Daniela Wienhold
Inhaltsverzeichnis: Seite
1. Einleitung 4
2. Typologie der Kontaktsituationen Spanisch-Englisch 5
2.1 USA 5
2.1.1 Eckdaten 5
2.1.2 Geschichtlicher Hintergrund 5
2.1.3 Heutige sprachliche Situation 6
2.1.4 Sprachpolitik 7
2.2 Gibraltar 8
2.2.1 Eckdaten 8
2.2.2 Geschichtlicher Hintergrund 8
2.2.3 Heutige sprachliche Situation 9
2.2.4 Sprachpolitik 11
2.3 Australien 11
2.3.1 Eckdaten 11
2.3.2 Geschichtlicher Hintergrund 11
2.3.3 Heutige sprachliche Situation 12
2.3.4 Sprachpolitik 12
2.4 Puerto Rico 13
2.4.1 Eckdaten 13
2.4.2 Geschichtlicher Hintergrund 13
2.4.3 Heutige sprachliche Situation 14
2.4.4 Sprachpolitik 14
2.5 Zentralamerika / Karibik 15
2.5.1 Eckdaten 15
2.5.2 Geschichtlicher Hintergrund 15
2.5.3 Heutige sprachliche Situation 16
2.5.4 Sprachpolitik 16
2.6 Belize 17
2.6.1 Eckdaten 17
2.6.2 Geschichtlicher Hintergrund 17
2.6.3 Heutige sprachliche Situation 17
2.6.4 Sprachpolitik 18
2.7 Philippinen 18
2.7.1 Eckdaten 18
2.7.2 Geschichtlicher Hintergrund 19
2.7.3 Heutige sprachliche Situation 19
2.7.4 Sprachpolitik 19
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3. Aus welchen Kontaktsituationen gehen interkulturelle
Texte hervor? 20
3.1 USA 20
3.2 Gibraltar 20
3.3 Australien 21
3.4 Puerto Rico 21
3.5 Zentralamerika / Karibik 21
3.6 Belize 22
3.7 Philippinen 22
4. Welches sind die möglichen Gründe für die unterschiedliche
Quantit ät in der Produktion von Mischtexten in den
verschiedenen Kontaktsituationen? 22
4.1 Identität 23
4.2 Sprachprestige 25
4.3 Sprachpolitik 25
4.4 Schlechte soziale Lage 26
4.5 Tatsächlicher täglicher Kontakt beider Sprachen 27
4.6 Größe der Kontaktsituation 27
4.7 Immigration oder Kolonisation 27
5. Schlussbemerkung 28
6. Literaturliste 30
7. Fußnoten 32
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1. Einleitung
In der vorliegenden Hauptseminararbeit geht es um die spanisch-englischen Sprachkontakte auf der Welt, die daraus hervorgehenden Mischtexte und um den Anlass zur Produktion dieser Texte.
Meine Arbeit gliedert sich in 3 Teile. Der erste Teil besteht aus einer Typologie der Kontaktsituationen Spanisch-Englisch, in der ich nach einer „Blitzdarstellung“ des jeweiligen Landes mit Fläche und Einwohnerzahl, den geschichtlichen Hintergrund beschreiben werde. Danach folgt die heutige sprachliche Situation und anschließend die Sprachpolitik.
Der zweite Teil meiner Arbeit behandelt die interkulturellen Texte die aus den Kontaktsituationen hervorgehen.
Im dritten Teil werde ich schließlich die Frage behandeln, warum aus bestimmten Kontakten eine Fülle von Mischtexten hervorgehen und aus anderen nur sehr wenige oder gar keine. Dabei werde ich meine Forschungsergebnisse aus dem zweiten Teil als Grundlage nehmen. Die einzelnen Kontaktsituationen werden jeweils nach Kriterien behandelt, die für mich in dieser Frage wichtig erscheinen. Im Schlußwort werde ich die erforschten Ergebnisse kurz zusammenfassen und ein Desiderat nennen.
Aufgrund der begrenzten Zeit meiner Forschung erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich konnte leider nicht zu jedem Punkt ausreichend Informationsmaterial finden. Das gilt vor allem für die Sprachpolitik. Genauso decken meine Beschreibungen zur heutigen Situation im jeweiligen Land nicht immer dieselben Punkte ab. Es kann also vorkommen, dass man einen interessanten Aspekt der einen Kontaktsituation in der Beschreibung einer anderen Kontaktsituation nicht vorfindet. Was die Texte angeht, kann ich nur diese anführen, die ich ermitteln konnte. Das schließt nicht aus, dass die Realität anders aussehen kann.
