Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 5
2. DEFINITION DER ANGST 6
2.1. WAS IST ANGST? 7
2.2. ANGST UND ERREGUNG 8
2.3. YERKES-DODSO-NGESETZ 9
3. BEWÄLTIGUNGSMECHANISMEN 11
3.1. COPING 11
3.2. BIOFEEDBACK 16
3.2.1. BEISPIEL SPORTSCHIEßEN 18
3.2.2. PULS - FEEDBACK 20
4. AUTOGENES TRAINING 22
4.1. Definition: 22
4.2. Körperhaltung 22
4.3. Übersicht Autogenes Training 24
5. BIOFEEDBACK MIT AUTOGENEM TRAINING KOMBINIERT 26
6. BEISPIELE VON LEISTUNGSSPORTLERN 28
7. BEISPIEL EINER ANGSTREGULATION 30
7.1. Einige kognitive Methoden 30
7.1.1. Angstbewältigung mit „Systematischer Desensibilisierung“ 30
7.1.2. Bewältigung von Angstsituationen mittels „Stressimpfung“ 31
7.1.3. Problembewältigung durch „Verbale Selbstinstruktion“ 31
7.2. verschiedene Formen des Trainings 32
7.3. Entspannungsmusik 33
8. TRAININGSPLAN DES AUTOGENEN TRAININGS 34
9. ZITATE VON SPORTLERN 37
Karlheinz PIRINGER Seite 3
9. SCHLUSSBEMERKUNG 39
10. LITERTURVERZEICHNIS 41
10.1. Erweiternde Literatur: 43
10.2. Zeitschriften 44
11. ANHANG 45
11.1. Fußnote 45
11.2. Lexikon 45
Karlheinz PIRINGER Seite 4
1. EINLEITUNG
Ich möchte einige Methoden zum Angstabbau darstellen. Darüber hinaus sollen einige Beispiele zeigen, dass psychologisches Training für den Leistungssportler ein wichtiger Trainingsbestandteil sein sollte. Im Besonderen möchte ich das Biofeedback und das autogene Training als Entspannungsmethoden vorstellen, die mit kognitiven Methoden gekoppelt werden sollten, um den nötigen Erfolg zu verzeichnen. Die Entspannungsmethoden alleine können, müssen aber nicht zum Angstabbau dienen. Angst kommt im Sport immer wieder vor, sei es die Angst vor Misserfolg, vor einer Verletzung, vor den Gegnern, vor dem eigenen Ich, vor den Zuschauern, Gewitterangst, Angst vor Tieren, Höhenangst, usw. Damit umgehen kann der Sportler nur, wenn sich der Angst bewusst ist, und sie verarbeiten kann. Die Angst kann auch Antriebsfeder sein für Höchstleistungen, weil durch sie ein gewisses „Kribbeln“ entstehen kann, das zur richtigen Aktivierung führt, in der der Sportler sein Leistungsoptimum herausholen kann.
„Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet,
braucht man sie auch nicht woanders zu
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2. DEFINITION DER ANGST
Es ist gar nicht so einfach eine eindeutige und klare Definition von Angst in der gängigen Literatur aufzufinden, da in den verschiedenen Forschungsrichtungen unterschiedliche Gesichtspunkte berücksichtigt werden. Aus diesem Grund scheint es unmöglich, den Wortstamm genauer zu untersuchen.
Das Wort „Angst“ ist verwandt mit dem lateinischen „angustus“ und bedeutet „eng“, „beengend“, „die freie Bewegung hindernd“. In DORSCH (1987) wir Angst definiert als
„ein mit Beengung, Erregung, Verzweiflung verknüpftes Lebensgefühl, dessen besonderes Kennzeichen die Aufhebung der willens mäßigen und verstandesmäßigen Steuerung der Persönlichkeit ist. Man sieht in der Angst auch einen aus dem Gefahrenschutzinstinkt erwachsenen Affekt, der, teils in akutem Ausbruch (dem Schreck verwandt), teils in schleichend-quälender Form eine elementare Erschütterung bewirkt.“ (Dorsch 1987, S. 34) Angst bezeichnet emotionale Erregungszustände, die auf die Wahrnehmung von mehr oder weniger konkreten Hinweisen zurückgehen.
