Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 4
2. Kindheit 5
2.1 Definition von Kindheit 5
2.2 Wandel von Kindheit 6
3. Großstadt 9
3.1 Definition von Großstadt 9
3.2 Veränderungen des städtischen Lebens 10
4. Großstadtkindheit als Familienkindheit 12
4.1 Allgemeine statistische Angaben 12
4.2 (Neue) familiale Lebensformen 13
4.3 Familie und Fernsehen 15
4.3.1 Medien und Erziehung 15
4.3.2 Mögliche Gefahren und Vermeidung durch die Eltern 16
4.3.3 Positive Aspekte 17
4.4 Lebens- und Erziehungsstile der Eltern in der Stadt 17
4.4.1 Familienalltag und Erziehung 17
4.4.2 Vorsichtsmaßnahmen 18
4.4.3 Gefahr der Verhäuslichung 19
4.4.4 Elterliche Einflüsse und kindliche Abhängigkeitsverhältnisse 20
4.4.5 Verinselung 21
4.5 Trend zur Stadtflucht von Familien 22
5. Großstadtkindheit als Schulkindheit 23
5.1 Der Schulweg 23
5.2 Die Bedeutung des Schulhofs für Stadtkinder 23
5.3 Schule als sozialer Lebensort 24
5.4 Gesellschaftliche Werte und ihre Folgen 25
5.4.1 Der gesellschaftliche Leistungsdruck auf das Schulkind 25
5.4.2 Gewalt an Schulen 26
5.5 Neue Ziele des heutigen Schulunterrichts 26
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6. Großstadtkindheit als Straßenkindheit 28
6.1 Kinder der Straße 28
6.2 Kinder auf der Straße 30
6.2.1 Außerinstitutionelle Aufentha ltsmöglichkeiten für Stadtkinder 30
6.2.1.1 Der Spielplatz 30
6.2.1.2 Alternativen zum Spielplatz 31
6.2.1.2.1 aus der Sicht der Kinder 32
6.2.1.2.2 aus der Sicht der Erwachsenen 33
6.2.1.3 Die Gefahren des Straßenverkehrs 33
6.2 Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation von Stadtkindern 34
6.2.1 Verbindung von pädagogischer und planerischer Praxis 34
6.2.2 Waldpädagogik 35
6.2.3 Stadterkundung 36
7. Verschwinden der Kindheit Eine Zusammenfassung 37
8. Literatur 40
9. Links 44
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1. Einleitung
Die Großstadt ist als Lebensraum für Kinder heutzutage gefährlicher denn je. Nie gab es so viel Verkehr, so viel Kriminalität. Nie mussten Eltern so viel Acht auf ihre Kinder geben, nie verbargen die Großstadtstraßen so viele Gefahren wie heute.
Stadtkinder sind aber nicht anders als Landkinder, die nicht so stark mit derartigen Problemen konfrontiert sind. Auch Stadtkinder möchten Erfahrungen sammeln, möchten sich frei bewegen und ohne Bedenken spielen können.
Kindheit in der Großstadt – heute – soll unter der Fragestellung behandelt werden, die Neil Postman schon 1987 aufwarf: Kann gegenwärtig von einem „Verschwinden der Kindheit“ gesprochen werden?
Während zunächst d ie Begriffe „Kindheit“ und „Großstadt“ eingegrenzt und deren gegenwärtige Veränderungen kurz dargestellt werden, liegt der Schwerpunkt dieser Arbeit auf den Orten, in denen sich die Kinder heute am meisten aufhalten: in der Familie, in der Schule und auf der Straße.
Großstadtkindheit als Familienkindheit wird besonders unter den Aspekten neue familiale Lebensformen, Familie und Fernsehen und aktuelle Lebens- und Erziehungsstile behandelt. Hierbei stehen auch Begriffe wie „Verhäuslichung“ und „Verinselung“ im Mittelpunkt der Betrachtungen.
