Das Ende der Ära Adenauer
1. Einleitung 1
2. Einordnung des Artikels aus der FAZ 63 in den historischen
Kontext 2
3. Zur Person Dolf Sternberger und der FAZ 3
3.1 Dolf Sternberger 3
3.2 Die Frankfurter Allgemeine Zeitung 4
4. Ausschlaggebende Ereignisse in den Jahren bis 1963 5
3.1 . 1959 Die Nachfolge von Theodor Heuss 5 6
3.2 . 1961 Der Bau der Berliner Mauer und die Bundestagswahl 6 7
3.3 . 1962 Die „Spiegel - Affäre“ 7 9
3.4 . 1963 Fraktionssitzung der Unionsparteien 9 10
3.5 1963 Adenauers Verabschiedung 10
5. Zur Fragestellung 11
4.1 Stimmen über den Abschied Konrad Adenauers 11 12
4.2 Klärung der Fragestellung 12 13
6. Quellenkritik 14
7. Quellen- und Literaturverzeichnis 15
4.1 Quellen 15
4.2 Literatur 15
Anhang:
I. Artikel „Andere Kanzler andere Sitten“
1. Einleitung
„Ich bin ja der Vorsitzende der Partei. Aber vergessen Se nicht, meine Herren, ich bin schließlich keine achtzig mehr.“ 1 Diesen Satz sagte Konrad Adenauer im Sommer 1965, ein halbes Jahr vor seinem 90. Geburtstag, im Kreise seiner engsten Mitarbeiter. Er beginne sich Sorgen zu machen. Etwa zwei Jahre zuvor war er als Bundeskanzler aus dem Dienst ausgeschieden.
Die vorliegende Arbeit richtet ihren Focus auf die letzten fünf Jahre Konrad Adenauers als Bundeskanzler. Sie versucht anhand von vier historischen Ereignissen zu zeigen, warum der, 1953 von gut 3/4 der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland unterstütze Bundeskanzler, am Ende des Jahres 1963, also gut zehn Jahre später, kaum noch über Rückendeckung verfügte.
Die vier Ereignisse sind:
- Die Nachfolge von Theodor Heuss (1959)
- Bau der Berliner Mauer und d. Bundestagswahl (1961)
- Die „Spiegel - Affäre“ (1962)
- Fraktionssitzung der Unionsparteien (1963)
Ausgangspunkt ist ein Artikel aus der FAZ aus dem Jahre 1963. 2 Im Anschluss hieran wird versucht die Frage zu klären, ob die Entscheidung des Bundeskanzlers, von seinem Amt im Herbst 1963 Abschied zu nehmen, gerechtfertigt war. Im Anhang befindet sich eine Kopie des Zeitungsberichtes.
1 Görtemaker, Manfred: Kleine Geschichte der BRD. München 2002, S. 157
2 siehe Anhang
1
2. Einordnung des Zeitungsartikels „Andere Kanzler, andere Sitten“ in den historischen Kontext
Der am 01.06.1963 in der FAZ veröffentliche Artikel von Dolf Sternberger erschien ein gutes halbes Jahr später, nachdem Adenauer dem Vorschlag von Staatssekretär (im Bundeskanzleramt) Hans Globke und Heinrich Krone (Bundesminister für besondere Aufgaben) am 6. Dezember 1962, inmitten der Koalitionsverhandlungen mit der FDP und den „Schein“-Koalitionsverhandlungen mit der SPD, zugestimmt hatte, im Herbst 1963 entgültig zurückzutreten.
Im Frühjahr/Sommer 1963 war Adenauer nun damit beschäftigt seine Nachfolge zu regeln. Der von einer immer breiteren Mehrheit befürwortete Wirtschaftsminister Erhard wurde von Adenauer strikt abgelehnt. Dieser bevorzugt den damals amtierenden Bundesinnenminister Gerhard Schröder.
