Inhaltsverzeichnis
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A. Didaktische Analyse 3
1. Einordnung der Unterrichtseinheit in den amtlichen Lehrplan 3
2. Sachanalyse 3
a) Tourismus 3
b) Wasserproblematik auf Mallorca 5
3. Didaktische Analyse 6
B. Psychologische Analyse 7
1. Individuallage der Klasse 7
2. Sachstruktureller Entwicklungsstand 8
3. Sozialpsychologische Voraussetzungen 8
C. Lernzielanalyse 9
1. Didaktische Reduktion 9
2. Zielsetzung 9
3. Lernsequenzplanung 10
D. Methoden-Analyse 11
E. Literaturangaben 12
F. Darstellung des geplanten Unterrichtsablaufs 13
1. Plan der Durchführung 13
2. Tafelbild 14
3. Arbeitsblätter 15
4. OHP-Folie 18
2
A. Didaktische Analyse
1. Einordnung der Unterrichtseinheit in den amtlichen Lehrplan
Die Unterrichtseinheit „Wasserproblematik auf Mallorca“ kann im Lehrplan des Faches GSE unter dem Punkt 8.1.2 „Binnenmarkt Europa - Tourismus in Südeuropa“ eingeordnet werden. Doch sollen sie in der gesamten Sequenz nicht nur den Tourismus in Südeuropa mit seinen wirtschaftlichen Vorteilen kennen lernen, sondern diese Unterrichtseinheit soll sie auch - wie im Vorwort des Lehrplans erwähnt„Aufschließen für gesellschaftliche Grund- und Zeitfragen“ und ihnen insbesondere „Wissen um den Wert und die Gefährdung der natürlichen und kulturellen Umwelt“ vermitteln, in ihnen die „Bereitschaft zur Mitverantwortung für die Erhaltung der Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen“ wecken 1 . Durch die Gliederung der Stunde und entsprechende Arbeitsblätter ergibt sich außerdem noch der Bezug zu 8.1.3 „Nachrichten aus Massenmedien auswerten und räumlich einordnen“.
2. Sachanalyse
a) Tourismus
„Man sollte jedem Deutschen noch fünfhundert Mark dazugeben, damit er ins Ausland reisen kann. Er würde sich manche Plakatanschauung abgewöhnen, wenn er vorurteilslos genug ist, die Augen aufzumachen.“ Kurt Tucholsky
Mehr Urlaub und Freizeit und niedrige Reisepreise aufgrund des harten Konkurrenzkampfs unter Fluggesellschaften und Reiseveranstaltern machen es möglich: Im Jahre 2000 wurden weltweit rund 700 Millionen grenzüberschreitende Reisen unternommen ( 7,4% mehr als 1999) 2 . Bis zum Jahr 2020, so prognostiziert die Welttourismusorganisatio n - WTTC - wird die Zahl der international Reisenden auf rund 1,6 Milliarden steigen 3 .
Auch 62,2 Mio deutsche Reisende verbrachten ihre Ferien nicht zuhause, sondern bevorzugt in Spanien (12,8 Mio), Österreich (10,3 Mio) und Italien (10,2 Mio).
So hat sich die Tourismusbranche inzwischen zu einem riesigen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Nach Angaben des World Travel & Tourism Council (WTTC, 1999) bietet der Tourismus weltweit fast 200 Millionen Menschen Arbeit und trägt direkt und indirekt 11,7 Prozent zum globalen Bruttosozialprodukt bei 4 . Der Tourismus zählt damit weltweit zu den bedeutendsten Wirtschaftssektoren.
1 HSLP, S.8
2 Kosmos Kompakt Lexikon 2002, Eintrag „Tourismus“
3 WTTC: Agenda 21 for the Travel & Tourism Industry
4 ebd.
3
So war 1999 Europa der am meisten von Touristen besuchte Erdteil. Von den weltweit 664,391 Mio. als „Gästeankünfte“ gezählten Auslandstouristen (WTTC) entfielen 59,3% (394,152 Mio.) auf europäische Staaten, die Einkünfte aus dem Auslandstourismus beliefen sich auf 234,660 Mrd. US-$ 5 . Für Spanien, dessen Tourismusgebiet sich auf ca. 7 % der Landesfläche beschränkt (Balearen, Kanarische Inseln, Küstengebiete des spanischen Festlandes am Mittelmeer sowie am Atlantischen Ozean in Nordspanien) hat sich die Investition in den Tourismusssektor verdient gemacht: Von 1980 bis 1998 konnte es die Urlauberzahl mehr als verdoppeln (1980: 22,4 Mio, 1998: 47,8 Mio), die Deviseneinnahmen mehr als verfünffachen (1980: 6 968 Mio US $, 1998: 29 737 Mio US $) 6 . Abschreckend sind dabei die Ergebnisse: Es reihen sich fast an der gesamten Küste eine Bettenburg nach der anderen aneinander, es handelt sich hierbei um Massentourismus.
