Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Interkulturelles Lernen 3
2.1 WAS IST KULTUR? 3
2.2 WAS VERSTEHT MAN UNTER „INTERKULTURELLEM LERNEN“? 4
2.3 INTERKULTURELLES LERNEN IN DER SCHULE. 5
3 Das Konzept des kreativen Schreibens. 7
3.1 VERSUCH EINER BEGRIFFSBESTIMMUNG. 7
3.2 WAS KANN KREATIVES SCHREIBEN IN DER SCHULE BEWIRKEN? 8
3.3 TECHNIKEN DES KREATIVEN SCHREIBENS. 10
3.3.1 Cluster. 10
3.3.2 Weitere Mittel des kreativen Schreibens. 12
4 Kreatives Schreiben im interkulturellen Sprachunterricht. 13
4.1 UNTERRICHTSIDEEN 14
5 Schluss. 18
6 Literatur- und Quellenverzeichnis 18
6.1 LITERATURVERZEICHNIS. 18
6.2 INTERNETADRESSEN 21
2
2 Einleitung
Ethnische, sprachliche und kulturelle Vielfalt stellt kein seltenes Phänomen mehr in deutschen Schulen dar, vielmehr gehört sie zum alltäglichen Bild. Auch deshalb haben Schulklassen eine sehr heterogene Zusammensetzung. Ein Versuch, dieser Vielfältigkeit auf pädagogischer Ebene Rechnung zu tragen, wird mit „Interkulturellem Lernen“ unternommen. Darauf möchte ich nach einer kurzen Klärung des Begriffes „Kultur“ näher eingehen und erläutern, warum interkulturelles Lernen für die heutige Schule notwendig ist. Aber ich möchte mich dabei nicht auf theoretische Vorschläge und Notwendigkeiten beschränken, sondern auch einen möglichen Weg aufzeigen, wie interkulturelles Lernen in den Unterricht aufgenommen werden kann. Ein besonders gutes Mittel scheint mir das „Kreative Schreiben“ zu sein. Auch diesen Begriff werde ich zunächst zu definieren versuchen und die Chancen eines kreativen Schreibunterrichts darstellen, um dann im 4. Kapitel Anregungen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie interkulturelles Lernen durch kreatives Schreiben entstehen kann.
3 Interkulturelles Lernen
3.2 Was ist Kultur?
Kultur umfasst das gesamte Leben des Menschen. Sie prägt den Menschen in der Gesamtheit seiner Möglichkeiten, vor allem in seinem Denken und seiner Deutung von Situationen und Begriffen. Die Kultur in der wir leben, prägt unser Wertesystem und bestimmt auch unsere Haltung gegenüber anderen Werten und Lebensformen (vgl. Böhm 1999; S. 30).
Nach Borrelli kennzeichnen drei Merkmale den Begriff der Kultur (vgl. Borrelli 1986; S. 9):
• Kultur ist nicht begrenzt. Kultur muss demnach universal verstanden werden.
• Kultur ist eine „historisch-gesellschaftliche“ Erfahrung, Sie ist ein veränderlicher Prozess, der eine ständige Weiterentwicklung beinhaltet.
• Kultur ist eine Denkerfahrung, da der Mensch durch sein Denken definiert und Kultur immer im Zusammenhang mit menschlicher Erfahrung verstanden werden muss.
3
3.3 Was versteht man unter „Interkulturellem Lernen “?
Interkulturelles Lernen wird als Prozess verstanden, der durch Reflexion und Interaktion mit Anderen die Gelegenheit bietet, das Bewusstwerden des spezifischen Orientierungssystems der eigenen Wahrnehmung, womit das eigene Denken, Handeln und Werten gemeint ist, zu fördern und ein kritisches Reflektieren ermöglicht, wodurch eine Modifikation des eigenen Denkens und Handelns im fremdkulturellen Handlungsfeld erfolgen kann (vgl. Auernheimer 1996; S. 169).
