Vorwort
Eine sehr gute Freundin aus meiner Schulzeit fiel mir des öfteren durch ihre schlechte Laune auf. Als ich sie eines Tages darauf ansprach, erzählte sie mir von den Problemen, die sie zu Hause mit ihren Eltern hatte. Ich bekam mit, wie sehr sie unter den Streitigkeiten zwischen beiden Elternteilen litt. Mehr und mehr zog sie sich von ihren übrigen Freundinnen zurück und verschloss sich vor allem vor den Lehrern, die ihr helfen wollten. Auch ihr Äußeres schien ihr nicht mehr so wichtig zu sein, was bei einem 12-jährigen Mädchen an sich verwunderlich ist. Sie war durch die Situation derart belastet, dass ihre schulischen Leistungen immer schlechter wurden und sie schließlich vor der Wahl stand, die Klasse zu wiederholen oder auf einen anderen Schulzweig überzuwechseln. Doch an all dem schien sie sich, zumindest vom Blickwinkel eines Außenstehenden betrachtet, nicht zu stoßen. Von zentralerer Art waren die Probleme in der Familie. Als ich erfuhr, dass sich die Eltern meiner Freundin letztendlich scheiden lassen wollten, ahnte ich, es würde für sie den Weltuntergang bedeuten. Es war in der Tat zunächst ein großer Schlag für sie, denn sie hatte sich sehr bald auf eine neue Lebenssituation umzustellen. Sie sollte sich kurzerhand entscheiden, ob sie besser bei ihrem Vater oder bei ihrer Mutter bleiben wollte. Nach meinem Empfinden durchlief sie bestimmte Phasen, von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt, von offensiv bis defensiv, was das Verhalten gegenüber anderen anbelangte. Aber irgendwie hatte ich, als ihre beste Freundin, den Eindruck, dass jegliches Verhalten von ihr kontrolliert und genau überlegt war. Keinerlei Reaktion war natürlich oder kam aus dem Bauch heraus. Zudem verleugnete sie vor Dritten stets gern die familiäre Lage zu Hause, insbesondere dann, wenn sie merkte, dass die anderen Mädchen und Jungen aus intakten Elternhäusern stammten.
Heute, so stelle ich fest, hat meine Freundin mit ihren 25 Jahren ihr Leben sehr gut im Griff, obwohl hinzukam, dass ihre geliebte Mutter leider schon vor ein paar Jahren verstarb. Inzwischen ist sie zu einem sehr selbständigen Menschen herangereift und steht seit acht Jahren auf ihren eigenen Beinen. Dies ist jedoch nur das, was ich von außen sehen kann. Was sich verborgen unter der Oberfläche befindet, wage ich nur zu vermuten.
Da ich die familiären Hintergründe meiner Freundin genau kannte, wusste ich gut mit ihrer Art umzugehen und versuchte sie stets zu verstehen. Dies bewog mich auch dazu, mich mit
dem Thema Scheidung und Scheidungsfolgen für Kinder eingehender zu beschäftigen und es zum Gegenstand der vorliegenden Arbeit zu machen.
Ich denke, dass mir die Einblicke, die ich daraus gewonnen habe, mein ganzes Leben lang im Umgang mit Jugendlichen helfen werden und, dass ich nun für solche Fälle in meinem Berufsleben als Lehrerin gewappnet bin.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung: „Bis dass der Tod euch scheidet.“ 1
2 Die aktuelle Scheidungslage in Deutschland. 4
2.1 AKTUELLE STATISTISCHE DATEN ZUR SCHEIDUNGSSITUATION IN DEUTSCHLAND 4
2.2 AKTUELLE STATISTISCHE DATEN ZUR SCHEIDUNGSSITUATION IN BAYERN 5
2.3 DIE HÄUFIGSTEN SCHEIDUNGSURSACHEN UND RISIKOFAKTOREN 10
2.3.1 GESELLSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN 10
2.3.2 ÖKONOMISCHE RAHMENBEDINGUNGEN 13
2.3.3 JURISTISCHE RAHMENBEDINGUNGEN 14
2.3.4 PSYCHOLOGISCHE BEDINGUNGEN UND PERSÖNLICHE GRÜNDE. 15
