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Spätestens seit der Ereignisse vom 11. September 2001 wird in der Öffentlichkeit dem Thema Religion, oder spezieller dem Islam, mehr Aufmerksamkeit geschenkt als ihm je zuvor entgegen gekommen ist.
Doch woher kommt auf einmal das Interesse für dieses weitreichende Gebiet? Ist Terrorismus und auch Unvereinbarkeit mit westlichen Lebensweisen ein neues Synonym für den Islam? Oder ist dies alles nur ein Märchen aus 1001 Nacht? Was treibt die westlich sozialisierten Menschen dazu eine große Religion, wie auch ,unser Christentum’ es eine ist, und somit die Gläubigen dieser zu verdammen und gleichzeitig vor einer Gefahr zu warnen, die uns „in die Katastrophe führt, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt wird“ 1 .
Mit dieser Hausarbeit möchte ich nicht eine Wertung der Ereignisse vornehmen oder bestimmte Aussagen kritisieren, sondern nur zum kritischen Nachdenken über die eigenen Vorurteile und die Autorität bestimmter Quellen und deren Authentizität als auch Objektivität anregen. Die oben gestellten Fragen sollen dabei zum eigenen Nachdenken anregen und es kann keine richtige Beantwortung erwartet werden.
Es soll in der Arbeit erst eine Bestimmung von Begriffen, wie Ethnozentrismus, Evolutionismus und Orientalismus vorgenommen werden. Mit diesen wird dann versucht anhand einer empirische Studie und Veröffentlichungen über den Islam einige Gesellschaftsbilder aufzuzeichnen und Perspektiven in den Raum zu stellen. Aufgrund der großen Bandbreite des Themas kann in solch einer Hausarbeit natürlich nur ein Teil aufgezeigt werden. Außerdem ist anzumerken, dass auch die Forschung darüber selber noch in den Anfängen steckt. ___________________
1 A. Mertensacker, 0XVOLPHHUREHUQ'HXWVFKODQG±(LQH'RNXPHQWDWLRQLippstadt 1998, 7.
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Der Ethnozentrismus ist eine emotionale Überzeugung des Menschen, dass seine soziale Gemeinschaft oder Kultur das Zentrum der hochentwickelten Welt ist. Das heißt, dass jede andere Kultur der seinen nicht ebenbürtig ist. Sie ist rückständig, schlecht, dumm und stellt eine Gefahr dar. Auf der Seite des Individuums äußert sich dies in einer Überlegenheit vor dem Gegenüber. Man kann damit sagen, dass hier eine prinzipielle Einstellung vorliegt und keine bloße Ablehnung bestimmter anderer Systeme stattfindet.
Der Eigenname eines Volkes bedeutet oft auch nur Mensch, da man nur sich selbst als die eigentlichen Menschen ansieht. 3
Ethnozentrismus muss damit aber nicht zwangsläufig etwas negatives sein. Er dient ja immerhin dazu, durch die Abgrenzung das eigene Sein zu konstruieren und stabilisiert dieses auch gleichzeitig, da ja das eigene System das Ideale ist und das andere das Minderwertige. Hierin ist auch die hauptsächliche Funktion des Ethnozentrismus zu sehen. Diese Bestandteile sind natürlich legitime Einsatzmittel für ein Negativ-Verhalten gegenüber einer anderen Kultur, da der Ethnozentrismus ein universelles Phänomen ist und somit auch keiner expliziten Bestätigung bedarf.
In der Politik lässt sich damit wohl am besten die Propaganda erklären. Die inneren Probleme sollen damit überdeckt bzw. kompensiert werden, und es wird versucht dadurch die Kräfte zu bündeln.
Dies kann sicher auch unter dem Hintergrund von Religion geschehen.
Der westliche Zentrismus ist dabei durch eine Polarisierung in gut (wie sich der Westen selber sieht; der Okzident) und schlecht (die anderen; der Orient) in Verbindung mit dem Glauben an eine lineare und kulturelle Entwicklung verknüpft.
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2 Vgl. A. Czerny, A. Kappel, S. Kuske, „Das Orientbild des Westens“, in: Medienprojekt Tübinger Religionswissenschaft, 'HU,VODPLQGHQ0HGLHQGütersloh 1994, 17/18.
3 siehe Ethnozentrismus auf http://www20.wissen.de/xt/default.do
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Arbeit zitieren:
Eric Maes, 2002, Der Islam in der westlichen Sichtweise - oder Märchen aus 1001 Nacht, München, GRIN Verlag GmbH
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