II
Inhaltsverzeichnis
Seite
Abbildungsverzeichnis III
Abk ürzungsverzeichnis III
1 Einleitung. 1
1.1 Thematik und Aufbau der Arbeit 1
1.2 Definitionen und Abgrenzung. 2
2 Die Chemiebranche 3
2.1 Struktur und Aufbau der chemischen Industrie. 3
2.2 Die zunehmende Bedeutung und Notwendigkeit von E-Business in der
chemischen Industrie. 4
3 Die E-Business-Durchdringung in der Chemiebranche 6
3.1 Strukturelle Voraussetzungen und Grenzen. 6
3.2 Einsatzmöglichkeiten des E-Business. 7
3.2.1 Generelle IT-Infrastruktur 7
3.2.2 Online Technologien für interne Business-Prozesse 8
3.2.3 Spezielle Softwarelösungen zur Integration von E-Business 9
3.2.4 EDI Verwendung. 9
3.2.5 Online-Einkauf, Online-Verkauf und Online-Marketing 10
3.2.6 Online Zusammenarbeit, Supply Chain Management, E-Marktplätze 11
4 Chancen und Risiken 13
5 Fazit 16
Anhang. IV
Literaturverzeichnis X
III
Abbildungsverzeichnis
Seite
Abb. 1: Verfügbarkeit der IT-Infrastruktur................................................................8 Abb. 2: Verwendung von Online Technologien........................................................9 Abb. 3: EDI-Verwendung..........................................................................................10 Abb. 4: Kanäle zur Onlinebeschaffung......................................................................11 Abb. 5: Verwendung von Online Technologien in der Wertkette.............................12 Abb. 6: Business-Daten cc-chemplorer.....................................................................VI Abb. 7: Käufer- und Lieferantenvorteile...................................................................VI
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung B2B Business-to-Business CRM Customer Relationship Management E-Business Electronic Business eCC eBusiness Competence Center E-Commerce Electronic Commerce EDI Electronic Data Interchange E-Marktplatz Elektronischer Marktplatz ERP Enterprice Resource Planing F&E Forschung und Entwicklung IT Informationstechnologie KMU Kleine und mittlere Unternehmen Mrd. Milliarden MRO Maintenance, Repair und Operations OCI Open Catalog Interface OMT Order Management Tool o. V. ohne Verfasser Vgl. Vergleiche S. Seite SCM Supply Chain Management WWW World Wide Web z.B. zum Beispiel
1
1 Einleitung
1.1 Thematik und Aufbau der Arbeit
„E-Business ändert die Geschäftsprozesse in Unternehmen wie auch die Wertschöpfungsketten, in denen Unternehmen agieren, fundamental. Geschäftsprozesse können schneller, automatisierter und damit effizienter ablaufen, was jetzt und in Zukunft Produktivitäts- und damit Wohlstandsgewinne verspricht.“ 1 In Anbetracht dieser Chancen ist E-Business nicht länger nur ein Begriff, sondern auch Programm. Eine gut durchdachte und konsequent verfolgte E-Business-Strategie ist heute ein wichtiger Erfolgsfaktor. Dabei die richtigen Akzente zu setzen, ist eine zentrale strategische Aufgabe. 2 Im Wesentlichen geht es hier um zwei Intentionen:
- Immer mehr Geschäftsprozesse sollen über das Web ablaufen. Für die Unternehmen gilt es, sich zu webbasierten und kundenorientierten, hochproduktiven E-Unternehmen zu wandeln, die in der Lage sind, sich schneller als in der Vergangenheit auf Entwicklungen im Markt einzustellen.
- Endprodukthersteller, Zulieferer, Dienstleister, Kunden und Mitarbeiter sollen über das Internet miteinander vernetzt werden. Dadurch können die Zusammenarbeit intensiviert und Synergien besser ausgeschöpft werden - mit dem Ziel, die Kosten in der gesamten Wertschöpfungskette nachhaltig zu reduzieren. 3 Viele Branchen haben diese Entwicklung frühzeitig erkannt und mit der fundamentalen Umstrukturierung innerbetrieblicher Geschäftsprozesse schon vor Jahren begonnen. Betrachtet man jedoch die chemische Industrie, so liegt diese - trotz intensiver Anstrengungen - bei der Integration des E-Business in die Unternehmensplanung noch zurück. 4
Die Durchdringung und die Chancen des E-Business in der Chemiebranche sollen im Rahmen dieser Arbeit analysiert werden. Zunächst folgen einige begriffliche Definitionen und ihre Abgrenzung zueinander. Im Zweiten Kapitel wird die Struktur der chemischen Industrie dargestellt und auf die zunehmende Bedeutung des E-Business für diese Branche eingegangen. Anschließend folgt die Analyse der E-Business-Durchdringung in der Chemiebranche anhand ihrer Voraussetzungen und Grenzen sowie anhand von konkreten Einsatzmöglichkeiten. Das vierte Kapitel stellt Chancen und Risiken der bestehenden und zukünftigen Entwicklungen dar, wobei hier die
