Gliederung
1 Einleitung
2 Einordnung des barrierefreien Tourismus in den Wirtschaftszweig „Tourismus“
2.1 Begriffsklärung
2.2 Reiseverhalten und Reisemotive
2.3 Barrierefreier Tourismus in Deutschland
3 Barrierefrei durch Weimar die touristische Infrastruktur der Kulturstadt
3.1 Situationsanalyse in den Hotels
3.2 Analyse ausgewählter Kultureinrichtungen
3.3 Zusammenspiel der touristischen Leistungsträger
4 Kommunikationspolitische Ansätze eine Möglichkeit der Information
4.1 Leistungen der cwt GmbH
4.2 Wirksamer Auftritt im Internet
4.3 Ergebnis
5 Fazit
Anhang
Literatur Quellenverzeichnis
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1 Einleitung
In meiner Vordiplomarbeit habe ich mich für das Thema „Barrierefreier Tourismus“ entschieden, weil dies ein Thema ist, dass viel Potenzial aufweist. Potenzial an Materie und Konfliktreichtum.
Ich habe dieses Thema bewusst gewählt, da es weitgehend unbearbeitet ist. Daher ist es sehr schwer, treffendes Material zu finden. Bücher sind größtenteils wenig aussagekräftig und Internetseiten enthalten oft Informationen, die eher an die betroffenen Behinderten gerichtet sind, wie ich oft die Erfahrung gemacht habe. Somit wird sich meine Arbeit meist darauf richten, den aktuellen Stand in Weimar aufzunehmen und das Marketing der Stadt im Hinblick auf Behinderte zu erfassen. Zudem verändert sich die Altersstruktur in unserer Gesellschaft immer weiter, in Deutschland neigt sich die Alterspyramide immer weiter in Richtung der Senioren. Viele Rentner werden aufgrund ihres Alters körperlich eingeschränkt. Zum Beispiel lässt das Hör- oder Sehvermögen nach, wie einige andere Körperfunktionen auch. Zusätzlich muss bedacht werden, dass auch die Medizin immer weiter fortschreitet und somit das Erreichen eines höheren Alters immer wahrscheinlicher macht. Somit können auch viele Senioren vom barrierefreien Tourismus profitieren.
Aufgrund dessen, dass das Thema viel Material bereithält, werde ich mich primär auf die Vermarktung konzentrieren und herausheben, wie die Kulturstadt sich als barrierefrei und behindertengerecht präsentiert.
Es ist mein Ziel, am Ende meiner Vordiplomarbeit, einen behindertengerechten I nternetauftritt in Zusammenarbeit mit der cwt GmbH zu entwerfen und zu konstruieren. Diese Präsentation richtet sich vor allem an Sehbehinderte und Blinde, da andere Gruppen von Behinderten mit dem Lesen von Texten eher geringere Probleme haben.
Erstrebenswert ist ebenso, auf die Bedeutung des barrierefreien Tourismus hinzuweisen und auf die immer größer werdende Wichtigkeit dieser Thematik aufmerksam zu machen. Die Gruppe an Behinderten nimmt stetig zu und kann für den To urismus als Zukunftsmarkt gehandelt werden. Es ist also von großer Bedeutung, frühzeitig diese Zielgruppe als Marktanteil zu realisieren, um genau und richtig reagieren und ha ndeln zu können.
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2 Einordnung des barrierefreien Tourismus in den Wirtschaftszweig
„Tourismus“
2.1 Begriffsklärung
Was bedeutet eigentlich barrierefreier Tourismus? Viele Menschen verbinden mit dem Wort „behindert“ meist Rollstuhlfahrer oder auch Blinde. Dass aber nicht nur geh- und sehbehinderte Menschen zu dieser Bevölkerungsgruppe zählen, ist lediglich wenigen klar.
