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1 Einleitung 1
2 Wissenswertes über Suchmaschinen
2.1 Funktionsweise 2
2.2 Typologien 3
2.3 Finanzierung 4
2.4 Beziehungsgeflecht und Kooperationen 4
3 Manipulation von Suchmaschinen 7
3.1 Interne Manipulation 7
3.1.1 Methoden 8
3.1.2 Gegenmaßnahmen 9
3.2 Externe Manipulation ( Suchmaschinen-Spamming’) 10
3.2.1 Methoden 12
3.2.1.1 Spamdexing / Guestbook Links 13
3.2.1.2 Keyword Spamming / Keyword Stuffing 13
3.2.1.3 Doorway Pages / Doorway Domains 14
3.2.1.4 Cloaking 15
3.2.1.5 Pagejacking 16
3.2.2 Gegenmaßnahmen 16
4 Fazit und Lösungsvorschläge 19
Quellenverzeichnis 22
II
1 Einleitung
„Es gibt zwei Arten von Wissen. Wir wissen selbst über einen Ge-genstand Bescheid, oder wir wissen, wie wir uns darüber unterrichten können.“ Mit dieser Erkenntnis leistete der englischen Schriftsteller und Kritiker Samuel Johnson bereits im 18. Jahrhundert einen der ersten Beiträge zur G eschichte des Wissensmanagements. Dass dieser Satz über 300 Jahre später leichter gesagt ist als getan, zeigt sich bei der Suche nach Wissen im World Wide Web, auf der man mit eine r ungeahnten Menge und ständig wachsenden Flut an Informationen konfrontiert wird. Damit man sich darin orientieren kann, gibt es Navigationsprogramme wie Suchmaschinen oder Meta-Suchdienste. Die Kriterien, nach denen diese die Suchergebnisse sortieren und präsentieren, sind jedoch in höchstem Maße verschieden und für den Nutzer meist nicht nachvollziehbar. Die Richtigkeit und Neutralität der Treffer ist nicht exakt festzustellen und erschwert es einem, sich zu Recht zu finden. Des Weiteren können daraus Probleme bezüglich des Jugendschutzes resultieren: Selbst bei der Suche nach harmlosen Begriffe n passiert es zuweilen, dass Suchmaschinen (jugendliche) Nutzer in bedenk liche Areale des I nternets führen. Die Betroffenheit ist groß, da sich 91 % der Web-User über Suchmaschi nen orientieren 1 , die somit beeinflussen, we lche Inhalte generell aufgenommen werden. Die Mehrheit der Nutzer weiß nicht, wie Suchdienste funktionieren oder wie sie sich finanzieren, was jedoch bei der Suche hilfreich sein könnte. Die Qualität von Suchmaschinen, die sich u.a. an solchen Kriterien wie der Objektivitä t und Relevanz der Ergebnisse misst, lässt oft sehr zu wünschen übrig. Vor allem kommerzielle Anbieter manipulieren Suchdienste, wobei im Zuge fortschreitender Innovationen, Technik und Profitgier immer mehr neue und getarnte Formen der Manipulation auftreten. Von Seiten der Suchmaschinen-Anbieter werden so genannte bezahlte Treffer oft nur unzureichend als solche
1 Vgl. Machill, M./Welp, C.: Wegweiser im Netz, Qualität und Nutzung von Suchmaschinen, Gütersloh 2003, S. 135
1
gekennzeichnet. Diese Manipulationsformen und deren Verursacher und wie damit seitens der Anbieter und Nutzer von Suchmaschinen umgegangen werden kann und wird, werden im Folgenden erläutert. Zuvor wird eine Einführung über Suchmaschinen im Allgemeinen gegeben.
