Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Einleitung I
1 Das Bild als Information 1
1.1 Die Definition des Bildes 1
1.2 Eigenschaften von Bildern 4
2 Theorien zur Verarbeitung von Bildern 6
2.1 Paivios Theorie der dualen Codierung 6
2.2 Pylyshyns Theorie der Propositionen 7
2.3 Ein vermittelnder Ansatz 8
3 Praktische Überprüfungen zur Verarbeitung von Bildmaterial 9
3.1 Wirkungsqualitäten von visuellen Darstellungen und Texten 9
3.2 Text-Bild-Korrespondenz 11
3.3 Weitere Untersuchungen 13
4 Zusammenfassung 16
Literaturverzeichnis II
Eidesstattliche Erklärung IV
Einleitung I
Einleitung
Mit der Mediatisierung der Gesellschaft hat die Produktion und Verbreitung von Bildern rapide zugenommen. Auf Plakaten, Videowänden, in Zeitschriften und ganz besonders im Fernsehen werden Bilder genutzt um zu informieren und zu unterhalten. Ob nun stehend oder bewegt, Bilder sind um uns herum und begleiten uns jeden Tag. Selbst Gedanken sind oftma ls in Bildern präsent. Allerdings können diese bildhaften Gedanken nur entst ehen, wenn Bilder aufgenommen und verarbeitet werden. Wie der Prozess der Bildverarbeitung vonstatten geht und welchen Zusammenhang es zw ischen Bild und Text gibt, soll in der vorl iegenden Arbeit näher betrachtet werden.
Die Komplexität und Vielfalt von Bildern macht es schwierig, eine ei ndeutige Definition für ein Bild zu finden. Im ersten Kapitel wird das Bild als Inform ation betrachtet und mögliche Definitionen geb oten, was ein Bild sein kann, um im Anschluss auf die Eigenschaften von Bildern näher einzug ehen. Theoretische Erklärungsversuche zur Verarbeitung von Bildmaterial sind Gegenstand von Kapitel zwei. Darin werden zwei gegenläufige Positionen betrachtet und ein vermittelnder Ansatz kurz erläutert. Im Hinblick auf die praktische Nutzung von Bildern beschäftigt sich das dritte Kapitel mit ve rschiedenen Untersuchungen zur Verarbeitung von Bild und Text, dabei werden auch Darstellungseffekte mit einbezogen. Zum Abschluss der Arbeit findet sich ein zusammenfassendes Fazit, das nochmals die wichtigsten E rkenntnisse kurz anspricht und in Relation setzt.
Im Hinblick auf das gestellte Thema der Arbeit wäre es wohl sinnvoller ge- wesen, nachfolgende Ausführungen in Form eines Bildes vo rzulegen.
Das Bild als Information 1
1 Das Bild als Information
Bilder und Texte werden visuell wahrgenommen. Allerdings unterscheiden sie sich in ihren Präsentationsformen. Ein Text besteht im allgemeinen aus Buchstaben, die zu Worten aneinandergefügt werden, aus denen der Text entsteht. Dieses Textgefüge folgt einer gewissen Syntax und Semantik. Nur aufgrund der syntaktischen Anordnung der Worte kann ein Text Informationen vermitteln, die auch verstanden werden können. Bilder hingegen folgen einer ganz einfachen Struktur. Sie bilden ab. Und diese Abbildungen vermitteln in i hrer Komplexität ebenfalls Informationen. Das Bild als Information soll im folgenden näher betrachtet werden.
1.1 Die Definition des Bildes
Bevor man sich Gedanken darüber machen kann wie die Verarbeitung von Bildmaterial vonstatten geht, muss erst einmal die Begrifflichkeit geklärt werden. Da wir uns im Bereich der Kommunikationswissenschaften bew egen, sollen Bilddefinitionen aus rein künstlerischer Sicht ausgeklammert werden.
Grundsätzlich ist das Bild in philosophischer Wahrnehmung eine Darstellung von Realität. „Wir machen uns Bilder der Tatsachen... Das Bild ist ein Modell der Wirklichkeit“ (Ludwig Wittgenstein, zitiert nach Meckel, 2001: 30). Hiermit ist eine Wirklichkeit gemeint, die durch Erfahrungen, Erinner ungen und Vorstellungen als Bild oder in Bildern dauerhaft gespeichert wird und dadurch die Sozialisation des Individuums bestimmt (vgl. Meckel, 2001: 30). Bilder werden also im Gehirn durch visuelle Sinneseindrücke erzeugt und bilden wiederum die wahrgenommene Realität des einzelnen. Das Bild als Abbild der Welt um einen herum. Auf diese Sichtweise bauen andere Definitionen auf.
