Gliederung
1 Einleitung 3
2 Grundlagen der Gesprächspsychotherapie 3
2.1 Einordnung des klientenzentrierten Ansatzes 3
2.2 Das Menschenbild 5
2.3 Der therapeutische Prozess 6
2.4 Die therapeutischen Grundhaltungen 7
2.5 Kritische Positionen zur Gesprächspsychotherapie 9
3 Pädagogisch-therapeutische Beratung 10
3.1 Grundlagen für pädagogisch-therapeutische Beratungskonzepte 11
3.2 Pädagogisch-therapeutische Gesprächsmodelle 11
4 Der pädagogisch-therapeutische Beratungsprozess 13
4.1 Das Beratungsziel 13
4.2 Stufen und Schritte der Beratung 14
5 Prinzipien der pädagogisch-therapeutischen Beratung 17
5.1 Systematisches Zuhören 17
5.2 Verbalisierung und einfühlendes Spiegeln 18
5.3 Abstraktion und Konkretion 19
5.4 Strukturierung des Beratungsgesprächs 20
5.5 Gefahren und Störungen im Gespräch 21
6 Beratungskonzepte in der pädagogischen Praxis 22
6.1 Attraktivität von pädagogisch-therapeutischen Beratungsansätzen 23
6.2 Anwendung von pädagogisch-therapeutischen Beratungsmodellen 24
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1 Einleitung
Jede pädagogische Situation und Interaktion enthält die Aspekte der Vermittlung, der Diagnose und der Beratung in dem Sinne, dass mittels Sprache dem jeweils anderen geholfen bzw. dass bei ihm etwas bewirkt werden soll (Pallasch 1990). Das hierbei geforderte
In der vorliegenden Arbeit werden zentrale Grundsätze eines Beratungsansatzes aufgezeigt, welche den theoretischen Grundstock für das praktische Handeln bilden können. Letztendliches Ziel eines fachlich fundierten Beratungsverständnisses für die pädagogische Praxis ist, dem Pädagogen ein Instrument an die Hand geben, mit welchem er seine Handlungs-, und Entscheidungskompetenz im beruflichen Alltag erweitern und gleichzeitig theoretisch begründet vertreten kann. Die vorliegende Arbeit bezieht sich vor allem auf Beratungsansätze von Pallasch (1990), Weber (2000) sowie Egan (1996), welche gemeinsame theoretische Bezugspunkte (Gesprächspsychotherapie) für sich in Anspruch nehmen und sich durch ihre Praxisnähe in der (sozial-)pädagogischen Arbeit bereits bewährt haben.
2 Grundlagen der Gesprächspsychotherapie
Um dem Risiko einer
Aus der Kritik an der Psychoanalyse und dem Behaviorismus, den beiden lange Zeit vorherrschenden Denkmodellen, entwickelten sich etwa ab den 60er Jahren unter dem Oberbegriff
1 Eine wissenschaftlich vollständige Darstellung einschließlich des philosophischen Hintergrundes und
der zentralen Ansätze der Humanistischen Psychologie würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen.
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humanistischen Menschenbild entfalteten sie sich als sog.
Die
Gesprächspsychotherapie
ist zunächst von C.R. Rogers entwickelt und immer wieder modifiziert worden. In den 40er Jahren wurde sie als nicht-direktive Beratung generiert. Im Gegensatz zur psychoanalytischen Vorgehensweise wird dem Klienten hierbei keine eindeutige linear-kausale Ursache-Wirkungsproblematik von Seiten des Therapeuten unterstellt,
2 Als weitere zentrale humanistisch-orientierte Ansätze können in diesem Zusammenhang außerdem
die Gestalttherapie (F. Perls), das Psychodrama (J. Morenos), die Bioenergetik (A. Lowen), die
Logotherapie (V. Frankel) und die Themenzentrierte Interaktion (R. Cohn) genannt werden.