1 Vgl. Quantz, Wichmann 2003 / E-Business-Standards / S. 9.
2 Vgl. Fieten 2001 / Elektronische Marktplätze / S. 5.
3 Vgl. Fieten 2001 / Elektronische Marktplätze / S. 5.
4 Vgl. o. V. (WWW) / Mittelstand braucht eigene Lösungen / S. 1.
2
zukünftigen Entwicklungen im Vordergrund stehen werden. Abschließend folgt ein kurzes Fazit zur E-Business-Durchdringung in der Chemiebranche. Der Anhang gibt ein Beispiel zu einem elektronischen Marktplatz. Es wird hier der E-Marktplatz cc-chemplorer beschrieben, der, aus der chemischen Industrie gewachsen, nun für die komplette Prozessindustrie relevant geworden ist.
1.2 Definitionen und Abgrenzung
E-Business steht heute als Oberbegriff für die konsequente Nutzung der Informations-und Kommunikationstechnologien zur Unterstützung und Abwicklung von Geschäftsprozessen. Das Internet ist zum Haupttreiber des E-Business geworden, seitdem erkannt wurde, dass es sich nicht nur als Kommunikationsplattform, sondern auch als standardisierte Handelsplattform für Verkauf und Einkauf sowie für eine unternehmensübergreifende Zusammenarbeit eignet. 5 Versucht man den Begriff etwas genauer zu definieren, so stößt man in der Literatur auf zahlreiche Möglichkeiten dies zu tun. Wirtz versteht unter E-Business die teilweise bzw. vollständige Unterstützung, Abwicklung und Aufrechterhaltung von Leistungsaustauschprozessen mit Hilfe von elektronischen Netzen. 6 Hingegen gibt Alpar eine wesentlich umfassendere Definition. „Electronic Business schließt alle Aktivitäten ein, die über ein elektronisches Kommunikationsnetz abgewickelt werden und direkt oder indirekt kommerziellen Zwecken dienen.“ 7 Auch bei dem Versuch den Begriff E-Business vom Begriff des E-Commerce abzugrenzen, ergeben sich aus der Literatur erneut vielfältige Möglichkeiten. Für Wirtz umfasst E-Commerce „die Leistungsaustauschprozesse Anbahnung, Aushandlung und Abschluss von Handelstransaktionen zwischen Wirtschaftssubjekten mittels elektronischer Netze“ 8 , für Alpar „jede Geschäftstätigkeit über ein Datenkommunikationsnetz“ 9 und für Krcmar ist „E-Commerce ein Teil des E-Business“ 10 . Allerdings, und dies soll auch im Rahmen dieser Arbeit gelten, werden die beiden Begriffe auch von vielen Autoren synonym verwendet. Im Folgenden möchte ich mich auf die umfassendere Definition des E-Business von Alpar beziehen, da diese den Gang meiner Untersuchung über eine reine Betrachtung der „E-Commerce-Aktivitäten“ hinaus ermöglicht.