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2. Typologie der Kontaktsituationen Spanisch-Englisch
2.1 USA
2.1.1 Eckdaten
Die Vereinigten Staaten von Amerika haben eine Gesamtfläche von 9, 4 Mio. km² bei einer Einwohnerzahl von 265 Mio. (Duden 482). 2.1.2 Geschichtlicher Hintergrund der Kontaktsituation In den USA ist jede spanisch sprechende Nationalität vertreten, wobei die drei größten Gruppen die Chicanos im Südwesten, die Puertoricaner in New York und Chicago, und die Kubaner in Miami darstellen (Thompson 53). Hispanische Bevölkerung findet man jedoch in ganz Florida, in Illinois im Gebiet um Chicago und in Michigan und New Jersey (Population chicanos dans les comtés aus USA http://www.intercarto.com/html/cartotheque/theme/usa/usa_14.htm). Ich werde mich bei meiner Beschreibung auf die Chicanos, d.h. die eingewanderten, und zum Teil seit mehreren Generationen in den USA lebenden, Mexikaner im Südwesten beschränken, da sie die größte Gruppe darstellen. Nach großen Einwanderungswellen von chinesischen und später japanischen Landarbeitern, kam zwischen 1850 und 1880 ein großer Zustrom von Mexikanern in den Südwesten der USA, in Territorien die zum Teil bis kürzlich zu Mexiko gehört hatten. Es kamen ca. 55.000 Mexikaner, die unter anderem für Landarbeit, Bergbau und Eisenbahnbau zu schlechten Arbeitsbedingungen und niedrigen Löhnen eingesetzt wurden. Die Zahlen stiegen zwischen 1880 und 1890 weiter an, so dass die Zahl der bis dahin immigrierten mehr als 75.000 betrug und etwa 60 % der Eisen bahnarbeiter Mexikaner waren (The Border http://www.pbs.org/kpbs/theborder/histor y/timeline/17.html).
Nach der Mexikanischen Revolution 1910 wurden die Lebensbedingungen in Mexiko zunehmend schlechter, so dass bis in die späten 1930er Jahre das Land kaum noch Erträge brachte und Arbeit knapp wurde. Der Erste Weltkrieg schaffte jedoch in den USA Arbeitsplätze, da viele US-Arbeiter Übersee im Krieg waren und man dringend gute Arbeiter brauchte. Aber auch das schnelle Wachstum der Bergbauindustrie, Eisenbahn und Landbau im Südwesten verlangte nach billigen 5 / 32
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Arbeitskräften (The Border http://www.pbs.org/kpbs/theborder/history/timeline/17.ht ml). Es gab also sogenannte Pull- und Push-Faktoren, die die mexikanischen Arbeiter ins Land holten: Die schlechte Lage im Heimatland und der dringende Bedarf an Arbeitskräften in den Vereinigten Staaten. Zwischen 1910 und 1920 kamen mindestens 219.000 Mexikaner ins Land. Sie verdoppelten damit die hispanische Bevölkerung in Arizona, New Mexico und Texas, und vervierfachten die von Kalifornien. Die wirtschaftliche Rezession nach dem ersten Weltkrieg brachte kurzzeitig eine Rückwanderungswelle von Mexikanern nach Mexiko. Aber schon Mitte der 1920er gab eine erneute Einwanderungswelle. Eine halbe Millionen Mexikaner kamen in die USA, ein Neuntel der US-Gesamtbevölkerung (The Gilder L ehrman Institute of American History http://www.gliah.uh.edu/mexican_voices/voices _display.cfm?id=90).
Wegen sich häufender Beschwerden und Aufstände mexikanischer Arbeiter aufgrund der Ausbeutung und Verletzung ihrer Arbeitsrechte, gab es ab den 1920er Jahren verschiedene Eingriffe der mexikanischen Regierung, aufgrund derer die mexikanischen Arbeiter mehr Rechte zugesichert bekamen und ihre Arbeitsbedingungen in Verträgen geregelt wurden. 1942, als die Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg eintraten holte man sich durch das sogenannte Bracero Programm nötige Landarbeiter mit Zeitverträgen ins Land. Durch das Bracero Programm kamen mehr als 4 Millionen Mexikaner auf Zeit in die USA. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurden mexikanische Arbeiter durch rückkehrende Veteranen und Arbeit suchende Arbeiter der Kriegsindustrie verdrängt. Um 1947 versuchte man die importierten mexikanischen Arbeitskräfte zu reduzieren. 1960 fand man durch den Überschuss an illegalen Landarbeitern und die Erfindung eines mechanischen Erntegeräts für Baumwolle für das Bracero Programm langsam keine Verwendung mehr. 1964 wurde es dann, auch aufgrund von schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen der Bracero Angestellen abgeschafft.
(The Border http://www.pbs.org/kpbs/theborder/history/timeline/17.html)
2.1.3 Heutige sprachliche Situation
Die mexikanische Bevölkerung in den USA ist eine rasch wachsende Gruppe. Nach dem US Census Bureau und The Latin Quarter News beträgt im Jahr 2000 die
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hispanische Bevölkerung 32 Mio. (Hispanics Unlimited Potential http://www.theameri cas.org/hispanics_unlimited_potential.htm).