Körperliche Erregungszustände zeigen sich bei Angst auf intensive Reize oder Gefahren, z. B. Zittern, Erröten, Verkrampfung, ... Bei alltäglichen Ängsten dagegen dominieren kognitive Bewertungsprozesse, die sich in beunruhigenden Gefühls- und Vorstellungsinhalten äußern. KROHNE (1975) fasst diese drei theoretischen Systeme, der psychoanalytischen Auffassung, der Reiz-Reaktions-Theorien und der kognitiven Theorien in eine gemeinsame Definition zusammen. Er versucht eine allgemeine Begriffsbestimmung, bei der er Angst abgegrenzt als
„ein (emotionaler) Zustand des Organismus, bestimmt durch einen als betont unangenehm erlebten Erregungsanstieg angesichts der Wahrnehmung einer komplexen und mehrdeutigen Gefahrensituation, in der eine adäquate Reaktion des Individuums nicht möglich erscheint.“ (Krohne 1975, S. 11)
Karlheinz PIRINGER Seite 6
BOISEN (1975) reduziert das Phänomen Angst im Sport, da ihr keine Definition geeignet erscheint, auf folgende Merkmale:
„1. Angst ist eine emotionale Reaktion auf eine Gefahrensituation oder auf die Antizipation derselben.
2. Sie wird als unangenehm wahrgenommen und ist von physiologischen Veränderungen begleitet.
3. Sie ruft Verhaltensänderungen hervor.“ (Boisen 1975, S. 15) In diesem Spektrum der Meinungsverschiedenheiten, in dem Bedrohung, Unvorhersehbares, Unkontrollierbarkeit im Zusammenhang mit Angst mit kleinen inhaltlichen Variationen immer, wieder auftreten, formulierten
HACKFORT/SCHWENKMEZGER (1985) bezüglich Angst konkreter:
„Angst ist eine kognitive, emotionale und körperliche Reaktion auf eine Gefahrensituation beziehungsweise auf die Erwartung einer Gefahren- oder Bedrohungssituation.“ (In Mayerhofer 1992, S. 6: Hackfort/Schwenkmezger 1985, S. 19)
2.1. WAS IST ANGST?
Angst ist nach BAEYER (1,973)
„die Gesamtheit der menschlichen Bedrohtheitserlebnisse, soweit sie mit emotionaler und leiblicher Verstimmung verbunden sind.“ (S. 26)
An zwei Beispielen aus dem Sport möchte ich die Angst konkretisieren (vgl. Berger 1988, S. 5ff): Der Österreicher Adi Hirner, Skispringer, dem bei einem schweren Sturz die Niere riss, meldete sich nach zähen und langwierigen Comeback-Versuchen in Innsbruck von der Vierschanzentournee ab, weil ihn der Mut verlassen hatte, obwohl er guten Willens war. Das nennen wir die Angst von innen. Die von außen kommt plötzlich und trifft den unvorbereiteten Springer. Wenn ein Springer vor einem anderen
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stürzt und wegtransportiert wird, soll der Nachfolgende sein Bestes geben und auch erreichen. Hier passt das zweite Beispiel hinein: Ernst Vettori, österreichischer Weltklasse - Skispringer, sah am Abstoßbalken, dass vor ihm bei der Ski-Flug-WM Leute gestürzt sind, die sonst nicht stürzen. Als er das registrierte hatte er sich gedacht: „Nein, nicht mit mir. Ich will nicht.“ Die Folge war, dass Vettori aufhörte zu springen. Aber dass Angst nicht nur negativ sein kann, sondern auch dazu dienen kann, dass ein Sportler sie in Extrembereichen kontrollieren kann. Der aus der DDR nach Österreich geflüchtete Claus Tuscherer bewies bei der Weltmeisterschaft in Lahti 1978, dass Angst in gewissen Situationen falsch am Platz ist. Er hat bemerkt, dass er in der Luft einen Ski verlor. Eigentlich ein Alptraum eines jeden Skispringers. Aber diese Gefahrensituation wurde im Training simuliert, daher war seine Schrecksekunde äußerst kurz. In dieser, heiklen Lage mit Angst zu reagieren, wäre unter Umständen tödlich gewesen. Hier sieht man, dass Angst mit dem sportlichen Handeln als notwendig verbunden gesehen wird. Es gilt nicht eine angstfreie Situation im Training herzustellen, sondern ein erträgliches Maß an Angst soll vom Trainer erzeugt werden, damit die Athleten lernen, mit Angst umzugehen und sie zu überwinden oder zu bewältigen.