3 Die Scheidung vor dem Gesetz. 19
3.1 GESETZ UND REALITÄT. 19
3.2 DAS SORGERECHT 20
3.2.1 DAS ALLEINIGE SORGERECHT 22
3.2.2 DAS GEMEINSAME SORGERECHT. 26
3.2.3 DAS KINDSCHAFTSREFORMGESETZ ODER ERNEUERTES GEMEINSAMES SORGERECHT 28
4 Der Entwicklungsverlauf in der Pubertät eines Jugendlichen. 30
4.1 DIE KÖRPERLICHE UND PSYCHOSEXUELLE ENTWICKLUNG IN DER ADOLESZENZ 31
4.2. DIE KOGNITIVE ENTWICKLUNG IN DER ADOLESZENZ. 33
4.3 DIE MORALISCHE ENTWICKLUNG IN DER ADOLESZENZ. 34
5 Die Bedeutung der Familie für die Entwicklung des Kindes 38
6 Die Phasen der Ehescheidung im kindlichen Erleben. 50
6.1 DIE AMBIVALENZPHASE. 52
6.1.1 BESCHREIBUNG DER MERKMALE DER AMBIVALENZPHASE 52
6.1.2 DIE KINDLICHE VERARBEITUNG DER AMBIVALENZPHASE 54
6.2 DIE TRENNUNGS - UND SCHEIDUNGSPHASE. 55
6.2.1 DIE BESCHREIBUNG DER MERKMALE DER TRENNUNGS- UND SCHEIDUNGSPHASE 55
6.2.2 DAS ERLEBEN DER TRENNUNGS- UND SCHEIDUNGSPHASE DURCH DAS KIND. 56
6.3 DIE NACHSCHEIDUNGSPHASE. 57
6.3.1 DIE BESCHREIBUNG DER MERKMALE DER NACHSCHEIDUNGSPHASE. 57
6.3.2 DIE NACHSCHEIDUNGSPHASE AUS DER SICHT DES KINDES 58
7 Vater- und Mutterfigur in ihrer Bedeutung für das Kind 61
7.1 DER VATER 61
7.1.1 DER EINFLUSS DES VATERS AUF DIE ENTWICKLUNG DES ROLLENVERHALTEN BEI
JUNGEN 61
7.1.2 DIE AUSWIRKUNGEN DER ABWESENHEIT DES VATERS AUF DIE
GESCHLECHTSROLLENIDENTIT ÄT DES SOHNES 63
7.1.3 DER EINFLUSS DES VATERS AUF DIE ENTWICKLUNG DES ROLLENVERHALTENS BEI
M ÄDCHEN 65
7.1.4 DIE AUSWIRKUNG DER ABWESENHEIT DES VATERS AUF DIE WEIBLICHE
GESCHLECHTSROLLENENTWICKLUNG. 66
7.1.5 DIE VERACHTUNG GEGENÜBER DEM VATER 67
7.2 DIE MUTTER 69
7.2.1 MÜTTER UND SÖHNE 69
7.2.2 MÜTTER UND TÖCHTER 71
8 Unterschiedliche Langzeitauswirkungen einer Scheidung auf das Kind
73
9 Schlussteil: Hilfe für das „geschiedene“ Kind. 75
9.1 UNTERSTÜTZUNG DURCH DIE ELTERN 75
9.2 UNTERSTÜTZUNG SEITENS DES LEHRERS 77
9.3 MEDIATION - DIE SANFTE SCHEIDUNG. 78
9.4 BÜCHER ALS BEWÄLTIGUNGSHILFEN FÜR KINDER UND JUGENDLICHE. 79
9.5 DIE FRAUENSEELSORGE. 80
10 Literaturverzeichnis. 83
Anhang 94
1 Einleitung: „Bis dass der Tod euch scheidet.“ 1
Bei der weltlichen und kirchlichen Trauung schwören sich Jahr für Jahr zig- tausende Paare die Treue und versprechen sich ein gemeinsames Leben, bis dass der Tod sie scheidet. Die Ehe als Lebensform existiert zwar mittlerweile nicht mehr als ausschließliche Form des Zusammenlebens, doch erfreut sie sich nach wie vor großer Beliebtheit. Neben des einfachen Zusammenlebens ohne Trauschein entscheiden sich „drei von vier Personen mindestens einmal in ihrem Leben“ 2 für die Ehe.
Mittlerweile ist die Ehe nicht mehr als bloße Zweckgemeinschaft zu sehen, wie noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts, sondern sie ist zu einer frei wählbaren und individuell gestaltbaren Lebensform geworden. Niemand ist irgendwelchen Heiratszwängen unterworfen, jeder kann die Ehe mit dem Partner, bzw. der Partnerin der eigenen Wahl eingehen. Doch die Glückserwartungen, die dabei aneinander gestellt werden erfüllen sich bei einem Drittel der Paare nicht. Und da, wie bereits erwähnt, die Ehe in unserer modernen Gesellschaft nicht mehr rein aus Zweckgründen geschlossen und somit dadurch auch nicht mehr zusammengehalten wird, ist die Scheidung oftmals schon vorprogrammiert, sollte ein Ehepartner die Erwartungen des anderen nicht erfüllen. Die Hintergründe für die Zunahme der Scheidungsbereitschaft sollen im Verlauf meiner Arbeit noch genauer aufgezeigt werden.