Die Schule wird in dieser Arbeit hauptsächlich als sozialer Lebensort und daher wichtiger Lernort für Großstadtkinder angesprochen. Besonders relevant sind die neuen Ziele des heutigen Schulunterrichts, die Perspektiven zur Verbesserung von Schulkindheit darstellen sollen.
Das letzte Kapitel soll zeigen, dass es auch heutzutage noch Straßenkindheit gibt, obwohl nicht alle Autoren dieser Ansicht sind. Neben einer kurzen Erläuterung zu Straßenkindern geht es speziell um Familienkinder und deren Möglichkeiten zur Aneignung von Plätzen und Straßen. Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation von Stadtkindern sollen letztendlich zeigen, dass auch in der Großstadt Kindheit immer noch existiert bzw. existieren kann. Wichtig ist, d ass es sich bei den folgenden Ausführungen lediglich um einen groben Überblick zur gegenwärtigen Kindheit in der Großstadt handelt. Kein Thema kann ausführlich behandelt werden, da dies den Rahmen der Arbeit sprengen würde. Trotz allem werden alle für die Großstadtkindheit relevanten Themen, abgesehen von der Geschichte der Kindheit, die nicht in Betracht gezogen wird, wenigstens kurz angesprochen.
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2. Kindheit
Dieses Kapitel soll den Versuch anstellen, Kindheit kurz zu definieren und deren Wandlungsproze ss in letzten Jahrzehnten zu erläutern.
2.1 „Definition“ von Kindheit
„Kindheit bezeichnet in der deutschen Sprache mehrere Sachverhalte, die selten deutlich voneinander geschieden werden: erstens einen Abschnitt der menschlichen Entwicklung, eigentlich Kindesalter; zweitens eine Phase des Lebenslaufs je bestimmter Individuen, die dann von ihrer persönlichen Kindheit sprechen; drittens [...] die Art und Weise des Kindes [...], und viertens ein alltägliches oder theoretisches Konzept für die historisch veränderliche Seinsweise des Menschen im Kindesalter“ (Lenzen 1989, S.845). Betrachtet man das Kindesalter, kann gesagt werden, dass heutzutage eine relativ eindeutige Phaseneinteilung existiert: Von der Geburt bis zum zehnten Lebenstag wird das Kind als Neugeborenes bezeichnet, vom elften Lebenstag bis zum zwölften Lebensmonat als Säugling. Vom Kleinkind wird im Alter von zwei bis fünf Jahren gesprochen und vom Schulkind bis zum 14. Lebensjahr (vgl. ebd., S.845).
Die folgenden Ausführungen werden sich hauptsächlich auf Grundschulkinder und teilweise auch auf Kleinkinder beziehen, da Neugeborene und Säuglinge kaum wahrnehmen können, in welchem Wohnumfeld sie aufwachsen. Jugendliche werden nicht in Betracht gezogen. „Kinder sind die lebenden Botschaften, die wir einer Zeit übermitteln, an der wir selbst nicht mehr teilhaben werden“ sagt Neil Postman (1987, S.7), der Kindheit nicht als biologische Kategorie, sondern als „gesellschaftliches Kunstprodukt“ (ebd., S.7) bezeichnet. „Das Kind ist stets auch ein Kons trukt der Erwachsenen in einer Kultur, die eine spezifische Lebensform der Kindheit bereitstellt“ (Ullrich 1999, S.9. In: Zwick 2002, S.189). Im elften Kinder- und Jugendbericht wird die Kindheit als eigenständiger Lebensabschnitt charakterisiert. Den Kindern werden altersspezifische Freiheiten, soziale Rechte und besondere Grenzen eingeräumt. Durch spezielle Gesetze wird ihnen Schutz gewährt. Außerdem existieren für Kinder altersspezifische Lern-, Leistungs- und Unterstützungssysteme. Somit können Kinder e ingeschränkt am Erwachsenenleben teilnehmen (vgl. BMFSFJ 2002, S.56).
