Inhaltsverzeichnis
I Einleitung 3
II Strukturelle Rahmenbedingungen für die Jugendkulturen des 21.
Jahrhunderts 4
III Differenzierung und Individualisierung in heutigen Jugendkulturen 8
3.1. Orientierungsmuster der Jugendkulturen 9
3.1.1. Veränderte Leitbilder 9
3.1.2. Heterogen zusammengesetzte Jugendkulturen 10
3.2. Die abnorm hohe Bedeutung der Mode 12
IV Fazit Ist die Jugend der Postmoderne überfordert oder den
Rahmenbedingungen gewachsen 14
V Literatur 18
2
I. Einleitung
Der demographische Wandel ist zur Zeit in aller Munde. Jeder weiß etwas dazu beizutragen, oft wird im Fernsehen oder in der Zeitung über potentielle Probleme oder Folgen berichtet. Zahlreiche Bücher zum Thema sind in den Buchhandlungen erhältlich. Die Protagonisten dieses Themas sind die alten Menschen und die älter werdenden Menschen. Wie geht man mit dem Überschuss der älteren Generationen in der deutschen urnenförmigen Bevölkerungspyramide um? Lösungsstrategien werden in Talk - und Polit-Shows diskutiert. Eine bedeutende Fehlentwicklung in dieser Diskussion ist das Nicht-Thematisieren des unteren Teils der Urne: die jüngeren Menschen in Deutschland. Zwar findet man reichlich Fachliteratur über Jugendkulturen, Jugendstile und Jugendliche, in der Probleme und Entwicklungen thematisiert werden, in der versucht wird, die Komplexität des Phänomens Jugend aufzuzeigen und die durchaus Begriffe wie Postmoderne und Individualisierung verwendet. Allerdings liegt die Problematik in der Aktualität der Jugendstudien. Wissenschaftler hängen den aktuellen Tendenzen jungendlichen Verhaltens hinterher. Im Rahmen d es fortschreitenden Strukturwandels und der damit einhergehenden Pluralisierung von Lebensstilen und der veränderten Verfügbarkeit von freier Zeit wird es für Jugendliche zunehmend schwieriger, ihren persönlichen Lebensweg zu finden. Die Vielzahl an neuen Wahlmöglichkeiten hinsichtlich ihrer Lebensgestaltung – gemeint sind sowohl die beruflichen Wahlmöglichkeiten als auch die erhöhte Auswahl an Freizeitangeboten – erfordert in steigendem Maße eine Aneignung von Strategien zur Bewältigung des unübersichtlichen Angebots. Sind die Jugendlichen Opfer dieses Wandels oder formen sie in der postmodernen Epoche des 21. Jahrhunderts eine neue Art von Jugendkultur, die sich zwar von den früheren Subkulturen (vorausgesetzt wird die Annahme Ferchhoffs, dass sich die Jugendsubkulturen zu Jugendkulturen entwickelt haben) unterscheidet, aber dennoch ihre eigenen Qualitäten aufweist?
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Ziel der Arbeit ist es, die veränderten Ausgangsbedingungen für Jugendliche in der Postmoderne zu erläutern. Sie will versuchen, eine Antwort auf die oben formulierte Frage zu finden.
Im ersten Teil der Arbeit soll auf die strukturellen, gesellschaftlichen Gegebenheiten für die Jugendkulturen des 21. Jahrhunderts eingegangen werden. Was hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte verändert? In welchem Rahmen bewegen sich die Jugendlichen? Im zweiten Teil sollen die Orientierungsmuster der Jugendkulturen heraus gearbeitet werden. Relevant sind hierfür veränderte Leitbilder und heterogen zusammengesetzte Gruppen. Als in der heutigen Zeit hervortretendes Phänomen der Konsumwelt soll auf die Bedeutung der Mode eingegangen werden. Im Schlussteil werden von Ferchhoff ermittelte Antworten als Bewältigungsmuster vorgestellt und des Weiteren der Versuch einer Beantwortung der Leitfrage gewagt. Zudem erfolgt ein Ausblick auf weiterführende Problematiken.
