Inhalt Seite
Fantastiktheorien 1
Einleitung 2
Fantastische Literatur 2
Maximalistische Fantastiktheorie 3
Minimalistische Fantastiktheorie 3
Der Sandmann 5
Fazit 7
Literaturverzeichnis 7
Einleitung
In dieser Arbeit soll die Minimalistische Fantastiktheorie nach Tzvetan Todorov erklärt und
angewandt werden Hierzu stellen sich einige Fragen deren Beantwortung für das Verständnis der
Minimalistische n Fantastiktheorie notwendig ist:
1. Was ist fantastische Literatur
2. Wie kann sie erkannt und wie von anderen Gattungen abgegrenzt
werden
3. In welchem Zusammenhang stehen hierbei die Maximalistische und
die Minimalistische Fantastiktheorie
Es ist sehr schwierig vielleicht sogar unmöglich Fantastik genau zu erklären Dennoch möchte ich
an Hand von unterschiedlicher Literatur eine mögliche Sichtweise von Fantastik darlegen und
erklären
Fantastische Literatur
Fantastik: das Fantastische das einer Sache oder einem Vorgang
innewohnt Zauber Märchenhaftigkeit o ä 1
Es gibt keine eindeutige Definition des Fantastischen und auch eine versuchte Definition ist in
fast keinem Nachschlagewerk zu finden Jedoch haben viele Autoren das Fantastische ein bzw von
anderen Genres abgegrenzt um es somit deutlich zu machen Im Weiteren möchte ich auf die
beiden von verschiedenen Wissenschaftlern vertretenen Positionen eingehen die maximalistische
1 Dr Renate Wahrig (Hrsg ): Das Wahrig Fremdwörterlexikon München: Bertelsmann Lexikon Verlag
GmbH 2001 S 282
und die von Uwe Durst benannte minimalistische Fantastiktheorie. Hierdurch lässt sich der Begriff des Fantastischen genauer erklären und differenzieren.
Maximalistische Fantastiktheorie
Zusammenfassend ist zur Maximalistischen Fantastiktheorie zu sagen, dass alle erzählenden Texte, in deren fiktiver Welt die Naturgesetzte verletzt werden, als fantastisch gelten.
Die Naturgesetzte sind das wichtigste Kriterium in dieser Theorie. Nicht das Unwahrscheinliche, das Unglaubwürdige oder die Lüge machen Texte fantastisch, denn sie sind Teile der realen Welt, erst die vollkommene Ausgeschlossenheit eines Ereignisses in Hinblick auf die Naturgesetzte. Fantastik hängt in diesem Sinne mit unserer Realität zusammen, denn nur das Re ale macht das Fantastische fantastisch. In fantastischer Literatur wird mit unserer Angst vor dem Unerklärbaren gespielt. Ein Be ispiel hierfür sind Erzählungen von E.T.A. Hoffmann, worauf ich im Folgenden eingehen werde. Sie lässt das Absurde, den Schrecken, die nicht erklärbare Angst in unserer realen Welt erscheinen. Unheimliches und fantastische Literatur sind unweigerlich miteinander verknüpft. Die fantastische Erzählung liebt es (…), uns Menschen, wie wir es sind, vor Augen zu führen, die sich in unserer Alltagswelt bewegen und auf einmal mit dem Unerklärlichen konfrontiert sind. 2 Vampire beispielsweise sind klassische Wesen in der fantastischen Literatur. Sie faszinieren uns, da sie nicht altern und unsterblich sind. Ein schon immer bestehender Wunsch in den Köpfen der Menschen. Niemand weiß die Wahrheit über Graf Dracula, aber er kann selbst in unserer modernen Zeit die Menschen verängstigen, weil er reell war. Louis Vax und Roger Caillois, beide Vertreter der Maximalistischen Fantastiktheorie, heben diese Angst des Rezipienten als Gattungsmerkmal für fantastische Literatur hervor. 3
Minimalistische Fantastiktheorie
Die Unschlüssigkeit macht nach dieser Theorie das Fantastische aus. Sobald sich der Leser bewusst darüber ist, dass die ihm vorliegende Erzählung in einem irrealen Umfeld, beispielsweise in einer Märchenwelt, spielt, ist der Zauber des Fantastischen verloren. Man kann dieses Genre also von völlig fiktiver Literatur, wie z.B. Märchen oder Sagen, abgrenzen. Natürlich ist fantastische
2 Louis Vax: Die Phantastik. In:, : Rein A. Zondergeld (Hg.): Almanach der phantastischen Literatur.
Frankfurt am Main: Insel 1974, S. 12.
3 Louis Vax, Roger Caillois in: Rein A. Zondergeld (Hg.): Almanach der phantastischen Literatur.
Frankfurt am Main: Insel 1974.
3
Literatur fiktiv, denn sie wird von den Autoren in Form von Erzählungen oder Romanen verfasst, aber genau der Umstand der Ungewissheit macht sie fantastisch.
Ein weiteres Merkmal der fantastischen Literatur ist hier die Angst und das Grauen, das den Leser befällt. Auch dies ist nur durch die Unschlüssigkeit über das Reelle und das Imaginäre der Erzählung der Fall.
Hier möchte ich nun die Theorie Tzvetan Todorovs anführen, der die fantastische Literatur als Gattung analysiert. Er unterscheidet das Fantastische von vom Unheimlichen und Wunderbaren und entwickelt hierzu vier genologische Klassen:
Das unvermischt Unheimliche berichtet von Geschehnissen, die sich durch Gesetze der Vernunft (hier: Naturgesetze) erklären lassen, aber dennoch unglaublich, außergewöhnlich, beunruhigend sind.
Das Fantastisch Unheimliche zeichnet sich dadurch aus, dass den sonderbaren Begebenheiten am Ende der Erzählung eine rationale Erklärung folgt. Hier unterscheidet Todorov zwei verschiedene Möglichkeiten:
1. Die real- imaginäre Auflösung, in der die Angeblichen übernatürlichen
Ereignisse durch eingeschränkte Wahrnehmung auf Grund eines Drogenrausches oder von Wahnsinn oder auf Grund eines Traumes der im Text geschilderten Personen zu erklären sind.
2. Die real- illusorisch Auflösung deckt am Schluss der Erzählung eine
Täuschung oder einen Betrug auf. Auch kann das übernatürliche Geschehen einfach durch einen Zufall erklärt werden.
Im Fantastisch- Wunderbaren wird das Übernatürliche Ende anerkannt.
Die Unvermischt- Wunderbare Erzählung ist als märchenhafte Erzählung zu sehen. Sie ist deutlich fiktiv und löst im Leser keine Verwunderung über übernatürliche Elemente hervor.
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Arbeit zitieren:
Carola Ostrinsky, 2005, Fantastiktheorien, München, GRIN Verlag GmbH
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