Thema der Hausarbeit
„Die These der postnationalen Konstellation von J. Habermas im Vergleich zum
aktuellen Status Europas“
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Ziel der Hausarbeit 3
2. Historische Betrachtungen zur Entstehung einer Nation aus Sicht
der Geisteswissenschaften des 19. Jahrhunderts 4
3. Die politische Entwicklung im 20. Jahrhundert
3.1 Der historische Charakter des 20. Jahrhunderts 6
3.2 Die postnationale Konstellation zum Ende des 20. Jahrhunderts 8
4. Die Europäische Union (EU)
4.1 Eigendefinition der EU 10
4.2 Eckpunkte der EU-Verfassung 11
5. Fazit 12
Anhang A - Der historische Einigungsprozess der EU 14
Anhang B - Europakarte 16
Quellenverzeichnis 17
Ergänzende Literaturhinweise und Websites 18
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1. Einleitung und Ziel der Hausarbeit
Um die heutigen politischen Entwicklungen vor allem in Europa aus einem historischen Blickwinkel heraus besser verstehen zu können, bildet den Schwerpunkt dieser Hausarbeit das Buch „Die postnationale Konstellation - Politische Essays“ 1 von Jürgen Habermas 2 . In diesem nimmt der Sozialtheoretiker und Philosoph u.a. zu den Fragen und Problemen einer globalen bzw. europäischen Politik Stellung.
In den Kapiteln zwei und drei der Hausarbeit werden einige von Habermas dargelegten Erklärungsansätze und Sichtweisen kurz vorgestellt. In Kapitel vier wird die Europäische Union anhand ihrer Eigendefinition und der Eckpunkte der neuen EU-Verfassung skizziert. Das Fazit in Kapitel fünf beinhaltet abschließend die Lage der Dinge aus Sicht der Bürger.
Ziel dieser Hausarbeit ist es, dem interessierten Leser zu ermöglichen, sein eigenes Bild eines zukünftigen Europas mit Hilfe von Habermas Thesen sowie der historischen und aktuellen Situation in Europa zu hinterfragen.
Diese Hausarbeit kann aufgrund des vorgegebenen maximalen Umfangs nur einen Einstieg in die komplexe Thematik bieten.
Für weiterführende Informationen siehe Angaben im Quellenverzeichnis und die ergänzenden Literatur- und Websitehinweise.
1 Vgl.: Oswald, Bernd: „Großbaustelle Europa“ in: Süddeutsche Zeitung Online,15.06.03, URL: http://www.sueddeutsche.de/ausland/schwerpunkt/786/9777/Sueddeutsche.de, (02.05.04)
1 Habermas, Jürgen: „Die postnationale Konstellation - Politische Essays“, Starnberg 1998
2 Mehr Information zur Kurzbiographie v. J. Habermas des Suhrkamp Verlags auf: http://www.suhrkamp.de/autoren/index.htm, (02.05.04)
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2. Historische Betrachtungen zur Entstehung einer Nation aus Sicht
der Geisteswissenschaften des 19. Jahrhunderts
Am Beispiel der Umstände, Inhalte und Intentionen der Frankfurter Germanistenversammlung von 1846 zeichnet Jürgen Habermas im ersten Kapitel, Teil 1: „Was ist ein Volk? Zum politischen Selbstverständnis der Geisteswissenschaften im Vormärz“ 3 einen Teil des Weges zur Bildung der deutschen Nation nach.
Damals trafen sich bedeutende Gelehrte der Zeit aus den Fachbereichen der deutschen Sprache, des deutschen Rechts und der deutschen Geschichte mit dem Ziel, ihre Arbeit zu institutionalisieren und die interne sowie fachübergreifende Kommunikation zu verbessern. Außerdem beabsichtigten die Wissenschaftler durch diese interdisziplinäre Veranstaltung eine deutsche Einigkeit auch über die geisteswissenschaftlichen Ebenen hinaus zu verkörpern und nach außen zu tragen.