Ewige Treue sollte das Fundament einer Ehe sein, doch nur die wenigsten Ehen halten ein Leben lang. „Aufgrund der derzeitigen Scheidungsquoten ist damit zu rechnen, dass ca. 14% der ehelich geborenen Kinder damit rechnen müssen, dass ihre Eltern sich scheiden lassen werden, b evor sie selbst das 15. Lebensjahr erreicht haben. Wieviele ehelich geborene Kinder von einer Trennung ihrer Eltern ohne gerichtliche Scheidung und wieviele nicht ehelich geborene Kinder von Eltern, die in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft leben, von deren Trennung betroffen sind, lässt sich nicht exakt feststellen.“ 3
1 Eheschließungsformel
2 Schneider, N.F.: Warum noch Ehe?, S. 49.
3 Findl, P., 1993, zitiert in: Wilk, L.: Scheidung und Trennung der Eltern im Kinderleben, S.307.
Leider muss man sagen, dass bei Scheidungen das Wohl der Kinder lange zweitrangig war, denn es wurde lediglich aus der Sicht der Erwachsenen gedacht und gehandelt. Betrachtet man die rechtliche Seite des Scheidungsverfahrens, so bemüht man sich zwar heute die Scheidung zum Wohl des Kindes zu regeln, in Wirklichkeit, so habe ich den Eindruck, ist es immer noch nicht möglich, den Bedürfnissen der Kinder vollends gerecht zu werden. Die Sche idung der Eltern ist und bleibt eine große seelische und manchmal auch körperliche Belastung für die Kinder. Meine Arbeit wird dies auf den folgenden Seiten noch ausführlich zeigen.
Dabei kann heutzutage gar nicht mehr angezweifelt werden, dass Kinder schon in der Trennungsphase und ganz besonders auch danach sehr stark unter der Situation leiden. Sie haben sich an eine neue familiäre Konstellation zu gewöhnen, denn die gewohnten und vertrauten Bande brechen auseinander und laut Gesetz wurden die Kinder dann entweder dem Vater oder der Mutter zugesprochen. Erst nach neuem Sorgerecht können sich beide Eltern die Erziehung teilen.
„Es herrscht allgemeine Einigkeit darüber, dass die Kinder, welche in den Kampf zwischen Mutter und Vater fast immer hineingezogen werden, dadurch in schwere Loyalitätskonflikte geraten, die sie überfordern und ihre seelische Entwicklung beeinträchtigen.“ 4 Allein in Deutschland werden alljährlich ca. 135.000 Kinder zu Scheidungswaisen und haben oft ihr ganzes Leben unter den Langze itfolgen zu leiden.
Die vorliegende Arbeit wird sich also in erster Linie mit den Folgen einer Scheidung für die Kinder befassen. Dabei soll zum einen auf die Lage der Kinder während der Trennungsphase der Eltern eingegangen werden, zum anderen soll die Arbeit aufzeigen, dass Scheidungskinder für ihr ganzes Leben von dem traumatischen Ereignis in ihrer Kindheit geprägt sind.
Des weiteren möchte ich Einblicke geben, wie Kindern bei einer Scheidung geholfen werden kann, welche Aufgaben Vater und Mutter leisten können um ihrem Sprössling die Trennung zu erleichtern und welche Möglichkeiten heutzutage angeboten werden, um eine Scheidung möglichst sanft für alle Beteiligten durchzuführen, wenn es keinen anderen Ausweg aus einer missglückten Ehe gibt.
4 Figdor Helmuth: Kinder aus geschiedenen Ehen: Zwischen Trauma und Hoffnung, S. 15.
1 Einleitung: „Bis dass der Tod euch scheidet.“ 3
Vorweg jedoch soll eine statistische Darstellung die derzeitige Scheidungsrealität in
Deutschland verdeutlichen
2 Die aktuelle Scheidungslage in Deutschland
2.1 Aktuelle statistische Daten zur Scheidungssituation in Deutschland
Laut dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden steigt die Anzahl von Scheidungen in der Bundesrepublik immer weiter an. Im Jahr 1995 wurden rund 169.400 Ehen geschieden, das sind im Gegensatz zu 1994 3.400, bzw. 2% mehr. Für 142 300 minderjährige Kinder bedeutete dies das Auseinanderbrechen der vertrauten Familienbande. Die Zahl ist um 5,2 Prozent höher als im Jahr zuvor. 5
Betrachtet man die folgenden Jahre bis 1998, so ist ein stetiger Anstieg der Scheidungszahlen zu verzeichnen: 1996 wurden um 3,6% mehr Ehen geschieden 6 , 1997 nahm die Zahl sogar um 7% zu 7 , 1998 schließlich ließ sich ein Anstieg von weiteren 2,5% feststellen. Somit wurden in Deutschland in diesem Jahr 192.438 Ehen geschieden, das sind um 4.636 mehr als im Vorjahr. Dies bedeutet, dass von 1.000 bestehenden Ehen 10 im Jahr 1998 wieder geschieden wurden.