„Viele einzelne Touristen, die sich an vielen kleinen Orten umwelt-verträglich und sozial- verantwortlich verhalten, können das Gesicht des Tourismus verändern.“ Tourism Watch
Gleichzeitig ist dieser Massentourismus aber auch einer der größten Wirtschaftszweige überhaupt, deren Umweltauswirkungen am meisten thematisiert werden. Neue, insbesondere politische Impulse hat die Suche nach dem besseren Tourismus in den neunziger Jahren durch den Rio-Folgeprozess für eine nachhaltige Entwicklung gewonnen. Während 1992 in der „Agenda 21“ der Tourismus noch keine eigenständige Rolle spielte, ist er heute ein wichtiges Thema auf der Tagesordnung der Vereinten Nationen. Die UN-Kommission für nachhaltige Entwicklung (CSD) hat 1999 ein internationales Arbeitsprogramm erarbeitet, das den Tourismus in nachhaltigere Bahnen lenken soll. Es wurden eine ganze Reihe von politischen Maßnahmen angestoßen, die von allen Beteiligten in gemeinsamer Verantwortung konkretisiert und umgesetzt werden sollen. Dies heißt auch, dass vor allem die Menschen in den touristischen Zielgebieten an der Planung und Gestaltung des Tourismus beteiligt sind. Die Belange der einheimischen Bevölkerung, wie die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln, Gesundheit und Ausbildung müssen dabei Vorrang vor den Bedürfnissen der Touristen behalten. Weitere Eckpunkte auf dem Weg zu einer verstärkten Wahrnehmung von tourismus- induzierten Umweltproblemen markieren die World Conference on Sustainable Tourism (WCST) 1995 und die gemeinsam vom World Travel & Tourism Council (WTTC) der World Tourism Organization (WTO) und dem Earth Council vorgelegten „Agenda 21 for the Travel & Tourism Industry“ 7 .
5 Fischer Weltalmanach 2002, Eintrag „Tourismus“
6 ebd., Eintrag „Spanien“
7 a.a.O.
4
b) Wasserproblematik auf Mallorca
Mallorca liegt als Teil Spaniens in der subtropischen Klimazone und ist deswegen sommerwarm und winterfeucht. Da jedoch die höchsten Touristenzahlen auf die Zeit Juli und August fallen (250.000-260.000 Touristen) 8 , also auf die Zeit des geringsten Niederschlags, kämpft Mallorca mit dem Problem in ausreichender Menge Trinkwasser zu beschaffen.
Nach der offiziellen Statistik gehen etwa 60% des Trinkwassers von Mallorca in die Landwirtschaft und nur sieben Prozent in den Tourismusbereich. Doch der Schein trügt: Kalkuliert man in den Wasserbedarf der Tourismusindustrie den Verbrauch der rund 100.000 illegalen, weil nicht angemeldeten Hotel- und Apartmentbetten auf der Insel mit ein, sieht die Bilanz Landwirtschaft versus Tourismus schon ganz anders aus. Experten gehen davon aus, dass etwa 40% des Süßwassers allein den Touristen zu Gute kommen 9 .
Deswegen liefern bisher zwei Meerwasserentsalzungsanlagen in der Bucht von Palma das fehlende Trinkwasser. Zwei weitere Anlagen entstehen. Zwar ist die künstliche Entsalzung teuer, der Kubikmeter entsalzten Meerwassers kostet die Gemeinden 70 Cent, während Brunnenwasser für 30 Cent zu haben ist, doch die Balearen gehören zu den wohlhabendsten Regionen Spaniens.
Doch das Umweltministerium der Balearen beklagt, dass Meerwasserentsalzung nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch einen hohen Preis habe, verbrauche sie doch Unmengen von Strom. In Mallorcas Kraftwerken werde für die Süßwasserproduktion immer mehr Dieselöl und Kohle verbrannt, entwichen immer mehr Treibhausgase in die Atmosphäre. Neben Flughafen und Zementwerken seien die Entsalzungsanlagen schon jetzt der größte Stromverbraucher der Insel 10 . Diese Ressourcen-erschöpfende Vorgehensweise - vor allem im Hinblick auf den Wasserbericht des IPCC 11 - widerspricht allerdings der Lokalen Agenda der nachhaltigen Wasserwirtschaft, wie sie vom ICLEI beschrieben wurde, das damit auch eine Forderung nicht nur an die Tourismusländer, sondern an die Touristen selbst verknüpft 12 :
„Mit etwas Bewusstsein über die Eigenheiten des bereisten Ortes lassen sich zumindest wasserverschwendende Einrichtungen meiden. Eine Anpassung zum Beispiel der gewohnten Reinigungsgepflogenheiten kann dazu beitragen, dass Tourismus anderen Regionen nützt, ohne langfristig ihre Wasserversorgung zu gefährden.“
8 Instituto Nacional de Estadistica: España en cifras 2003-2004
9 g-o.science: Mittelmeer: Wasserknappheit durch Massentourismus
10 Veiel, Axel: Mallorca hängt am Trinkwassertropf, FR 1.10.03
11 Kosmos-Kompakt -Lexikon 2002, Eintrag „Klima-Veränderung“
12 wasser-agenda.de: Wasser ist Macht
5
Arbeit zitieren:
Alexandra Meier, 2004, Wasserproblematik auf Mallorca, München, GRIN Verlag GmbH
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