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seitdem durch die Integration von weiteren Therapievariablen die angenommenen
Das Menschenbild der Gesprächspsychotherapie kann in verkürzter Form anhand von einigen zentralen Aspekten dargestellt werden. Prinzipiell geht dieser humanistische Ansatz von der Annahme aus, dass jedem Individuum ein Streben nach Unabhängigkeit, Eigenverantwortlichkeit, persönlicher Entfaltung und ganzheitlichem Wachstum innewohnt (Pallasch 1990, S. 197). Konkret bedeutet dies, dass jeder Mensch selbst erkennen kann, was für ihn am besten ist und er aus diesem Grunde für seine Selbstentfaltung keine Manipulation von außen benötigt. Diese grundsätzlich positive Sichtweise vom Menschen vertraut demnach darauf, dass jeder die Kompetenzen und die Energie besitzt,
• Selbstaktualisierungstendenz
Unter Selbstaktualisierungstendenz versteht Rogers das angeborene Streben jedes Menschen, sich in der aktiven Auseinandersetzung mit der eigenen Person und seinen Umweltbedingungen konstruktiv in Richtung auf Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit zu entfalten. Weiterhin wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch bestimmte Zielvorstellungen entfaltet und seinem Leben Sinn gibt. Diese
• Selbstkonzept
Bereits von Geburt an entwickelt der Mensch eine Vorstellung von sich als Person. Dieses Selbstkonzept als das durch Erfahrungen gestaltete Bild, das ein Mensch von sich hat, bedeutet für das Individuum einen Orientierungspunkt, an welchem es sein Tun und Handeln ausrichtet. Auch wenn es nicht zu jedem Zeitpunkt im Leben aktiv wahrgenommen wird, ist das Selbstkonzept dem Bewusstsein prinzipiell zugänglich. Der skizzierten Aktualisierungstendenz entsprechend unterliegt dieses persönliche Konzept einem permanenten Wandel, innerhalb dessen es jedoch
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2.3 Der therapeutische Prozess
Aus den genannten Grundannahmen zum Menschenbild der Gesprächspsychotherapie ergeben sich bestimmte Vorstellungen zum Therapieprozess. Zunächst wird davon ausgegangen, dass dem einzelnen Menschen in der Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Realität immer wieder Situationen begegnen, in welchen er an seine Grenzen stößt, sich mit seinen Gedanken
Schwierig wird es dagegen, wenn sich Probleme über längere Zeit manifestieren und sich entstandene Blockaden verfestigen. Da der Mensch die Tendenz hat, das
Ansatzpunkt therapeutischen Handelns ist demnach der vom Menschen wahrgenommene Zustand der Inkongruenz. Das seelische Gleichgewicht kann dann wieder hergestellt werden, wenn sich der Klient mit der von ihm erlebten Diskrepanz aktiv auseinandersetzt. Aus den skizzierten Grundsätzen der Gesprächspsychotherapie leiten sich konkrete Bedingungen des therapeutischen Prozesses ab, der dem Klienten dazu verhelfen soll, vom Zustand der Inkongruenz zu dem der Kongruenz zu gelangen.
Für das Therapeutenverhalten ergeben sich hieraus zentrale Grundsätze (vgl. Pallasch 1990, S. 197f.):
• Der Klient bietet während des Gesprächs kommunikative Äußerungen an, welche sich sowohl auf verbaler als auch auf non-verbaler Ebene erfassen lassen und das Produkt seiner aktiven Auseinandersetzung mit seinem Erleben und bewusstem Selbstkonzept darstellen. Gleichzeitig
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äußert er auf direktem oder indirektem Wege Gefühle als Ausdruck der subjektiven Bedeutung von Erfahrungen und Erlebnissen. Für diese
• Während der Gesprächssituation muss die
• Weiterhin muss davon ausgegangen werden, dass jeder Klient ständig individuelle Lösungsversuche unternimmt und sinnvolle Lösungen entwickeln kann, um seine Diskrepanzen zu bewältigen. Die Hilfe einer therapeutischen Sitzung kann sich deshalb nur auf das Schaffen und Bereitstellen von günstigen, die subjektive Perspektive des Klienten fördernden Bedingungen und situativen Voraussetzungen beschränken.
Therapie in diesem Sinne ist demnach ein erfahrungsbezogenes, interaktives Handlungskonzept und kein externes Analyse- und Behandlungsverfahren des Therapeuten.
2.4 Die therapeutischen Grundhaltungen
Da die direkte persönliche Beziehung zwischen dem Therapeut und dem Klient als ausschlaggebend für den therapeutischen Prozess betrachtet wird, muss den drei Basisvariablen des Therapeuten (Kongruenz, Akzeptanz und Empathie) eine besondere Bedeutung zugeschrieben werden. Angelpunkt ist demnach die Vorstellung, dass eine überzeugende Vermittlung dieser Grundhaltungen die für den Erfolg der Therapie wichtigen, konstruktiven Veränderungen innerhalb der Persönlichkeit des Klienten bewirken. Therapie wird in diesem Sinne
Arbeit zitieren:
Ulrike Roppelt, 2000, Beratungsmodelle für die pädagogische Praxis, München, GRIN Verlag GmbH
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