Das Wort „behindert“ trifft auf jeden zu, der in irgendeiner Weise in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist. Dazu gehören natürlich hör- und gehbehinderte, bli nde, psychisch eingeschränkte und stumme Menschen, als auch schwangere Frauen, übergewichtige, kleinwüchsige und großwüchsige Personen. Dieser Kreis muss erweitert werden um Leute, die aufgrund von Unfällen oder Operationen Spätfolgen davongetragen haben und somit in ihren Freiheiten eingeschränkt und verhindert sind. Kleinere Kinder wie auch ältere Menschen zählen genauso unter den Begriff „barrierefrei“ wie die Personen, die sie begleiten und auf sie achten müssen. Daraus ergibt sich, dass auch die Kinderwagen, die zu den Babys gehören, für die Eltern eine Einschränkung darstellt, ebenso, wie zu schweres Gepäck. Personen mit vorübergehenden Verletzungen aus Unfällen oder Folgen von Operationen müssen ebenfalls als potenzielle Kunden für einen barrierefreien Tourismus angesehen we rden. Auch deshalb kann jeder von uns vorübergehend als „behindert“, im Sinne von „verhindert“, gelten und somit schwerer in einer anderen Umgebungen zurecht kommen.
Es ist also notwendig, Lösungen und Hilfeste llungen für alle diese Gruppen von unterschiedlichen Menschen zu finden und bereit zu stellen. Am Anfang des Jahres 2004 gab es 6,7 Millionen registrierte schwerbehinderte Menschen in Deutschland. Interessant hieran ist, dass die Hälfte aller eingeschränkten Personen ältere Leute sind, das heißt, sie sind über 65 Jahre alt. Ebenso beachtenswert ist, dass der Anteil der Älteren in der Zukunft stark zunehmen wird. Es wird erwartet, dass bald 1 / 3 aller Deutschen über 60 Jahre alt sein wird. Somit wäre ein Anlaufpunkt für den barrierefreien Tourismus geschaffen, der immer mehr gefragt ist. 1
1 vgl. http://vip8prod.messe-berlin.de/vip8_1/website/MesseBerlin/htdocs/www.fair.itb-berlin.de/de/Messeinfos/
MarketTrends/peistrup.pdf (Stand: 07.12.2004)
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Bei der Erarbeitung eines Konzeptes für barrierefrei Reisende ist allerdings zu beachten, dass wesentliche Aspekte gefunden werden, die alle Parteien zufrieden ste llen, da dies bei weitem nicht einfach ist. Ein Beispiel hierfür sind die Bordsteinkanten. Sie bilden für die meisten gehbehinderten Menschen ein Problem, wobei es manche Ausnahmen gibt. Sehbehinderte und Blinde aber benötigen die Kanten als eine Art Orientierungshilfe, um sich mit den Blindenstöcken den Weg durch die Umgebung tasten zu können. Hinzu kommt, dass im barrierefreien, wie auch im allgemeinen Tourismus viele Reisende in andere Städte fahren, weil sie diese nicht kennen und sich erst orientieren müssen. Die Frage ist dann – woran? Somit ist eine konfliktreiche Aufgabe gegeben, die bis ins Unermessliche ausgeweitet werden kann. Der barrierefreie Tourismus ist aber auch ein Teil des Marktes, welcher nicht außer Acht gelassen werden kann und darf, da er immer wichtiger wird. „Ein Tourismus, der für alle Reisenden, unabhängig von der Art ihrer Behinderung barrierefrei ist, ist nicht nur in Deutschland ein noch weitgehend unerschlossenes Marktsegment.“ 2 Studien belegen, dass in Europa, wie auch unserem Heimatla nd eine potenziell sehr hohe Nachfrage besteht. Studien, die das Reiseverhalten Behinderter mit dem von nichtbehinderten Menschen vergleichen, stellen immer wieder fest, dass es große Gemeinsamkeiten, bzw. Übereinstimmungen gibt.
Dieses bisher unterschätzte Marktsegment, welches bislang wenig gefördert wird, sollte mehr Beachtung geschenkt werden. Die behinderten Menschen, zu denen auch manche Rentner gezählt werden, nehmen stetig zu. Die Nachfrage wird in nächster Zukunft immer weiter steigen. Die Zielgruppe dieser Menschen wird stetig wachsen und auch die Nachfrage wird steigen, somit werden Maßnahmen, dieser Gruppe gerecht zu werden, unausweichlich sein.