In den Bundesländern wurde betreffs der Scheidungsrate eine uneinheitliche Entwicklung festgestellt. In Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen und im Saarland war die Anzahl der Scheidungen leicht rückläufig, in den neuen Bundesländern konnte hingegen ein erheblicher Anstieg verzeichnet werden. 8
Die Zahl der durch eine Scheidung der Eltern betroffenen minderjährigen Kinder hat im Jahr 1998 ein wenig abgenommen. Im Vergleich zu 1997, als noch 163.112 Scheidungswaisen gezählt wurden, waren es 1998 „nur“ noch 159.298, also um 2,3% weniger.
Vergleicht man die Zahl der betroffenen minderjährigen Kinder, die bis 1998 etwas abnahm mit der Statistik der Ehepaare mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren, so kann man leicht erklären, wie es zu dem leichten Rückgang kam: Im Jahre 1999 wurde vom Mikrozensus, einer amtlichen Stichprobe zur Bevölkerung und Erwerbstätigkeit 7,1%
5 http://www.statistik-bund.de/presse/deutsch/pm1996/p2360023.htm (28.08.2001)
6 http://www.statistik-bund.de/presse/deutsch/pm1997/p2110023.htm (28.08.2001)
7 http://www.statistik-bund.de/presse/deutsch/pm1998/p3160023.htm (28.08.2001)
8 http://www.statistik-bund.de/presse/deutsch/pm1999/p2590023.htm (28.08.2001)
weniger Ehepaare mit minderjährigen Kindern in Deutschland gezählt. In genauen Zahlen sind dies im Jahr 1991 noch 7,9 Millionen, im Jahr 1999 jedoch nur noch 7,4 Millionen Ehepaare mit Kindern. Vom Rückgang betroffen waren vornehmlich Kleinfamilien mit nur einem oder zwei Kindern.
Insgesamt wuchsen im April 1999 12,5 Millionen Kinder unter 18Jahren bei Ehepaaren auf und zusätzlich noch 2,8 Millionen bei Alleinerziehenden. Jedes dritte Kind war im Jahr 1999 ein Einzelkind. 9
Die Zahlen unterstreichen, dass der Prozentsatz an Scheidungskindern und an Kindern Alleinerziehender im Vergleich zur Gesamtzahl der in deutschen Familien lebenden Kindern relativ hoch ist. Die Tendenz geht mehr und mehr über zur Ein- Eltern-Familie, unabhängig davon, ob die Partner getrennt leben oder geschieden sind. Allem Anschein nach hat sich diese Familienform in Deutschland etabliert und ist aus unserer modernen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken.
2.2 Aktuelle statistische Daten zur Scheidungssituation in Bayern
Nicht nur in Gesamtdeutschland, sondern auch speziell in Bayern selbst hat sich laut dem Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung die Zahl der Ehescheidungen seit dem Jahr 1980 drastisch entwickelt. Im Jahr 1997 war mit 26.046 ein neuer Höchststand erreicht. Dies sind um 7% mehr als im Vorjahr und knapp doppelt so viele wie 1980. So wurden 1997 von 10.000 Ehen 91 geschieden, 1996 waren es noch 85.
Es ist interessant, dass vor allem noch relativ kurz verheiratete Paare sich scheiden ließen. Denn die meisten Ehen bestanden kaum 10 Jahre, ehe sie schon wieder aufgelöst wurden. Anzumerken ist, dass auch in lang andauernden Ehen die Trennungsbereitschaft anstieg. Das Diagramm führt vor Augen, dass im Jahr 2000 bereits 15% der Ehen vor dem fünften Hochzeitstag geschieden wurden. Die Zahl der Scheidungen zwischen fünften und zehnten Hochzeitstag lag im selben Jahr bei 31%. 34 % der Ehen gingen erst nach zehn bis
9 http://www.statistik-bund.de/presse/deutsch/pm2000/p1450024.htm (28.08.2001)
zwanzig Jahren auseinander. Nur 20% der im Jahr 2000 geschiedenen Ehen bestanden bereits zwanzig Jahre oder mehr. 10
Diagramm 1: Ehescheidungen in Bayern 2000 nach der Ehedauer 11
In den Regierungsbezirken Oberfranken und Oberbayern waren die Scheidungszahlen im ganzen Freistaat 1998 am höchsten. Sie führten den Landesdurchschnitt mit 19,2% bzw. 8,6% an, unter dem Landesdurchschnitt blieben, gemessen zum Vorjahr, die Regierungsbezirke Niederbayern mit 5,4%, Schwaben mit 4,1% und die Oberpfalz mit nur 1,6% Steigerung. 12
Neueste Ergebnisse aus dem Landesamt für Statistik in Bayern beweisen, dass die Scheidungszahlen 2000 immer noch ansteigend sind. Besonders in Oberbayern und Oberfranken (9,9% bzw. 7,0%) haben die Zahlen erheblich zugenommen. In allen anderen Regierungsbezirken lag die Zunahme unter dem Landesdurchschnitt: Mittel- und Unterfranken, sowie die Oberpfalz lagen bei etwa 6,0%, Schwaben und Niederbayern bei etwa 4,5%. Die Scheidungshäufigkeit je 10 000 bestehende Ehen lag in Mittelfranken mit
10 http://www.bayern.de/lfstad/presse/060_2001.html (30.08.2001)
11 ebd.
