Inhaltsverzeichnis
1. Einführung 3
2. Heilender Aspekt der Kunsttherapie 3
2.1 Kunst Kunsttherapie 3
2.2 Geschichte Theorie 4
3. Pädagogische Kunsttherapie 8
3.1 Geschichte der pädagogischen Kunsttherapie 8
3.2 Pädagogische Potentiale und Ziele der Kunsttherapie 9
3.3 Kunsttherapeutische Möglichkeiten im Unterricht 10
4. Literaturverzeichnis 14
1. Einführung
Kunsttherapie ist eine junge Disziplin, deren Aufgaben ist, mit Hilfe künstlerischer Mittel – mit der Kunst als Medium – zu erziehen, zu bilden und zu heile.
Der Kunsttherapeut setzt neben den erlernten künstlerische Disziplinen (Malerei, Plastik, Grafik) auch Methodik und Didaktik auf pädagogischem, therapeutischem sowie psychotherapeutischem Gebiet ein. Um als Kunsttherapeut umfassend wirken zu können, ist es erforderlich, das eine kunstpädagogische Ausbildung integrierender Bestandteil seines Studiums ist. Dadurch ist der Kunsttherapeut in der Lage in Erziehungswesen tätig zu sein: An allen Schulen, Sonderschulen, in der Jugendhilfe, der Sozialhilfe, und in heilpädagogischen Einrichtungen. Außerdem erstreckt sich die Arbeit der Kunsttherapie auf die Bereiche der Psychiatrie, psychosomatische Erkrankungen, Verhaltensstörungen, Alterfürsorge, Behinderte und Lernbehinderte, Drogenabhängigkeit und viele andere.
Kunsttherapie-Sitzungen können für Einzelpersonen, für kleine oder große Gruppen und Familien durchgeführt werden.
2. Heilende r Aspekt der Kunsttherapie
2.1 Kunst / Kunsttherapie
Fink, Goldmann und Levick 1967 definieren Kunsttherapie als „die Disziplin, die Elemente der Psychotherapie mit unerschlossenen Quellen von Kreativität und Ausdruck von Klienten verbindet“ (Zit. nach Levick, 1983, S. 603).
Kunsttherapie umfasst neben der klassischen bildenden Kunst auch Musik, Tanz und die Formen der Sprachkunst, wie Dichtung und theatralische Inszenierung. Die letztgenannten arbeiten mit sprachlichen Mitteln. Kunst, Musik und Tanz bieten eine Gelegenheit zum nichtverbalen Ausdruck und nichtverbaler Kommunikation.
Eine andere Bezeichnung für die bildende Kunsttherapie ist „Gestaltungstherapie“. Angesichts des Werthorizontes des Begriffes „Kunst“ scheint vie len dieser Begriff angemessener zu sein. Jedenfalls versteht man
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unter dem Begriff „Kunsttherapie“ eher die Arbeitsweisen, die Medien der Kunst, als die allgemeine Vorstellung von „Kunst“.
Die Kunsttherapie ist weniger produktionsorientiert. Im Mittelpunkt steht nicht das Produkt des künstlerischen Tätigkeit und sein ästhetisches Wert, sondern der künstlerische Vorgang an sich und der Künstler als Person. Das Kunstwerk verdankt seinen Wert der Bedeutung, das es für den Schaffenden hat. Ästhetische Wertung kann zusätzlich erfolgen, ist aber zweitrangig, unbedeutend für das Wesen der Kunsttherapie. Das Ziel der Kunsttherapie ist die Eigenaktivität anzuregen, eine Harmonisierung zu bewirken und gesunde Kräfte zu fördern und zu reaktivieren.
2.2. Geschichte / Theorie
Auf der Suche nach authentischen künstlerischen Ausdruckweisen entdecken die Künstler der Moderne zu Beginn des zwanzigsten Jahrhundert die Kunst der primitiven Volker, Kinderkunst und die Kunst der Geisteskranken.
