Königin Mathildes Sorge um die Memoria ihres Mannes Heinrich I.
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Die Zeit der Ottonen - eine Zeit, die geprägt wurde vom Auf - und Abstieg großer Herrscher, von Übergang und Neubeginn, Krisen und Erfolg. Es war eine Epoche, die heute noch eine Vielzahl von Historikern vor ungelösten Fragen und Vermutungen stehen lässt und einen weiten Raum mit Spekulationen und Ideen füllt. So auch im Falle Heinrichs des Ersten, der den Übergang der Königswürde auf die Sachsen verkörperte und Ottos des Großen, Heinrichs Sohn und rebellischer Thronfolger. Konflikte und Streit begleiteten beide, sowohl den Vater als auch den Sohn. Während Heinrich den „stabilisierenden Neubeginn“ 1 für die damalige Bevölkerung bedeutete und von Widukind von Corvey als Ä« UHUXP GRPLQXV HW UHJXP PD[LPXV " (XURSDH«³ beschrieben wurde, hatte Otto nach dem Tode seines Vaters im Jahre 936 n. Chr. schon viele Feinde gegen sich gerichtet. Nachdem er gemäß der Hausordnung den Thron bestieg, schien die Nachfolge gesichert, dennoch war vieles, wenn nicht sogar Alles in Gefahr. Immer wieder kam es in den ersten Regierungsjahren Ottos zu Erhebungen „der Großen“, was, nach der Ansicht von Hagen Keller und Gerd Althoff „die Konsequenz des Bruches der Kontinuität“ 3 des Führungsstils von Heinrich l. darstellt. Der junge Herrscher wird nach Aussagen seiner Zeitgenossen als rigoros und kompromisslos bezeichnet. Mehr als einmal geriet Otto in Streit mit seinen Nächsten, ein Ä*UXQGSUREOHP³ seiner Herrschaft, wie -RKDQQHV /DXGDJH in seinem Buch 2WWR GHU *URH schreibt. Ä« HU KDWWH PLW VHLQHQ 9HUZDQGWHQ GLH DOOHUJU|WHQ 6FKZLHULJNHLWHQ 1XU VHLQ %UXGHU %UXQ KDW DQVFKHLQHQG LPPHU ]X LKP JHKDOWHQ GLH PHLVWHQ DQGHUHQ IKOWHQ VLFK LUJHQGZDQQ VR # EUVNLHUWGDVVVLHGHQ:HJLQGLH)HKGHZlKOWHQ³
Doch während der Eine sich fügte, trachtete der Andere nach Ottos Krone. Nachdem Heinrich der Erste starb trat eine neue Art der Thronfolge in Kraft, die besagte, dass Otto als Nachfolger das Königtum nicht mit seinen ebenbürtigen Brüdern zu teilen
Königin Mathildes Sorge um die Memoria ihres Mannes Heinrich I. hatte und diese somit vom Königtum ausgeschlossen blieben. 5 So war es wenig verwunderlich, dass Heinrich sich als jüngerer Bruder Ottos im Nachteil sah und seinen Konkurrenten vom Thron zu stürzen versuchte, wobei Ä GLH 0HWKRGH PLW GHU HU GDEHL ]X $ :HUNHJLQJDQ+HLPWFNHXQG(QWVFKORVVHQKHLWQLFKWV]XZQVFKHQEULJOLH³ Doch auch die weitere Königsverwandtschaft hatte Schwierigkeiten mit Ottos Führungsanspruch und selbst seine Mutter Mathilde musste erdulden, dass ihr der Sohn nach dem Tode ihres Mannes einen Teil ihres Witwengutes nahm; das Servatius - Stift in Quedlinburg wurde noch im Jahre 936 in eine Reichskirche umgewandelt. 7 Die Mathildenviten berichten, dass die Königin von ihrem Sohn Otto gezwungen worden sei, ihr Witwengut zu verlassen, da sie zu ausgiebig königliche Güter an Kirchen und Arme vergeben hätte. 8 Somit kam es zum Streit zwischen Mathilde und ihrem eigenen Sohn, sowie zu einer unübersehbaren Entfremdung zwischen den Beiden. Doch die Historiker sind sehr geteilter Meinung, was die Quellenaussagen zu jener Zeit und ihre Deutungsansätze betrifft.
Bevorzugte Mathilde tatsächlich Ihren zweiten Sohn Heinrich mehr als Otto? Hätte sie Heinrich lieber auf dem Thron gesehen? Half sie ihm wirklich bei seinen Versuchen, Otto vom Thron zu stürzen? Das Zerwürfnis zwischen Mathilde und Otto hinterlässt eine Vielzahl von Fragen und gleichzeitig eine Vielzahl von Antworten, die Forscher und Historiker zu geben versuchen und die in dieser Arbeit aufgeführt werden sollen um den Streit zwischen Otto und Mathilde etwas genauer zu beleuchten.
Arbeit zitieren:
Ulrike Banek, 2002, Die Sorge der Königin Mathilde um die Memoria ihres Mannes Heinrich I., München, GRIN Verlag GmbH
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