2 Wissenswertes über Suchmaschinen
2.1 Funktionsweise
Zum besseren Verständnis und als Hintergrundwissen der erwähnten Manipulationsformen ist es von Bedeutung zuerst deren Funk tionsweise zu erläutern. ‚Suchmaschine’ ist ein Oberbegriff für einen Online -Dienst, der mittels so genannter I ndizierprogramme wie Such-Algorithmen, Crawlern, Robots oder Spidern automatisch und regelmäßig Websites maschinell erschließt, indem er Indizes der abgesuchten Seiten in Form von Datenbanken anlegt. ‚Google’, ‚MSN’, ‚Altavista’ und Co. werten dabei entweder die Schlüsselwort-Meta-Tags 2 , den Title -Tag, den Domain-Namen oder sogar den Volltext einer Homepage oder mehrere der genannten Kriterien aus. Angefangen bei der Homepage eines Servers, werden alle Links verfolgt bis letztlich der Server vollständig abgesucht worden ist. Somit ist es möglich von wenigen Seiten aus große Bereiche des Internets zu katalogisieren. 3
Durch Abbildung 1 wird verdeutlicht, aus welchen Komponenten eine Suchmaschine besteht und durch die nebenstehenden Erläuterungen beschrieben, welc he Aufgaben diese erfüllen. Demnach durchsucht der Nutzer (neudeutsch ‚User’ genannt), der einen Suc hbegriff in die Eingabemaske eingibt, die Datenbanken der Suchmaschinen und nicht das Internet selbst.
2 Meta-Tag: Ergänzende Informationen zu den Inhalten von Web-Seiten, wie z.B. Autor, Titel, Keywords. Sie sind freiwillige Angaben, die im Code einer Website enthalten und für den User unsichtbar sind. (Vgl. Machill, M./Welp, C.: Wegweiser im Netz, S. 457)
3 Miller, J.: Die rechtliche Beurteilung der Irreführung von Internet-Suchmaschinen, Eine marken- und wettbewerbsrechtliche Untersuchung des Meta-Tagging, Baden-Baden 2002, S. 45f
2
4 Abb. 1: Suchmaschinen-Komponenten
2.2 Typologien
Im Vergleich mit Webkatalogen (z.B. ‚Yahoo’, ‚Web’), für die sich Fachleute das Internet anschauen, nützlichen Seiten herausfiltern und sie hierarchisch nach Rubriken ordnen 5 , enthalten Suchmaschinen wesentlich mehr Datensätze. Es gibt thematisch nicht spezialisierte Suchmaschinen wie z.B. ‚Altavista’, ‚Google’, Fireball’ oder ‚Lycos’ (Universal-S uchmaschinen) und thematisch oder anderweitig spezialisierte Suchdienste zu nahezu allen Themengebieten (z.B. ‚Paperball’, ‚Jobpilot’ oder ‚Netlaw’). Diese sind für spezielle Themen, etwa Nachrichten, Job- oder MP3-Suche, sehr oft besser geeignet als normale Suchdienste, da sie durch ihre Spezialisierung bessere, d.h. aktuellere und relevantere Ergebnisse liefern können als die Universal-Suchmaschinen. 6 Da diese nicht in der Lage sind alle I nternet-Seiten zu erfassen, wurden zusätzlich Meta -Suchmaschinen erfunden. Diese leiten die Suchanfragen an andere Suchmaschinen weiter und bündeln die Ergebnisse (z.B. ‚Metager’,
4 Blömeke, K./avaris webdesign: Suchmaschinen - 2. Funktionsweise der Suchmaschinen: Übersicht, online unter: www.avaris-webdesign.de/suchmaschinen/ suchmaschinen-funktionsweise.html, Zugriff: 3.9.2004
5 Vgl. Wilke, J.: Multimedia/Online-Medien, in: Noelle-Neumann/Schulz/Wilke (Hg.): Fischer Lexikon Publizistik/Massenkommunikation, 2. Aufl., Februar 2003, Frankfurt a.M., S. 310
6 Umlauf, K.: Suchmaschinen im Internet, Berliner Handreichungen zur Bibliothekswissenschaft. 58; Materialien zur Fortbildung. 6, Berlin 2003, online unter: www.ib.hu-berlin.de/~kumlau/handreichungen/h58/, Zugriff: 23.8.2004
3
‚Netzz’ in Deutschland). 7 Nach einigen Untersuchungen enthalten die Datenbanken der Suchmaschinen allerdings 15 % tote Links, d.h. Verlinkungen zu nicht mehr existierenden oder geänderten URLs. 8
2.3 Finanzierung
Suchmaschinen refinanzieren sich hauptsächlich durch W erbeeinnahmen (62 %), den Verkauf ihrer Suchmaschinen-Technik (35 %), durch Dienstleistungen für Website-Anbieter (so genannte „bezahlte Treffer“) mit 27 % und E-Commerce-Einnahmen (24 %). Nutzergebühren spielen kaum eine Rolle, so die zentralen Befunde der Befragung der Suchmaschinenanbieter zu deren Finanzierungssituation. 9
Suchmaschinennutzer wissen nur wenig über das wirtschaftliche und technische Funktionieren von Suchmaschinen. Da die Nutzung kostenlos ist, stellt sich ihnen natürlich auch die Frage, wie sich Suchmaschinen finanzieren. Die meisten Teilnehmer einer repräsentativen Telefonbefragung (vgl. Machill et al 2003: S. 190f), nämlich 55 %, hielten fälschlicherweise das Sammeln und Weiterverkaufen von Nutzerdaten für die wichtigste Einnahmeque lle.