12 http://www.bayern.de/lfstad/presse/037_1998.html (29.08.2001)
109 erheblich über dem Landesdurchschnitt von 97. Darauf folgen allerdings dicht Oberbayern, mit 102 und Oberfranken mit 99. Schwaben, Unterfranken, Niederbayern und die Oberpfalz lagen mit 96, 91, 87 und 82 deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Das folgende Diagramm soll die Verteilung der Anzahl an Ehescheidungen 1990/ 1997 auf die einzelnen Regierungsbezirke nochmals veranschaulichen. In allen Bezirken zeichnet sich eine deutliche Zunahme der Scheidungsrate ab. 13
Diagramm 2: Anzahl der Scheidungen auf jeweils 10 000 bestehende Ehen 1990 und 2000 in den
Regierungsbezirken Bayerns 14
Die Zahl der Scheidungswaisen hat sich seit 1990 bedauerlicherweise sehr stark erhöht. So waren es im Jahr 1990 etwa 13.900, im Jahr 1997 jedoch schon 22.051, was etwa 60% Anstieg bedeutet. Im Jahr 2000 lag die Zahl schon bei 22469 Kindern. (Diagramm 3). Dies hängt einerseits mit der hohen Zahl an Ehescheidungen zusammen, andererseits mit dem Anteil an Ehen, in denen zum Scheidungszeitpunkt zwei oder mehr Kinder lebten. 1990 waren es noch 19% der Ehen, 2000 schon fast 25%. Im Gegensatz dazu hat die Anzahl an Ehen ohne, bzw. ohne minderjährige Kinder bedeutend abgenommen.
13 http://www.statistik.bayern.de/presse/060_2001.html (01.09.2001)
14 http://www.statistik.bayern.de/presse/037_1998.html (28.08.2001), ergänzt mit den Zahlen von 2000
Diagramm 3: Ehescheidungen und davon betroffene minderjährige Kinder in Bayern seit 1990 15
Fast in allen Jahren wurde die Scheidung in der Mehrzahl von den Frauen eingereicht. 2000 beantragten in rund 58% der Fälle die Ehepartnerinnen die Scheidung, doch in nur rund 36 die Männer und in 6% beide Partner. 16
Auf Nachfrage beim Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung schickte mir Herr Naser zusätzlich noch die aktuellsten Zahlen der Ehescheidungen, gültig für die Oberpfalz, die aus Tabelle Nr.1 auf der folgenden Seite entnommen werden können. Deutlich zu erkennen ist, dass Regensburg als kreisfreie Stadt von 1998 bis 2000 die Tabelle mit der höchsten Scheidungszahl in der Oberpfalz anführt. Im Jahr 2000 wurden dort mehr als doppelt so viele Ehe n geschieden, wie in Weiden und gar dreimal so viele wie in Amberg. In der Gesamtzahl hat sich die Anzahl der Ehescheidungen in den kreisfreien Städten allerdings seit 1998 ein wenig verringert. Waren es 1998 noch 572 Scheidungen, so kamen auf das Jahr 1999 nur noch 498 und 513auf das Jahr 2000. Auch in den Landkreisen ist in der Gesamtwertung ein geringer Rückgang zu verzeichnen. Dabei ist in einigen Landkreisen ein Anstieg der Scheidungsrate auffällig, in anderen eine geringe Abnahme, bzw. eine in etwa gleichbleibende Rate. Ein Anstieg ist in Neumarkt,
15 http://www.statistik.bayern.de/presse/051_2000.html (01.09.2001)
16 http://www.statistik.bayern.de/presse/060_2001.html (30.08.2001)
Tirschenreuth und besonders im Landkreis Regensburg deutlich zu erkennen. 1998 gab es um Regensburg noch 358 Scheidungen, im Jahr 2000 waren es schon 394.
