I
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Zum Phänomen der Inflation 2
2.1 Begriff der Inflation 2
2.2 Ursachen von Preisniveausteigerungen 3
3 Ursachenkomplex der Inflation in Deutschland 1914 1923 5
3.1 Vorbemerkungen 5
3.2 Faktoren der Inflationsentwicklung 1914 bis 1918 5
3.3 Hintergründe der Nachkriegsinflation 1918 bis 1923 7
4 Zusammenfassung und Gewichtung der Faktoren 10
Literaturverzeichnis II
1
1 Einleitung
Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist die deutsche Nachkriegsinflation und deren Ursachen, bei der es sich um die stärkste Geldentwertung handelt, die jemals in einer fortgeschritten industrialisierten Volkswirtscha ft stattfand. 1
Die Inflation entwickelte sich in mehreren Stufen von einer langsamen bis hin zu einer drastischen Geldentwertung, die dazu führte, dass die deutsche Währung ihre eigentliche Funktion als Tauschmittel verlor.
Die deutsche Hyperinflation lässt sich weder in ihren Ursachen erkennen, noch in ihren Wirkungen einschätzen, wenn sie nicht im Kontext des Kriegsgeschehens und des Wiederaufbaus behandelt wird. So stand Deutschland vor und während dem Kriege wie alle partizipierenden Mächte vor der Frage der Kriegsfinanzierung. Diese ist in unterschiedlichen Varianten gelöst worden, mit einer unterschiedlichen Verteilungen der Kosten des Krieges und Auswirkungen auf den Geldwert der deutschen Währung. 2
Nachdem der Krieg beendet war, der dem Sozialprodukt Deutschlands schweren Schaden zugefügt hatte, spitzte sich die Situation des Preisniveaus bis 1923 dramatisch zu. Dies resultierte schließlich daraus, dass die von den Alliierten auferlegten Reparationsleistungen, die Gebietsabtretungen an die Siegermächte und die Besetzung des Ruhrgebietes durch die französische Armee den Staatshaushalt Deutschlands nachhaltig zusammenbrechen ließen und es unmöglich machte, dass sich das deutsche Wirtschaftssystem nach der erlittenen Niederlage erholte und sich die Währung stabilisierte.
Die Hyperinflation lähmte die industrielle Produktion, Massenarbeitslosigkeit war die Folge, die nun ihrerseits in Verbindung mit der schlechten Ernährungslage in den Städten Unruhen und Plünderungen auslöste, bis der deutschen Wirtschaft durch eine Währungsreform am
15. November 1923 schließlich erneut ein stabiler Unterbau geboten wurde.
Im Folgenden soll nun untersucht werden, welche Ursachen zu dieser Hyperinflation führten. Nachdem ein erster theoretischer Raum aufgespannt wird, indem sich das Phänomen Inflation im Allgemeinen und die Hyperinflation im Besonderen bewegt, wird die Hintergrundanalyse mit der Kriegszeit ab 1914 begonnen, da hier zwar eine schwächere Form der Geldentwertung zu identifizieren ist, diese Zeit jedoch die wirtschaftspolitische Grundlage zur eskalierenden Situation 1923 bildete.
1 Vgl. Blaich, F.: Der schwarze Freitag – Inflation und Wirtschaftskrise, München, 1994, S. 8.
2 Vgl. Feldman, G. D. et al.: Inflation und Wiederaufbau in Deutschland und Europa 1914-1924, in: Feldman G. D. (Hrsg.) et al.: Die deutsche Inflation – Eine Zwischenbilanz, Berlin, 1982, S. 3.
2
2 Zum Phänomen der Inflation
2.1 Begriff der Inflation
Trotz einer noch nicht von allen Seiten anerkannten Definition 3 , hat sich heute dennoch ein symptomorientierter Inflationsbegriff 4 weitestgehend durchgesetzt. Dies bedeutet, dass bei der Definition auf das äußere Erscheinungsbild der Inflation eingegangen wird, üblicherweise auf Preisniveausteigerungen. 5 Genauer; auf „einen kumulativen Anstieg des Konsumgüter- Preisniveaus“. 6
Neben der Steigerung des Preisniveaus kann Inflation noch durch ein anderes Phänomen ausgedrückt werden. Das Preisniveau nämlich gibt an, welche durchschnittliche Gütermenge pro Geldeinheit gekauft werden kann. Je höher also das Preisniveau, umso geringer ist diese Gütermenge. Die pro Geldeinheit entfallende Gütermenge wird entsprechend auch Kaufkraft des Geldes genannt. Das heißt, dass ebenfalls Inflation herrscht, wenn die Kaufkraft des Geldes sinkt. Kaufkraft des Geldes und Preisniveau stehen somit im Gegensatz zueinander. 7
Eine Klassifizierung von Inflation kann nach verschiedenen Kriterien erfolgen. Zum einen nach der Geschwindigkeit der Preissteigerung in ‚schleichende‘, ‚trabende‘ oder ‚gallopierende‘ Inflation, wobei trotz fehlender Einigkeit bzgl. der Geschwindigkeit, Niveaus zwischen 1 -8%, 25% und mehr als 50% pro Jahr identifiziert werden können. Das im Weiteren behandelte Phänomen der Hyperinflation als stärkste Form der Preissteigerung weißt als Grundwert eine monatliche Teuerungsrate von sogar etwa 50% auf. 8
Des Weiteren lässt sich eine Klassifizierung ebenso nach der Sichtbarkeit des Prozesses durchführen, so dass eine ‚offene‘ im Gegensatz zu einer ‚zurückgestauten‘ Inflation sich voll in der Statistik des Preisniveaus niederschlägt. Ebenso spricht man von richtig ‚antizipierter‘ Inflation und ‚ ‚nicht antizipierter‘ Inflation, da man der Meinung ist, dass die Auswirkung einer Inflation vom Ausmaß der Fehleinschätzung des Inflationstempos mit abhängt. 9 Insbesondere den letztgenannten Fall einer nicht antizipierten Inflation werden wir im Folgenden wiedererkennen können.
3 Vgl. Scherf, H.: Inflation, HdWW, Bd. 4, Stuttgart u.a., 1978, S. 159ff.
4 Vgl. Mankiw, G. N.: Makroökonomik, 3. Aufl., Cambridge (Mass.), 1998, S. 34.
5 Ursprünglich stammt das Wort Inflation von dem lateinischen Begriff ‚Inflare‘, nämlich ‚aufblähen‘ ab, der das Wesen einer Inflation, das Preisniveau betreffend, sehr plastisch wiedergibt. Demgemäss handelt es sich bei Deflation um ein Sinken, oder auch Zusammenschrumpfen des Preisniveaus.
6 Claussen, P.: Einführung in die Theorie der Inflation, Kiel, 1977, S. 7.
7 Vgl. Heubes, J.: Inflationstheorie, Regensburg, 1989, S. 1.
8 Hyperinflation wird auf Grund des extremen Charakters auch als Geldentwertung bezeichnet und ist.
9 Vgl. Pohl, R.: Theorie der Inflation, München, 1981, S. 8ff.
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Hanno Rieping, 2004, Ursachen der Hyperinflation 1923, Munich, GRIN Publishing GmbH
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