Inhaltsverzeichnis
1. Eröffnender Teil 3
1.1 Einleitung 3
1.2 Martin Heidegger - Eckdaten zur Biographie 4
2. Vertiefender Teil 4
2.1 Grundgedanken und Begriffe 4
2.2 Subjekt und Alltag 7
2.3 Subjekt und Medium 12
3. Abschließender Teil 15
3.1 Alltag und Pragmatik 15
3.2 Pragmatik und Erkenntnis 17
4. Literaturangabe 19
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1. Eröffnender Teil
1.1 Einleitung
Die vorliegende Arbeit verfolgt - motiviert durch entsprechende Ausführungen Martin Heideggers in dessen Werk „Sein und Zeit“ - die Absicht, den Alltag aus strukturanalytischer Sicht zu betrachten. Das Hauptanliegen soll dabei Fragen nach dem Subjekt gelten, d.h. Fragen danach, wie sich dieses als Mitglied einer Gesellschaft im Alltag verhält und welcher Mittel es sich dabei bedient.
Der Gesamtzusammenhang bei Heidegger, die Frage nach dem Sinn des Seins, interessiert uns hierbei weniger. Dennoch sei auf einige Grundgedanken und Begriffe hingewiesen, die für das Verständnis der Analyse Heideggers unverzichtbar sind. Mit diesen wollen wir nach einigen Angaben zum Lebenslauf Heideggers den vertiefenden Teil dieser Arbeit beginnen (2.1). Das daran anschließende Kapitel (2.2 Subjekt und Alltag) betrachtet den Alltag aus Heideggers Sicht, dessen Strukturen und charakteristische Merkmale. Wie wir sehen werden, ist der Alltag maßgeblich geprägt von Gewohnheiten und Routinen, aus denen ein verläßliches pragmatisches Potential zur Alltagsbewältigung erwächst. Die Bedeutungen für und Auswirkungen auf die Subjekte, die Menschen, sollen hier ebenso herausgearbeitet werden wie die spezifisch alltäglichen Weisen, sich zu verhalten, zu handeln und miteinander in Beziehung zu treten. Daran anknüpfend werden wir darauf eingehen, wie Menschen Alltag erleben und erfahren und wie sie sich in ihm bewähren (2.3 Subjekt und Medium). Der abschließende Teil dieser Arbeit hat die Absicht, einige Aspekte der strukturanalytischen Ergebnisse Heideggers kritisch in den Blick zu nehmen (3.1 Alltag und Pragmatik, 3.2 Pragmatik und Erkenntnis). Hierbei sollen mögliche Auswirkungen der Erkenntnisse auf die Menschen und deren Leben im Alltag, die wir mit Heidegger bis dahin gewonnen haben werden, dargestellt werden.
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1.2 Martin Heidegger - Eckdaten zur Biographie
Martin Heidegger wurde 1889 in Meßkirch geboren. Ab 1903 besuchte er zuerst in Konstanz, dann in Freiburg im Breisgau das Gymnasium. Ebenfalls in Freiburg im Breisgau studierte er ab 1909 Theologie, u.a. bei Carl Braig, später, ab 1911 Philosophie. 1913 promovierte Heidegger bei Arthur Schneider zum Thema „Die Lehre vom Urteil im Psychologismus“ und habilitierte 1919 bei Heinrich Rickert („ Die Kategorien und Bedeutungslehre des Duns Scotus“). 1923 wurde er ordentlicher Professor „ad personam“ auf dem außerordentlichen Lehrstuhl für Philosophie an der Universität Marburg. 1927 erschien zum erstmals das Hauptwerk „Sein und Zeit“. 1928 wurde Heidegger auf das Ordinariat der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg berufen und wurde so Nachfolger Edmund Husserls. 1933 wurde er zum Rektor der Albert-Ludwigs-Universität gewählt. Dieses Amt legt er ein Jahr später nieder. Seine akademische Karriere endete schließlich 1951 mit der Emeritierung. Im Alter von 86 Jahren ist Martin Heidegger 1976 in Freiburg gestorben.
