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Inhaltsverzeichnis
1 Einführung (Philipp Lintner) 4
1.1 Klassifizierung und Abgrenzung zu anderen Spielformen 5
1.1.1 Die präventiv-medizinisch orientierte Systematik nach
Stemper (1983) 5
1.1.2 Die Systematik nach Brinkmann Treeß (1980) 6
1.1.3 Die Systematik sozial-affektiver Aspekte nach Kapustin
(1983) 6
1.1.4 Die Systematik nach Räumlichkeiten nach Elstner
(1979) 7
1.1.5 Die Systematik nach Döbler Döbler (1998) 7
1.2 Definition, Anforderung an „Kleine Spiele, Abgrenzungen 8
1.3 Anforderungen an die „Kleinen Spiele“ 8
1.4 Abgrenzungen 9
1.5 Kleine Spiele - Wozu? 10
1.3.1 Schulung von Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer 11
1.3.2 Schulung der Koordination 12
1.3.3 Schulung von Sehen, Hören, Fühlen 12
1.3.4 Förderung von sozialem Verhalten 13
1.3.5 Förderung von kreativem Verhalten. 13
1.3.6 Vorbereitung auf die „Großen Spiele“ wie Basketball,
Fu ßball, Handball, Hockey, Volleyball 13
1.3.7 Vorbereitung auf die Individualrückschlagspiele wie
Badminton und Tischtennis 14
1.4 Variationen 14
1.5 Anwendungsbereiche. 17
2 Die pädagogische Rolle der „Kleinen Spiele“ (Tobias
Schwarzw älder) 19
2.1 Bezug zum Lehrplan 21
2.1.1 Wieso „Kleine Spiele“ im Sportunterricht? 21
2.2 Erziehung zum Sport 22
3
2.3 Förderung/Forderung zu sozialer Attitüde 22
2.4 Fairness und Ehrlichkeit 25
2.5 Ordnung und Disziplin 30
2.6 Förderung der Kreativität. 31
2.7 „Kleine Spiele“ im außerschulischen Anwendungsbereich.32
2.7.1 „Kleine Spiele“ im Freizeitsport 32
2.7.2 „Kleine Spiele“ im Leistungssport 33
2.7.3 „Kleine Spiele“ in der Rehabilitation und im
Behindertensport 33
2.8 New Games 33
3 Zusammenfassung und Fazit. 34
4 Mit Kleinen Spielen lernen - Neurowissenschaftliche
Zusammenh änge (Manuel Holler) 36
4.1 Einführung 36
4.2 Die Tätigkeit des Gehirns 37
4.3 Lernen im neuronalen Netzwerk 39
4.4 Das Gehirn lernt immer - nur was? 42
4.5 Wir können viel und wissen wenig. 42
4.6 Spielerisch Lernen. 44
4.7 Können langsam lernen 45
4.8 Reflektion ist Lernen. 47
5 (Kein) Ende. 47
6 Literaturverzeichnis. 49
7 Anhang 52
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1 Einführung (Philipp Lintner)
„Kleine Spiele“ haben sich seit Jahren im Schul- und Vereinssport etabliert, sei es als Aufwärmspiel, als Förderung des sozialen Verhaltens oder als Heranführung an die großen Sportspiele. Der Begriff „Kleine Spiele“ bezeichnet im Allgemeinen „eine von einem bestimmten Spielgedanken bzw. einer Aufgabe ausgehenden Folge von lustbetonten und freudvollen Handlungen, die in anregender und unterhaltender Form die körperlichen und geistigen Kräfte entwickeln und üben“ sollen. (Döbler u. Döbler, S.31)
Die Anfänge der Spielbewegung gehen auf GutsMuths zurück. Er veröffentlichte 1796 sein erstes Lehrbuch für Spiele, um die disziplinierenden schulischen Leibesübungen aufzulockern und spielerischer zu gestalten. Die traditionelle Männergymnastik trat keinesfalls zurück, sie wurde durch die „Kleinen Spiele“ und neue Spiele aus England, wie Fußball, Kricket oder Lawn Tennis, lediglich ergänzt.
„Große Kampfspiele“ entstanden, die vor allem bei älteren Schülern eingesetzt wurden. Der neue Spielgedanke wurde an die deutschen Turnspiele angepasst, sodass neue Spiele im Schulsport eingeführt wurden.
Heute sind einige dieser Sportarten beinahe „ausgestorben“. Die damals „Großen Sportspiele“ wie Faustball, Schlagball, Feldhandball und Prellball spielen in der gegenwärtigen Welt des Sports eine untergeordnete Rolle. Viele Sportgeräte wie das Schlagholz, das Wurfholz oder das Tamburin, welches vorwiegend für Singspiele eingesetzt wurde, existieren in deutschen Sporthallen schon längere Zeit nicht mehr. Der Stellenwert der „kleinen Spiele“ hat sich im Laufe der Zeit geändert. Füllten sie vor Jahren noch ganze Schulstunden,
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werden sie heute meist nur noch zur Vorbereitung auf die „Großen Sportspielen“ eingesetzt. Die große Anzahl an Einsatzmöglichkeiten und der lernmethodische Ansatz der „Kleinen Spiele“ werden im Verlauf der Arbeit vorgestellt.