2.4 Beziehungsgeflecht und Kooperationen
In den Anfängen des Internets waren Suchmaschine n noch Services mit eigener Softwareentwicklung und eigenen Servern. Heute muss man allerdings zwischen der offiziellen Website mit allen Recherchefunktionen und Zusatzdiensten auf der einen und Entwicklern von Suchsoftware und Betreibern von Services, den Technologieträgern, auf der anderen Seite unterscheiden. Mit dem Ziel, einen möglichst umfangreichen Service anzubieten, werden eigene Fähigkeiten mit den Möglichkeiten komplementärer, hinzu gekaufter Techniken kombiniert. Denn je mehr Verkehr (‚Traffic’) auf einer Suchmaschinen- 7 Vgl.Wilke, J.: Multimedia/Online-Medien, S. 310
8 Vgl. Umlauf, K.: Suchmaschinen im Internet
9 Vgl. Machill, M./Welp, C.: Wegweiser im Netz, S. 77
4
Seite herrscht, desto mehr Werbeeinnahmen werden erwirtschaftet. Besonders sinnvoll und häufig sind Kooperationen zwischen Web-Katalogen und Volltext-Suchmaschine n, da die Nachteile des jeweiligen Systems durch die Vorteile des anderen kompensiert werden.
Werden etwa exotische Suchbegriffe in einem Katalog nicht gefunden, so wird automatisch eine Volltextsuchmaschine angeworfen. In vielen Fällen merkt man anhand der Optik kaum einen Unterschied. Nur wenn man genau hinguckt, erkennt man das Logo des jeweiligen Ko- 10 operationspartners.
Viele Anbieter von Internetzugängen (wie z.B. ‚AOL’ oder ‚T-Online’) aber sogar von Suchdiensten selbst greifen auf andere Suchmaschinen oder Webkataloge wie ‚Google’ oder ‚Yahoo’ zurück. Durch die aktuellen Aufkäufe 11 sind die Verflechtungen der Suc hdienste recht unüberschaubar geworden.
Abb. 2 : Beziehungsgeflecht der Suchdienste in Deutschland und i nter-
12 national (Stand 10.06.2004)
10 Karzauninkat, S.: Suchmaschinen Kooperationen, online unter: www.suchfibel.de/5technik/kooperationen.htm, Zugriff: 1.9.2004
11 ‚Yahoo’ hat im Oktober 2003 ‚Overture’ gekauft und ist nun als ernsthafter ‚Google’-Kontrahent auf dem Suchmaschinen-Markt positioniert.
12 Karzauninkat, S.: Das Beziehungsgeflecht der Suchmaschinen, online unter: www.suchfibel.de/5technik/suchmaschinen_beziehungen.htm, Zugriff: 1.9.2004
5
Arbeit zitieren:
Melanie Trümper, 2004, Manipulation von Suchmaschinen, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
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