5 Vgl. Fieten 2001 / Elektronische Marktplätze / S. 4.
6 Vgl. Wirtz 2000 / Electronic Business / S. 29.
7 Alpar 2002 / Wirtschaftsinformatik / S. 45.
8 Wirtz 2002 / Gabler Kompakt-Lexikon E-Business / S. 57.
9 Alpar 1998 / Internet / S. 263.
10 Krcmar / 2003 / Informationsmanagement / S. 402.
3
2 Die Chemiebranche
2.1 Struktur und Aufbau der chemischen Industrie
Mit einem Jahresumsatz von 150 Milliarden Dollar und einem Anteil am weltweiten Bruttoinlandsprodukt von drei bis vier Prozent ist die Chemiebranche zwar sehr groß, wuchs aber in den letzten Jahren eher träge. 11 Jedoch soll das momentan schwache Wachstum der Branche nicht über die immense Bedeutung der chemischen Industrie für die verschiedensten Lebensbereiche hinwegtäuschen, was durch eine breite Palette an Produkten belegt wird. Auf der einen Seite stellt die Chemieindustrie Vorprodukte für andere Industriezweige her. Zu dieser Gruppe gehören anorganische Basischemikalien, Petrochemikalien, Polymere sowie Fein- und Spezialchemikalien. Im Jahr 2002 wurden insgesamt rund 70 Prozent der Chemieproduktion an industrielle Weiterverarbeiter geliefert. Wichtige Abnehmer waren zum Beispiel die Automobil-, die Verpackungs-und die Baubranche. Auf der anderen Seite kommen chemische Erzeugnisse in den Bereichen Gesundheit, Umwelt und Ernährung zum Einsatz. Die Produktpalette der chemischen Industrie verändert sich durch Innovationen und Strukturwandel. Hierbei gewinnen einzelne Segmente an Bedeutung während andere wieder an dieser verlieren. Den größten Anteil am Produktionswert in der chemischen Industrie hatten im Jahr 2003 mit gut 25% die Fein- und Spezialchemikalien. Hier bestand von Seiten der weiterverarbeitenden Industrie eine enorm hohe Nachfrage, was aus der Nachfrage nach ihren eigenen Produkten zu erklären ist. Mit dem zweithöchsten Anteil folgten die Polymere und danach die pharmazeutischen Erzeugnisse. 12 Chemische Produkte tragen damit auf breiter Ebene zu einer Steigerung des Wohlstandes bei und sind oftmals Ausgangspunkt für neue innovative Produkte. 13
Die Branchenvertreter lassen sich in drei Hauptkategorien unterteilen. Die erste Gruppe mit einem Anteil von 35% am Gesamtumsatz konzentriert sich auf die Produktion von Basischemikalien und besteht aus Unternehmen wie Shell Chemicals. Die zweite Gruppe konzentriert sich dagegen auf Spezialerzeugnisse und umfasst Unternehmen wie Ciba Specialties und Rohm&Haas. Die letzte Gruppe bilden die Hybriden 14 , zu denen die großen Mischkonzerne wie BASF, Bayer und DuPont zählen. Mit fast 40% des Gesamtumsatzes dominieren sie gegenwärtig die Wertschöpfungskette in der Chemieindustrie. 15
11 Vgl. Festel 2003 / Chemieindustrie / S. 42.
12 Vgl. VCI 2004 / Die chemische Industrie in Deutschland / S. 3.
13 Vgl. VCI 2004 / Chemiewirtschaft / S. 9 und VCI 2004 / Die chemische Industrie in Deutschland / S. 2.
14 Hybride decken das gesamte Spektrum ab, von den vorgelagerten Basischemikalien bis hin zu den
Spezialchemikalien.
15 Vgl. Festel 2003 / Chemieindustrie / S. 42.
4
Allerdings ist in der chemischen Industrie eine Entwicklung zu beobachten, bei der traditionelle Industrieabgrenzungen beginnen sich zu verwischen, neue Vertriebs-, Kommunikations- und Kooperationswege entstehen und damit neue Geschäftskonzepte ermöglicht werden. Vor allem in Commodity-Bereichen erhöht die starke Transparenz den Margendruck und damit den Zwang zur Optimierung weiter. Einige Unternehmen sind deshalb dabei sich eine virtuelle Präsenz aufzubauen, die über das Verkaufen von Produkten über das Internet weit hinausgeht. 16
Ein weiteres, wichtiges Triebfeld für die künftige Branchenstruktur ist der stetig wachsende Druck, der von den internationalen Finanzmärkten ausgeht. Im Zuge einer stärkeren Ausrichtung auf den Shareholder Value werden die Chemieunternehmen unter Druck gesetzt, ihre Leistungsfähigkeit weiter zu verbessern. Hier besteht vor allem die Notwendigkeit den Marktwert signifikant zu erhöhen und dies entsprechend an den Kapitalmärkten zu kommunizieren. 17
Darüber hinaus wird sich der vom E-Business eingeleitete Wandel in der Wertschöpfungskette auf die Branche auswirken, denn die elektronische Technologie wird die Interaktion zwischen Unternehmen und Kunden bzw. Lieferanten grundlegend ändern. 18
Um ihre Wettbewerbssituation vor dem Hintergrund der beschriebenen strukturellen Anforderungen und Veränderungen zu sichern, werden die Chemieunternehmen sämtliche Möglichkeiten zur Produktivitätssteigerung nutzen müssen. 19 Die damit verbundene, zunehmende Bedeutung des E-Business für die Chemiebranche wird im folgenden Abschnitt beschrieben.
