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Zur Sonderstellung des Torhüters im Fussball

Title: Zur Sonderstellung des Torhüters im Fussball

Seminar Paper , 1999 , 22 Pages , Grade: 1

Autor:in: Mag. Karlheinz Piringer (Author)

Didactics - Sport, Sport Pedagogy
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1. EINLEITUNG

Den Angehörigen und Interessierten möchte ich etwas mehr Verständnis für die schwierige aber auch oft so faszinierende Situation des Torhüters geben. Er steht meist als Einzelgänger da. Seine Beziehung zu Feldspielern, Trainern, Zuschauern, Fans und dem zweiten Torhüter sind nicht immer reibungslos. Alles, was in dieser Arbeit über den „Torhüter“ gesagt wird, gilt in gleicher Weise für den weiblichen Torhüter.

2. DER TORWART

„Torhüter, Panther, Tiger, kurz Nummer Eins, der hütet das Tor und schreit laut mit seinen Abwehrspielern und Vorderleuten solange, bis er am falschen Fuß erwischt wird, und ein Tor bekommt, das er auf seine Kappe nehmen muss, und die Abwehr keine Mauer mehr für ihn macht.“
(Ö3, am Sonntag dem 20. März 1994, zwischen 2230 bis 2245)
Der „Torhüter“ nimmt eine Sonderstellung ein, die schon optisch dadurch dokumentiert wird, dass er sich laut Regelwerk in der Spielkleidung von den Feldspielern beider Mannschaften unterscheiden muss. Er darf den Ball mit der Hand spielen (nur im eigenen Strafraum), was sonst keinem Spieler auf dem Spielfeld erlaubt ist. Seine Aufgabe besteht darin, dank seiner Fähigkeiten wie Sprungkraft, Fangsicherheit, Reaktionsschnelligkeit und Stellungsspiel die Torschüsse des Gegners abzuwehren. Aber auch die Organisation zählt zu seinen Aufgaben. Nach gehaltenen Bällen hat er Einfluss auf den Fortgang des Spielgeschehens, kann die Bälle nach vorn schlagen oder werfen oder auch in der Abwehr halten; er kann damit ein Spiel schnell oder langsam machen, was spieltaktische Fähigkeiten voraussetzt.
Die sich aus der Position des Torhüters ergebenden Entfaltungsmöglichkeiten sind einerseits überaus reizvoll, stellen aber andererseits hohe Anforderungen an sein psychisches und physisches Leistungsvermögen. Von den Leistungen eines Torhüters hängen im entscheidenden Maß Erfolg und Misserfolg einer Mannschaft ab. An einem guten Torhüter kann sich ein Team, also seine Mitspieler orientieren, neu motivieren und aufrichten. Torhüter können aber auch die ganze Mannschaft verunsichern und zum Ausgangspunkt vieler Fehlerquellen seiner Vorderleute werden.

„Ein Spiel gewinnen kann er nie, aber eine Niederlage vereiteln. Als einzelner in der Elf erzielt er wohl den schönsten Sieg, wenn er über sich selbst hinauswächst.“ (Worte eines Trainers)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DER TORWART

3. SOZIALE INTERAKTION

3.1. ANSÄTZE ZUR ERFORSCHUNG SOZIALER INTERAKTION

3.2. INTERAKTIONSSEQUENZ

4. TORWART - TRAINER - BEZIEHUNG/INTERAKTION

5. TORWART - TORWART - BEZIEHUNG/INTERAKTION

6. TORWART - FELDSPIELER - BEZIEHUNG/INTERAKTION

7. TORWART - ZUSCHAUER - BEZIEHUNG/INTERAKTION

8. SCHLUSSWORTE

9. LITERATURVERZEICHNIS

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe soziale Dynamik und die spezifischen Interaktionsbeziehungen des Torhüters im Fußballsport, um ein tieferes Verständnis für die oft isolierte und herausfordernde Rolle dieses "Individualsportlers im Mannschaftsgefüge" zu schaffen.

  • Analyse der psychologischen Anforderungen an die Position des Torhüters.
  • Untersuchung der Interaktionsformen zwischen Torhüter und Trainer.
  • Evaluation des Konkurrenzkampfes und der sozialen Interaktion zwischen Torhütern innerhalb eines Vereins.
  • Beleuchtung der wechselseitigen Beziehungen zwischen Torhüter und Feldspielern sowie den Zuschauern.

Auszug aus dem Buch

TORWART - TORWART - BEZIEHUNG/INTERAKTION

Zwischen Goalies beim Verein herrscht selten ein gutes Klima, weil jeder will besser sein als der andere. So kann ein Konkurrenzkampf schon bis zur eiskalten Berechnung gehen, den anderen eine Falle zu stellen.

„Wenn sich die beiden sahen, knisterte es vor Spannung, ein Wirbel lag in der Luft. Zu verbalen Auseinandersetzungen kam es nicht, denn sie wechselten nicht ein Wort miteinander.“ (Sport und Toto, 1989)

So kann ein Verhältnis zwischen zwei guten Torleuten sein. Einer muss dann das Bankerldasein ertragen. Das ist auch das Los der Torhüter: „Am Feld laufen zehn Kicker herum, Tormann kann nur einer spielen.“ (Sport und Toto, 1989)

Beim Kampf um das Einser-Leiberl kann es schon zu Sticheleien kommen: So schickt einer die Reporter zum anderen weiter mit der Begründung, weil der doch ohnedies so gern plaudert. Oder nach einem Fehler eines Konkurrenten meint, ein Grasziegel war sicher nicht schuld an so einem Steirertor. Sie alle brauchen unter den Torhütern keine Freunde, nur Kollegen.

