1. Inhaltsverzeichnis
1. Inhaltsverzeichnis 2
2. Vorwort 3
3. Einleitung 4
4. Zeitgeschichtlicher Hintergrund 4
4.1 Ausgewählte Ereignisse im Leben von Francis Bacon 6
4.2 Ausgewählte Ereignisse im Leben von Thomas Hobbes 7
5. Der Begriff “Utopie 8
6. Konzepte eines Staatsaufbaus 9
6.1 Nova Atlantis 9
6.1.1 Die Insel Bensalem 10
6.1.2 Das Haus Salomos 11
6.2 Leviathan 12
6.2.1 Vom (bürgerlichen) Staat 12
6.2.2 Vom kirchlichen Staat 12
7. Auswirkungen auf Staatsideal -praxis 14
7.1 Die technokratische Gesellschaft 14
7.2 Der mechanische Staat 15
8. Schluss 17
9. Anmerkungen 18
10. Bibliographie 18
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2. Vorwort
Im folgenden wird der Versuch unternommen, zwei Staatskonzepte aus dem England des 17. Jahrhunderts vergleichend zu präsentieren, nämlich diejenigen von Francis Bacon und Thomas Hobbes, wobei der Schwerpunkt auf dem ersteren liegen wird. Interessant hierbei ist vor allem die Tatsache, dass es sich bei den beiden Autoren einerseits um Zeitgenossen handelt und darüber hinaus Hobbes im Zeitraum von 1622-26 sogar als Bacons Sekretär tätig war, andererseits ihre Vorstellungen hinsichtlich eines erstrebenswerten Staates und aller damit verbundenen Gegebenheiten entgegengesetzter kaum sein könnten. Damit ist jedoch weniger eine unterschiedliche Zielsetzung, sondern vielmehr eine äußerst komplementäre Herangehensweise gemeint, da beide selbstverständlich durch die selbe Standardliteratur staatstheoretischer Abhandlungen seit Platons “Politeia” beeinflusst sind.
Auffallend ist des weiteren, dass Bacons Werk “Nova Atlantis” bzw. “Neu-Atlantis” nur als Fragment existiert, was vermutlich in seiner Absicht lag und wie es aus dem Vorwort eindeutig hervorgeht, da das Wesentliche geschrieben stehe und er sich wichtigeren Studien zu widmen gehabt hätte. Diese drehten sich vornehmlich um seine Tätigkeit als einer der bahnbrechenden Wegbereiter der empirischen Wissenschaft und eben in diesem Punkt erkennt man deutlich die fundamentale Differenz zu Hobbes als klarem Anhänger rationalistischer Forschungsansätze. Entsprechend befassen sich die anschließenden Passagen, aufbauend auf dieser methodischen “Kluft”, mit den sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Ausgestaltung der beiden Bücher und der darin untersuchten Staatsideen. Abschließend wird versucht, eine Brücke in die Gegenwart zu schlagen und aufzuzeigen, inwieweit beide Autoren Einfluss auf aktuelle Entwicklungen nehmen konnten oder diese, wie im Falle Bacons, zumindest teilweise voraussahen.
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3. Einleitung
Seit dem Beginn der “klassischen” Philosophie und der - damals wie heute untrennbar damit verbundenen - politischen Wissenschaft durchzieht ein nach wie vor andauernder Konflikt über den maßgeblichen Ausgangspunkt zur Erlangung von Erkenntnis die Geister der damit Befassten und teilt sie, überspitzt gesagt, in zwei Lager. Am geläufigsten und aussagekräftigsten ist wohl das Bild von Platon und Aristoteles, von denen der eine zum Himmel, der andere zur Erde zeigt, während sie nebeneinander wandeln. Wie bereits erwähnt, lassen sich in eben dieser grundverschiedenen Perspektive auch die beiden hier behandelten Werke verorten, d. h. Bacon und sein “Neu-Atlantis” am empirischen, Hobbes uns sein “Leviathan” am rationalen Ende dieses Kontinuums. Nichtsdestotrotz haben beide eine ähnliche Zielsetzung im Sinn, sei es das Streben nach dem Schönen, Wahren und Guten im Rahmen eines funktionierenden Staates, das edle Leben in der Gesellschaft oder die Errichtung eines goldenen Zeitalters; im Endeffekt handelt es sich dabei letztendlich um analoge Ergebnisse, besser gesagt, um die Schnittmenge unterschiedliche Aspekte ein und desselben Ideals. Um nun die “Wege” genauer unter die Lupe zu nehmen, die Bacon und Hobbes vorzeichnen um dieses Leitmotiv zu verfolgen, lohnt es sich einen kurzen Blick auf Epoche und Leben der Staatsmänner zu werfen.