2.2 Die zunehmende Bedeutung und Notwendigkeit von E-Business in der
chemischen Industrie
Die Bedeutung und die Notwendigkeit des E-Business in der chemischen Industrie sind von einem vergleichsweise niedrigen Niveau stetig angestiegen. Während 2002 nur 40% der Unternehmen der Meinung waren, dass E-Business zu einem signifikanten Bestandteil der operativen Geschäftstätigkeit werden wird, waren es 2003 bereits 50% der Unternehmen mit dieser Meinung. Zudem ist die E-Business-Skepsis von 57% auf 40% gesunken. Dieser positive Wechsel in der Haltung gegenüber E-Business ist
16 Zu den weiteren Entwicklungen vgl. Festel 2003 / Strukturwandel / S. 82.
17 Vgl. Festel 2003 / Chemieindustrie / S. 43.
18 Vgl. Festel 2003 / Chemieindustrie / S. 47.
19 Vgl. Festel 2002 / Strukturwandel / S. 51.
5
insbesondere durch die kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMUs) hervorgerufen. Der Anteil der mittleren Unternehmen, die dem E-Business eine bedeutende Rolle zumessen, ist in 2003 von 40% auf 60% gestiegen. Bei den kleinen Unternehmen ist dieser Anteil immerhin von 40% auf 50% geklettert. 20 Ein Grund für den Anstieg der Bedeutung des E-Business für die Unternehmen liegt in den veränderten Kundenanforderungen. Jede Kontaktperson beim Kunden hat Zugang zum Internet. Eine kurze, verlässliche Reaktionszeit nach einem elektronischen Kontakt sollte Standard sein, Kunden erwarten jederzeit online vollständige Transparenz über Ansprechpartner, Produkt, Aufträge etc. und die Bereitschaft zu internetbasierten Supply Chain Management Aktivitäten. Zudem haben sich elektronische Marktplätze für kostengetriebene Produkte etabliert und Internet-Services für servicegetriebene Produkte sind inzwischen weit verbreitet. 21 Sowohl große Unternehmen mit vielen Märkten und Produkten als auch kleine Unternehmen, die vor allem individuell angepasste chemische Produkte herstellen, fokussieren nun verstärkt auf eine Verbesserung der Kundenbeziehung, um die Kundenzufriedenheit und -bindung zu erhöhen. Die bisher dominante produktfokussierte Chemie-Strategie „Inside-Out“ wird ersetzt durch eine kunden- und marktfokussierte „Outside-In“-Philosophie. 22 Dabei haben die Marktteilnehmer aus allen chemischen Sektoren nach Ansicht von Forrester Research erkannt, dass sie die speziellen Bedürfnisse ihrer Kunden bedienen müssen und dass E-Business einen neuen Weg bietet, diese Bedürfnisse zu befriedigen. 23 BASF hat beispielsweise in seiner E-Business-Strategie seine Kunden in die vier Segmente „Global Strategy“, „Regional Key Customers“, „Moderate-Sized“ und „Small/Unprofitable“ eingeteilt und seine Serviceleistungen auf diese vier Segmente abgestimmt. 24
Ein weiterer Grund für E-Business in der chemischen Industrie ist die höhere Reichweite. Das Internet hat es kleineren und weniger interneterfahrenen Unternehmen ermöglicht, ihre Zahl der potentiellen Kunden zu erhöhen und über ihre Produkte und den Service zu informieren. 25 Natürlich bietet das Internet auch die Möglichkeit, sich selbst über den Markt und die Wettbewerber zu informieren und erhöht damit die
20 Vgl. e-business w@tch 2003 / The European E-Business Report 2003 / S. 72.
21 Vgl. Oberholz 2001 / E-Business / S. 26.
22 Vgl. Cäsar 2001 / eTransformation / S. 6.
23 Vgl. o. V. (WWW) / Mittelstand braucht eigene Lösungen / S. 1.
24 Vgl. Klemme (WWW) 2001 / E-Commerce-Strategy / S. 15-16.
25 Vgl. e-business w@tch 2003 / ICT & E-Business / S. 1.
Arbeit zitieren:
Christian Steuer, 2004, Durchdringung und Chancen des E-Commerce in der Chemiebranche, München, GRIN Verlag GmbH
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