Zahlreiche Autoren bemühen sich die historischen Spielformen wieder in den heutigen Schul- und Vereinsport aufzunehmen, in dem sie in Büchern und Berichten die „Kleinen Turnspiele“ wieder aufleben zu lassen.
1.1 Klassifizierung und Abgrenzung zu anderen Spielformen
„Kleine Spiele“ sind vielseitig einsetzbar. Rammler und Zöller (1996) beschreiben sie als „geeignetes Mittel zur Gestaltung des Sportunterrichts oder zur Auflockerung einer Trainingsstunde“. (Rammler u. Zöller, S.11)
Die große Vielfalt und Vielseitigkeit der Spiele erschwert eine allgemeingültige Klassifizierung und lässt eine große Zahl an Zugängen und Einteilungsmöglichkeiten zu. Grundsätzlich ist der Hauptcharakter des Spiels als wichtigstes Kriterium für eine Einteilung ausschlaggebend. Im Folgenden werden einige Ansätze vorgestellt.
1.1.1 Die präventiv-medizinisch orientierte Systematik nach
Stemper (1983)
N Wahrnehmungsspiele
N Geschicklichkeitsspiele N Lauf - und Haschespiele N Wurf-, Fang- und Mannschaftsspiele
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Hierbei gliedert sich die Einteilung nach den Tätigkeitsmerkmalen mit der jeweiligen Belastungsintensität in Bezug auf das Herz-Kreislaufsystem und den Bewegungsapparat. Bei
Wahrnehmungsspielen wird der Körper weit weniger belastet als bei Wurf-, Fang- und Mannschaftsspielen.
1.1.2 Die Systematik nach Brinkmann & Treeß (1980)
Die Gliederung beruht sich auf die Grundsituation der „kleinen Spiele“, die sich aus den äußeren Rahmenbedingungen, der Situation der Teilnehmer und dem Vorhandensein von Spielgeräten zusammensetzen. N Spielobjekte N Spielfläche N Musik N Spielgelände N Eis und Schnee N Wasser
1.1.3 Die Systematik sozial-affektiver Aspekte nach Kapustin (1983)
N Einsiedlerspiele
N Kennenlern- und Eisbrecherspiele N Gemeinschafts- und Kooperationsspiele N Vertrauensspiele
N Wettspiele mit abgestuften Anforderungen an das soziale Verhalten N Aufsitzerspiele (Neckspiele)
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1.1.4 Die Systematik nach Räumlichkeiten nach Elstner (1979)
N Zimmerspiele
N Spiele auf Rasen und Plätzen N Spiele im Wasser N Spiele im Gelände N Spiele auf Eis und Schnee
Die Spiele werden nach den örtlichen Begebenheiten gegliedert.
1.1.5 Die Systematik nach Döbler & Döbler (1998)
N Singspiele
N Laufspiele N Ballspiele N Sportliche Freizeitspiele N Kraft- und Gewandtheitsspiele N Spiele zur Übung der Sinne N Kleine Spiele im Wasser N Kleine Spiele bei Schnee und Eis N Geländespiele N Heim- und Partyspiele
Die Systematik gliedert sich nach den Wesenszügen der Spiele. Bewegungsmerkmale, die Art der Spiele und der Ort spielen bei der Einteilung Döblers eine wichtige Rolle. Die Klassifizierung kann nicht vollständig voneinander abgegrenzt werden. Die Einteilungen überschneiden sich in einigen Punkten. Der Unterschied zu anderen Spielformen folgt nach einer Definition und den Hauptmerkmalen der „Kleinen Spiele“.
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1.2 Definition, Anforderung an „Kleine Spiele, Abgrenzungen
„Als „kleines Spiel“ bezeichnen wir eine von einem bestimmten Spielgedanken bzw. einer Aufgabe ausgehenden Folge von freudvollen Handlungen, die durch motorische Leistung und soziale Aktivität bestimmt werden.“ (Döbler u. Döbler, S.15) Im Laufe der Zeit hat sich der Begriff „Kleine Spiele“ als Überbegriff für viele Spielarten durchgesetzt. So wurden beispielsweise die Volks- und Jugendspiele, die Turnspiele, die Bunten Spiele und Volks- und Bauernspiele den „Kleinen Spielen“ einverleibt.