Der Begriff der „Interkulturellen Erziehung“ tauchte erstmals Mitte der 70er Jahre auf und wird heute noch oft mit dem Konzept der „Ausländerpädagogik“ gleichgesetzt. Doch es handelt sich um zwei unterschiedliche Erziehungskonzepte (vgl. Götze/Pommerin 1986, S. 110). Ein entscheidender Unterschied zwischen diesen beiden Konzepten liegt darin, dass die Ausländerpädagogik Integrationshilfen für Ausländer entwickelt und somit eher eine Form von „Sonderpädagogik“ darstellt. Erziehungswissenschaftler kritisieren am Konzept der Ausländerpädagogik, dass Kinder anderer Nationalitäten ausschließlich als förderbedürftige Bevölkerungsgruppe charakterisiert w erden. Diese Haltung stellt die Basis für eine Denkweise dar, die davon ausgeht, dass Ausländer Menschen sind, die aufgrund ihrer Andersartigkeit anders zu bewerten sind und einer besonderen Hilfe bedür fen (vgl. Götze/Pommerin 1986, S. 110). Die Ausländerpädagogik fordert eine maximale Anpassung der Ausländer und beachtet nicht, dass die eigene Kultur, Sprache, Herkunft nicht einfach aufgegeben werden kann.
Aus dieser Kritik entstand das Konzept des interkulturellen Lernens, das genau diese Probleme aufgreifen möchte. Das interkulturelle Lernen wendet sich an alle, nicht nur an Ausländer. Der Grund dafür liegt in der Ab sicht dieses Konzepts, auf das Leben in einer multikulturellen Gesellschaft vorzubereiten (vgl. Böhm 1999; S. 16). Dies bedeutet natürlich nicht, dass Ausländer nun keinerlei Fördermaßnahmen mehr benötigen. Interkulturelles Lernen oder interkulturelle Pädagogik sind kein zusätzlicher Bereich der Pädagogik, sondern ein durchgängiges Lernprinzip. Die Fähigkeiten, wie Empathie und Toleranz, die durch interkulturelles Lernen gefördert werden sollen, werden durch lebenslanges Lernen auf ganz verschiedene und vielfältige Art und Weise erworben (vgl. Böhm 1999; S. 35).
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Ziel des interkulturellen Lernens ist es Unvertrautem mit Neugierde zu begegnen, Verständnis füreinander zu entwickeln, zu erfahren, dass die eigene Lebensweise eine unter vielen ist und das Fremde als Bereicherung und Teil des Alltags zu begreifen (vgl. Böhm 1999; S. 35-36). Interkulturelles Lernen bedeutet demnach, sich Neuem und Unbekannten zu öffnen und das Fremde als Teil der alltäglichen Realität zu akzeptieren.
0.0 Interkulturelles Lernen in der Schule
Die Kultusministerkonferenz der Bundesländer hat 1996 die Empfehlung "Interkulturelle Bildung und Erziehung in der Schule" einstimmig beschlossen, in der folgende Grundsatzaussage getroffen wurde:
"In der Auseinandersetzung zwischen Fremdem und Vertrautem ist der Perspektivwechsel, der die eigene Wahrnehmung erweitert und den Blickwinkel der anderen einzunehmen versucht, ein Schlüssel zu Selbstvertrauen und reflektierter Fremdwahrnehmung. Die durch Perspektivwechsel erlangte Wahrnehmung der Differenz im Spiegel des anderen fördert die Herausbildung einer stabilen Ich-Identität und trägt zur gesellschaftlichen Integration bei. Eine auf dieser Grundlage gewonnene Toleranz akzeptiert auch lebensweltliche Orientierungen, die mit den eigenen unvereinbar erscheinen, sofern sie Menschenwürde und -rechte sowie demokratische Grundregeln achten." (Empfehlung der Kultusministerkonferenz 1996)
Damit beschreibt die Kultusministerkonferenz die Ziele des interkulturellen Lernens in der Schule und deren Notwendigkeit in einer zunehmend multikulturellen Gesellschaft (vgl. 1 Essinger 1984; S. 9). Schließlich haben ca. 10% der Schüler eine andere Staatsbürgerschaft und in den meisten Fällen damit auch einen anderen kulturellen Hintergrund (vgl. Burk 1995; S. 30). Dies birgt Probleme für den Unterricht. Mit dem interkulturellen Lernen können diese Probleme nicht gleich ge löst werden, aber es wird ein Weg der gegenseitigen Verständigung, Achtung und Toleranz beschritten, der ein Lernen von- und miteinander erst möglich macht. Sprachliche und soziokulturelle Differenzen werden als Chance, als Bereicherung verstanden (vgl. Burk 1995; S. 30). Gerade diese positive Haltung verbessert den Zusammenhalt und das Arbeiten in multikulturellen Schulklassen. Auch im Lehrplan
1 Wegen der besseren Lesbarkeit benutze ich vorwiegend die männlichen Formen, schließe aber selbstverständlich die weiblichen mit ein.