Zusammenfassend kann man sagen, dass in Großstädten und deren Landkreisen die relative Scheidungshäufigkeit am größten ist. In ländlichen Räumen scheint die Scheidungshäufigkeit geringer zu sein. Allerdings ist erfahrungsgemäß die Kinderzahl in Familien auf dem Land größer als in der Stadt, so dass die Anzahl der betroffenen minderjährigen Kinder in Landkreisen von Kleinstädten größer als in Großstädten ist.
Geschiedene Ehen in der Oberpfalz seit 1998 nach Kreisen
17 Auf Nachfrage von: Juergen.Naser@lfstad.bayern.de ( Bayerisches Landesamt für Statistik und
Datenverarbeitung)
2.3 Die häufigsten Scheidungsursachen und Risikofaktoren
Es gibt sehr viele Untersuchungen und Theorien, die sich mit den Ursachen und Rahmenbedingungen von Scheidung auseinandersetzen. Die Psychologie, sowie die Soziologie und die Sozialwissenschaft liefern eine große Menge an Literatur, die den Rahmen dieser Arbeit sprengen würden, wenn man genauer auf alle Ergebnisse eingehen wollte. Daher soll das folgende Kapitel nur knapp die wesentlichsten Punkte aufgreifen. Zusätzlich möchte ich an dieser Stelle anmerken, dass einige Resultate von Untersuchungen und Test noch nicht wirklich wissenschaftlich erwiesen sind. Es handelt sich vielfach um Stichproben von Scheidungspaaren, die man befragt hat um die etwaigen Beweggründe zum letztendlichen Schritt der Trennung zu erfahren. Die Aussagen dieser Paare können jedoch nicht verallgemeinert werden und auf alle geschiedenen Eheleute übertragen werden.
2.3.1 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
Unsere Gesellschaft ist geprägt von Werten und Normen, die einem stetigen Wandel unterworfen sind. So spielen beispielsweise Statussymbole und Schichteinflüsse eine große Rolle, wenn eine Partnerschaft eingega ngen wird. Durch die zunehmende Liberalisierung der Beziehungsformen hat auch die Scheidungshäufigkeit vehement zugenommen. Laut Guy Bodenmann ist soziologisch vor allem bedeutsam, „dass Ehen seit der Mitte der 60er Jahre durch Begriffe wie Emanzipation, Liebesheirat, Unabhängigkeit, sexuelle Freiheit etc. individuell wie gesamtgesellschaftlich einen neuen Bedeutungsgehalt erhalten haben.“ 18 Demnach enden Ehen heutzutage schneller, wenn die Partner sich eingeengt sehen und ihren Interessen nicht nachgehen können und wenn sich die Erwartungen, die beide Partner aneinander stellen nicht erfüllen. 19
In den Ehen unserer Großeltern und Urgroßeltern ließen sich viele Ungereimtheiten noch anhand von Kompromissen bereinigen. Die Frau war bis weit ins 20. Jahrhundert noch angewiesen auf den Mann als Ernährer der Familie, denn sie selbst war meist als Hausfrau
18 Bodenmann, Guy, in: Zeitschrift für Familienforschung, 11, 1999, Heft 2, S. 6.
19 Vgl. Hettlage, in Zeitschrift für Familienforschung, 12, 2000, Heft 1, S. 84.
und Mutter zu Hause und konnte, anders als heutzutage, keinem Beruf nachgehen. Somit war sie gezwungen, ihre Bedürfnisse hinter denen der Familie zurückzustellen. Erst mit dem Zweiten Weltkrieg, als viele Frauen doppelte Arbeit leisten mussten, weil ihre Männer noch im Krieg waren, bzw. gefallen waren, etablierte sich allmählich die Frauenarbeit. Die „Trümmerfrauen“ hatten neben der Sorge um die Kinder auch beim Wiederaufbau der Häuser schwere körperliche Arbeit geleistet. Internationale Frauenbewegungen, wie die Suffragetten in England trugen wesentlich dazu bei, auf die Benachteiligungen der Frauen in vielen Bereichen, wie in der Ausbildung und dem Studium, aufmerksam zu machen. Ihren Durchbruch jedoch fand die Frauenbewegung erst um die 60er Jahre, in denen die Emanzipation der Frau das zentrale Thema war. Dies sei jedoch nur als kleiner Exkurs am Rande erwähnt.