2. Vertiefender Teil
2.1 Grundüberlegungen und Begriffe
Sein ist zunächst Dasein im »Jetzt« der gelebten Zeit, in der Gegenwart. 1 Dasein wird verstanden als In-der-Welt-sein. D.h., wenn man ist, ist man dies nicht per se, sondern immer im Kontext von etwas, im Kontext der Welt. Weiterhin ist Dasein immer Dasein unter Anderen. Heidegger nennt dies das Mitdasein (der Anderen). Diese Anderen müssen dabei nicht direkt begegnende Mitmenschen sein. Sie verweisen bloß darauf, daß man als existierendes Individuum in der dieses Existieren kennzeichnenden Weise nie allein ist. Das Subjekt Mensch wird also stets in seiner Sozialität begriffen - der Mensch als soziales Wesen: „Die Klärung des In-der-Welt-seins zeigte, daß nicht zunächst »ist« und auch nie gegeben ist ein bloßes Subjekt ohne Welt. Und so ist am Ende
1 Die Zeit im »Jetzt« wird immer verstanden in dessen Geschichtlichkeit, d.h. unter Bezugnahme auf die
Zeiten, die der gegenwärtigen vorausgegangen sind und die auf diese nachwirken. Auf eine weitere Ver-
tiefung dieses Sachverhalts der Geschichtlichkeit kann hier verzichtet werden. Es reicht an dieser Stelle
festzuhalten, das jegliche aktuell gemachte Erfahrung stets im Lichte der Vorerfahrung gemacht wird.
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ebenso wenig zunächst ein isoliertes Ich ohne die Anderen.“ 2 So soll und kann das Inder-Welt-sein verstanden werden als Grundverfassung des Daseins, aus der heraus jeder Modus, jede Weise des Seins mitbestimmt wird (vgl. S. 117). In Beschreibung der Beziehung zu den Anderen, zu deren Mitdasein, wird das eigene Sein, das Selbst-Sein, bezeichnet als Mitsein. „Auf dem Grunde dieses mithaften In-der-Welt-seins ist die Welt je schon immer die, die ich mit Anderen teile. Die Welt des Daseins ist Mitwelt. Das In-Sein ist Mitsein mit Anderen“ (S. 118). Die Welt und die in dieser ebenfalls seienden Anderen können hier auch als Umwelt bezeichnet und insofern als der Kontext begriffen werden, in dem das Selbst-Sein ist, in dem ich als Subjekt bin. Demnach wird das Sein in jenem Kontext auch bezeichnet als In-Sein. Das „Aufnehmen von Beziehungen zur Welt [Umwelt; R.M.] ist nur möglich, weil Dasein als In-der-Welt-sein ist, wie es ist. Diese Seinsverfassung entsteht nicht erst dadurch, daß außer dem Seinenden vom Charakter des Daseins [ich; R.M.] noch anderes Seiendes [die Welt, die Anderen; R.M.] vorhanden ist und mit diesem zusammentrifft. »Zusammentreffen« kann dieses andere Seiende »mit« dem Dasein nur, sofern es überhaupt innerhalb einer Welt sich von ihm selbst her zu zeigen vermag“ (S. 57). Und dieses Zusammentreffen geschieht unweigerlich und unvermeidbar. Selbst wenn man sich dazu entschließt, sich - dem Einsiedler gleich - zurückzuziehen und zu isolieren von der Gemeinschaft und insofern auch von der Gesellschaft 3 , bedeutet dies Rückzug und Isolation von etwas, das in dem hier gemeinten Sinne als eine Form des Zusammentreffens mit diesem etwas verstanden werden muß. „Das Mitsein bestimmt existenzial das Dasein auch dann, wenn ein Anderer [oder alle Anderen; R.M.] faktisch nicht vorhanden und wahrgenommen ist. Auch das Alleinsein des Daseins ist Mitsein in der Welt. […] Das Alleinsein ist ein defizienter Modus des Mitseins, seine Möglichkeit ist der Beweis für dieses“ (S. 120).
Dasein, oder genauer, das eigene Dasein wird also erlebt durch die Begegnung mit Anderen. Jederzeit habe ich die Möglichkeit die Anderen als etwas zu betrachten, das nicht ich bin. Durch diese Möglichkeit der Abgrenzung von Anderen erweist sich das eigene Dasein als Selbst-Sein. Jedoch begegnen die Anderen nicht bloß „im vor-
2 Heidegger,Sein und Zeit (17. Auflage), Tübingen, 1993, S. 116; erste Auflage von 1927 in dem von
Edmund Husserl herausgegebenen Jahrbuch für Philosophie und phänomenologische Forschung Bd. VIII.
Die folgenden Quellenhinweise und Zitatverweise aus „Sein und Zeit“ werden nur noch mit der entspre-
chenden Seitenzahl in nachstehenden Klammern angeführt. Quellenangaben anderer Autoren sind in den
Fußnoten zu finden.
3 Gemeinschaft darf hier verstanden werden als das direkte soziale Umfeld (die Stadt, in der ich lebe; der
Verein, dem ich angehöre; die eigene Familie oder der Freundeskreis), Gesellschaft als der diese Gemein-
schaft(en) umgebende politische und kulturelle Rahmen.
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Arbeit zitieren:
Rouven Meier, 2000, Alltag, Subjekt und Pragmatik - Mit Heidegger auf der Suche nach dem Subjekt des Alltags, München, GRIN Verlag GmbH
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