Gleichzeitig interessieren sich die Psychiatrien für die bildnerischen Werke von Patienten. Das Material wurde hauptsächlich für die diagnostische Zwecke verwendet.
In diesem Zusammenhang hat die Arbeit des Kunsthistorikers und Arztes Hans Prinzhorn (1886 -1933) besondere Bedeutung. Er arbeitete als Assistent an der psychiatrischen Klinik der Universität Heidelberg und baute eine große Sammlung künstlerischen Arbeiten von Psychiatriepatienten auf. In seinem Buch „Bilderei der Geisteskranken“ (Berlin1922) wurde der größte Teil der Sammlung dokumentiert, interpretiert und in kulturkritische Überlegungen eingebettet. Prinzhorn stellt die Ähnlichkeit der Gegenwartskunst zu Patientenarbeit fest und erklärt die mit einem „schizophrenem Weltgefühl“ seiner Zeitgenossen. Er betont die künstlerische Qualität bestimmten Werken, bewertete positiv die verachtete „Irrenkunst“ und damit auch ihre Schöpfer (Vgl. Prinzhorn, 1922). Für die Kunsttherapie war wichtig, dass die Arbeiten der Geisteskranken nicht ausschließlich unter diagnostischen Punkt betrachten wurden. Einige Patienten fanden durch Ausstellung und Verkauf von Bilder selbst Anerkennung als Künstler, und etablierte Künstler wie Alfred Kubin,
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Paul Klee, Max Ernst oder Pablo Picasso ließen sich von den Patientenwerken faszinieren und inspirieren.
In Deutschland wurde diese Entwicklung durch den zweiten Weltkrieg und die Verfolgung der sogenannten „Entarteten Kunst“ unterbrochen. In Amerika entstand eine Ausbildung von Kunsttherapie im Zusammenhang mit Psychotherapie, wie sie zum Beispiel Kramer oder M. Naumburg vertreten.
Für Naumburg bietet die Kunst neue therapeutischen Möglichkeiten bei der Psychotherapie. „Nach Naumburg (1966) ist der psychoanalytische Ansatz mit seinen Abwehrmechanismen des Ichs die Grundlage für die Behandlungsmethoden in der Kunsttherapie“ (Levick, 1983, S. 604). Dem zufolge setzt die Kunsttherapie da ein, wo die Sprache versagt, wo sich das Unbewusste nicht zeigen will. Bilder sagen und zeigen das was die Sprache verweigert (Vgl. Rech, 1984, S. 38). „Anhänger Naumburgs b ehaupten, dass die künstlerischen Werke des Klienten ebenso wie die dem Analytiker mitgeteilten Träume ohne Berücksichtigung der Assoziationen des Klienten nicht interpretiert werden könnten“ ( Levick, 1983, S. 604). „Für dynamisch orientierte Kunsttherapie [,die aus diesem Ansatz entsteht,] besteht das Ziel darin, die Entwicklung einer Übertragungsbeziehung zuzulassen, damit durch die Assoziationen der Klienten zu ihren spontanen Zeichnungen Einsichten in die Konfliktbereiche der Psyche aufgedeckt werden können. In dem Prozess, das verbal zu machen was nicht verbal war, und das bewusst zu machen, was unbewusst war, stellt der Kunsttherapeut Zusammenhänge her und gibt Erklärungen, wobei er sich bemüht, dem Klienten bei der Interpretation seiner eigenen symbolischen Bilder zu helfen“(Levick, 1983, S. 605).
„1958 folgte Edith Kramer mit einer weiteren Theorie der Kunsttherapie. Obwohl sie das Unbewusste als Determinante menschlichen Verhaltens anerkennt, glaubt sie, dass allein schon der schöpferische Akt Heilung sei“ (Levick, 1983, S. 604). „Mit ihrer Hervorhebung des heilenden Aspektes des schöpferischen Prozesses will die Kunsttherapie ein Mittel anbieten, in dem - Kramer zufolge –
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Arbeit zitieren:
Lana Novikova, Eta Seegers, 2005, Kunsttherapie, München, GRIN Verlag GmbH
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