4. Zeitgeschichtlicher Hintergrund
Zu Zeiten Bacons und Hobbes kam es zu bewegenden Veränderungen in England bzw. Großbritannien ab 1603, da es durch die Krönung Jakob I., der als Jakob VI. bereits König von Schottland war, zur Personalunion beider Länder kam. So musste sich ein durch einen Krieg mit Frankreich gebeuteltes und wirtschaftlich geschwächtes England unter der Herrschaft Elisabeth I. (1559-1603) zunächst einmal erholen, was trotz darauffolgender Seeschlachten mit und einer Invasion durch Spanien, begründet auf der Auseinandersetzung um kolonialen Einfluss und einem anschließenden Aufstand in den besetzten irischen Gebieten gelang. Des weiteren konnte die anglikanische Kirche unter der Monarchin ihre Position und Unabhängigkeit vom Vatikan erneut und diesmal dauerhaft behaupten, nachdem
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während der vorhergehenden Regierung ihrer Halbschwester Maria I. der Katholizismus als Staatsreligion kurzzeitig wiederaufblühte. In den selben Zeitraum fällt auch die Gründung der Londoner Börse im Jahre 1566, die wesentlich zur Stabilisierung der Wirtschaftslage beitrug.
Infolge der Machtübernahme durch Jakob I. und seiner absolutistischen Herrschaftstendenzen bei der Amtsausübung, kam es zu einer Verschärfung der religiösen Spannungen, sowohl hinsichtlich des unterschwelligen Konfliktes zwischen Katholiken und Protestanten, als auch innerhalb der protestantischen Strömungen selbst, also den Presbyterianern, Anglikanern und Puritanern, die sich allesamt nicht mit seiner Auslegung der göttlichen Königsrechte anfreunden konnten. Aus dem selben Grund fühlte sich auch das Parlament in seinen Rechten beschnitten, womit insgesamt ein großes Potential an Unzufriedenheit im Land erzeugt wurde, welches die folgenden Ereignisse entscheidend begünstigte. Einen Hinweis auf die vorherrschende Stimmung liefert der vereitelte Anschlag Guy Fawkes, der im Rahmen seines “Gunpowder Plot” Westminster Abbey und die Houses of Parliament mitsamt Insassen in die Luft sprengen wollte.
Mit dem Tode Jakobs I. im Jahre 1625, übernahm sein Sohn Karl I. die Thronfolge und trat auch sonst, nämlich in Sachen Staatsführung, ganz in die “gottähnlichen” Fußstapfen seines Vaters, ja verbreiterte diese gar, indem er 1629, ein Jahr nach Oliver Cromwells Wahl in das House of Commons, das Parlament auflöste und diesen Zustand bis 1640 aufrechterhielt. Vorher jedoch ermöglichte er noch das Inkrafttreten der “Petition of Rights”, eine leichte Machtbeschränkung für den König, in punkto Steuererhebungen und willkürlicher Verhaftungen, die außerdem als Schritt in Richtung moderner Verfassungen angesehen werden kann. Eben diese Einschränkung zwang ihn zur Wiedereinberufung des Parlaments, um eine Bewilligung von Geldmitteln zur Niederschlagung von Erhebungen im wiederholt rebellischen Schottland und Irland zu erreichen. Letzteres aber scheiterte an dessen Widerstand, wodurch sich so langsam eine Spaltung in Royalisten und oppositionelle Kräfte abzeichnete. Der Versuch schließlich, die königsuntreue Partei 1642 zu zerschlagen, mündete in die Aufstellung zweier verfeindeter Armeen, mit dem Resultat, das der englische Part eines zwar am dreißigjährigen Krieg weitestgehend unbeteiligten, aber von inneren Unruhen zerrissenen Großbritanniens, nun auch noch in die Wirren eines
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Arbeit zitieren:
Oliver Köller, 2004, Nova Atlantis und Leviathan - Ein Vergleich der Staatsideen von Francis Bacon und Thomas Hobbes, München, GRIN Verlag GmbH
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