II. Strukturelle Rahmenbedingungen für die Jugendkulturen des
21. Jahrhunderts
Um im folgenden näher auf Jugendkulturen eingehen zu können, soll zunächst kurz skizziert werden, was mit Jugend gemeint ist. Bis in die 60er Jahre hinein bezeichnete man mit der Jugendphase die Phase als Jugendlicher zwischen etwa 14 und 18 Jahren. Mit der Volljährigkeit war das Ende der Jugendphase erreicht und der Eintritt ins Erwerbsleben symbolisierte den Übergang in die Phase des Erwachsenseins. Seit den 70er Jahren setzte ein durchgreifender Strukturwandel ein, der in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens Veränderungen hervor rief. Zunächst wurde mit Strukturwandel der Übergang vom Industrie- zum Dienstleistungszeitalte r bezeichnet, doch schon kurze Zeit später wurde klar, dass der Strukturwandel nicht nur in den wirtschaftlich organisierten Teilen der Gesellschaft zutage trat, sondern sich insbesondere im sozialen Bereich niederschlug. Mit sozialem Bereich sind in erster Linie der in nahezu jeder Fachliteratur erwähnte Wertewandel und die Pluralisierung von Lebensstilen gemeint. Im Rahmen dieses Wandels hat sich in der
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wissenschaftlichen Forschung der Jugendsoziologie auch die frühere Definition der Jugendphase verändert. Ferchhoff drückt es folgendermaßen aus: „In den hochentwickelten Industrie- und postmodernen
Dienstleistungsgesellschaften wird meistens eine bestimmte Altersphase mit unscharfen Rändern zwischen Kindheit und Erwachsensein im
Lebenslauf als Jugendphase gekennzeichnet.“ 1 Er begründet dies auf folgende Art und Weise: Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen, wie beispielsweise ein meist verspäteter Eintritt ins Erwerbsleben oder das
nicht mehr festzulegende Alter bei Eheschließungen, ist ein eindeutiges Ende der Jugendphase nicht mehr am Alter festzumachen, sondern kann
vielmehr soziologisch anhand verschiedener Kriterien (Beginn einer regelmäßigen Erwerbsarbeit, Kinder, finanzielle Selbständigkeit) festgelegt werden. Somit handelt es sich bei der Jugendphase – soweit der Begriff in
dieser Arbeit verwendet wird - um einen „offenen Lebensbereich“ 2 . Das Ende der Jugendphase ist nicht eindeutig definierbar. Auch der Beginn der
Jugendphase hat sich im Vergleich zu früher verschoben. Tendenzen, die bereits früher in der Jugendphase erkennbar waren, haben sich im Laufe der Jahrzehnte verstärkt. So machen Jugendliche beispielsweise früher
sexuelle Erfahrungen, der Weg in Richtung eines ‚normalen’ Familienlebens (Heirat, Kinder) wird immer seltener. Und obwohl Ein- und
Austritt in/ aus die/ der Jugendphase früher leichter erkennbar waren hat es „eine homogenisierte Normalbiographie „Jugend“ offenbar früher wie heute
nicht gegeben.“ 3 Die Anzahl an Institutionen, die sich mit den Jugendlichen beschäftigen, hat sich allerdings im Vergleich zu früher enorm erhöht. Es stellt sich die Frage, ob sie ein hilfreiches Angebot für Jugendliche
darstellen, oder diese in ihrer Freiheit einengen. Baacke nimmt letzteres an: „Die Institutionalisierung der Jugend erreicht heute eine n gewissen Höhepunkt. Bildungssystem, Jugendberatung, Freizeitmaßnahmen und
Freizeitangebote, außerschulische Bildung, Bafög und Sozialhilfe – das gesellschaftliche Netz legt sich über jeden Jugendlichen und verschärft
1
FERCHHOFF, Wilfried: Jugendkulturen im 20. Jahrhundert. Von den
sozialmilieuspezifischen Jugendsubkulturen zu den individualitätsbezogenen
Jugendkulturen. Frankfurt am Main. 1990. S.97. Im Folgenden: FERCHHOFF, 1990.
2 FERCHHOFF, 1990. S.99
3 BAACKE, Dieter: Jugend und Jugendkulturen. Darstellung und Deutung. 3., überarbeitete
Auflage. München. 1999. S.234. Im Folgenden: BAACKE, 1999.
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Yvonne Metzger, 2004, Jugendkulturelle Orientierungen und Umgehensweisen in der Postmoderne, Munich, GRIN Publishing GmbH
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