Der Sprachwissenschaftler Mitchell beispielsweise teilt das Bild in fünf unterschiedliche Kategorien auf. Grafische Bilder sind für ihn alle künstlerisch geschaffenen Abbildungen, wie etwa Gemälde, Zeichnungen und Skulpt u- ren. In der Kategorie optische Bilder fasst er Spiegel und Projektionen zu-
Das Bild als Information 2
sammen. Sinnesdaten und Erscheinungen sind für Mitchell perzeptuelle Bi lder, dem gegenüber stellt er geistige Bilder, die Träume und Ideen umfassen. Als fünftes unterscheidet Mitchell noch die sprachlichen Bilder, woru nter etwa Metaphern zu verstehen sind (vgl. Mitchell, 1990: 19ff). Dies ve rmittelt einen Eindruck über die unterschiedlichen Charakteristiken durch die Bildmaterial kategorisiert werden kann. Dabei fällt auf, dass es sich bei Bi ldern um materielle, nämlich grafische sowie optische oder immaterielle Bi lder wie Träume, Erscheinungen, Ideen oder Metaphern handeln kann. Mit Bezug auf die Differenzierung von Zeichentypen innerhalb eines Zeichensystems wie abbildende und willkürliche Schriftzeichen unterscheidet Mitchell außerdem das Bild in zwei konträre Gruppen. Zum einen existiert für ihn das natürliche, mimetische Bild, das „so aussieht wie das, was es repräsentiert“ (Mitchell, 1990: 56) und andererseits das künstliche, expre ssive Bild, welches nur in Worten auszudrücken ist, da es das Abgebildete nicht mehr unmittelbar erkennen lässt (vgl. Mitchell, 1990: 56). Der Medienpädagoge Doelker hingegen definiert als Bild „eine zum Zweck der Betrachtung oder Verständigung hergestellte Konfiguration. In diese Definition sind die Kriterien der Begrenztheit, der Transferierbarkeit und der Reproduzierbarkeit eingeschlossen. Eine optisch anregende Konstellation aus großer Höhe betrachtet ist noch kein Bild; erst die fotografische Au fnahme, die die Bedingung ´Herstellung´ erfüllt [...], und die Darbietung vor Betrachtern macht die Konfiguration zum Bild“ (Doelker, 1997: 187). Diese Bilddefinition spiegelt im Prinzip die Verwendung von Bildern in den Massenmedien. Besonders die Audio-Visuellen Medien wie das Fernsehen erzeugen Bilder, die zur Betrachtung oder Verständigung hergestellt und vor Betrachtern, nämlich den Zuschauern, dargeboten werden. Nach der Definition von Doelker ist ein Bild gut zur visuellen Kommunikation geeignet. Allerdings werden dabei immaterielle Bilder vollkommen vernachlässigt (vgl. Müller, 2001: 19).
Auf diese Definitionen aufbauend und unter Einbeziehung ikonologischer Bilddefinitionen unterscheidet die visuelle Kommunikationsforschung zwei Arten von Bildern. Zum einen materielle Bilder, die Abbilder und zum and e-
Das Bild als Information 3
ren immaterielle Bilder, die Denkbilder, die beide in Zusammenhang stehen. Dieser zweiseitige Bildbegriff bestimmt sich durch die Untrennbarkeit der beiden Bildaspekte materiell und immateriell. Allerdings ist dabei einzig und allein relevant, „dass sich Bilder in einer materialisierten Form ausdrücken“ (Müller, 2001: 21), unabhängig von ihrer Produktion. In der vi suellen Kom-munikationsforschung ist also nur die materielle Gestalt des Bildes von B edeutung, die aufgrund der Denkbilder zustande kommt. Die Abbilder werden in unterschiedliche Gestalttypen unterteilt (vgl. Abb. 1). Abbildung 1: Bildbegriff in der visuellen Kommunikationsforschung
Quelle: Müller, 2001: 21, Abbildung 3
Sie können durch eine von vier Produktionsarten erzeugt werden, en tweder künstlerisch, kommerziell, journalistisch oder wissenschaftlich. Jeder Gestalttypus kann auf jede Art produziert werden (vgl. Müller, 2001: 21). Ein Film beispielsweise kann sowohl künstlerisch als auch kommerziell, journ alistisch oder wissenschaftlich hergestellt werden. Allerdings ist es dabei fraglich, wie sich dabei die Produktionsarten in der realen Umsetzung überschneiden. Ein Film ist sicher immer auch mit kommerzieller Produktion verbunden, auch wenn er eigentlich auf künstlerische oder journalistische Weise produziert wurde. Auf der Rezeptionsebene ergeben sich komplexere Zusammenhänge, denn die Rezeption geschieht nicht nur unimodal, sondern in allen vier Rezeptionsmodi. Zudem können diese auch parallel
Arbeit zitieren:
Matthias Istel, 2003, Verarbeitung von Bildmaterial, München, GRIN Verlag GmbH
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