Die Stimmung zwischen den einzelnen Lagern innerhalb der CDU ist, vom heutigen Standpunkt aus gesehen, nur bedingt nachvollziehbar. Wie kann es zu solchen Unstimmigkeiten zwischen Kanzler, Fraktion und Partei kommen?
Eine Betrachtung der zurückliegenden Ereignisse der letzten vier vergangenen Jahre kann hier sehr hilfreich sein, diese schwierige Situation einerseits zu durchschauen und andererseits zu verstehen wie Adenauer in diese „Sackgasse“ geraten ist. Wilhelm von Sternburg nannte die ausschlaggebenden Punkte für Adenauers Abstieg in folgenden Worten: „Der Abstieg vom Gipfel erfolgte in vier Phasen: Über die Diskussion der Heuss-Nachfolge 1959, den Bau der Berliner Mauer 1961, die „Spiegel-Affäre“ 1962 und schließlich die Fraktionssitzung der Unionsparteien am 23. April 1962, auf der Adenauers Nachfolger bestimmt wurde. Hinter diesen Ereignissen aber - und dies war entscheidender - stand der tiefgreifende Wandel, der die internationale Politik seit 1952 mehr und mehr kennzeichnete und welcher mit der Präsidentschaft Kennedys seinen ersten Höhepunkt erreichte.“ 3
3 Sternburg, Wilhelm von: Adenauer - eine deutsche Legende. Frankfurt/Main 1987, S.230
2
3. Zur Person Dolf Sternberger und der FAZ
2.1 Dolf Sternberger 4
Dolf Sternberger wurde am 28. Juli 1907 in Wiesbaden geboren und starb 27. Juli 1989 in Frankfurt am Main. Sternberger gilt als einer der Begründer der deutschen Politikwissenschaft in der Nachkriegszeit. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts prägte er den Begriff Verfassungspatriotismus. 5
Er studierte ab 1925. Seine Promotion absolvierte Sternberger 1932 in Frankfurt mit einer Arbeit über Martin Heideggers Sein und Zeit.
Sternberger war seit 1927 freier Mitarbeiter, seit 1934 bis zu ihrem Verbot 1943 Redakteur der Frankfurter Zeitung. Kurz nach dem Krieg publizierte er das "Wörterbuch des Unmenschen", eine Untersuchung, die heute noch als Standardwerk über die Nazi-Sprache gilt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er 1945 Pressesprecher der Regierung Mittelrhein-Saar. Er mitbegründete die Zeitschrift Die Wandlung und gab von 1950 bis 1958 die
Zeitschrift Die Gegenwart heraus. Außerdem war er Kommentator für den Hessischen Rundfunk und schrieb Leitartikel für die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
Sternberger gründete die Politische Vierteljahresschrift, die offizielle Zeitschrift der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DPWV). Er war von 1961 bis 1963 Vorsitzender der DPWV und übernahm im Laufe seines Lebens zahlreiche andere Ehrenämter in Wissenschaft und Kultur. Nach der Auflösung der christlich-liberalen Koalition forderte er gemeinsam mit Richard Freudenberg, in einem Aufruf an die Bundestagsabgeordneten die Bildung einer großen Koalition zum Zwecke der Einführung des relativen Mehrheitswahlrechts.
Bekannte Werke von Dolf Sternberger sind: Verfassungspatriotismus, Frankfurt am Main, 2001; Drei Wurzeln der Politik, Frankfurt am Main, 1978
4 Kapitel 3.1 nach: http://de.wikipedia.org/wiki/Dolf_Sternberger Stand: 19.12.2004
5 Dieser Begriff wird in dieser Arbeit nicht näher erläutert,da er den Rahmen sprengen würde Literatur hierzu: Sternberger, Dolf: Verfassungspatriotismus, Frankfurt am Main, 2001
3
Arbeit zitieren:
Julian Gedig, 2004, Das Ende der Ära Adenauer, München, GRIN Verlag GmbH
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