Die Chicanos bilden keine homogene Gruppe, da die Einwanderung der Mexikaner in die USA verschiedene Zeiträume betraf und somit verschiedene Einwanderergenerationen aufeinander trafen. Dadurch existieren natürlich auch alle Nuancen von Sprachkompetenz in den beiden Sprachen Spanisch und Englisch und daher auch verschiedene Spanglish-Varianten (Locks On Nuestras Bocas http://www.nd.edu/~frswrite/mcpartlin/2002/ramirez.shtml). Die Chicanos zeichnen sich meist durch den Gebrauch des Spanglish aus, d. h. ein Codeswitching zwischen Spanisch und Englisch im täglichen Umgang untereinander, aber auch in ihrer Literatur. Stavans begründet das folgendermaßen: [...]; they are no longer fluent in the language of Cervantes but have also failed to master that of Shakespeare“ (555). Außerdem sind beide Sprachen im täglichen Leben so präsent, dass es sich automatisch ergibt, in beiden Sprachen zu kommunizieren. Spanglish kennt keine Grenzen was die soziale Schicht angeht (Locks on Nuestras Bocas
http://www.nd.edu/~frswrite/mcpartlin/2002/ramirez.shtml).
2.1.4 Sprachpolitik
Die USA hatten nie eine wirklich bewusst geplante, nationale Sprachpolitik. Es gab immer wieder Sprachregelungen, diese waren jedoch „[...] ad hoc responses to immediate needs or political pressures - often contradictory and inadequate to cope with changing times. [...] Discrimination has also flourished at times. English Only restrictions were used to harass unpopular minorities, such as Spanish speakers in California or German speakers during World War I, or to repress colonized groups, such as American Indians and Puerto Ricans. (Issues in U. S. Language Policy http://ourworld.compuserve.com/homepages/JWCRAWFORD/langpol.htm) In den letzten Jahrzehnten gab es verschiedene bilinguale Erziehungsprogramme. Die einen waren dazu da, durch zweisprachige Erziehung Minderheitensprachen durch Englisch zu ersetzen, und andere wurden eingesetzt um Englischsprechern Fremdsprachen beizubringen. Beide Programme waren nicht sehr erfolgreich. Nach Crawford bedarf die Sprachpolitik in den USA der Klärung der Frage wie man auf demografische Veränderungen reagieren soll, damit nationales Interesse und 7 / 32
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demokratische Traditionen gewahrt werden. Eine der Lösungen wäre ihm zufolge das sogenannte „English Plus, a philosophy that stresses the importance of English proficiency for all Americans -something that no one diputes - while encouraging the development of multiple language skills“ (Issues in U. S. Language Policy
http://ourworld.compuserve.com/homepages/JWCRAWFORD/langpol.htm).
2.2 Gibraltar
2.2.1 Eckdaten
Das an der Südspitze der Iberischen Halbinsel gelegene Gibraltar mit seinem 425 Meter hohen Felsen (Das große Universal Lexikon 241) hat eine Fläche von 5,8 km² und eine Einwohnerzahl von rund 29.000 (Duden 444). 2.2.2 Geschichtlicher Hintergrund der Kontaktsituation Die Koexistenz des Spanischen und Englischen in Gibraltar beginnt mit dem Jahr 1704 als es von den Briten während des Spanischen Erbfolgekrieges (1702 - 1713) besetzt wurde. Gibraltar wurde dann 1713 durch den Vertrag von Utrecht offiziell von Spanien an Großbritannien abgetreten. Es wurde 1830 zur britischen Kronkolonie erklärt (The Salt Lake Tribune http://ww.sltrib.com/2002/jan/01202002/nation_w/ 169198.htm). Die offizielle Sprache wurde Englisch. Nach der Eroberung durch die Engländer bestand der Hauptteil der Bevölkerung aus genuesischen Fischerfamilien, die zurückblieben während die spanische Bevölkerung abzog. Diese behielten zunächst ihren italienischen Dialekt bei. Nach und nach kristallisierten sich jedoch Englisch und Spanisch als Verkehrssprachen heraus. Zur Zeit der „Großen Belagerung“ („Great Siege“, 13.09.1779 - 12.03.1783) wurde das Englische zunächst gestärkt, da ein Teil der Menschen Gibraltar verließ, wobei die restliche Bevölkerung in engeren Kontakt mit der britischen Garnison kam. (Kramer 310)
Das 19. Jahrhundert wurde dann aber entscheidend für die sprachliche Entwicklung (Kramer 310). Das Spanische kristallisierte sich als Alltagssprache heraus, obwohl zu jener Zeit der Anteil der Spanisch stämmigen an der Bevölkerung weniger als ein Drittel betrug (Dennis 1977, 104 zit. in: Kramer 311). Der Kontakt zum spanischen Hinterland wurde enger, da man fast seinen gesamten Bedarf von dort bezog. Dadurch wurde das Spanische immer häufiger verwendet. Da es Gibraltar 8 / 32
Arbeit zitieren:
Daniela Wienhold, 2003, Spanisch-englische Kontaktsituationen auf der Welt und die daraus entstehenden Mischtexte, München, GRIN Verlag GmbH
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