1.3 Anforderungen an die „Kleinen Spiele“
Turnvater Jahn hat in seinem 1816 veröffentlichten Buch „Die deutsche Turnkunst zur Einrichtung der Turnplätze“ zwölf Grundsätze für ein gutes Turnspiel genannt. „Ein gutes Turnspiel muss:
1. keine zu großen und weitläufigen Vorrichtungen erfordern; 2. leicht erlernbar sein und doch regelfest in sich begründet; 3. nicht vom bloßen Zufall oder meist von ihm abhängen; 4. eine nicht zu kleine Zahl von Spielern turngemäß beschäftigen;
5. nicht einen zu großen Raum bedürfen, der mit der kleinen Spielerzahl in keinem Verhältnis steht; 6. unter den Mitspielern keine müßigen Zuschauer brauchen; 7. bewirken, dass jeder sich gehörig rührt und keiner müßig feiert;
8. eine zweckmäßige Verteilung von Last und Rast haben;
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9. nicht einseitig und ohne Abwechslung im ewigen Einerlei bleiben;
10. um gut gespielt zu werden, eine große Gewandtheit und Geschicklichkeit der Mitspieler verlangen; 11. immer wieder mit neuem Eifer und reger Teilnahme gespielt werden können;
12. vor allem aber dem jugendlichen Gemüt behagen;“ (vgl. Döbler u. Döbler S.43)
Im Großen und Ganzen könne diese Richtlinien heute noch als gültig bezeichnet werden.
1.4 Abgrenzungen
Vergleicht man nun die Merkmale der „Kleinen Spiele“ mit den Beschreibungen und Eigenschaften anderer Spielformen, lassen sich weitere Abgrenzungen vornehmen. (vgl. Döbler & Döbler, 1998, S. 15 f): N Abgrenzung von Übungen mit Spiel-und Wettbewerbsformen:
Bei Übungen mit Spiel- und Wettbewerbsformen steht das Erlernen sportlicher Fertigkeiten im Vordergrund. „Kleine Spiele“ jedoch legen auf dem freien Spielcharakter ohne notwendige Fertigkeiten wert und haben daher keine
festgelegte Zielstellung. Ein Beispiel für spielerische Übungsformen sind Wurfübungen in Sportspielen, sofern sie als Wettkampf durchgeführt werden. Staffelläufe können je nach Zielstellungen und Aufgabe als spielerische Übung oder als „Kleines Spiel“ bezeichnet werden.
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N Abgrenzung von Mini-Sportspielen: Mini-Sportspiele zielen hauptsächlich auf die „Großen Sportspiele“ ab. Meist werden lediglich die Feldmaße und die Spielerzahl verändert, um das Spiel zu erleichtern. In den „Großen Sportspielen“ bestehen in der Regel internationale Regeln, die nur schwer modifiziert werden können. N Abgrenzung von Mannschaftskampfspielen: Die Mannschaftskampfspiele stelle eine Zwischenform von „Kleinen Spielen“ und „Großen Sportspielen“ dar. Elemente beider Spielformen sind darin enthalten. Einen gute Spielfähigkeit (beinhaltet auch Technik und Taktik) ist von großer Bedeutung. “Kleine Spiele“ verlangen in der Regel jedoch keine Vorkenntnisse über das Spiel und sportliche Fertigkeiten. Als Beispiel sind die beliebten Spiele Brennball und Völkerball zu nennen.
Siehe Anhang Abb. 1: Systematik der Bewegungsspiele nach Döbler & Döbler (1998)
1.5 Kleine Spiele - Wozu?
Wie schon in Punkt 1.2 gezeigt, gibt es verschiedene Kriterien für „Kleine Spiele“. Die Spiele sind vielseitig einsetzbar und haben unterschiedliche Schwerpunkte. Oft werden die Funktionen von Übungsleitern oder Lehrern verkannt oder falsch eingesetzt. In der Literatur ist zu erkennen, dass den „Kleinen Spielen“ unterschiedliche Hauptaufgaben zugeordnet werden können.
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Döbler und Döbler (1998) sehen die Hauptfunktion beispielsweise in der Vermittlung von Spielerlebnis, Freude und Spaß. Siehe Anhang Abb. 2: Didaktische Funktionen der Kleinen Spiele nach Döbler & Döbler (1998)
Rammler und Zöller (1996) gehen neben diesen didaktischen Funktionen stark auf die konditionellen und koordinativen Fähigkeiten ein. Sie beschreiben „Kleine Spiele“ zur N Schulung von Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer N Schulung der Koordination N Schulung von Sehen, Hören, Fühlen N Förderung von sozialem Verhalten N Förderung von kreativem Verhalten N Vorbereitung auf die „Großen Spiele“ wie Basketball, Fußball, Handball, Hockey, Volleyball N Vorbereitung auf die Individualrückschlagspiele wie
Badminton und Tischtennis
1.3.1 Schulung von Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer
Die Schulung von konditionellen Fähigkeiten kommt insbesondere im Schulsport häufig zu kurz. Oft haben Kinder beim Erlernen von Übungen im Turner oder in den „Großen Sportspielen“ Schwierigkeiten. Die Probleme sind auf die fehlenden physischen Grundvoraussetzungen zurückzuführen. Zur Schulungen von Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer bieten sich insbesondere folgende Gruppen von Spielen an:
Arbeit zitieren:
Tobias Schwarzwälder, Manuel Holler, Philipp Lintner, 2004, Pädagogische und lernmethodische Rolle der 'Kleinen Spiele', München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
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