst-Dichtung.

II Die literargeschichtliche Rezeption des Herzog Ernst: Darstellung der frühen Rezeption des Stoffes im 13. Jahrhundert durch zeitgenössische Dichter.

III Überlieferung und Entstehung: Analyse der Fassung B als Grundlage der Arbeit sowie Diskussion zur Datierung und Autorschaft des Werkes.

IV Vorgehensweise: Erläuterung der methodischen Ansätze zur Untersuchung der Orientdarstellung und der Wunderwesen.

Teil I Die Vorgeschichte - Herzog Ernst im deutschen Reich: Untersuchung der Konfliktursachen, die zur Flucht Ernsts und zum Beginn des Kreuzzugs führen.

Teil II Herzog Ernst im Orient: Detaillierte Analyse der Orientfahrt, der Begegnungen mit verschiedenen Wunderwesen und der Rolle Ernsts in diesen fantastischen Räumen.

Teil III - Der Weg zurück ins Reich – Môrlant und Jerusalem: Betrachtung der Rückkehr Ernsts, seines Auftretens in der realen Welt und der abschließenden Versöhnung im Reich.

4. Schlussbemerkung: Zusammenfassende Einordnung der Ergebnisse zur Rolle Ernsts und zur Darstellung des Orients im Epos.

Schlüsselwörter

Herzog Ernst, Mittelhochdeutsche Epik, Orientdarstellung, Wunderwesen, Kreuzzug, Spielmannsdichtung, Literaturgeschichte, Arimaspi, Grippîa, Rittertum, Bußfahrt, Mittelalterliche Weltsicht, Ebstorfer Weltkarte, höfische Literatur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das mittelhochdeutsche Werk "Herzog Ernst B" mit einem besonderen Fokus auf die Darstellung des Orients und die Rolle der Wunderwesen sowie des Protagonisten innerhalb der Handlung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die literarische Konstruktion des Orients als fabulöser Raum, die Einordnung des Werkes in die mittelalterliche Literaturgeschichte sowie das Konzept von ritterlicher Ehre und Buße.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die spezifischen Besonderheiten der Orientdarstellung zu erarbeiten und zu klären, welche Rolle Herzog Ernst im Handlungsverlauf einnimmt, insbesondere im Kontext der begegneten Wunderwesen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt einer werkimmanenten Analyse, die zudem Forschungsergebnisse zur Literaturgeschichte und zum mittelalterlichen Weltbild (z.B. Kartographie, Fürstenspiegel) einbezieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der reichsgeschichtlichen Vorgeschichte, die detaillierte Analyse der Orientabenteuer (Grippîa, Arimaspi) und den Weg der Rückkehr ins Reich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie "Herzog Ernst", "Wunderwesen", "Kreuzzug", "Rittertum" und "Mittelalterliche Weltsicht" charakterisieren.

Welche Bedeutung kommt der Ebstorfer Weltkarte im Werk zu?

Die Ebstorfer Weltkarte dient als visuelle Referenz, um die mittelalterliche Vorstellung des Orients und die Geographie der Reise von Herzog Ernst besser zu verstehen und zu visualisieren.

Wie bewertet die Autorin den Umgang Ernsts mit den Wunderwesen?

Die Autorin hebt hervor, dass Ernst den Wunderwesen trotz ihrer traditionellen Einordnung als sündhafte Wesen mit einer für die Zeit bemerkenswerten ritterlichen Ehre und Respekt begegnet.

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Details

Title
Die Orientdarstellung im Herzog Ernst B
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Grade
2.8
Author
Nadia Hamdan (Author)
Publication Year
2004
Pages
76
Catalog Number
V34364
ISBN (eBook)
9783638346085
Language
German
Tags
Orientdarstellung Herzog Ernst
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadia Hamdan (Author), 2004, Die Orientdarstellung im Herzog Ernst B, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34364
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