Physische Warenströme in Deutschland, eine Übersicht der Volumina und Kosten sowie eine Vorausschau auf die Entwicklung.
2 Physische Warenströme - Arbeitsgebiet der
Logistikdienstleister
In der Transportwirtschaft werden fast 75% der Versandaufträge der verladenden Wirtschaft über Speditionen abgewickelt [VAHR98, S. 57]. Diese zählen zu den Logistikdienstleistern, wie auch Kurier-, Paket-, Expressdienste (KEP-Dienste), der Logistikservice der Deutschen Bahn AG durch Stinnes Logistics oder der Service der Luftverkehrsgesellschaften, z. B. durch die Lufthansa Cargo.
Ein Spediteur übernimmt die Zusammenstellung der kostengünstigsten, schnellsten und sichersten Transportalternative für einen Gütertransport in Form einer Dienstleistung. Man unterscheidet hier grundsätzlich drei Arten des Güterverkehrs, den Güternahverkehr, den Güterfernverkehr und den Werkverkehr. Im Nahverkehr werden nur Güterbeförderungen auf einer Strecke unter 75 km berücksichtigt, alle anderen Transporte zählen bereits zum Fernverkehr. Unter Werkverkehr versteht man die Beförderung von Gütern für unternehmenseigene Zwecke, durch eigenes Personal und dem eigenen Fuhrpark. Ein Spediteur holt die Güter beim Kunden ab und bringt sie zum Empfänger. Dies erfolgt entweder in Form von Einzelsendungen oder kompletten Ladungen durch mehrere kombinierte Einzelsendungen [VAHR98, S. 58 und 60].
Während Speditionen größere, sperrige Gütern befördern, sind im Kleingutmarkt (bis 31,5 kg) die KEP-Dienste vorherrschend. Gerade hier gibt es sehr viele unterschiedliche Anbieter. N icht nur die deutschen Dienstleister (wie DHL oder DPD) sind auf diesem Markt tätig, auch ausländische Unternehmen, wie etwa UPS oder FedEx, konnten sich etablieren. Selbst Speditionen entdeckten diesen riesigen Markt sehr schnell für sich, wodurch z. B. im Jahr 1988 der Paketdienst German Parcel von 25 mittelständischen Speditionen gegründet wurde [VAHR98, S. 71 bis 73]. Durch ständige Verbesserung der Datenverarbeitung bieten die meisten KEP-Dienste bereits heute Zusatzservices an, wie die Verfolgung einzelner Pakete über das Internet anhand von Paketnummern, oder wie UPS, durch ein weltweit zentral organisiertes System, eine Empfangsbestätigung für den Absender, sobald das Paket beim Empfänger angekommen ist [VAHR98, S. 74]. Seite 2 Logistische Aufgaben und Prozesse
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3 Die verschiedenen Transportmittel
Man kann die unterschiedlichen Transportmittel grob in 4 Bereiche einteilen. Güter werden entweder auf der Straße, in der Luft, im Wasser oder auf Schienen befördert. Ein fünfter Bereich, der Rohrleitungsverkehr unter der Erde, wird im Moment noch entwickelt, stellt aber vielleicht zukünftig eine kostengünstige und vor allem umweltfreundliche Alternative zur Güterbeförderung dar.
Durch Transportmittel erfolgt die „Raumüberbrückung oder Ortsveränderung von Gütern“ [PFOH00, S. 162]. Die größten Unterschiede liegen im Bereich der Geschwindigkeiten und Kosten, wie Abbildung 1 zeigt. Natürlich kann man nicht überall jedes Transportmittel einsetzen, d. h. die Oberflächenstruktur bzw. die geographischen Gegebenheiten spielen bei der Auswahl eine entscheidende Rolle [PFOH00, S. 162 und 163].
Abb. 1: Zusammenhang zwischen Transportgeschwindigkeit und Transportkosten; in
Anlehnung an [THOM04].
3.1 Binnenschifffahrt
Die Binnenschifffahrt wird oft als das älteste Transportmittel der Welt angesehen. Bereits sehr früh in der Geschichte wurden mit Flößen große Landmassen wie z. B. Baumstämme transportiert [IHDE00, S. 151]. Wie aus Abbildung 1 ersichtlich, liegt der Vorteil der Binnenschifffahrt ganz klar im kostengünstigen Transport großer Massen, für die keine Eilbedürftigkeit gegeben ist. Dadurch ist die Schifffahrt prädestiniert für den
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Transport von z. B. Steinen und Erden (22,0% des Gütertransports auf deutschen Binnenwasserstraßen im Jahr 1998), Mineralölerzeugnissen (17,8%), Erzen und Metallabfällen (16,8%) oder Kohle (13,4%) [IHDE00, S. 153]. Die enorme Massenleistungsfähigkeit macht die Schifffahrt aber zur Konkurrenz der Eisenbahn. Trotz ihrer hohen Umweltfreundlichkeit leiden beide Transportmittel darunter, dass Massenleistungsfähigkeit immer weniger gefragt wird, weil durch moderne Logistikkonzepte „abnehmende Ladungsgrößen, höhere Transportfrequenzen und gestiegene zeitliche Anforderungen“ das Bild bestimmen [IHDE00, S. 158]. Weiterhin ist die Binnenschifffahrt natürlich durch das begrenzte Wasserstraßennetz (ca. 7300 km schiffbare Länge in Deutschland) benachteiligt, wodurch ungefähr die Hälfte der Schiffstransporte nur im gebrochenen Verkehr, d. h. im Verbund mit anderen Transportmitteln, erfolgt [PFOH00, S. 170]. Die Binnenschifffahrt gliedert sich in Deutschland in rund 850 Unternehmen, welche in acht Reedereien (Schifffahrtsbetriebe mit eigener Akquisition), ca. 160 größeren Binnenschifffahrtsbetrieben und ca. 1 .000 Partikulieren (Schifffahrtsbetrieben mit bis zu drei Schiffen) organisiert sind. Die Unternehmen unterhalten rund 2500 Gütertransportschiffe [ABER03, S. 67].
3.2 Straßenverkehr
Von der logistischen Entwicklung, weg vom Massentransport und hin zu eilbedürftigen, in geringen Mengen anfallenden Gütertransporten, hat der Straßenverkehr am meisten profitiert [IHDE00, S. 170]. Die hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit, aufgrund des wesentlich größeren Straßennetzes (ca. 656.000 km) im Gegensatz z. B. zum Schienennetz (ca. 45.150 km) und der Fähigkeit, auf individuelle Bedürfnisse schnell und mit geringerem Aufwand zu reagieren, ermöglichen dem LKW im Flächenverkehr eine allgemein höhere Geschwindigkeit als der Eisenbahn. Weitere Vorteile sind die ständige Einsatzbereitschaft und die Fähigkeit, auch geringe Gütertransporte in der Fläche schnell, zuverlässig und kostengünstig zu verteilen [PFOH00, S. 170 und 171]. Gerade die moderne Logistik, gekennzeichnet durch zeitgenaue Anlieferungen (Just in Time) im Beschaffungs- und Distributionsprozess hat
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Arbeit zitieren:
Christian Fuchs, 2004, Physische Warenströme in Deutschland, eine Übersicht der Volumina und Kosten sowie eine Vorausschau auf die Entwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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