Diese Errungenschaft, dass Frauen nun in fast allen Lebensbereichen dem Mann gleichgestellt sind, verhalf den Frauen zu einem neuen Selbstbewusststein, mit dem der Mann erst lernen musste sich zu arrangieren
Weiter schreibt Bodenmann, dass der „soziale Druck seitens der Verwandtschaft und des Familienclans“ 20 abgenommen hat. Es hat sich also ebenfalls eine Wandlung ergeben im Denken der Leute. Eine Scheidung ist heutzutage keine große Schande mehr für eine Familie. Und aufgrund der Alltäglichkeit dieses Ereignisses gehört eine Scheidung in den Augen der Menschen inzwischen leider zum Leben, wie Heiraten und Kinder kriegen. 21
Eine weitere These, die von verschiedensten Wissenschaftlern schon aufgegriffen wurde, lautet, dass die Stabilität der elterlichen Ehe ebenfalls Auswirkungen auf die spätere Ehe der Kinder haben soll. Das Scheidungsrisiko sei um einiges größer in Ehen, in denen ein Partner selbst die Scheidung seiner eigenen Eltern miterleben musste. Ein Argument besagt, dass durch die „ökonomische Deprivation“ der Familie und damit auch der Kinder bei eben diesen das Bedürfnis entsteht diesen Mangel zu kompensieren. Die Folge ist eine sehr frühe Heirat der Kinder, der oftmals eine nicht allzu optimale Partnersuche
20 Bodenmann, Guy, in: Zeitschrift für Familienforschung, 11, 1999, Heft 2, S. 6.
21 Vgl. Heekerens, in: Zeitschrift für Soziologie, S. 190.
vorausgeht. Am Ende einer solchen zu frühen Ehe steht in vielen Fällen eine Scheidung in späteren Jahren. 22
Ebenfalls von Bedeutung für den Anstieg der Scheidungsbereitschaft ist auch die zunehmende soziale Anonymität des Lebens in den Großstädten. 23 Dadurch, dass kaum ein Bewohner in einer Stadt die Menschen seiner Umgebung richtig kennt und nähe r mit ihnen befreundet ist, ist es offensichtlich, dass eine Scheidung fast unbemerkt ablaufen kann, ohne, dass man sich lange rechtfertigen muss. Zudem fehlt heute oft der soziale Druck von verwandtschaftlicher Seite.
Nach der „ Sex Ratio Hypothese“ 24 heißt es, Frauen seien eher an der Stabilität einer Partnerschaft interessiert, wohingegen Männer mehr Interesse an Abwechslung und an Diversität hätten. Demnach liege in Gesellschaften mit Frauenüberschuss die Scheidungsrate höher, weil den Männern eine größere Auswahl an Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts zur Verfügung stehe und ein damit verbundener Schritt zum Ehebruch in einer möglichen Trennung der Eheleute enden kann.
Wissenschaftlern zu Folge heißt es auch, dass die berufliche Orientierung mit Aufstiegs-und Karrieremöglichkeiten zu instabileren Partnerschaften führt. 25 Sowohl Frau als auch Mann werden aufgrund des enormen Leistungsdrucks im Beruf häufig vor die Entscheidung gestellt: Karriere oder Familie? Da viele Frauen unabhängig sein wollen, entscheiden sie sich nicht selten für die Karriere. Auch beim Mann bedeutet Karriere und Aufstieg meist viel Engagement im Beruf und wenig Zeit für die Familie. Häufig ist damit auch ein Ortswechsel in eine andere Stadt verbunden. Ehe und Familie unter einen Hut zu bringen mit dem Job ist heute fast unmöglich geworden. Bestehende Partnerschaften zerbrechen deshalb an der räumlichen, bzw. der zeitlichen Trennung. 26
22 Gostomski, Christian et al., in: Klein/ Kopp: Scheidungsursachen aus soziologischer Sicht, S.45./Heekerens, in: Zeitschrift für Soziologie, S. 191/ 192.
23 Bodenmann, Guy, in: Zeitschrift für Familienforschung, 11, 1999, Heft 2. S. 6.
24 Guttentag, M., Secord, P.: Too many women? The sex ratio question. Beverly Hills: Sage, 1983.
25 Bodenmann, Guy, in: Zeitschrift für Familienforschung, 11, 1999, Heft 2, S. 7.
26 Vgl auch:Gysi, in: Pro-Familia-Magazin, 26, 1998, Heft 1, S. 20.
Eine andere mögliche Ursache für die erhöhte Scheidungszahl liegt womöglich in der Religionszugehörigkeit der beiden Ehepartner. Dabei sei hinzuzufügen, dass die katholische Religion generell gesehen eher einen scheidungsmindernden Effekt hat. 27 In Verbindung mit anderen Religionen und religiösen Auffassungen kann es jedoch zu unterschiedlichen Ansichten bei den Partnern kommen, die ihrerseits wiederum in Auseinandersetzungen und Konflikte enden können. Besonders gegensätzliche Religionen wären zum Beispiel der christliche Glaube im Vergleich zum muslimischen Glauben. Bei letzterem stellt besonders die Stellung der Frau einen Konfliktpunkt für den christlichen Glauben dar, denn im muslimischen Glauben ist die Frau dem Mann untergeordnet. Vertreterinnen unseres christlichen Glaubens mit einer modernen Weltauffassung akzeptieren diese Auffassung in einer Ehe nur selten.