Die Ziele und Ansprüc he wurden aber nur zu einem Teil erreicht, da sich in der Folgezeit eine Ausdifferenzierung der einzelnen Wissenschaftsgebiete vollzog und auch der eigene Anspruch an eine aktive Mitgestaltung der politischen Welt aus dieser Gemeinschaft der Intellektuelle n nur wenig zum Tragen kam.
Jacob Grimm, ein Teilnehmer der Versammlung, führte in seinen Vorträgen aus, dass im Unterschied zu den weltweit gültigen Gesetzen und Entdeckungen der Naturwissenschaften, Sprache, Dichtung, Recht und Geschichte Bereiche und Wissenschaften mit hoher nationaler und somit emotionaler Bindung seien. Eine Reihe weiterer Wissenschaftler war derselben Auffassung. Gerade die Geisteswissenschaften und die Künste würden einen natürlichen, zeitlichen sowie geographischen Rahmen einer Nation bzw. eines Volkes bilden, so Grimm. Diese historische Betrachtungsweise der Begriffe Volk und Nation zeige zum einen eine Form von produktivem Selbstbewusstsein der Nation zum anderen aber stehe sie doch in Konflikt mit der Bildung eines modernen, bürgerlichen Nationalstaates in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
3 Ebd. S. 13 - 46
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Des weiteren würde eine gemäß der Sprache gezogene, politische Staatsgrenze in einer „großdeutschen Lösung“ immer deutsche Minderheiten im Ausland und die im Innern der Grenzen herrschenden regionalen Unterschiede in Deutschland (sprachlich, kulturell etc.) nicht ausreichend berücksichtigen. 4
Im Anschluss beschreibt Habermas eine ähnliche Ausgangslage für die Rechtswissenschaften bei der Entwicklung eines „Deutschen Rechts“. Im Gegensatz zu deutschen Quellen aus Stammes-, Landschafts- und Stadtrechten boten das römische Rechtssystem und die enthaltenen demokratischen Ansätze durchaus ein sehr klar definiertes und dekliniertes Rechtssystem. Eine deutsche Verfassung, ähnlich der französischen oder amerikanischen, sollte somit u.a. sowohl die Sitten und Gebräuche des deutschen Volkes im Privatrecht als auch die bereits formulierten Grundrechte aus den Verfassungen anderer Länder (Pressefreiheit, Justizgrundrechte, etc.) im Öffentlichen Recht berücksichtigen und beinhalten.
Somit war auch hier der Versuch der Definition eines Volkes allein durch seine historische Einheit aus Sprache, Dichtung, Recht und Geschichte gescheitert, da die Quellen des gültigen und für die deutsche Bevölkerung vernünftigen und nachvollziehbarem Rechts doch internationaler Herkunft waren und sind.
Auf Basis der Arbeit des Historikers G.G. Gervinus (1805-1871) beschreibt Jürgen Habermas weiter, dass es damals im Zuge des politischen Liberalismus galt, die vielfältigen und vielschichtigen Einflüsse auf die deutschen Länder und die deutsche Kultur, Politik und Wissenschaften zu berücksichtigen und zu integrieren.
In Amerika hatten sich Menschen unterschiedlichster Herkunft und Konfessionen eine gemeinsame Verfassung nach ihrem Willen und ihren Wünschen erarbeitet. Wesentliche Merkmale wie Entscheidungen durch Mehrheiten, eine durch das Volk gewählte und somit legitimierte Regierung usw. sind dann von Amerika nach Europa getragen worden, um sich hier, in Frankreich beginnend, auszubreiten.
4 Ebd. S. 18 - 23
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Arbeit zitieren:
Michael Emmermann, 2004, Die These der postnationalen Konstellation von J. Habermas im Vergleich zum aktuellen Status Europas, München, GRIN Verlag GmbH
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Jürgen Habermas - Die postnationale Konstellation und die Zukunft der ...
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