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wird festgehalten, dass es die Aufgabe der Schule ist, zur Achtung der Würde des Menschen, zur Achtung der Natur und Kultur und zur Toleranz der Überzeugungen anderer zu erziehen (vgl. Kultusministerium Rheinland-Pfalz 1984; S. 5). Ebenso gehört es zu den Aufgaben der Schule, Kenntnisse über andere Kulturen zu vermitteln und „die Schüler sowohl mit der eigenen Kultur vertraut zu machen als auch an fremde Kulturen heranzuführen“ (Burk 1995; S. 31). Dabei muss beachtet werden, dass unter Kulturbegegnung nicht reines Buchwissen verstanden wird. Persönliche Begegnungen mit Menschen aus anderen Ländern sind wichtig und wertvoll (vgl. Burk 1995; S. 31). Dies kann mit dem interkulturellen Lernen verwirklicht werden, denn in der interkulturellen Erziehung geht es gerade darum, die Heterogenität auch hinsichtlich der Herkunft und Kultur als gegenseitige Lernchance zu nutzen und den Kindern und Jugendlichen dabei die Chance zu geben einander offen und neugierig zu begegnen (vgl. 2 Pommerin 1995; S. 11).
Interkulturelles Erziehen heißt, die Kinder befähigen, mit verschiedenen Traditionen und Wertvorstellungen in einer Gemeinschaft zu leben und zwar miteinander und nicht gegeneinander, Eigenheiten zu akzeptieren und Verständnis dafür zu entwickeln, dass ausländische Kinder mehr leisten als deutsche, weil sie alles gleich zweisprachig machen müssen. Dabei ist für die Lehrerin oder den Lehrer die Berücksichtigung des jeweiligen Erfahrungshintergrundes bei jedem Kind ebenso notwendig, wie die Anwendung handlungsorientierter Formen des Lernens und die Öffnung des Unterrichts nach außen (vgl. 2 Pommerin 1995; S. 11-12). Die Möglichkeiten interkulturellen Lernens sind überaus vielfältig, da es sich um ein durchgängiges Prinzip handelt, das in fast jedem Fach und auch fächerübergreifend durchgeführt werden kann. Im Religionsunterricht können dabei die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Weltreligionen ein Thema sein, im Geschichtsunterricht können Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden und vieles mehr. Aber nicht nur auf den gesellschaftlichen Lernbereich ist interkulturelles Lernen zu beschränken. Im Deutschunterricht gibt es vielfältige Möglichkeiten durch die Wahl geeigneter Literatur, das Erzählen von Geschichten aus aller Welt oder das Sprechen über Erlebtes, Erfahrungen und Wünsche. Natürlich wird auch im Fremdsprachenunterricht durch die Begegnung mit anderen Kulturen interkulturelles Lernen praktiziert. Darüber hinaus kann die in vielen Klassen vorzufindende Mehrsprachigkeit zur bewussten pädagogischen Gestaltung des Unterrichts ebenso genutzt werden wie Klassenfahrten und Schulpartnerschaften (vgl. Empfehlungen der Kultusministerkonferenz).
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Arbeit zitieren:
Christna Blau, 2004, Kreatives Schreiben im Rahmen Interkulturellen Lernens, München, GRIN Verlag GmbH
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