2.3.2 Ökonomische Rahmenbedingungen
Anhand von unzähligen Untersuchungen wurde aufgezeigt, dass die Lage der Wirtschaft mit der Scheidungsrate zusammenhängt. In Zeiten einer Hochkonjunktur wurden vermehrt Ehescheidungen verzeichnet als in Zeiten einer schlechten Wirtschaftslage. Diese Aussage wird bestätigt am Beispiel der Schweiz, in der die Scheidungsrate im Vergleich zu Deutschland mit 42% gegenüber 32% deutlich höher liegt. In Europa wirkt sich also eine geregelte wirtschaftliche Existenz eher positiv auf die Stabilität einer Ehe aus. 28 In den USA hingegen schien es auffällig, „dass eine niedrige Schichtzugehörigkeit und ein damit verbundenes geringeres Einkommen und Bildungsniveau oft bei Scheidungspaaren vorliegt“. 29
Für alle Fälle scheint jedoch zu gelten, dass ein guter und höhergestellter Job Frauen ein geregeltes Einkommen ermöglicht, was zur Folge hat, dass die Kosten einer Scheidung leichter verkraftet werden können und der Schritt zur Selbständigkeit und damit zur Scheidung leichter ist.
In vielen Ehen kann also eine ungleiche geistige Bildung der Ehepartner zum Scheitern der Beziehung führen. Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass bei Männern und Frauen
27 Gostomski, Christian et al., in: Klein/ Kopp: Scheidungsursachen aus soziologischer Sicht, S.45.
28 Vgl. dazu auch: Schulz, in: Soziale Welt, 34, 1983, Heft 4, S. 418-419.
29 Bodenmann, Guy, in: Zeitschrift für Familienforschung, 11, 1999, Heft 2, S. 7.
differenziert werden muss. Gostomski et allii schreiben dazu folgendes: “Während bei Männern davon ausgegangen wird, dass durch eine hohe Bildung das Humankapital und so über das erzielbare Einkommen die Möglichkeiten der Nutzenproduktion erhöht werden, ist bei Frauen dieser Effekt nicht so eindeutig.“ ... „Eine gute Schulbildung ermöglicht eine lukrative eigene Erwerbstätigkeit der Ehefrau und macht damit einemeist als effizient betrachtete - Arbeitsteilung unwahrscheinlicher.“ 30 Dasselbe gilt schließlich auch für die Ausbildung. Bei Männern wirkt sich eine gute Ausbildung negativ auf die Scheidungswahrscheinlichkeit aus, was bedeutet, dass sie so gut wie keinen störenden Einfluss auf die Ehe darstellt, es sei denn das Familienleben leidet unter der Abwesenheit des Vaters. Bei Frauen ist eher das Umgekehrte festzustellen. Durch ihren Erfolg und die erhöhte Selbständigkeit entstehen oft eheliche Konflikte, wenn zum einen der Partner nicht mit der Situation umgehen kann, dass die Ehefrau erfolgreicher ist, zum anderen, wenn durch die Karrieresituation der Frau die Familie vernachlässigt wird.
Gostomski behauptet, dass das ehespezifische Kapital auf alle Fälle scheidungsmindernd wirke. Zum ehespezifischen Kapital zählen nicht nur der gemeinsame Verdienst, sondern auch Kinder, als ehespezifische Investition und Dinge, die gemeinsam erworben wurden. 31 Ist demnach wenig von diesem Kapital in einer Beziehung vorhanden, ist ebenfalls der Schritt zur Scheidung leichter, da der Nutzenfluss in einer Beziehung mit geringem ehespezifischen Kapital nicht so groß ist.
2.3.3 Juristische Rahmenbedingungen
Im Laufe unseres Jahrhunderts hat sich die Rechtssprechung im Hinblick auf die Scheidung ein wenig gelockert. In allen Ländern, in denen die Scheidungsgesetzgebung liberaler geworden ist, konnte zugleich auch ein Anstieg der Scheidungszahle n ausgemacht werden. Am Beispiel der Schweiz wird deutlich, wie wenig Scheidungsklagen eigentlich
30 Gostomski, Christian et al., in: Klein/ Kopp: Scheidungsursachen aus soziologischer Sicht, S. 46.
31 Gostomski, Christian et al., in: Klein/ Kopp: Scheidungsursachen aus soziologischer Sicht, S. 48.
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Yvonne Fischer, 2001, Die Scheidung der Eltern im Erleben von Kindern und Jugendlichen, München, GRIN Verlag GmbH
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