Die Handlungen, die auszuführen sind, sind nicht nur für die Zielgruppe „Behinderte“ geeignet, sie können auch von allen anderen in Anspruch genommen werden. Der Streufaktor, der die Aktivitäten an die Zielgruppen heranträgt, ist groß, somit erscheinen neue Angebote und Investitionen lohnenswert, weil sie Destinationen auch für andere machen.
2 vgl. Barrierefreier Tourimus für Alle, ADAC (Hrsg.), München, 2003. S. 16.
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2.2 Reiseverhalten und Reisemotive
Verschiedenste Statistiken sagen annähernd dasselbe: Die Reisen, die von anderen, nicht behinderten Menschen gebucht werden, werden auch von behinderten Menschen gern in Anspruch genommen. Darunter zählen vor allem Kultur-, Gesundheits-und Erholungsurlaube. Des weiteren sind auch Kurzurlaube, besonders Städtereisen, sehr beliebt. Vergleicht man es mit nichtbehinderten Menschen, sind die Reisearten ähnlich, ebenso die Faktoren, die das Reiseverhalten beeinflussen, wie zum Beispiel die Reiseintensität. Diese wird laut einer Reiseanalyse aus dem Jahr 2003 mit 54,3% ermittelt und liegt damit deutlich unter der gesamtdeutschen Intensität mit einem Wert von 75,3%. Dies kann verschiedenste Gründe haben. Zum einen, dass viele touristische Destinationen noch keine ausgeprägte Angebotsstruktur für diese Zielgruppe entwickelt haben, zum anderen können viele noch nicht genau von den Angeboten wissen, da es noch nicht genügend Informationen in Form von Broschüren oder behindertengerechtem Internet gibt.
„Wenn behinderte Menschen eine Urlaubsreise unternehmen, dann im Durchschnitt genauso häufig und so lange wie der durchschnittliche Bundesbürger auch.“ 3 Somit ist wieder bewiesen, dass sich die Reiseintensität nicht wesentlich von dem anderer Bürger unterscheidet. Auch die Reisemotive ähneln sich sehr. Laut der Reiseanalyse F.U.R 2003 sind die wichtigsten Motive für behinderte und nicht behinderte Menschen annähernd gleich. Die am meisten genannten Aspekte sind Entspannung, dem Stress entfliehen und sich selbst nicht unter Druck zu setzen. Auf dem zweiten Platz nannten behinderte Menschen, dass sie sich ein gesundes Klima wünschen, darauf folgt der Wunsch, etwas für die Gesundheit zu tun, frische Kraft zu tanken und die Natur erleben. Bei den gesunden Menschen gestaltet sich dies ähnlich. Als zweites nannten diese Zeit zu haben, Abstand vom Alltag zu gewinnen, ebenfalls Kraft zu sammeln und schönes Wetter zu genießen. 4 Hierbei ist eindeutig zu erkennen, dass für körperlich oder seelisch eingeschränkte Reisende die Natur eine wesentlich größere Rolle spielt als für durchschnittliche Bundesbürger.
Es ist also anhand des Reiseverhaltens und der Reisemotive zu erkennen, dass behinderte Menschen nicht wesentlich eine eigene Tourismusform benötigen und ein komplett neuer Zweig geschaffen werden muss, sondern dass lediglich Angebote geändert, bzw. angepasst werden müssen.
3 vgl. Ökonomische Impulse eines barrierefreien Tourismus für alle, BMWA (Hrsg.), Berlin u.a., 2003. S. 8.
4 vgl. Anhang, Tab.1.
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Stefanie Rautzenberg, 2005, Barrierefreier Tourismus - Chancen und Möglichkeiten der Kulturstadt Weimar mit den Schwerpunkten Hotellerie, Museen und Tourist-Information, Munich, GRIN Publishing GmbH
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june98
1,0.
ohne dich angreifen zu wollen, aber ich denke nicht, dass diese arbeit eine 1,0 wert ist.
schreibe selbst grad an dem thema und denke, du hast einige zentrale begriffe und gedanken durcheinander gebracht. bsp.: eine schwangere frau würde dich sehr bös anschauen, wenn du ihr sagen würdest, sie sei behindert. und zu barrierefreiem tourismus zählen nicht nur die 6,7 millionen schwerbehinderte...
wollte das nur mal kurz mitteilen.
on Thursday, May 19, 2005-