Jürgen Zinnecker stellt Kindheit auch als eigenständige Lebensphase dar, die heutzutage in Schul-, Familien- und Straßenkindheit unterteilt ist. Er fragt sich allerdings, ob die
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Straßenkindheit überhaupt noch existiert oder ob sie nach und nach immer mehr verschwindet (vgl. Zinnecker 2001, S.179).
Es wird deutlich, dass Kindheit aus mehreren Perspektiven betrachtet werden kann und somit keine eindeutige Definition des Begriffs möglich ist. Diese Arbeit befasst sich mit der Lebensphase „Kindheit“, bzw. mit der Lebensphase „Großstadtkindheit“ und stellt die These auf, dass sich heutige Kindheit in der Großstadt hauptsächlich in der Familie, in der Schule und auf der Straße abspielt, und dass Kindheit trotz aller Veränderung noch immer existiert.
2.2 Wandel von Kindheit
„Im Horizont erodierender sozialer Milieus und einer Relativierung familialer Herkunft haben institutionelle Orientierungen als Geländer und Wegmarkierungen der Lebensführung an Bedeutung gewonnen“ ( BMFSFJ 2002, S.56).
Heutzutage findet eine zunehmende Institutionalisierung von Kindheit statt. Die meisten Kinder verbringen ihre Zeit hauptsächlich im Kindergarten, bzw. in der Schule und im Schulhort. Hinzu kommt, dass auch immer mehr institutionelle Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche gemacht werden, die häufig in Anspruch genommen werden (vgl. ebd., S.56).
Das Problem allerdings ist die „räumliche Verdrängung der Kinder aus nahezu allen Lebensbereichen der Erwachsenen“ (Parson 1996, S.46). Es gibt für sie vorgesehene Kindereinrichtungen, Spielplätze und Sportanlagen. Die Erfahrungsmöglichkeiten von Kindern sind somit besonders in Großstädten zunehmend eingegrenzt, was allerdings nicht unbedingt negativ zu betrachten ist. So können Kinder heutzutage andere Erfahrungen als früher machen, die im Hauptteil nähre betrachtet werden(vgl. ebd., S.46ff.).
Neil Postman behauptet, es gäbe kaum mehr Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen heutzutage, weshalb er von einem „Verschwinden der Kindheit“ spricht. Dabei betrachtet er zum einen die Verbrechen, die von Kindern teilweise schon in gleicher Weise wie von Erwachsenen begangen werden, zum anderen geht er auf den schnellen Wandel der Kinderbekleidungsindustrie ein, der seiner Meinung nach zu einem Verschwinden der Kinderkleidung führt. Weiterhin stellt Postman fest, dass Kinderspiele „vom Aussterben bedroht“ (Postman 1987, S.14) sind, da die Kinder heutzutage besonders in den Städten kaum mehr die Möglichkeit zum Spielen auf den Straßen haben. Auch im Verhalten, der Sprache,
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den Einstellungen und den Wünschen lassen sich laut Postman kaum mehr Unterschiede zwischen Erwachsenen und Kindern feststellen. Hauptsächlich bezieht sich Postman in seinen Ausführungen auf das Medium Fernsehen, was seiner Meinung nach einer der wesentlichen Gründe dafür ist, dass Kindheit verschwindet. Da im Fernsehen keine Möglichkeit besteht, die Trennungslinie zwischen Kindern und Erwachsenen einzuhalten, können vor Kindern keine Geheimnisse mehr bewahrt werden. „Ohne Geheimnisse kann es so etwas wie Kindheit nicht geben“ (ebd., S.95). Dies führt dazu, „dass sie aus dem Garten der Kindheit vertrieben werden, indem man ihnen die Frucht des Erwachsenenwissens zugänglich macht“ (ebd., S.114) (vgl. Postman 1987).
Christa Berg fragt sich, ob kindliche Erfahrung heutzutage kommerzialisiert und mediatisiert wird. Kinder werden schon früh in konsumistischen Verhaltensweisen geübt, da sie durch die Fernsehwerbung stark beeinflusst werden. Andererseits geht sie auf die beschleunigten Lebensrhythmen von heute ein. Besonders das Großstadtleben ist durch Hektik geprägt, somit gehören zum heutigen Kinderleben verständlicherweise die Uhr und der Terminkalender, da Kinder ihre Verabredungen koordinieren müssen. Zusätzlich stehen sie unter dem Druck, an Wochenenden „Besonderes und Erzählbares“ (Berg 1995, S.29) erleben zu müssen.