Schlussmänner achten auf Details, die einem Betrachter erst gar nicht auffallen würden. Zum Beispiel, wie der Trainer Gruppen für ein Spiel zusammenstellt. Dann vermuten die Keeper gleich: Wer beim Trainer spielt, ist die Nummer Eins. Auch wird vor Beginn einer Trainingseinheit das Los entscheiden, wer mit den Übungen beginnt, um ja keinen zu Bevorzugen. So achten Teamtormanntrainer penibel darauf, dass bei den Aufwärmübungen 30 Minuten vor dem Spiel, nicht der Reservekeeper - wie allgemein üblich - den auserwählten Tormann aufwärmt, weil der könnte einen Großteil von der mühsam aufgebauten Gemeinsamkeit in allerletzter Minute wie eine Seifenblase platzen lassen, sondern der Chef persönlich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation und das Ziel, das Verständnis für die faszinierende, aber oft schwierige Situation des Torhüters zu fördern.

2. DER TORWART: Dieses Kapitel definiert das Berufsbild, die geschichtliche Entwicklung vom Regellosen zum organisierten Allroundspieler sowie die psychophysischen Anforderungen.

3. SOZIALE INTERAKTION: Es werden theoretische Grundlagen sozialer Interaktionsformen und Sequenzen nach Herkner und Forgas eingeführt, die als Basis für die weiteren Analysen dienen.

4. TORWART - TRAINER - BEZIEHUNG/INTERAKTION: Hier wird die Rolle des Trainers als Führungspersönlichkeit und seine spezifische Verantwortung für die psychologische Betreuung des Torhüters beleuchtet.

5. TORWART - TORWART - BEZIEHUNG/INTERAKTION: Der Fokus liegt auf der internen Konkurrenzsituation, dem Druck des "Bankerldaseins" und den sozialpsychologischen Konsequenzen unter Konkurrenten.

6. TORWART - FELDSPIELER - BEZIEHUNG/INTERAKTION: Diese Sektion thematisiert die Diskrepanz zwischen dem "Individualsportler" Torhüter und seiner Integration in das dynamische System einer Fußballmannschaft.

7. TORWART - ZUSCHAUER - BEZIEHUNG/INTERAKTION: Es wird die Ambivalenz der Fankultur untersucht, bei der der Torhüter sowohl zum Helden als auch zum Buhmann avancieren kann.

8. SCHLUSSWORTE: Eine Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse über die isolierte Rolle des Keepers und sein Bestreben, psychisch und physisch in diesem Umfeld zu bestehen.

Schlüsselwörter

Fußballtorhüter, soziale Interaktion, Trainer-Torwart-Beziehung, Konkurrenzkampf, Sportpsychologie, Individualsportler, Mannschaftsgefüge, Kommunikation, Leistungsdruck, Torwarttraining, Gruppenprozesse, Führungsstil, Rolle, Sportspiel, Interaktionssequenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der besonderen sozialen Situation des Torhüters im Fußball und analysiert die Interaktionsbeziehungen zu seinem Umfeld.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle des Torhüters, die Trainer-Beziehung, den internen Konkurrenzkampf, das Verhältnis zu Feldspielern sowie den Einfluss der Zuschauer.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das "Torwart-Dasein" durch die psychologische Brille zu betrachten und das Verständnis für die spezifischen Probleme dieses Individualsportlers im Team zu erhöhen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf sozialpsychologische Theorien zur Interaktion und kombiniert diese mit dem persönlichen Erfahrungsschatz des Autors als aktiver Torhüter.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen sozialen Konstellationen: Trainer-Torwart, Torwart-Torwart, Torwart-Feldspieler und Torwart-Zuschauer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Torhüter, soziale Interaktion, Konkurrenzkampf, Sportpsychologie und Gruppendynamik.

Warum wird der Torhüter als Individualsportler im Mannschaftssport bezeichnet?

Weil er im Training oft isoliert arbeitet, eine Sonderstellung einnimmt und seine Leistungsfähigkeit stark von psychischer Stabilität und Eigenverantwortung abhängt, obwohl er zur Mannschaft gehört.

Welche Rolle spielt die Konkurrenz zwischen zwei Torhütern laut der Analyse?

Konkurrenz kann laut Arbeit leistungsfördernd wirken, birgt jedoch bei falschem Umgang die Gefahr der Zerstörung des Betriebsklimas und der psychischen Belastung des betroffenen Sportlers.

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Details

Title
Zur Sonderstellung des Torhüters im Fussball
College
University of Vienna  (Sportuniversität Wien)
Course
Seminar Didaktik
Grade
1
Author
Mag. Karlheinz Piringer (Author)
Publication Year
1999
Pages
22
Catalog Number
V34652
ISBN (eBook)
9783638348157
ISBN (Book)
9783638729468
Language
German
Tags
Sonderstellung Torhüters Fussball Seminar Didaktik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Karlheinz Piringer (Author), 1999, Zur Sonderstellung des Torhüters im Fussball, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34652
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