Inhaltsverzeichnis Seite
1. Einleitung 1
1.1 Die Reise 1
1.2 Das Nachleben in Deutschland 2
2. Hauptteil 3
2.1 Die verschiedenen Ausgaben 3
2.1.1 Die offizielle Darstellung 3
2.1.2 Die Sprengel-Ausgabe 4
2.1.3 Die Sprengel- Forster- Ausgabe(n) 5
2.1.4 Die Schulz-Ausgabe 6
2.2 Der Vergleich 6
2.2.1 Was wurde geändert? 7
2.2.2 Was fehlt? 7
2.2.3 Was bleibt? 9
3. Schluß 10
4. Quellen- und Literaturverzeichnis 11
1. Einleitung
1.1 Die Reise
Im Jahre 1785 starteten offiziell von Ludwig dem XVI. beauftragt von dem französischen Hafen Brest zwei Schiffe, die Boussole und die Astrolabe, um den Erdball zu umkreisen, um neue wissenschaftliche Erkenntnisse quer durch die Disziplinen zu erlangen, um Handelsmöglichkeiten auszuloten und nicht zuletzt um Frankreichs Prestige als Weltmacht aufzubessern. Im Wettlauf der Seemächte war diese Expedition insbesondere als eine Antwort auf die Reisen des berühmten englischen Seefahrers James Cook zu verstehen, der bei seiner letzten Weltreise zwar erschlagen worden war, dessen Entdeckungen allerdings den Ruhm Englands als Seefahrernation erheblich gemehrt hatten. Das Kommando über das französische Großprojekt erhielt der 1741 geborene Jean Francois de Galaup de Lapérouse, der bereits über verschiedenste nautische Erfahrung verfügte und sich militärischer Erfolge rühmen konnte, die seit der Zerstörung englischer Forts in der Hudson Bay im August 1782 unter seiner Leitung auch bis ans Ohr des französischen Monarchen gedrungen waren. Wo immer Lapérouse während seiner Reise auf Europäer traf, schickte er seine Tagebücher, Zeichnungen der sich an Bord befindlichen Künstler, Messungen der Astronomen und Beobachtungen anderer Wissenschaftler nach Frankreich. Dies sind die einzigen Quellen, die der Nachwelt und schon den Zeitgenossen etwas über diese Reise mitteilen konnten, denn die Expedition fand ein tragisches Ende in der Südsee. Von der Botany Bay, an der Ostküste Australiens gelegen, schickte Lapérouse Anfang 1788 zum letzten mal Nachricht nach Europa. Die Sorge um Lapérouse nach dem Ausbleiben von Neuigkeiten von ihm umtrieb nicht nur den König, den offiziellen Auftraggeber. Mit Dekret vom 9.2.1791 veranlasste die Nationalversammlung eine Suchexpedition, die jedoch erfolglos verlief. 1828 fand Peter Dillon 1 , ausgerechnet ein Engländer, erste Hinweise über den Verbleib der Expedition. 1964 fand man schließlich die Wracks der beiden Schiffe vor Vanikoro, einer Insel, die zum Santa-Cruz-Archipel gehört.
1 Die Umstände unter denen Kapitän Dillon schließlich Gewissheit erlangte, dass die Lapérouse-Expedition
seinerzeit vor Vanikoro gestrandet war, wobei ein Teil der Mannschaft offensichtlich überlebte und ein Floß zu
bauen versuchte sind nicht weniger als abenteuerlich zu nennen. Vgl. hierzu die besonders anschaulichen Kapitel
über Dillon und seine Entdeckung in: Shelton, Russell C.: From Hudson Bay to Botany Bay. The lost frigates of
Lapérouse; Toronto 1987. S. 131 -148.
1
1.2 Das Nachleben in Deutschland
Lapérouse ist ein französischer Held, eine Vielzahl französischer Veröffentlichungen aus über zweihundert Jahren belegen das ungebrochene Interesse an ihm. Auch im übrigen Europa interessierte man sich für das Schicksal des Seefahrers.
Die vorliegende Arbeit beschränkt sich in der Hauptsache auf die Untersuchung zweier Werke, die zwar nicht für die gesamte Rezeption der Lapérouse-Materie in Deutschland stehen können, aber dennoch einen ganz beträchtlichen Teil des Spektrums abdecken. Es sind dies die folgenden:
1. Milet-Mureau (Hg.): La Perousens Entdeckungsreise in den Jahren 1785, 1786, 1787,1788, übersetzt von J.R. Forster und C. Sprengel, 2 Bände; Berlin / Hamburg 1800. Im Folgenden: Forster-Sprengel-Ausgabe
2. La Peyrouse: Reise um die Welt, für die Jugend bearbeitet von M. Chr. Schulz, Neue Auflage; Berlin 1805. Im Folgenden: Schulz-Ausgabe. Man sieht an den Titeln bereits, beziehungsweise an den deutschen Bearbeitern, dass es sich hier um zwei völlig unterschiedliche Zugänge zum Thema handelt. Forster und Sprengel, zwei Professoren aus Halle, waren beide angesehene Wissenschaftler, die den beschränkten geographischen Gesichtskreis der Deutschen seit den 1780er Jahren mit den Übersetzungen diverser Reiseberichte bereicherten. 2 Forster war bei James Cooks zweiter Reise 1772-1775 der offizielle Naturforscher, und galt ab seinem Ruf nach Halle einige Jahre später als wahre Kapazität auf seinem Gebiet. Sein Schwiegersohn und Kollege Sprengel war nicht weniger angesehen, ihm fehlten lediglich die praktischen Zugänge zu seinem Fachgebiet, die Forster ihm durch die Weltreise mit Cook voraus hatte. Um so ehrgeiziger operierte er aus seiner Schreibstube hinaus. Den beiden Geographiekoryphäen steht ein weitgehend Unbekannter gegenüber. Von M. Chr. Schulz lässt sich nur soviel sagen, das er bereits wenigstens eine weitere Jugendbearbeitung eines Reiseberichts zu verantworten hatte. 3
2 Vgl. Historische Commission bei der königl. Akademie der Wissenschaften (Hg.): Allgemeine Deutsche
Biographie, Neudruck der 1. Auflage von 1893; Berlin 1971. 17. Band: der Artikel über Forster, bzw. 35. Band:
der Artikel über Sprengel.
3 Hierbei handelte es sich um die Aufzeichnungen eines gewissen John Gabriel Stedman, einen englischen
Söldner, der in der Kolonie Suriname am Kampf gegen eine Sklavenerhebung teilnahm, und der Freundschaften
in allen Bevölkerungsteilen schloß, also auch mit Sklaven. Vgl. hierzu etwa: Stedman, John Gabriel: Stedman`s
Nachrichten von Suriname und von seiner Expedition gegen die rebellischen Neger in dieser Kolonie in d.
Jahren 1772- 1777, übersetzt von C.W. Jakobs und F. Kies; Hamburg 1797. Eine andere Ausgabe, die im selben
Jahr in Halle erschien, wurde bemerkenswerterweise auszugsweise von Sprengel übersetzt. Welche dieser
2
Arbeit zitieren:
Christofer Pape, 2004, Jean Francois de Galaup de Lapérouse. Die deutschen Übersetzungen seiner Epoche, München, GRIN Verlag GmbH
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