Das Existieren von Autos, Bussen und Zügen führt dazu, dass große Entfernungen sehr schnell überwunden werden können. Daher verlieren große Distanzen den „Realitätsgehalt“ (ebd., S.29) für Kinder (vgl. ebd., S.28f.).
Helga und Hartmut Zeiher stellen fest, dass Kindheit heute einem starren, unausweichlichem Zeitraster ausgesetzt ist: Sie meinen damit die Einschulung, die Einteilung in Klassen, den Wechsel in andere Schulformen, die festgelegte Ferienzeit, die Schulzeit, die Schul- und Feiertage, die Schulstunden und Pausen und die Freizeit. Kinder können sich diesen zeitlichen Regelungen nicht entziehen. Sie müssen dazu fähig sein, zeitlich zu koordinieren, aber trotzdem wird durch die meisten schon vorgegebenen Angebote ihr eigener Entscheidungsspielraum stark eingegrenzt (vgl. Zeiher/Zeiher 1994).
Tabea Schwegler-Beisheim ist der Ansicht, dass Kinder zwar von den gleichen sozialen, politischen und ökonomischen Faktoren wie Erwachsene beeinflusst und in die gleichen gesellschaftlichen Wandlungsprozesse einbezogen werden, dass sich diese Faktoren allerdings nicht in gleicher Weise auf den Alltag von Kindern und Erwachsenen auswirken.
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Heutiges Kinderleben wird von geschlechtsspezifischen Merkmalen, dem Wohnort, der Schichtzugehörigkeit, der Nationalität und dem Alter beeinflusst. Sie nennt positive und negative Aspekte heutiger Kindheit: Sie kritisiert Computerkinder, die ihrer Meinung nach von der Außenwelt und von sozialen Beziehungen „abgeschottet“ (Schwegler-Beisheim 2000, S.15) sind. Zusätzlich beschwert sie sich darüber, dass Großstadtkinder heutzutage lediglich auf die Hinterhöfe vertrieben werden und „nicht mehr wissen, dass die Milch von der Kuh und nicht aus der Tüte kommt“ (ebd., S.15). Trotzdem wird hinzugefügt, dass Kindheit heute zwar „anders, aber nicht unbedingt schlechter“ (Hopf 1989, S.88, In: Schwegler-Beisheim 2000, S.17) ist. Positiv sind u.a. die frühere Selbständigkeit, die früheren sozialen Kompetenzen, der Zuwachs an Entscheidungsfreiheit, die individuelle Lebensführung und die vermehrten Aushandlungsprozesse zwischen Kindern und Eltern (vgl. Schwegler-Beisheim 2000, S.13ff.). Eine genauere Betrachtung dieser Aspekte fo lgt im Hauptteil der Arbeit.
Hartmut von Hentig sagt, Kinder von heute seien „Kinder ihrer Zeit und ihrer Umwelt“ (Hentig 1994, S.32). Folgendermaßen charakterisiert er Kinder von heute: sie seien nervös, ungeordnet, vital, gestört, terrorisieren einander, streiten, vandalisieren, seien unfähig Freude zu bereiten und langanhaltende Beziehungen einzugehen und schreien. Schließlich fügt er jedoch erklärend hinzu: „Nicht die Kinder sind anders [...], sondern die Kindheit“ (ebd., S.33). Er kategorisiert Kind heit von heute als Fernsehkindheit, pädagogische Kindheit, Schulkindheit, Zukunftskindheit, Stadtkindheit, Kinderkindheit und Kleinfamilienkindheit. Stadtkindheit ist seiner Meinung nach lediglich noch Kauf- und Verbraucherkindheit, Spielplatzkindheit und Verkehrsteilnehmerkindheit, was dazu führt, dass Kinder heute keine elementaren Erfahrungen, wie z.B. „ein offenes Feuer machen, ein Loch in die Erde graben, auf einem Ast schaukeln, Wasser stauen, ein großes Tier beobachten, hüten, beherrschen [...] Das Entstehen und Vergehen der Natur, die Gewinnung und Verarbeitung von Material zu brauchbaren, notwendigen Dingen [...]“ (ebd., S.34f.) mehr machen können. Allerdings fügt er letztendlich noch hinzu: „Die Kinder bauen sich Höhlen inmitten eines Chaos“ (ebd., S.38), was beweist, dass Kinder trotzdem noch Möglichkeiten zum Ausleben ihrer Bedürfnisse haben (vgl. Hentig 1994).