2.2. ANGST UND ERREGUNG
Betrachtet man die angeführten Definitionen, so wird der Ausdruck Erregung eng mit dem Phänomenbereich der Angst assoziiert. E stellt sich nun die Frage, in welchen Tatbeständen sich die beiden aufeinander beziehen lassen. Für die Erregung werden die Termini
„Es ist ein wichtiger Zustand beim Zustandekommen sportlicher Höchstleistungen: nicht zu aufgeregt zu sein, aber auch nicht zu gelassen. Ohne diese besondere Erregung vor dem Start läuft nichts; nichts läuft auch, wenn die Erregung zu stark wird und in übergroße Nervosität ausschlägt, stellte der kalifornische Psychologe Bruce Ogilvie fest, der sich seit vielen Jahren mit geistigen Trainingsprozessen für Spitzensportler beschäftigt und Tausende von Stars betreut hat, darunter auch Edwin Moses, jahrelang bester 400m Hürdenläufer.“ (Reinhardt 1990, S. 214)
2.3. YERKES-DODSON-GESETZ
Es ist nahe liegend, dass Angst sehr mit Über-Aktivierung zusammenhängt. Jedoch fehlen dazu vegetative oder kognitive Zusatzinformationen. Im Gegensatz dazu die verständliche und biologisch sinnvolle Furcht, die als
a) angeborene Antwort auf noxische Situationen steht
b) gelernte Reaktion auf Signale, die das unmittelbare Bevorstehen einer solchen ankündigen, wird damit g enau das Phänomen präzisiert, das die Psychologie (diagnostisch/therapeutisch) interessiert:
„Angst ist frei flottierende, unerklärbare Aktivierung und wird als Affekt erlebt, dessen Intensität in keiner sinnvollen Relation zum Auslöser steht.“ (Beer 1992, S. 9) Die praktische Konsequenz dieser Theorie ist das Yerkes-Dodson-Gesetz, als die umgekehrt U -förmige Beziehung zwischen Leistung und Aktivierung oder Leistungsfähigkeit und Erregung. Dieses Gesetz ist zwar umstritten, man kann es aber als Grundtatsache der Experimentalpsychologie ansehen. Gerade mit dem optimalen Erregungsniveau können Sportler die besten Leistungen bringen, und sind so imstande Weltrekorde zu brechen. Daher kommt auch der Ausspruch: „Heute hatte ich einen guten Tag.“
Das Konzept der Angst beruht weitgehend auf der Fähigkeit des Betroffenen, seine Gefühle auszudrücken.
Angst behindert nicht immer die Leistungsfähigkeit: Vielmehr ist eine mittlere Aktivierung für die Leistung optimal. Bei zu niedriger oder zu hoher Aktivität wird die
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Leistung geringer. Wie die Abbildung 1 zeigt, besteht also ein kurven-liniarer Zusammenhang zwischen Leistung und Aktivierung oder Leistungsfähigkeit und Erregung. Auf die Angst bezogen bedeutet das, dass bei zu geringer Aktivität (also keine Angst), ebenso wie bei extremer Aktivierung (entspricht großer Angst) die Leistung einer Person sehr stark eingeschränkt oder vollkommen absinken kann. Natürlich kann es auch durch andere Emotionen wie etwa Zorn, Hass, Furcht zu einer hohen Aktivierung kommen.
Dieser Zusammenhang ist im Sport sehr gut bei den 100m Läufern zu beobachten. Sprinter können nur dann gute Leistungen erbringen, wenn sie sich in einem gewissen Aktivierungszustand (Vorstartzustand) befinden.
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Arbeit zitieren:
Mag. Karlheinz Piringer, 2000, Methoden zum Angstabbau im Sport, München, GRIN Verlag GmbH
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