Neben diesen verschiedenen Ansichten zum Wandel von Kindheit hätten noch zahlreiche andere aufgeführt werden können. Es handelt sich hierbei um einige ausgewählte Darstellungen, die zeigen sollen, dass sich heutige Kindheit verändert hat, die allerdings auch die Frage stellen sollen, ob heutige Kindheit trotzdem noch von Kindern als Kindheit erlebt
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und ausgelebt wird. In Bezug darauf steht das Großstadtleben im Vordergrund der folgenden Ausführungen.
3. Großstadt
Eine kurze Eingrenzung des Begriffs „Großstadt“ und Darstellungen zur Veränderung des Lebens in der Stadt in den letzten 40 Jahren sollen dieses Kapitel begrenzen.
3.1 „Definition“ von Großstadt
Schon die Stadtsoziologin E. Pfeil behauptete, dass es schwierig sei, eine umfassende aber gleichzeitig einfache Definition von Stadt bzw. Großstadt zu finden. Das ist auch der Grund dafür, weshalb viele Autoren vollständig auf eine Definition verzichten. E. Pfeil verwendet als Kompromiss das Zitat eines Engländers, der lediglich sagte: „A city is a city is a city“ ( Pfeil 1972, S.9, In: Parson 1996, S.43).
Margit Maschek beschreibt die „Stadt als durchaus spannendes Gebilde, als wichtiger kultureller Vermittlungsraum, als Handlungsfeld, als Lebensraum von Menschen mit eigener Zeichenhaftigkeit, mit eigenen Kommunikationsstrukturen, vielfältigen Ereignissen, als Alltagsumwelt, die immer wieder Veränderungen unterworfen ist, als ein ,pool’ unterschiedlichster Phänomene [...]“ (Maschek 1989, S.147). Auch sie macht deutlich, dass keine genaue Begriffsdefinition möglich ist.
Betrachtet man das Definitionsproblem aus statistischer Sicht, lassen sich eindeutige Angaben machen: Während eines internationalen Kongresses im Jahr 1887 wurde festgelegt, dass Städte mit mehr als 100000 Einwohnern als Großstädte bezeichnet werden sollten. Und so ist es bis heute geblieben. Zum anderen haben sich auch bestimmte Grundtypen sehr früh herausgebildet, wie zum Beispiel die Begriffe Industriestadt, Verwaltungsstadt, Handels- oder Verkehrsstadt (vgl. Parson 1996, S.43f.) Zum Erscheinungsbild der heutigen Großstadt gehören neben der City, dem Stadtrand, den Altstadt- und Neubauquartieren, Eigenheim- und Hochhaussiedlungen, monotonen Wohnblocks auch eine große Anzahl von Geschäftszentren und Einkaufspassagen, Bankviertel und Versicherungskomplexe. Hervorzuheben ist, dass es kaum mehr Aufenthalts- und Spielorte für Kinder gibt, welche jedoch nach wie vor das Bedürfnis nach Spielmöglichkeiten im Freien haben (vgl. Berg 1995, S.28).
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Quote paper:
Dipl.-Päd. Nadine Voigt, 2002, Kindheit in der Großstadt heute, Munich, GRIN Publishing GmbH
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